Apfelschorle ohne Zucker: gesundheitliche Aspekte und Herstellung

Apfelsaft gehört zu den beliebtesten Getränken in Deutschland und wird oft pur, als Schorle oder in Rezepten genossen. Im Jahr 2023 betrug der Fruchtsaftkonsum der Deutschen rund 26 Liter pro Person, Apfelsaft lag mit etwa 5,1 Litern pro Kopf an zweiter Stelle hinter Orangensaft. Purer Apfelsaft schmeckt gut und enthält Vitamine und Nährstoffe, dennoch ist er wegen seines fruchteigenen Zuckers und der hohen Kalorienmenge kein ideales Getränk zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs.

Was ist Apfelschorle und warum wird sie oft ohne Zucker gewünscht?

Apfelschorle ist ein Mix aus Apfelsaft und Mineralwasser. Um den Zuckergehalt zu reduzieren, ist es besser, zum Durstlöschen den Apfelsaft mit Wasser zu verdünnen als Apfelsaft pur zu trinken. Eine Schorle aus einem Teil Apfelsaft und drei Teilen Mineralwasser ist eine optimale Zusammensetzung und gilt durchaus als gesund. Apfelschorle ohne Zucker gibt es nicht im Sinne eines völlig zuckerfreien Apfelsaftes, denn Apfelsaft enthält immer fruchteigenen Zucker.

Glas Apfelschorle mit Zitronenscheibe

Inhaltsstoffe im Apfelsaft - Basis der Schorle

Keltereien verarbeiten das Obst zuerst zu Direktsaft, der die Grundlage für alle anderen Saftsorten darstellt. In einem Liter Direktsaft steckt der Saft von etwa sieben Äpfeln (1,5 Kilogramm) und damit rund 450 Kilokalorien. In 100 Millilitern Apfeldirektsaft sind ungefähr elf Gramm Kohlenhydrate, davon zehn Gramm fruchteigener Zucker, 0,1 Gramm Eiweiß, 0,1 Gramm Fett und 90 Gramm Wasser enthalten. Zu den nennenswerten Vitaminen und Mineralstoffen gehören Vitamin C, verschiedene B-Vitamine, Kalium, Calcium und Magnesium. Darüber hinaus enthält Apfelsaft Pektin, einen pflanzlichen Ballaststoff.

Direktsaft, Konzentrat, naturtrüb und klar - Unterschiede in Herstellung und Qualität

Je nach Art der Herstellung werden Direktsaft und Apfelsaftkonzentrat unterschieden. Direktsaft wird direkt nach dem Pressen der frischen, reifen Äpfel abgefüllt und ist meist naturtrüb. Apfelsaftkonzentrat entsteht, indem dem Saft größtenteils das Wasser entzogen wird; das Konzentrat wird eingefroren und später wieder mit Wasser rekonstituiert. Aus Konzentrat wird üblicherweise auch klarer Apfelsaft hergestellt, wenn Fruchtfleisch und Schalenbestandteile durch Filtration entfernt werden.

Naturtrüber Apfelsaft gilt als das "originalere" Produkt, weil er mehr Inhaltsstoffe aus der Frucht enthält. Naturtrüber Apfelsaft enthält mehr sekundäre Pflanzenstoffe und besitzt eine höhere antioxidative Wirkung als klarer Apfelsaft. Klarer Saft dagegen ist gefiltert, bei diesem Prozess gehen oftmals Pektine, Trübstoffe und damit auch einige sekundäre Pflanzenstoffe verloren. Ein weiterer Unterschied betrifft die Ballaststoffe: Naturtrüber Apfelsaft enthält in geringem Umfang Ballaststoffe aus Fruchtbestandteilen, während klarer Apfelsaft nahezu keine Ballaststoffe enthält.

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Achtung: Zum Filtern wird zum Teil Gelatine verwendet. Dann ist der Apfelsaft nicht vegetarisch. Diese Hersteller haben keine Gelatine zum Klären verwendet. Als Alternativen eignen sich unter anderem mechanische Filtermethoden und Erbsenprotein.

Wie gesund ist Apfelschorle wirklich?

Einige Inhaltsstoffe im Apfelsaft haben positive gesundheitliche Wirkungen: Die im Apfelsaft enthaltenen Pektine binden Cholesterin im Darm und können so zur Senkung des Cholesterinspiegels im Blut beitragen. Sekundäre Pflanzenstoffe, die sogenannten Polyphenole, können sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System auswirken, da sie antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften haben. Deshalb kann Apfelsaft - in Maßen getrunken - als gesundes Getränk bezeichnet werden.

Auf der anderen Seite enthält Apfelsaft viel Zucker, der reichlich Kalorien zuführt und den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Da es Apfelsaft ohne Zucker nicht gibt, sollte man den Verzehr daher auf ein Glas am Tag beschränken. Die WHO empfiehlt, den Konsum freier Zucker zu reduzieren; die empfohlene Menge von 25 Gramm freien Zucker pro Tag wird bereits mit einem 250-ml-Glas Apfelsaft erreicht.

Apfelschorle beim Sport: isotonisch, Energiequelle oder Zuckerbombe?

Als isotonische Getränke gelten Getränke, deren Verhältnis von Nährstoffen zu Flüssigkeit dem unseres Bluts entspricht. Auf Apfelschorle trifft dies zu, sofern sie in einem Verhältnis von 1:3 bis 1:4 gemischt wird (1 Teil Apfelsaft, 3-4 Teile Wasser). Damit ist die Schorle besonders schnell vom Körper aufzunehmen und kann den Flüssigkeitsverlust effizient ausgleichen.

Apfelsaft enthält überwiegend Kohlenhydrate in Form der Einfachzucker Glucose und Fructose. Diese Einfachzucker liefern schnell verfügbare Energie und können als Pre- oder Post-Workout hilfreich sein. Als Pre-Workout pusht Apfelschorle den Blutzuckerspiegel, als Post-Workout liefert sie rasch neue Energie und unterstützt die Nährstoffversorgung der Muskeln. Während des Sports ist allerdings in der Regel keine Kohlenhydratzufuhr nötig, außer bei langen Belastungen: Profis oder Marathonläufer müssen nach spätestens 60-90 Minuten Energie in Form leicht verwertbarer Kohlenhydrate aufnehmen.

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Trotzdem ist fertige Apfelschorle aus dem Handel nicht das perfekte Sportgetränk, denn sie enthält keine optimale Elektrolytmischung. So fehlt ihr zum Beispiel ausreichend Natrium - ein Elektrolyt, das beim Schwitzen stark verloren geht. Außerdem wird gekaufte Apfelschorle in der Regel aus Leitungswasser hergestellt, nicht aus mineralstoffreichem Mineralwasser. Eine gekaufte Schorle kann daher kaum einen Mineralstoffmangel ausgleichen.

Ein praktischer Tipp: Um den Natriumverlust beim Sport auszugleichen, geben Sie pro Liter Flüssigkeit 1/3 Teelöffel Kochsalz hinzu. Gekaufte Apfelschorle ist kein isotonisches Getränk, aber der enthaltene Zucker kann vor oder nach dem Training helfen, schnell neue Energie zu bekommen. Apfelschorle mit weniger Zucker ist allerdings nur die selbstgemischte!

Sportler trinken Apfelschorle aus Flasche

Zahngesundheit, Magenverträglichkeit und Risiken

Reiner Apfelsaft enthält zwar keinen Zuckerzusatz, aber Kariesbakterien mögen auch den fruchteigenen Zucker gerne. Sie verarbeiten ihn zu Säure, die den schützenden Zahnschmelz aufweicht. Außerdem kann die im Apfelsaft enthaltene natürliche Säure ebenfalls den Zahnschmelz schädigen, da sie den pH-Wert im Speichel senkt. Auch Apfelschorle ist kaum zahnfreundlicher, denn sie enthält ebenfalls Zucker und Säuren - selbst bei einem Mischungsverhältnis von drei Teilen Wasser und einem Teil Apfelsaft.

Bei intensiver Belastung kann die Fruchtsäure der Apfelschorle bei empfindlichen Personen zu Magenkrämpfen führen, weil der Körper bei Anstrengung die Verdauung zurückstellt und die Fruchtsäure nicht richtig abgebaut wird. Fertige Mischungen aus dem Supermarkt können zudem Zusätze wie Zitronensaftkonzentrat enthalten und werden oft aus Saftkonzentrat statt Direktsaft hergestellt.

Fertige Apfelschorle vs. selbstgemacht - wofür entscheiden?

Fertige Apfelschorle hat häufig einen höheren Saft- und damit Zuckergehalt. Bei fertig gemischten Schorlen aus dem Supermarkt beträgt der Apfelsaft-Anteil oft 50 oder sogar 60 Prozent - die Apfelschorle enthält dann also mehr Zucker, als für eine optimale Regeneration empfohlen wird. Fertige Apfelschorlen bringen es im Schnitt auf etwa 28 Gramm Zucker pro halbem Liter. Ein Liter fertig gemischte Schorle aus dem Handel pusht das Kalorienkonto um zusätzliche etwa 300 Kalorien und 48-66 Gramm Zucker.

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Selbstgemischte Apfelschorle hat entscheidende Vorteile: Sie haben die Kontrolle über das Mischverhältnis und die Zutaten, können naturtrüben Bio-Saft als Basis wählen und Mineralwasser mit hohem Mineralstoffgehalt verwenden. Empfohlen wird ein Verhältnis von mindestens 2:1 (zwei Teile Mineralwasser auf einen Teil Saft); bei diesem Mischungsverhältnis wird die Schorle isotonisch und der Zuckergehalt sinkt auf etwa vier Prozent.

Apfelsaft selbst herstellen - kurze Anleitung

Apfelsaft kann man einfach selber machen. 1,5 bis zwei Kilogramm Äpfel ergeben, je nach Sorte, rund einen Liter Saft. Am besten eignet sich eine Mischung aus sauren und süßen, saftreichen Sorten, die idealerweise ungespritzt sind. Die Äpfel sollten gründlich gewaschen und faulige Stellen entfernt werden; sie müssen jedoch nicht geschält werden.

Für die Herstellung eignen sich verschiedene Geräte: Dampfentsafter, Kaltentsafter, Obstpresse oder sogar der Kochtopf. Beim Kochtopfverfahren kochen Sie die Äpfel mit etwas Wasser für fünf Minuten, drücken sie durch ein Baumwolltuch, erhitzen den aufgefangenen Saft auf 80 °C, um ihn haltbar zu machen, und füllen ihn in sterile Flaschen. Wer einen Entsafter besitzt, erhält beim sofortigen Verzehr den nahezu vollen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen.

Obstpresse mit frisch gepresstem Apfelsaft

Nachhaltigkeit und Herkunft: Warum selbstgemachter Saft ökologisch vorteilhaft ist

Apfelsaft aus eigener Herstellung ist besonders nachhaltig: Er stammt aus der Region, spart lange Transportwege und vermeidet industrielle Zusatzstoffe. Besonders nachhaltig ist Apfelsaft von Streuobstwiesen, da diese alten Obstgärten einen wichtigen Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere bieten. Viele Säfte im Supermarkt stammen hingegen von Äpfeln, die lange transportiert wurden und aus großen Plantagen kommen.

Industriell hergestellter Apfelsaft wird oft gefiltert und erhitzt; dabei gehen viele wertvolle Nährstoffe verloren. Naturtrüber Apfelsaft aus eigener Herstellung ist dagegen bekömmlicher und enthält mehr sekundäre Pflanzenstoffe. Zwar ist dieser Saft meist teurer und seltener erhältlich, doch er ist ein reines Naturprodukt ohne künstliche Zusätze.

Sicherheits- und Qualitätsaspekte beim Kauf

Untersuchungen haben gezeigt, dass einige fertige Apfelsaftschorlen minderwertige Rohware oder nicht sorgfältig verarbeitete Äpfel enthalten können. In Tests fanden sich bei einigen Produkten Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen; eine Gefahr für die Gesundheit bestand jedoch nicht. Auch Methanol wurde vereinzelt in Bio-Schorlen nachgewiesen, wenn Enzyme zur Erhöhung der Saftausbeute eingesetzt wurden. Wichtig ist: In keinem getesteten Produkt wurden Schadstoffe in gesundheitlich bedenklichen Mengen gefunden, und Zucker wurde keinem Produkt zugesetzt - der Zucker stammt naturgegeben aus dem Apfelsaft.

Praktische Empfehlungen zum gesunden Umgang mit Apfelschorle

  • Mischen Sie Apfelschorle am besten selbst mit kohlensäurehaltigem oder stillem Wasser - so wissen Sie genau, wie viel Saft und Wasser enthalten ist.
  • Wählen Sie naturtrüben Direktsaft als Basis; er enthält mehr Polyphenole und ist gegenüber klarem Saft zu bevorzugen.
  • Halten Sie sich an ein Mischverhältnis von mindestens 2:1 (Wasser:Saft), besser 3-4:1 für weniger Zucker und isotonische Eigenschaften.
  • Vermeiden Sie regelmäßig große Mengen: Beschränken Sie Apfelsaft(-schorle) auf moderate Mengen, schließlich enthält ein Glas Apfelsaft bereits viel freien Zucker.
  • Beim Sport: Nutzen Sie Apfelschorle für schnelle Energie, aber ergänzen Sie bei langen Belastungen Natrium (z. B. eine Prise Salz) und setzen Sie auf mineralstoffreiches Wasser.
  • Achten Sie beim Kauf auf die Nährwertangaben: Viele fertige Schorlen enthalten hohe Saftanteile und damit viel Zucker.
Herstellung von Apfelsaft mit Obstpresse - Schritt für Schritt

Tabelle: Nährwerte (ungefähr) von Apfeldirektsaft pro 100 ml

NährstoffMenge pro 100 ml
Kohlenhydrate11 g (davon ~10 g Zucker)
Eiweiß0,1 g
Fett0,1 g
Wasser~90 g
Kalorien (kcal)~45 kcal
Besondere InhaltsstoffeVitamin C, B-Vitamine, Kalium, Calcium, Magnesium, Pektin, Polyphenole

Apfelschorle ist somit kein pauschal „gesundes“ oder „ungesundes“ Getränk - entscheidend sind Herkunft und Verarbeitung des Saftes, das Mischverhältnis und die konsumierte Menge. Richtig gemixt und in Maßen genossen, kann Apfelschorle ein guter Durstlöscher und gelegentliches Sportgetränk sein; selbstgemacht und mit naturtrübem Direktsaft oder Streuobstsaft ist sie ernährungsphysiologisch der fertigen Variante vorzuziehen.

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