Apfelschorle vs Cola: Zuckergehalt im Vergleich – Wie viel Zucker steckt wirklich drin?
Apfelschorle gilt in Deutschland als eines der beliebtesten Erfrischungsgetränke und wird häufig als gesündere Alternative zu Cola angesehen. Doch wie verhält sich der Zuckergehalt in Apfelschorle im Vergleich zu Cola tatsächlich? Diese Frage lässt sich nicht einfach mit einem „gesund“ oder „ungesund“ beantworten, denn sowohl Apfelschorle als auch Cola enthalten eine beachtliche Menge Zucker - allerdings unterschiedliche Arten und Mengen.
Empfehlungen zum Zuckerkonsum - Was sagt die Wissenschaft?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Energiemenge durch sogenannte „freie Zucker“ aufzunehmen, besser noch wären maximal 5 Prozent. Zu den freien Zuckern gehören lose Haushaltszucker, Lebensmitteln zugesetzter Zucker sowie Zucker aus Honig, Sirup und Säften. Für eine erwachsene Frau mit einem Energiebedarf von 2000 kcal bedeutet das: maximal 50 Gramm, besser nur 25 Gramm Zucker am Tag.
Viele Menschen in Deutschland nehmen deutlich mehr Zucker zu sich: Kinder und Jugendliche verzehren hierzulande sogar 60 Prozent mehr Zucker als empfohlen. Es herrscht ein breiter wissenschaftlicher Konsens darüber, dass ein zu hoher Konsum die Entstehung von Übergewicht fördert. Damit verbunden sind zahlreiche Krankheiten wie Fettleibigkeit (Adipositas), Typ-2-Diabetes und Karies.
Wie viel Zucker steckt in Cola und Apfelschorle?
Cola enthält auf 100 ml durchschnittlich 10,6 Gramm Zucker. Das bedeutet, ein Glas Cola (250 ml) entspricht 26,5 Gramm Zucker oder etwa 6,5 Stück Würfelzucker. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über den Zuckergehalt beliebter Getränke:
| Getränk | Zucker (g) pro 100 ml | Würfelzucker pro 250 ml |
|---|---|---|
| Coca Cola | 10,6 | 6,6 |
| Apfelschorle (fertig) | 6,1 bis 8* | 4,0 bis 5,0 |
| 100% Apfelsaft | 10 | 6,3 bis 6,9 |
| Fanta Orange | 7,6 | 4,8 |
In einer 0,5-Liter-Flasche Apfelschorle finden sich 24 bis 33 Gramm Zucker. Das entspricht etwa acht bis elf Stück Würfelzucker. Zum Vergleich: In der gleichen Menge Cola stecken zwischen 17 und 18 Stück Würfelzucker - also deutlich mehr. Allerdings handelt es sich bei Apfelschorle überwiegend um fruchteigenen Zucker (Fructose), während Cola hauptsächlich Saccharose enthält.
Lesen Sie auch: Lift Apfelschorle: Was steckt drin?
*Der Zuckergehalt variiert je nach Rezeptur und Mischungsverhältnis.
Zuckergehalt im Detail: Apfelschorle und Cola
- 100 ml Cola: 10,6 g Zucker (ca. 3,5 Stück Würfelzucker)
- 100 ml fertige Apfelschorle: 5-8 g Zucker (ca. 2-2,5 Würfelzucker)
- 100 ml selbst gemischte Apfelschorle (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser): unter 5 g Zucker (ca. 1,5 Würfelzucker)
- 100 ml Apfelsaft: ca. 10 g Zucker
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, Saft nur in kleinen Mengen oder stark mit Wasser verdünnt zu trinken. Bei Fruchtsaftschorlen sei ein Mischungsverhältnis von 1 Teil Saft und 3 Teilen Wasser akzeptabel, da so der Zuckergehalt gesenkt wird.
Der Unterschied zwischen Fruchtzucker und Industriezucker
Ein häufiges Missverständnis: Der Zucker in Cola und Apfelsaft ist „anders“. Cola enthält hauptsächlich Saccharose, mit einem glykämischen Index von etwa 70; Apfelsaft enthält hauptsächlich Fructose mit einem GI von 20-25. Saccharose lässt den Blutzucker schneller ansteigen, während Fructose besonders schnell zu Fett umgewandelt und eine Fettleber fördern kann. Zwar enthalten Fruchtsäfte auch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, doch bezüglich Zuckergehalt hat Fruchtsaft keine Vorteile gegenüber Limo oder Cola.
Das Kriterium ist: Sobald der Saft gepresst ist, zählt der darin enthaltene Zucker zu den „freien Zucker“, wie sie im WHO-Leitfaden stehen - egal, ob er industriell oder natürlich ist. Es macht also keinen Unterschied, ob der Zucker zugesetzt wurde oder von Natur aus im Fruchtsaft vorkommt. In konzentrierten Mengen belastet er den Körper ähnlich.
Industrie-Tricks und Mogelpackungen
Viele Konsumenten greifen aus Bequemlichkeit zur fertigen Apfelschorle. Doch diese wird meist aus Apfelsaftkonzentrat hergestellt - oft mit Äpfeln aus China, Südamerika oder Südafrika, die besonders süß sind. Damit Industrieprodukte den gewünschten Geschmack und Süßegrad erhalten, werden häufig zusätzliche Aromen und sogar Entkeimungsmittel wie Dimethyldicarbonat eingesetzt.
Lesen Sie auch: Hannover Waffeln vor dem Aus?
Das Aroma des ursprünglichen Apfelsaftes kann aus Konzentrat nicht immer exakt hergestellt werden. So werden Aromen und Zusatzstoffe hinzugefügt, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Für Konsumenten ist hierbei auf den ersten Blick nicht immer erkennbar, dass das Getränk Zucker enthält - da in der Zutatenliste Bezeichnungen auftauchen, die nicht jedem geläufig sind (z.B. Glukose, Laktose, Maltose, Sirup, Dicksaft oder Molkenerzeugnisse).
Woher kommt der Apfel für die Schorle?
Die Äpfel wandern oft über den Globus, bevor sie ins Glas kommen. Chinesische Äpfel seien süßer und damit besser geeignet für die Herstellung von süßen Apfelschorlen als die sauren europäischen Konzentrate.
Je nach Verfügbarkeit und Preis werden die süßen Konzentrate auch in Südtirol, Südamerika oder Südafrika eingekauft.
Kalorien- und Sättigungsaspekt
Apfelsaft mit 100% Fruchtgehalt ohne Zuckerzusatz hat ca. 46 Kalorien pro 100 ml - Cola nur 42 Kalorien pro 100 ml. Beide Getränke haben also ordentlich Energie in sich. Ein Glas Apfelsaft (250 ml) enthält rund 27,5 g fruchteigenen Zucker, was ca. 9 Stück Würfelzucker entspricht.
Gehaltvolle Flüssigkeiten treiben deine Energiebilanz schnell nach oben - egal ob Cola oder Apfelsaft. Ein Apfel von 150 g enthält ungefähr 21 g Zucker (ca. 7 Würfelzucker), wird aber langsamer verzehrt und sättigt mehr, da Ballaststoffe die Aufnahme verlangsamen.
Lesen Sie auch: Ritter Sport: Ursachen des Lieferengpasses
Fertige Apfelschorle ist zwar oft gesünder als Cola, aber aufgrund des (versteckten) flüssigen Zuckers auch nur in Maßen empfehlenswert.
Wie kann man Zucker sparen?
Wer selbst mixt, kann Zucker sparen. Ein Teil Saft plus drei Teile Wasser sind empfehlenswert. In unserem Apfelsaft-Test finden sich viele geschmacklich gute Säfte zum Schorlemischen. Apfelschorle ist nur etwa halb so zuckerreich wie Apfelsaft oder Cola. Mit einem halben Liter Fertigschorle schöpfen Erwachsene aber mehr als die Hälfte der pro Tag empfohlenen Höchstmenge an Zucker aus.
Wer nicht nur Wasser und ungesüßten Tee trinken möchte, sollte seine Schorle besser selbst mixen - und zwar so, dass der Zuckergehalt unter fünf Gramm pro 100 ml bleibt.
- Eine selbstgemixte Apfelschorle mit 3 Teilen Wasser auf einen Teil Saft enthält ca. 3 g Zucker pro 100 ml. Das entspricht 45 g Zucker für 1,5 Liter (15 Würfelzucker).
- Fertige Mischungen enthalten häufig mehr Zucker als erwartet.
Tipps für eine gesündere Wahl:
- Im Durstfall am besten zu Wasser oder ungesüßtem Tee greifen.
- Schorle selbst mischen (idealerweise 1 Teil Saft zu 3 Teilen Wasser).
- Portionsangaben auf Etiketten kritisch hinterfragen!
Werbung, Einfluss und gesundheitliche Folgen
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat dem Coca-Cola-Konzern vorgeworfen, die Risiken für Übergewicht und Diabetes durch zuckerhaltige Getränke zu verharmlosen. Die Werbeindustrie zielt besonders auf Kinder und Jugendliche ab. Die WHO und nationale Ernährungsgesellschaften warnen eindringlich: Wer ein Glas Cola trinkt, deckt bereits die gesamte Menge an „freiem“ Zucker, die laut WHO maximal täglich empfohlen wird.
Fruchtzwerge, Smoothies, Fruchtjoghurts und andere vermeintlich „gesunde“ Alternativen enthalten ebenfalls überraschend viel Zucker und sind im Vergleich zu Cola nicht automatisch besser. Auch pflanzliche Joghurts mit Frucht enthalten teils fast genauso viel Zucker wie das Original.
Zusammenfassung der wichtigsten Fakten im Zuckervergleich
| Getränk | Zuckergehalt pro 100 ml | Vitamine/Ballaststoffe | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Cola | 10,6 g | Keine | Nur selten konsumieren |
| Fertig-Apfelschorle | 5-8 g | Einige Vitamine, wenig Ballaststoffe | Besser als Cola, nur in Maßen |
| Selbstgemixte Apfelschorle | unter 5 g | Einige Vitamine | Empfehlenswert bei 1:3-Mischung |
| Ganzes Obst | 21 g (150g Apfel) | Viele Vitamine, Ballaststoffe | Sehr empfehlenswert |
Fazit zum Zuckergehalt: Cola oder Apfelschorle?
Apfelschorle ist aus Sicht des Zuckergehalts nur bedingt besser als Cola, vor allem wenn sie industriell hergestellt und wenig verdünnt ist. Fruchtsaft ist keine empfehlenswerte Alternative für den täglichen Durst durch seinen hohen Anteil an „freiem Zucker“ - genauso wenig wie Cola. Die beste Wahl bleibt Wasser oder ungesüßter Tee, gefolgt von selbstgemischten Schorlen mit viel Wasseranteil. Entscheidend ist nicht nur die Art des Zuckers, sondern vor allem die Gesamtmenge am Tag.
tags: #Apfelschorle #vs #Cola #Zuckergehalt #Vergleich


