Andreas Hamann Schokolade – Geschichte, Tradition und Produkte der Berliner Manufaktur
Feinste Schokoladen, charakterstark und voller Geschichte: Die Berliner Schokoladenmanufaktur Erich Hamann steht seit mehr als 100 Jahren für handwerkliche Perfektion, erlesene Zutaten und exquisite Genussmomente. Als eines der letzten echten Familienunternehmen der Hauptstadt vereint Hamann kompromisslose Qualität mit bewegter Historie und prägt die Berliner Schokoladentradition bis heute maßgeblich.
Firmengründung und die Pionierzeit von Erich Hamann
Erich Hamann, Sohn eines Memeler Reeders und Kapitäns, erlernte früh das Konditorenhandwerk. Mit Fleiß und Zähigkeit konnte er im Jahr 1912 seinen ersten eigenen Laden eröffnen. Der gelernte Konditor Erich Hamann machte sich 1912 mit einem Laden in der Kurfürstenstraße in Berlin selbstständig.
In der Umgebung gab es damals viele Privatschulen. Viele der Schülerinnen waren seine ersten Kundinnen und blieben ihm treu, als er eine eigene Manufaktur am Kurfürstendamm eröffnete. Schnell wurde der intensive Kakaogeschmack seiner Kreationen zu seinem Markenzeichen. Erich Hamann war ein Pionier in Sachen Kakaoaroma, er fand, die Schokolade sollte weniger “süß” sein und mehr Kakaoaroma haben.
Er spezialisierte sich sehr schnell auf „bittere Schokolade“. Nicht nur seine „Bittere“ war inzwischen ein Begriff geworden, sondern er selber als Persönlichkeit, immer liebenswürdig, immer warmherzig und gleichbleibend gegen jedermann. Hamanns Maxime war und bleibt: „Nur das Beste vom Besten“.
Expansion und Architektur: Das Erich-Hamann-Haus
In den Jahren 1924 bis 1935 entstanden in Berlin sieben blühende Läden, geschmackvoll eingerichtet mit gut ausgebildetem Verkaufspersonal, u.a. Unter den Linden. 1928 bezog das Unternehmen ein eigenes Haus in der Brandenburgischen Straße mit moderner Fabrik, hygienisch hellen Arbeitsräumen und schönem Laden.
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Das Wohn- und Geschäftshaus der Schokoladenmanufaktur Erich Hamann in Berlin-Wilmersdorf ist ein typisches Beispiel für die Lückenbebauung der 1920er Jahre. Das Gebäude wurde 1928 nach Plänen des Schweizer Architekten Ernst Walter Ebersold errichtet. Die Fassade des Hauses wird durch quer verlaufende, dreiteilige und vierteilige Fenster strukturiert und mit braunen Keramikplatten sowie einem markanten Schriftzug versehen.
Die Inneneinrichtung des Ladengeschäfts stammt von Bauhaus-Meister Johannes Itten. Tresen und Wandschränke sind mit Ahorn und Vogelaugenahorn furniert. Glasflächen, Vitrinen und silberfarbene Leisten bilden einen effektvollen Kontrast. Der Eingangsbereich wird durch zwei fast raumhohe Rundvitrinen betont. Bis heute ist dieser Verkaufsraum mit seiner klaren Formensprache und den markanten Stilelementen erhalten und prägt das einzigartige Flair des Geschäfts.
Wandel durch schwierige Zeiten: Weltkrieg und Wiederaufbau
Dann kam der Zweite Weltkrieg mit all seinen Schrecken. Es gab keinerlei Rohstoffe mehr, das Personal wurde eingezogen. Die Läden mussten geschlossen werden, wurden durch Bomben zerstört. Ein Lebenswerk ging in die Brüche. Erich Hamann erkrankte und starb Weihnachten 1949.
Nach seinem Tod übernahm seine Frau Anna Hamann (geb. Kanter, 1877-1964) das Geschäft und führte es bis 1960 - mit Hilfe treuer Mitarbeiter Stein auf Stein wieder aufbauend. Trotz großer Schwierigkeiten, dem Wegfall des Berliner Umlandes und des Ostteils der Stadt, gelang es, die Bedeutung des Namens zu erneuern. Beide, Erich und Anna Hamann, sind auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin begraben.
Die Familie Hamann - Generationen der Handwerkskunst
Die Schokoladenmanufaktur wurde zunächst von ihrem Sohn Gerhard und seiner Frau Ingrid Hamann weitergeführt. Heute ist Andreas Hamann, Enkel des Gründers, für die Produktion verantwortlich. Sein Enkel Andreas Hamann führt heute die Schokoladengeschäfte in der Tradition des Großvaters mit hervorragender Qualität in der unveränderten Verpackung im Bauhaus-Design, die heute Kultcharakter hat.
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Fest in Familienhand kümmert sich die Familie Hamann darum, dass im nostalgischen Ladengeschäft in der Brandenburger Straße getreu dem Unternehmensmotto nur „das Beste vom Besten" verkauft wird.
Herstellung und Qualitätsphilosophie
Feinste Schokoladen werden seit mehr als 100 Jahren mit viel Liebe zum Detail in der hauseigenen Manufaktur hergestellt. „Wir stellen alle Schokoladen und Kuvertüren nach eigenem Rezept her. Bei den Rohstoffen und Zutaten nehmen wir das Beste, was zu bekommen ist. Uns sind Schokoladengeschmack und Qualität wichtig“, sagt Andreas Hamann. Schon sein Großvater Erich schwor vor über hundert Jahren darauf.
Deshalb wird kein Konsumkakao, sondern nur hochwertige Edelkakao verwendet. Die traditionsreiche Berliner Schokoladenmanufaktur ist vor allem für die dunklen Sorten bekannt. Aber natürlich gibt es auch Vollmilch. Die Herstellung ist Handarbeit geblieben; das Sortiment umfasst Bitterschokolade, Vollmilch und über 60 verschiedene Pralinenkreationen sowie traditionelle Spezialitäten wie die hauchdünnen Schokoplättchen und die beliebte Borkenschokolade.
Auf zwei engen Etagen wird auch heute noch nach traditionellen Rezepten produziert. In den Räumen ist die Vergangenheit gegenwärtig: Töpfe mit flüssiger Schokolade stehen auf den Arbeitsbänken, Bleche mit dünnen Schokoplätzchen warten darauf, von Hand verziert zu werden. Der Betrieb beschäftigt neun Mitarbeitende, in Hochsaison wie Weihnachten und Ostern helfen auch ehemalige Kollegen aus.
Von der Bohne zur Spezialität: Produkte im Überblick
„Man unterscheidet Hohlkörper- und Überzugspralinen. Letztere werden vorn am Band aufgelegt, dann mit einem Schokoladenschleier überzogen, bevor sie dekoriert werden“, erklärt Andreas Hamann und justiert die Maschine nach, damit die Schokolade besser verläuft. Zartbitter, natürlich.
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- Pralinen und Trüffel: Über 60 Sorten, darunter Sahne-Frucht, Mokka-Sahne, Nougat oder Trüffelmasse. Hohlkörperpralinen werden mit einer Spritztülle per Hand gefüllt.
- Schokoladentafeln: In Edelbitter und Vollmilch, klassisch verpackt und schonend hergestellt.
- Hauchdünne Plättchen: Werden mit langer Klinge auf Folie ausgestrichen und nach dem Auskühlen mit einer Messerwalze geschnitten. Sie sind in den Geschmacksrichtungen Vollmilch und Bitter erhältlich.
- Borkenschokolade: Von Hand auf der historischen Granitwalze zubereitet, fein gebrochen und abgewogen.
- Saisonware: Schoko-Weihnachtsbäume, mit Hand dekoriert; Mocca-Bohnen, Ingwer-Stäbchen, Marzipanpralinés mit Walnuss und viele saisonale Besonderheiten.
- Mandelsplitter und Krokant: Handgeformte Variationen für Genießer.
- Neuheiten: Vollmilch-Lemongras, Roter-Pfeffer-Zartbitter und andere innovative Kreationen ergänzen das Programm.
| Produkt | Besonderheit | Hauptzutat |
|---|---|---|
| Bitter-Schokoladentafel | Intensiver Kakao, wenig Zucker | Edelkakao |
| Hauchdünne Schokoplättchen | Extrem zarte Tafeln, klassische Sorten | Bitter- und Vollmilchschokolade |
| Borkenschokolade | Von Hand gewalzt, optisch wie Baumrinde | Edelkakao, seltener Milch |
| Pralinen und Trüffel | Handgefüllte Vielfalt | Marzipan, Nougat, Trüffelmasse |
| Marzipanpralinés | Feine Nussdeko, frische Füllung | Marzipanmasse, Walnuss |
| Mokka-Bohnen | Kräftiges Mocca-Aroma | Kaffee, Zartbitterschokolade |
| Vollmilch-Lemongras | Innovation, frisches Aroma | Vollmilch, Lemongras |
Handwerk, Verpackung und Firmenphilosophie
„Unsere Handarbeit ist nicht konfektioniert. Dadurch können die Plättchen mal ein, zwei Millimeter mehr oder weniger dünn sein“, erklärt Marija Becker beim Einwiegen der Schokoplättchen. Die Verpackung wurde in den 1950er Jahren von Anna Hamann entworfen und ist bis heute nahezu unverändert, was den typischen Bauhaus-Charme bewahrt. Abwechslung vertragen die Genussfreunde nur innerhalb des erprobten und in vielen Jahrzehnten bewährten Sortiments und solange beste Zutaten verwendet werden.
Das Geschäft ist unverändert geblieben: 18 Grad Raumtemperatur gewährleisten konstant beste Qualität. Elegante Neue Sachlichkeit in Holz und Glas erfreut das Auge, während das freundliche Personal und der Duft von Schokolade das Ambiente bestimmen. Supermärkte beliefert Hamann traditionell nicht. Was nicht im hauseigenen Geschäft verkauft wird, geht an den Süßwaren-Fachhandel und ausgesuchte Kaufhäuser wie das KaDeWe.
Historische und aktuelle Herausforderungen
Der Name Hamann ist nicht nur eng verbunden mit Berliner Schokoladenkultur, sondern auch mit bewegten Zeiten und Herausforderungen. Während des Dritten Reichs wurde das Unternehmen vom American Jewish Committee (AJC) auf eine Liste von Firmen gesetzt, die angeblich Zwangsarbeiter beschäftigten. Gerhard Hamann, Senior-Chef, streitet die Vorwürfe ab und verweist auf räumliche und historische Unmöglichkeiten. Die Geschäftsunterlagen aus der fraglichen Zeit seien noch vorhanden, es fänden sich darauf keine Hinweise auf Zwangsarbeit. Deidre Berger vom AJC hat eine erneute Prüfung des Falls mit Verweis auf eventuelle Fehler angekündigt.
Tradition trifft Moderne - Heute und in Zukunft
Im traditionsreichen Geschäft „Erich Hamann Bittere Schokoladen" in Berlin finden Sie edelste Schokoladen in Hülle und Fülle. Seit über hundert Jahren werden hier nach Originalrezepten des Gründers Erich Hamann Spezialitäten aus dunkler Schokolade hergestellt, die durch ihr intensives Kakaoaroma überzeugen.
Das Hauptgeschäft wird nach wie vor in Berlin gemacht, der Firmenname steht dank Beharrlichkeit und kompromisslosem Qualitätsanspruch für eines der Kultprodukte der Stadt. „Wir haben eine Nische gefunden, in der wir gut existieren können", sagt Gerhard Hamann. „Wenn wir bei der Qualität Abstriche machen, würde uns das sicher schlecht bekommen."
In den Verkaufsräumen ist die Vergangenheit gegenwärtig; die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Doch die Qualität und die Philosophie sind lebendig wie eh und je. Hamann bietet allerfeinste Seelennahrung. In Vollmilch, Zart- und Edelbitter.
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