Abgelaufene Schokolade: Würmer, Ursachen und Sicherheit
Schokolade ist ein beliebtes Genussmittel, das Erinnerungen an die Kindheit weckt. Doch manchmal erlebt man beim Öffnen unerwünschte Überraschungen: Würmer oder Maden in der Schokolade. Die Frage, wie das passieren kann und welche Risiken damit verbunden sind, ist für viele Verbraucher von großem Interesse.
Wie kommt es zur Verunreinigung durch Würmer in Schokolade?
Ein aktuelles Beispiel: Beim Öffnen eines Kinder Riegels entdeckte ein Verbraucher ein kleines Tier, wahrscheinlich eine Made, in der Schokolade. Die Verpackung war unversehrt, dennoch befanden sich sowohl in diesem als auch in einem weiteren Riegel aus einer 10er-Packung Maden.
Ferrero, der Hersteller, bestätigte unter dem Post: „Ein Insektenbefall in unserem Werk ist durch unsere hohen Qualitätsstandards und akribischen Hygienemaßnahmen nahezu ausgeschlossen.” Untersuchungen zeigen immer wieder, dass der Madenbefall außerhalb des Werkes stattfindet. Die Größe der Maden gibt Aufschluss über den Befallszeitpunkt - meist nach der Herstellung.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich auch bei einer EXPRESS-Leserin: Nach dem Kauf einer 5er-Packung Kinder-Schokolade entdeckte ihre Tochter eine Made im Inneren eines Riegels, wobei die Schokolade bereits angeknabbert war.
Warum treten Maden in Schokolade auf?
Madenbefall bei Schokolade ist meist ein Problem der Lagerung, nicht der Produktion. Madenbefall kann überall dort stattfinden, wo Lebensmittel nebeneinander gelagert werden, etwa im Supermarkt oder an anderen Lagerstellen. Obwohl die Folie intakt erscheint, ist es nicht ungewöhnlich, dass Insekten die Folie durchdringen, insbesondere bei längerer Lagerzeit.
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Auch eine mit Folie verschlossene Schokoladenpackung bietet keinen vollständigen Schutz. Poren in Lebensmittelverpackungen dürfen nicht größer als 0,1 Millimeter sein, um das Eindringen winziger Eilarven, etwa von Motten, zu verhindern.
In der Verarbeitung von heißer, flüssiger Schokolade ist ein Befall ausgeschlossen. Viele Hersteller lagern ihre Produkte vor Lieferung für 30 Tage bei niedrigen Temperaturen, um Eilarven abzutöten.
Was sind Lebensmittelmotten?
Lebensmittelmotten stammen aus der Familie der Schmetterlinge. Besonders die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) befällt Schokolade. Diese Motte legt bis zu 500 Eier, bevorzugt in Mehl, Getreide, Nüssen und eben Schokolade. Die Larven kriechen bis zu 400 Meter weit und können sich durch Verpackungen und Schraubgewinde bohren.
| Mottenart | Befallene Produkte |
|---|---|
| Mehlmotte | Mehl, Getreide, Nüsse, Schokolade |
| Dörrobstmotte | Dörrobst, Müsli, Schokolade |
Wie kann man sich gegen Befall schützen?
Bei der Lagerung großer Mengen Getreide in Silos und Lagerhallen sind kleine Tiere und Mikroorganismen eine ständige Gefahr. Schädlinge legen ihre Eier in den gelagerten Produkten ab. Ist der Wassergehalt des Getreides zu hoch, begünstigt dies auch das Wachstum von Schimmelpilzen und fördert eventuell die Entwicklung von Insektenlarven.
Vorratsschädlinge werden durch verschiedene Methoden bekämpft: physikalisch (Kälte/Hitze), biotechnisch (Kieselgur), und biologisch (Nützlinge wie Schlupfwespen). Die ideale Lagerung bietet maximalen Schutz vor Befall, doch auch kleine Ritzen oder Poren in Verpackungen dienen oft als Einfallstor.
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Im Haushalt sollten Lebensmittel stets in luftdichten Behältern gelagert und regelmäßig überprüft werden. Der Vorratsschrank sollte von Krümeln befreit und nicht feucht durchgewischt werden, da Feuchtigkeit Motten fördert.
Sicherheitsaspekte: Ist der Verzehr von befallener Schokolade gefährlich?
Werden befallene Lebensmittel dennoch konsumiert, drohen durch den Verzehr von Gespinsten und Mottenkot Magen-Darm-Erkrankungen, Hautprobleme oder allergische Reaktionen. Gerade bei abgelaufener Schokolade sollte auf sichtbaren Befall geachtet werden. Zeigt eine Verpackung keine äußerlichen Spuren, ist sie wahrscheinlich nicht befallen. Trockenprodukte können für einen Tag eingefroren werden, um Eier abzutöten.
Was tun bei Befall?
- Befallene Lebensmittel sofort entsorgen.
- Vor dem Wegwerfen für mehrere Tage einfrieren oder im Backofen für 2 Stunden bei max. 80°C erhitzen.
- Alle Schränke sorgfältig reinigen, aussaugen und mit Essigwasser auswischen.
- Ritzen mit einer Nadel auskratzen oder mit einem Fön erhitzen.
- Staubsaugerbeutel nach der Reinigung entsorgen.
- Schlupfwespen als biologische Bekämpfung einsetzen - sie legen ihre Eier in jene der Schädlinge und verhindern weitere Entwicklung.
Zur Kontrolle kann man Pheromonfallen verwenden, die männliche Motten anlocken, um einen Befall frühzeitig zu erkennen.
Vorbeugung: Tipps für den Alltag
- Beim Einkauf auf intakte Verpackungen achten.
- Befallene oder beschädigte Waren reklamieren.
- Vorräte in luftdichte Behälter umfüllen und kühl, trocken lagern.
- Regelmäßig lüften; Fliegengitter vor den Fenstern montieren.
- Essenzielle Öle (z.B. Lavendel, Zedernholz) zur Abschreckung verwenden.
Welche Lebensmittel sind nicht betroffen?
Keine Sorge besteht bei Zucker, Salz, geräucherten Lebensmitteln und Kaffee - diese werden nicht von Motten befallen.
Madenbefall in Schokolade ist kein alltägliches Ereignis, kommt aber vor allem bei längerer Lagerung und beschädigter Verpackung vor. Hygiene, Kontrolle und richtige Lagerung helfen, den Befall zu verhindern und die Sicherheit zu gewährleisten.
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