Ab welchem Kakaogehalt ist dunkle Schokolade gesund?
Schokolade gilt für viele Menschen als Nervennahrung und Seelentröster. Gerade dunkle Schokolade, die besonders kakaohaltig ist, genießt einen guten Ruf als „gesunde“ Süßigkeit. Doch ab welchem Kakaogehalt entfalten sich tatsächlich gesundheitliche Vorteile, und wie unterscheiden sich die Sorten bezüglich ihrer Wirkung auf unseren Körper?
Die wichtigsten Bestandteile von Schokolade
Nüchtern betrachtet umfasst der Begriff Schokolade verschiedene verarbeitete Produkte, deren Hauptbestandteile aus der Kakaobohne stammen - vor allem Kakaobutter, Kakaomasse und Kakaopulver. Hinzu kommen je nach Rezeptur noch weitere Zutaten wie Zucker, Milch, Nüsse, Trockenfrüchte oder scharfe Gewürze wie Chili.
Je nachdem, wie hoch der Anteil der Kakaobestandteile ist, lassen sich verschiedene Schokoladensorten unterscheiden. So enthält weiße Schokolade kein dunkel färbendes Kakaopulver, sondern nur die Kakaobutter. In Milchschokolade stecken mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, in Vollmilchschokolade 30 Prozent und bei Zartbitterschokolade sind es 50 Prozent.
Was zeichnet dunkle Schokolade aus?
Als Zartbitterschokolade wird dunkle Schokolade mit viel Kakao hauptsächlich im deutschsprachigen Raum bezeichnet, international ist dark chocolate, also dunkle Schokolade, wesentlich gebräuchlicher. Bitterschokolade wird als Schokolade mit einem Kakaogehalt von mindestens 50 % definiert. Bei einem Kakaoanteil zwischen 50 % und 60 % bezeichnet man sie als Zartbitter- oder Halbbitterschokolade, während Schokoladen mit einem Kakaogehalt von über 60 %, zumindest im deutschsprachigen Raum, als reine „Bitterschokoladen“ gelten.
Neben Zartbitterschokolade gehört auch Bitterschokolade zur dunklen Schokolade. Obwohl es im Lebensmittelrecht nicht klar festgelegt ist, enthält diese in der Regel rund 70 Prozent Kakao, manche Sorten auch 85 oder sogar 100 Prozent.
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| Schokoladensorte | Kakaogehalt | Zuckerzusatz (Tendenz) |
|---|---|---|
| Weiße Schokolade | 0 % (nur Kakaobutter) | sehr hoch |
| Milchschokolade | 25-30 % | hoch |
| Zartbitterschokolade | 50-60 % | moderat |
| Bitterschokolade | 70-100 % | niedrig bis kein Zucker |
Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe: Polyphenole und Flavonoide
Kakaobohnen übertreffen mit dem Gehalt dieser sekundären Pflanzenstoffe sogar Äpfel und Zwiebeln. Besonders hoch ist der Anteil an Flavonoiden, einer Gruppe von färbenden und schützenden Stoffen, die zu den Polyphenolen gehören. Besonders die Flavonoide sorgen für die bitteren Noten und stehen im Mittelpunkt der gesundheitsfördernden Wirkung.
Studien zufolge können Flavonoide mit ihrer antioxidativen Wirkung die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Zudem gibt es Hinweise, dass sie die Durchblutung stärken und das Absterben von Krebszellen begünstigen.
ORAC-Wert: Indikator der antioxidativen Kapazität
Die antioxidative Kapazität eines Nahrungsmittels wird mit dem ORAC-Wert gemessen. Der ORAC (Oxygen Radical Absorbance Capacity) ist ein Verfahren zur Messung der antioxidativen Eigenschaften von Pflanzenextrakten, Nahrungsmitteln und anderen biologischen Substanzen. Je höher der ORAC-Wert, desto mehr freie Radikale werden pro Gramm Substanz neutralisiert.
Ab welchem Kakaogehalt ist Schokolade gesund?
Je höher der Kakaoanteil in der Zartbitterschokolade ist, desto eher wirkt die dunkle Schokolade mit viel Kakao positiv auf unsere Gesundheit. Schon 25 g gesunde Zartbitterschokolade oder gesunde dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von 70%, versorgen den Körper mit großen Mengen von Polyphenolen und wirken sich folglich positiv auf unsere Gesundheit aus.
In jedem Fall wirkt sich der Verzehr von guter dunkler Schokolade oder Zartbitterschokolade - durch den hohen Kakaogehalt ab 70% Kakao - positiv auf die Gesundheit aus.
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Wirkung auf Herz-Kreislauf und weitere Effekte
Der tägliche Verzehr von einem kleinen Stück dunkler Schokolade mit viel Kakao (etwa 10 Gramm) senkt den Blutdruck, verbessert den Blutfluss und verringert das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Dies sind Ergebnisse einer Langzeitstudie von 2010 des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam mit 20.000 Teilnehmern, die im Rahmen der EPIC-Studie ausgeführt wurde.
Insgesamt hat Schokolade eine hohe Energiedichte, enthält also viele Kalorien (im Durchschnitt etwas über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm); und das gilt auch für die dunklen Sorten, in denen weniger Zucker steckt.
Neben den wertvollen Inhaltsstoffen der ursprünglichen Kakaobohne stecken in Schokolade auch reichlich Zucker und Fett.
Macht Schokolade glücklich?
Forschende diskutieren, ob Flavonoide sowie einige in Schokolade enthaltene Aminosäuren sich auch auf die Gehirnfunktion und die Stimmung auswirken. Zum Beispiel Tryptophan, eine essenzielle Aminosäure, die nur durch die Nahrung aufgenommen werden kann. Gerade in der Kakaobohne ist Tryptophan in großer Menge enthalten. Bitterschokolade hat eine aufhellende Wirkung: Serotonin hebt unser Wohlbefinden, verscheucht Müdigkeit und Stimmungstiefs.
Auch andere Glücksboten finden wir in hohem Gehalt in der Kakaobohne, wie Theobromin, Anadamid und PEA (Phenylethylamin). PEA ist verantwortlich für unser Lust- und Glücksempfinden. Die Ureinwohner Südamerikas verwendeten Kakao als Mittel gegen Depressionen. Allerdings ist der Glückseffekt durch diese Stoffe sehr gering. Der Biss in einen knusprigen Schokoriegel ruft meistens ein gewisses Glücksgefühl hervor. Das liegt an der ordentlichen Menge Fett, Zucker und Kalorien. Die hohe Energiedichte aktiviert nämlich das Belohnungssystem im Gehirn - das heißt, wir fühlen uns gut.
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Empfehlenswerte Menge und Verzehrsregeln
Ob dunkle Schokolade tatsächlich vor Krebs schützt oder Depressionen lindert, ist bislang nur unzureichend erforscht. Die bisherigen Studienergebnisse beziehen sich zum größten Teil auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lassen ein vorsichtig positives Zwischenfazit zu: In Maßen genossen kann dunkle Schokolade dazu beitragen, die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen und das Risiko für Herzinfarkte zu verringern.
Der tägliche Verzehr eines kleinen Stücks dunkler Schokolade (etwa 10 bis 25 Gramm) mit 70 % oder mehr Kakaoanteil wird empfohlen, um die positiven Effekte zu nutzen, ohne einen Kalorienüberschuss zu riskieren.
Um von den begünstigenden Vitalstoffen der Kakaobohne in dunkler Schokolade oder Zartbitterschokolade zu profitieren sollte sie nicht zusammen mit Milch genossen werden. Denn die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Polyphenole und in dunkler Schokolade enthaltenen Flavonoide, also der antioxidative Einfluss von Kakao und Schokolade wird durch den gleichzeitigen Genuss von Milch zunichte gemacht.
Lagerung: Wichtige Hinweise für den vollen Genuss
Schokolade gehört zu den Lebensmitteln, die mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sind. Gleichzeitig ist sie nicht leicht verderblich und oft noch mehrere Monate über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hinaus uneingeschränkt genießbar; dunkle Schokolade sogar noch etwa ein Jahr nach dem Ablauf des MHD. Optimalerweise lagern Sie Schokolade kühl (circa 12 bis 18 Grad), trocken, dunkel und ohne Fremdgerüche in der Nähe. Allerdings sollten Sie Schokolade nicht im Kühlschrank aufbewahren - sie beginnt sonst zu bröckeln und verliert ihren Glanz.
Fazit: Welcher Kakaogehalt ist gesund?
- Ab einem Kakaoanteil von 70 % entfaltet dunkle Schokolade die meisten ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften.
- Besonders von Vorteil sind Sorten mit möglichst wenig Zucker und keinerlei Milchzusatz.
- Ein maßvoller Konsum (10-25g/Tag) ist ratsam.
- Wirklich gesunde Effekte zeigen sich vor allem bei hochwertigen Bitterschokoladen mit kurzem, transparentem Zutatenverzeichnis.
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