Aachener Printen Rezept mit Schokolade: Tradition, Geschmack und perfekte Zubereitung
Aachener Printen sind lebkuchenähnliche Spezialitäten, die seit mehr als 200 Jahren in Aachen und den umliegenden Regionen gebacken werden. Ihr unverwechselbarer Geschmack, die charakteristische Gewürzmischung, und die Vielfalt in den Rezepturen machen sie zu wahren Klassikern der Weihnachtsbäckerei. Besonders beliebt sind Printen mit Schokolade - sie bieten ein zartes, würziges Gebäck mit feinem Schokoladenüberzug. In diesem Beitrag bekommst du das ausführliche Rezept für Aachener Printen mit Schokolade, Tipps zur Zubereitung, und erfährst alles über die wichtigsten Zutaten, deren Herkunft und Verarbeitung.
Was sind Aachener Printen?
Aachener Printen sind eine spezielle Sorte von Lebkuchen und dürfen sich mit diesem Namen nur Printen aus Aachen und den angrenzenden Orten schmücken - dies ist durch die geschützte geografische Angabe zertifiziert. Printen bestehen, wie die meisten Lebkuchen-Teige, aus Mehl, Wasser und einem süßenden Bestandteil wie Zuckerrübensirup oder Kandis. Man kann auch Honig oder Farinzucker verwenden. Dem Printenteig wird keinerlei Fett zugegeben, also keine Butter, kein Öl oder Eigelb. Das macht die Printe auch für Veganer zu einem Hochgenuss.
Der Unterschied zwischen Hart- und Weichprinten liegt nicht in der Rezeptur, sondern in der Lagerung. Frisch gebacken sind Printen knusprig und hart. Weich werden sie erst durch Lagerung in feuchter Umgebung oder in einer Dose mit einem Stück Apfel. In Aachen sind die Printen genauso berühmt wie Champagner aus der Champagne oder Allgäuer Bergkäse aus dem Oberallgäu.
Das besondere Gewürzaroma
Die Basis der Aachener Printen wird mit einer speziellen Gewürzmischung verfeinert. Diese besteht aus Zimt, Anis, Nelken, Kardamom, Koriander und Muskat - manchmal ergänzt durch Orangeat, das den typischen Lebkuchengeschmack gibt. Damit man nicht auf einem Stück klebriger Gummi-Orange herumbeißt, solltest du es sehr fein hacken oder in den Häcksler geben.
Für das typische Lockerungsprofil verwendet man Pottasche statt Backpulver. Beim Backen sorgen Kohlenstoffdioxid und Kalilauge für die Lockerung des Teigs und den markanten Lebkuchengeschmack. Damit sich die Pottasche gleichmäßig verteilt, wird sie vorab in etwas Wasser gelöst.
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Perfektes Lagergebäck: Printenteig und Vorbereitung
Der Printenteig ist ein sogenannter Lagerteig und kann Tage oder Wochen im Voraus zubereitet werden. Dies verbessert nicht nur den Geschmack, sondern ist zudem sehr praktisch für die Adventsbäckerei. Nach der Herstellung sollte der Teig mindestens eine Nacht im Kühlschrank verbringen, idealerweise sogar zwei Wochen im kühlen Keller.
Bevor der Teig weiterverarbeitet wird, muss er etwa 20 bis 30 Minuten Raumtemperatur annehmen, damit er sich leichter ausrollen lässt. Die Printen werden auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 5 bis 8 mm dick ausgerollt und anschließend in Rechtecke (klassisch ca. 7 x 4 cm) geschnitten.
Schokoladenüberzug: Die Königsdisziplin
Nachdem die Printen gebacken und vollständig abgekühlt sind, werden sie mit einer zartbitteren Schokoladenglasur überzogen. Je nach Vorliebe kann die Ganache fester oder weicher sein - einfach mehr Sahne zur Schokolade geben. Die Printen schmecken besonders gut, wenn sie mit Schokoladenglasur für mindestens zwei bis drei Tage durchziehen dürfen.
Für eine leckere Schokoladenglasur werden 300 g Schokolade und 200 g Sahne miteinander verschmolzen. Wer mag, gibt Mandelsplitter in die Schokolade und verrührt sie gut. Für die Zubereitung kannst du die Schokolade grob zerkleinern, mit etwas Speiseöl im Wasserbad bei schwacher Hitze schmelzen und anschließend auf die Printen streichen.
Rezept: Aachener Printen mit Schokolade
| Zutaten für ca. 45 Aachener Printen | Menge |
|---|---|
| Dunkler Rübensirup | 375 g |
| Mehl | 500 g |
| Farinzucker oder Zucker | 85-125 g |
| Krümelkandis | 50-125 g |
| Kakaopulver | nach Geschmack |
| Orangeat | 30 g, fein gehackt |
| Pottasche | 5 g |
| Natron | 5 g |
| Printengewürz (Zimt, Anis, Koriander, Nelken, Kardamom, Muskat) | je ½ TL |
| Schokoladenglasur (Kuvertüre, 70% Kakao) | 600 g |
| Sahne | 200 g |
| Mandeln oder Haselnüsse (optional für den Belag) | 100-200 g |
Zubereitung Schritt für Schritt
- Dunklen Rübensirup mit etwas Wasser in einem Topf erwärmen, bis er dünnflüssiger wird. Zucker und Kakaopulver sowie die feinen Printengewürze vermengen, Natron hinzugeben. Orangeat sehr fein hacken. Pottasche in Wasser auflösen.
- Orangeat in den warmen Sirup geben und unterrühren. Pottasche und Krümelkandis zügig unter den Sirup geben - die Mischung wird ihr Volumen stark vergrößern.
- Sirup-Mix zu den trockenen Zutaten geben, alles zuerst mit zwei Kochlöffeln, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Nacht im Kühlschrank ruhen lassen - besser länger.
- Backofen auf 170-180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen. Teig auf 5-8 mm Stärke ausrollen und Rechtecke (7x4 cm) schneiden. Optional: Haselnüsse oder Mandeln auflegen und leicht andrücken.
- Printen auf die Bleche legen und mit Abstand backen. Backzeit: 10-20 Minuten, je nach Printen-Größe. Nach dem Backen vollständig auskühlen lassen.
- Schokolade mit Sahne im Wasserbad verschmelzen und über die Printen streichen. Wer mag, gibt Mandelsplitter oder Haselnüsse dazu.
- Printen mindestens zwei bis drei Tage ruhen lassen - dann entfalten sie ihr volles Aroma.
Kleine Tipps aus der Printenbäckerei
- Teig lässt sich am besten auf einer Silikonmatte ausrollen.
- Wenn du Printen weich genießen möchtest, bewahre sie in einer Dose mit einem Stück Apfel auf.
- Mit einer Schokoladenglasur und einer Ruhezeit von zwei bis drei Tagen entfalten die Printen ihr volles Aroma.
- Für vegane Printen einfach Butter, Ei und Milch weglassen - der authentische Printenteig kommt ohnehin ohne aus.
- Für besonders schöne Printen Formen kannst du spezielle Printenformen oder ein Messer nutzen.
Varianten: Nussprinten und Mandelprinten
Aachener Printen können auch mit Mandeln oder Haselnüssen verfeinert werden. Haselnussprinten gelingen besonders gut, wenn Haselnüsse vor dem Backen enthäutet und halbiert werden. Für Mandelprinten verwendest du ganze Mandeln, die ebenfalls leicht in den Teig gedrückt werden. Auch Printen nach norddeutscher Art sind lecker - sie kommen ohne Orangeat und Lebkuchengewürz aus, bieten dafür einen puristischeren Geschmack.
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Nussprinten Rezept (ca. 40 Stück):
- Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen
- 125 g Zuckerrübensirup, 50 g Zucker, 50 g Butter oder Margarine, 2 EL Milch oder Wasser, 50 g Kandis
- Gewürze: Zitrone, Anis, Nelken, Zimt
- Mehl mit Backpulver mischen, unterkneten, Teig 30 Minuten kaltstellen
- Teig etwa 0,5 cm dick ausrollen und Rechtecke schneiden, Haselnüsse auflegen
- 10 Minuten backen, danach mit Schokolade und Öl überziehen
Printen aufbewahren und lagern
Printenteig kann Tage oder Wochen vorher vorbereitet werden. Fertig gebackene Printen halten sich gut im Kühlschrank oder in einer luftdichten Dose und schmecken nach einigen Tagen noch besser. Wenn du Printen weich genießen möchtest, lege ein Stück Apfel mit in die Dose.
Nach 2 Wochen sind in der Regel noch einige Printen übrig - sie bleiben lange frisch und begeistern immer noch durch ihren authentischen Geschmack und die feine Schokoladenglasur.
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