Zörbiger Marmelade Werksverkauf: Alles Wissenswerte zur Traditionsmarke und zum aktuellen Verkaufsstatus
Seit über 140 Jahren werden in Zörbig Fruchtaufstriche nach traditionellen Rezepten hergestellt. Das Unternehmen floriert im Wandel der Zeit und bietet Produkte wie Marmeladen, Pflaumenmus und Sirups an. Die Geschichte der Zörbiger Konfitüren ist eng mit Innovation, Tradition und einer einzigartigen Verbindung von Handwerk und industrieller Produktion verbunden.
Geschichte der Zörbiger Saftfabrik
Im sachsen-anhaltinischen Zörbig in der Bitterfelder Straße errichten die Gebr. Kunze & Comp. die Zörbiger Saftfabrik. Wilhelm Strohe beteiligt sich an der Saftfabrik und übernimmt sie 1911 ganz. Er verkauft seine Produkte unter dem Namen „Rübenspeisesaft & feinster aromat.“ Im Laufe der Jahre wurde eine neue Dampfkesselanlage errichtet. Dazu kommen eine Hängebahn und ein Bretterschuppen zur Unterbringung von Saftfässern.
Dem Unternehmen geht es sehr gut: Für den Antransport von Rohstoffen stellt Zörbiger einen Antrag auf einen normalspurigen Gleisanschluss. Bau eines Elevatorturmes über dem Rübenhaus und Errichtung einer Kläranlage folgten. Da sich der Betrieb in Händen ausländischer Aktionäre befindet, kann er nach dem Zweiten Weltkrieg nicht enteignet werden.
Zörbiger wird zum einzigen Rübensirup-Hersteller der DDR. Steigerung der Produktion auf 2500t Zuckerrübensirup war möglich. Jährlich werden verkauft: 4.750t Marmelade und Konfitüre sowie 350t Rübensaft und Speisemischsirup.
Produkte und Herstellung
Zum weiteren Angebot gehören Marmeladen, Pflaumenmus und Fruchtsirups. Das Obst erhält Zörbiger von regionalen Bauernhöfen oder aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Der Betrieb hat 178 Beschäftigte, die in drei Schichten arbeiten. Kurz vor der Wende beträgt die jährliche Produktionskapazität noch 5000t Marmelade, 3200t Sirup, 850t Tomatenmark und 1400t resultieren aus der Obstverarbeitung.
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Aus technischen Gründen wird 1981 die Rübensaftproduktion in Zörbig vorübergehend eingestellt. Umstellung des Glassortiments auf neue Etiketten erfolgte.
Von der Wiedervereinigung bis zur Gegenwart
Nach der Wende gründet sich die „Zörbiger Konfitüren GmbH“ aus drei Gesellschaftern. Bezug eines neuen Fabrik-Gebäudes in der Thura Mark 14 in Zörbig. Die Produktion wird weiter ausgebaut.
Der italienische Familienbetrieb ZUEGG AG (seit 1890), spezialisiert auf die Verarbeitung von Früchten zu Marmeladen und Säften, findet in Original Zörbiger ein Unternehmen mit vergleichbarer Historie und Liebe zum Handwerk. Nach dem Zusammenschluss der beiden Traditionshäuser werden Konfitüren und die Zörbiger „Über-Rübe“ unter den Marken „ZUEGG“ und „Original Zörbiger“ hergestellt.
| Produktionskapazität (Jährlich, vor der Wende) | Beschäftigte | Heutige Mitarbeiter |
|---|---|---|
| 5000 t Marmelade | 178 (drei Schichten) | 62 (39 in Produktion) |
| 3200 t Sirup | ||
| 850 t Tomatenmark | ||
| 1400 t Obstverarbeitung |
Übernahme durch Zuegg und Internationalisierung
Italienischer Konzern hat Traditionsunternehmen im Jahr 2002 übernommen. Seitdem produzieren die Mitarbeiter im Werk für den internationalen Markt. Doch die „Original Zörbiger“ ist auch in ihrer direkten Umgebung ein Verkaufsschlager. Nach dem Zusammenschluss werden Konfitüren und Rübensirup unter den Marken „ZUEGG“ und „Original Zörbiger“ hergestellt. Das Unternehmen beschäftigt 62 Mitarbeiter am Standort Zörbig, davon arbeiten 39 Mitarbeiter in der Produktion.
Das neue Gläsersetikett und die EU-Verordnung
Und bekommt einen neuen Auftritt im Marmeladen-Regal: Die Gläser der Fruchtaufstriche haben ein neues Design bekommen. Das hat teilweise etwas mit Kundenmeldungen zu tun, aber auch mit der Europäischen Union. Wie Martin Doppler, Zuegg Vertriebsleiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz, erklärte, gibt es seit dem 1. April eine neue Verordnung der EU. Laut dieser muss auf Lebensmitteln klar ersichtlich sein, wo der Herkunftsort der primären Zutat liegt. „Das Etikett soll nicht den Eindruck erwecken, das Lebensmittel komme aus einem anderen Ursprungsland oder Herkunftsort“, so Doppler. Das war schon einmal ein Grund, um das Etikett zu verarbeiten.
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Außerdem gab es Rückmeldung von Kunden, dass auf den im letzten Jahr neu designten Gläsern die Sorte des Fruchtaufstrichs nicht gut zu erkennen sei. Das zog der Hersteller in Betracht, heraus gekommen ist ein Etikett, auf dem wieder das „Original Zörbiger“-Logo zu sehen ist. Auch die Sorte ist nun gut zu erkennen. Der schwarze Deckel wurde beibehalten. Im neuen Design wurden erstmals Ende Juni und Anfang Juli die Fruchtaufstriche in Zörbig produziert. Erst im vergangenen Jahr hatte Zuegg 100.000 Euro in die Produkterneuerung investiert.
Werksverkauf: Status und Hintergrund
Zörbig - Die echte Zörbiger Marmelade ist nicht nur in ihrem Heimatort beliebt. Doch Freunde des Fruchtaufstrichs müssen auch weiterhin darauf verzichten, den Werksverkauf aufzusuchen. „Das wurde vom Mutterkonzern so bestimmt“, erklärte Werksleiter Christoph Begenau auf Nachfrage der MZ. Alle Risiken für die Mitarbeiter sollen minimiert werden - schließlich ist die Zörbiger Fabrik die einzige europaweite Produktionsstätte für alle Aufstriche der Mutterfirma Zuegg. „Die Zahlen in Sachsen-Anhalt wären nicht beunruhigend für den Werksverkauf. Wir sind vorsichtig.“
Der Werksverkauf bleibt also bis auf Weiteres ausgesetzt, zum Schutz der Beschäftigten und dem reibungslosen Produktionsablauf für den internationalen Markt. Doch im Handel und in der Umgebung bleibt „Original Zörbiger“ ein Verkaufsschlager.
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