Zahnpasta ohne Zucker: Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung für die Mundgesundheit
Zahnpasta ist ein unverzichtbares Instrument für unsere tägliche Mundhygiene. Wir alle wissen, dass das Zähneputzen zweimal täglich eine wichtige Gewohnheit ist, um unsere Zähne sauber und gesund zu halten. Doch neben der richtigen Putztechnik und der Wahl einer geeigneten Zahnbürste ist auch die Auswahl der richtigen Zahnpasta von großer Bedeutung. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe der vielen verschiedenen Zahnpasten ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass wir eine Zahnpasta verwenden, die unsere Bedürfnisse erfüllt und unserer Gesundheit nicht schadet.
Grundfunktionen einer Zahnpasta
Abrasiva (Schleifkörper) sind unabdingbar für eine gute Putzwirkung. Ein leichter Abrieb durch die Putzkörperchen entfernt Plaque und poliert die Zahnoberfläche. Schaumbildner sorgen dafür, wie es ihr Name schon vermuten lässt, dass die Zahnpasta im Mund schäumt, der Zahnbelag gelockert wird und damit ein höherer Reinigungseffekt eintritt. Süßstoffe binden an Geschmacksrezeptoren auf unserer Zunge und erzeugen die Wahrnehmung „süß“.
Fluorid: bewährter Kariesschutz
Ein Inhaltsstoff, der in Zahnpasta von großer Bedeutung ist, ist Fluorid - ein Mineral, das eine entscheidende Rolle beim Schutz Ihrer Zähne spielt, so Ihr Zahnarzt Dr. Yves Anke. Fluorid stärkt den Zahnschmelz, macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe und hilft, Karies vorzubeugen. Die karieshemmende Wirkung von Fluorid ist in zahlreichen Studien bewiesen. Zahnpasten mit 1.500 ppm, die zwei Mal täglich angewendet werden, hemmen das Kariesrisiko um 40 Prozent, und sind absolut sicher. „Über 300 internationale klinische Studien belegen allein die karies- und erosionspräventive Wirksamkeit von Fluorid-Zahnpasten. Für Hydroxylapatit konnte beides bisher nicht in vergleichbarem Maße belegt werden.
Die Dosis macht's: Wie viel Fluorid soll es sein? Seit 2018 gilt: Kinder ab dem ersten Zahn bis zu ihrem zweiten Geburtstag sollten die Zähne täglich zweimal geputzt bekommen - mit einer erbsengroßen Portion Zahnpasta. Dabei sollte die Zahnpasta 500 ppm (parts per million) Fluorid enthalten. Alternativ möglich ist auch das Putzen mit einer reiskorngroßen Portion Creme mit 1.000 ppm Fluorid. Ab dem 2. bis zum sechsten Geburtstag kann die Fluorid-Dosis dann gesteigert werden: 1.000 ppm Fluorid in einer erbsengroßen Portion sind dann möglich. Wenn die bleibenden Zähne da sind, dürfen Zahncremes mit 1.500 ppm Fluorid ran - beispielsweise zu finden in Junior- oder Erwachsenenzahnpasten.
Ist Fluorid giftig? In den normalerwiese verschluckten Mengen nicht, das Kind müsste extrem viel Zahncreme verschlucken, damit es giftig wirkt. Nichtsdestotrotz sollte Zahnpasta immer ausgespuckt und nicht herunter geschluckt werden, da ansonsten das Fluorose-Risiko erhöht wird. Fluorid in Kinderzahnpaste ist deshalb wichtig, weil so der Entstehung von Karies entgegen gewirkt werden kann. Wird allerdings zu viel Fluoridhaltiges im Kindesalter konsumiert, kann das zu einer Fluorose führen, die die Zähne angreift und als weiße Flecken auf den Zähnen in Erscheinung tritt.
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Alternativen zu Fluorid
Hydroxylapatit ist ein Mineral, das auch in unseren Zähnen vorkommt. Daher wird es gelegentlich in der Werbung als „flüssiger Zahnschmelz“ bezeichnet. Es soll bei der Remineralisierung unterstützen und wird von einigen Zahnpastaherstellern als Alternative zu Fluoriden angepriesen. Ob das zur Vorbeugung von Karies geeignet ist, ist noch unklar, da wenige Studien dazu vorliegen.
Wichtige Zusatzstoffe und ihre Wirkung
Abrasiva und RDA-Wert
Ein wichtiger Aspekt ist die Menge und Art der enthaltenen Schleifkörper. Schleifkörper wie Kreide oder Kieselsäure sind notwendig, um Ablagerungen gründlich zu entfernen. Allerdings ist es wichtig, dass der Einsatz von Schleifkörpern in der Zahnpasta begrenzt wird. Ein übermäßiger Anteil kann den Zahnschmelz angreifen und die natürliche Schutzschicht der Zähne beeinträchtigen. Um den richtigen Grad der Abrasion zu bestimmen, gibt es den sogenannten Relativ Dentin Abrasion (RDA)-Wert. Je höher dieser Wert ist, desto stärker ist der Abrieb und desto eher kann die Zahnpasta den Zahnschmelz schädigen. Ihr Zahnarzt Dr. Yves Anke empfiehlt Ihnen, eine Zahnpasta mit einem RDA-Wert zwischen 35 und 80 zu wählen. Wer Putzschäden oder empfindliche Zahnhälse hat, sollte auf einen RDA-Wert unter 70 achten. Zahnpasten mit einem Wert über 150 sind stark abrasiv und können Aluminiumoxid oder -hydroxid enthalten.
Schaumbildner: SLS
Ein weiterer Inhaltsstoff, den viele Sorten Zahnpasta enthalten, ist Natriumlaurylsulfat (SLS). SLS ist ein Reinigungsmittel, das für die Schaumbildung verantwortlich ist. Es trägt zur Entfernung von Plaque und Bakterien bei. Allerdings kann SLS bei manchen Menschen zu Reizungen der Mundschleimhaut führen. Es wirkt antibakteriell, steht jedoch im Verdacht, allergieauslösend und hautreizend zu sein. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Natriumlaurylsulfat die Entstehung von Geschwüren (Ulzerationen) im Mundraum begünstigt, indem es zur Austrocknung der Mundschleimhaut führt und damit das Ablösen von Epithelzellen begünstigt. Wenn Sie empfindliche Mundschleimhaut haben, sollten Sie auf Zahnpasta ohne SLS zurückgreifen, um mögliche Reizungen zu vermeiden.
Antimikrobielle und konservierende Stoffe
Triclosan - Triclosan ist ein antimikrobieller Inhaltsstoff, der in einigen Zahnpastasorten enthalten sein kann. Sorge hinsichtlich der Auswirkungen von Triclosan auf die Gesundheit und die Umwelt wird von einigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgedrückt. Studien weisen darauf hin, dass Triclosan das Hormonsystem stören könnte und so z. B. weiterhin fördert Triclosan die Entstehung multiresistenter Bakterien gegen die immer weniger antibiotische Wirkstoffe wirksam sind. In den USA wurde die Verwendung von Triclosan in Seifen und Körperwaschmitteln 2016 verboten. Der Einsatz in Zahncreme und anderen kosmetischen Produkten ist aber weiterhin erlaubt. In der EU ist der Einsatz von Triclosan in Zahncreme nach wie vor bis zu einer Höchstmenge von 0,3 % erlaubt, in Mundwässern wurde der Gehalt auf 0,2 % beschränkt. Wir haben bei unserer Recherche keine Zahnpasta gefunden, die diesen Inhaltsstoff aktuell noch enthält.
Parabene werden als Konservierungsmittel in vielen Kosmetikprodukten, einschließlich Zahnpasta, verwendet. In Fachkreisen gibt es jedoch Bedenken, dass Parabene hormonelle Störungen verursachen können. Parabene können viele Bezeichnungen tragen; im günstigsten Fall enthalten die Bezeichnungen die Endung „-paraben“ so wie z. B. Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben oder Benzylparaben.
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PEG (Polyethylenglykol) ist ein Inhaltsstoff, der in einigen Zahnpasten als Emulgator oder Feuchtigkeitsspender verwendet wird. Es gibt Bedenken, dass PEG die Haut durchlässiger machen kann, was zu einem erhöhten Risiko der Aufnahme von potenziell schädlichen Substanzen führen könnte.
Mikroplastik und Farbstoffe
Kunststoffpartikel (Microplastics) - Einige Zahnpasten enthalten winzige Kunststoffpartikel, die als Mikroplastik bezeichnet werden. Diese Partikel gelangen in die Umwelt und können langfristige Auswirkungen auf die Ökosysteme haben. Titandioxid (E171) ist eine anorganische chemische Verbindung, die als Farbstoff zugesetzt wird, um die Zahncreme strahlend weiß zu machen. In Tierstudien konnte außerdem eine neurotoxische Wirkung von Titandioxid-Nanopartikeln gezeigt werden sowie eine Verstärkung des oxidativen Stresses im Körper.
Nützliche und natürliche Zusatzstoffe
Ein Inhaltsstoff, der erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist Xylitol. Xylitol ist ein natürlicher Süßstoff, der aus Pflanzen gewonnen wird und positiv auf die Zahngesundheit einwirkt. Dieser Inhaltsstoff hemmt das Wachstum von Kariesbakterien, reduziert die Säurebildung im Mund und fördert die Remineralisierung des Zahnschmelzes. Zuckeraustauschstoffe sollen sich sogar günstig auf die Mundgesundheit auswirken und die Vermehrung von Karies bildenden Bakterien reduzieren.
Zink wird vor allem wegen der antibakteriellen Wirkung geschätzt. Dadurch wirkt es gut gegen Plaque und kann so auch Gingivitis, Zahnstein und Mundgeruch vorbeugen. Pflanzenextrakte wie grüner Tee-Extrakt, Aloe Vera, Propolis, Theobromin oder Coenzyme Q10 werden in natürlichen Formulierungen eingesetzt und können entzündungshemmende oder antimikrobielle Effekte haben. Tea tree leaf extract enthält natürlich vorkommende chemische Verbindungen, die antiseptische Attribute haben. Magnolienrindenextrakt (magnolia bark extract) wird ebenfalls genannt und soll helfen, orale Bakterien zu reduzieren und Mundgeruch zu bekämpfen.
Risiken für das orale Mikrobiom und systemische Aufnahme
Wie im Darm oder auf der Haut, so gibt es auch im Mund eine Mikroflora, also ein natürliches Gleichgewicht aus verschiedenen Bakterienarten und weiteren Mikroorganismen. Das orale Mikrobiom ist dabei nicht nur wichtig für die Gesundheit des Mundraums, sondern spielt für die Gesundheit des gesamten Körpers eine zentrale Rolle. In Bezug auf die Mundgesundheit führt eine Störung des oralen Mikrobioms dazu, dass z. B. unterschiedlichste negative Effekte eintreten können. Sie fragen sich vielleicht, warum es überhaupt so wichtig ist auf die Inhaltsstoffe in der Zahncreme zu achten. Im Weiteren wird sicherlich auch ein geringer Anteil heruntergeschluckt und somit über die Darmschleimhaut aufgenommen. Die Mundschleimhaut ist in der Lage die unterschiedlichsten Substanzen zu absorbieren. Aus diesem Grund wird die Mundschleimhaut auch immer häufiger als Absorptionsroute für Arzneimittel gewählt. Die Absorption über die Mundschleimhaut ist ein sehr direkter Weg der Aufnahme. Die absorbierten Wirkstoffe oder Schadstoffe gelangen sofort in den Blutkreislauf und den gesamten Körper, ohne eine vorige Passage der Leber.
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Kinderzahnpasta: spezielle Anforderungen
Fluorid in Kinderzahnpasta: Die Menge machts. Öko-Test empfiehlt, dass Kinderzahnpasta in geringen Mengen Fluorid enthalten sollte - die Aufnahme von zu viel Fluorid sollte aber unbedingt vermieden werden. Bei Kinderzahnpasten wurden 2018 sogar die Fluoridempfehlungen erhöht. Öko-Test bemängelt, dass nicht alle fluoridfreien Zahnpastatuben mit einem Hinweis versehen sind, dass sie kein Fluorid enthalten und dass deshalb eine zusätzliche Fluorid-Gabe nötig ist, um das Kind ausreichend damit zu versorgen - das ist bei sechs von elf fluoridfreien Zahncremes der Fall.
Mangelnde Kennzeichnung bei fluoridhaltigen Zahnpasten: Die Tester bemängeln jedoch nicht nur die fluoridfreien Zahncremes aufgrund einer mangelhaften Kennzeichnung, sondern auch die fluoridhaltigen. Diese sollten unbedingt den Hinweis enthalten, dass ein Arzt zu Rate gezogen werden sollte, wenn das Kind zusätzliche Fluoridquellen hat. Denn sonst kann eine Fluorose auftreten. Ein Dorn im Auge ist den Testern auch, dass sieben der getesteten fluoridhaltigen Zahncremes für Kinder keine oder nur schwammige Angaben zur Dosierung machen. Hinzu kommen acht Zahncremes die dazu zwar Angaben machen, diese gelten jedoch als veraltet, da Kindern heutzutage eine höhere Dosis Fluorid empfohlen wird, um Karies besser entgegenzuwirken.
Natürliche Zahnpasta und Marktbeispiele
Naturkosmetik verzichtet i. d. R. auf die in diesem Artikel genannten bedenklichen Inhaltsstoffe, mit Ausnahme von Fluoriden. Studien, die natürliche Zahncremes mit konventionellen vergleichen, zeigen eine vergleichbare (oder sogar bessere) Wirksamkeit der natürlichen Zahncremes ohne die möglichen Schadwirkungen der konventionellen Produkte. Egal ob mit oder ohne Fluorid - natürliche Zahnpasta sorgt nicht nur für ein gutes Mundgefühl, sondern auch für ein gutes Gewissen. Gerade hier setzen immer mehr Hersteller auf schonende Inhaltsstoffe und achten darauf, dass kein Mikroplastik enthalten ist.
Viele Marken bieten heute natürliche Alternativen an, etwa Weleda, Cattier, Lavera, Ben&Anna, Logodent, Dr. Bronner’s, Apeiron, Denttabs, Eco Cosmetics, Georganics, Niyok, Sante, Fair Squared, The Humble und weitere. Einige dieser Produkte sind fluoridfrei, andere bieten beide Varianten an. Natürliche Zahncreme ist eine Art von Zahnpasta, die aus rein natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt wird. Sie enthält typischerweise keine künstlichen Farbstoffe, Süßstoffe, Aromen oder Konservierungsstoffe. Die Wirksamkeit der natürlichen Zahnpasta hängt von den spezifischen Inhaltsstoffen ab.
Welche Inhaltsstoffe sollte man vermeiden?
- Triclosan - wegen möglicher hormoneller Störungen und Förderung multiresistenter Bakterien.
- Parabene - mögliche endokrine Wirkungen.
- Mikroplastik - Umweltrisiken durch kleinste Kunststoffpartikel.
- Hoch abrasive Schleifkörper (hoher RDA-Wert) - Risiko für Schmelzverlust.
- Unnötige oder problematische Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin oder Sucralose bei übermäßiger Aufnahme.
- PEGs und bestimmte Lösungsvermittler, wenn Bedenken hinsichtlich erhöhter Permeabilität bestehen.
Praktische Tipps zur Auswahl einer Zahnpasta ohne Zucker
- Lesen Sie die Inhaltsstoffliste: Achten Sie auf Fluoridgehalt, RDA-Wert (sofern verfügbar) und das Vorhandensein von SLS, Parabenen, Mikroplastik oder Triclosan.
- Für Kinder: Beachten Sie die empfohlene Fluoridmenge und die Dosierungsangaben (reiskorngroß vs. erbsengroß).
- Bei empfindlicher Mundschleimhaut: Wählen Sie Produkte ohne SLS und mit niedrigem RDA-Wert.
- Wer Umweltaspekte berücksichtigt: Vermeiden Sie Mikroplastik und bevorzugen Sie nachhaltige Verpackungen.
- Bei Wunsch nach natürlicher Alternative: Achten Sie auf nachgewiesene Inhaltsstoffe wie Xylitol, Zink oder zertifizierte Naturkosmetik.
Kurzer Vergleich: konventionelle vs. natürliche Zahnpasta (Beispieldaten)
| Aspekt | Konventionelle Zahnpasta | Natürliche Zahnpasta |
|---|---|---|
| Fluorid | Oft vorhanden (500-1500 ppm) | Manche enthalten Fluorid, andere nicht |
| Schaumbildner | Häufig SLS | Alternative Tenside oder ohne |
| Konservierungsstoffe | Parabene, PEG möglich | Natürliche Konservierung, meist ohne Parabene |
| Mikroplastik | Gelegentlich | In der Regel frei davon |
| Abrasivität | Variabel, teilweise hoch | Meist moderat, aber abhängig von Inhaltsstoffen |
Was bleibt zu beachten?
Bei der Auswahl einer Zahnpasta ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben zu berücksichtigen. Ob Sie eine Zahnpasta mit speziellen Zusatzfunktionen wie Aufhellung, Zahnfleischpflege oder Sensitivitätsschutz wünschen, ist eine persönliche Entscheidung. Die richtige Zahnpasta ist von großer Bedeutung für unsere Mundgesundheit. Durch eine sorgfältige Prüfung der Inhaltsstoffe können Sie sicherstellen, dass Sie eine Zahnpasta wählen, die Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht und gleichzeitig sicher und effektiv ist. Bei Fragen bezüglich der Wahl einer geeigneten Zahnpasta oder sonstigen Anliegen wenden Sie sich gern an Ihren Zahnarzt.
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