Zahncreme ohne Zucker: Inhaltsstoffe und Vorteile

Zahncreme erfüllt eigentlich 3 Grundfunktionen: Plaqueentfernung, Remineralisierung des Zahnschmelzes sowie das Verleihen eines Frischegefühls. Wer macht sich schon Gedanken darüber, was in seiner Zahnpasta alles so drin steckt. Natürliche Zahnpasta ist eine Art von Zahnpasta, die aus rein natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt wird. Sie enthält typischerweise keine künstlichen Farbstoffe, Süßstoffe, Aromen oder Konservierungsstoffe.

Warum „ohne Zucker“ wichtig ist

Häufig bekommen Kinderzahncremes ihren süßen Geschmack durch zugesetzten Zucker. Aber das ist hier nicht der Fall, denn Jack N´Jill verzichtet komplett auf Zucker, Fluorid und Gluten. Zucker im Mund fördert das Wachstum kariesverursachender Bakterien und begünstigt so Demineralisation des Zahnschmelzes. Die Verwendung zuckerfreier Zahncremes verhindert zusätzlich, dass beim Verschlucken oder durch Restbeläge unnötig Nährstoffe für schädliche Mikroorganismen bereitgestellt werden.

Typische Inhaltsstoffe in zuckerfreien und natürlichen Zahncremes

Viele Naturkosmetik-Hersteller setzen auf alternative, schonende und biologisch abbaubare Inhaltsstoffe. Natürliche mineralische Putzkörper aus Kieselsäure oder Natriumbicarbonat entfernen schonend Zahnbeläge - der Hauptursache für Karies und Zahnfleischprobleme - und sorgen damit für gesunde Zähne. Mineralische Putzkörper aus Calciumcarbonat (Kreide) reduzieren die Bildung von Zahnstein und Plaque. Als Putzkörper wird Zellulose (Holz) eingesetzt. Denttabs sind mit und ohne Fluorid erhältlich und BDIH zertifiziert.

  • Kieselsäure und Kaolin: sanfte, mineralische Putzkörper, die Plaque schonend lösen.
  • Calciumcarbonat (Kreide) / Natriumcarbonat (Salz): klassische natürliche Schleifmittel.
  • Natriumbicarbonat (Backpulver): unterstützt Reinigung und Neutralisation von Säuren.
  • Zellulose (Putzkörper in Tabs): mechanische Reinigung ohne Mikroplastik.
  • Xylitol: natürlicher Süßstoff mit karieshemmenden Eigenschaften.
  • Pflanzliche Extrakte (z. B. Echinacea, Grüntee, Salbei, Kamille): wirken antibakteriell bzw. entzündungshemmend.
  • Ätherische Öle (z. B. Pfefferminze): sorgen für Frische und teilweise antimikrobielle Effekte.

Inhaltsstoffe, die man meiden sollte

Es finden sich jedoch eine Menge Hilfsstoffe wie chemische Feucht-, Binde- und Konservierungsmittel in den Zahncremes, die lediglich dazu dienen, dass das Zahnputzmittel zur Zahncreme oder -gel wird, ohne eine Wirkung für die Zähne zu erzielen. Weitere potentiell gefährliche Inhaltsstoffe sind PEGs (Emulgatoren), Aluminium und Mikroplastik, das vor allem die Gewässer belastet. Triclosan: Ein antibakterieller Wirkstoff, der hormonähnliche Effekte haben kann. Natriumlaurylsulfat: Dieser Inhaltsstoff ist ein anionisches Tensid, das häufig in Zahnpasta, Lotionen oder Reinigungsmittel enthalten ist. Das Problem an Natriumlaurylsulfat ist, dass es die Schleimhäute reizen, und somit zu Entzündungen oder einem unangenehmen Gefühl in der Mundregion führen kann. Polyethylenglykole (PEG) ... soll die Haut und die Mundschleimhaut durchlässiger und somit transparenter für Keime und Bakterien machen.

Fluorid oder fluoridfrei? Vor- und Nachteile

Ist Fluorid nun schädlich oder in geringem Maße sogar fördernd? Denn eigentlich ist der Stoff ja in der Zahnpasta enthalten, weil er Karies vorbeugen und den Zahnschmelz widerstandsfähiger machen soll. Fluorid kann dazu beitragen, dass wichtige Mineralien wie Kalziumphosphate schneller wieder in den Zahnschmelz eingebaut werden. Das ist besonders nützlich, wenn Zucker oder Säuren den Zahnschmelz angreifen und Mineralien herauslösen - ein Vorgang, der als Demineralisation bekannt ist. Es bildet auch eine Schutzschicht um die Zähne. Fluorid hat auch eine antibakterielle Wirkung. Es kann in Bakterien eindringen, die sich im Mund befinden, und stört deren Fähigkeit, Säuren zu produzieren, die sonst den Zahnschmelz schwächen und zu Karies führen würden.

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Die Dosis macht's: Wie viel Fluorid soll es sein? Seit 2018 gilt: Kinder ab dem ersten Zahn bis zu ihrem zweiten Geburtstag sollten die Zähne täglich zweimal geputzt bekommen - mit einer erbsengroßen Portion Zahnpasta. Dabei sollte die Zahnpasta 500 ppm Fluorid enthalten. Ab dem 2. bis zum sechsten Geburtstag kann die Fluorid-Dosis dann gesteigert werden: 1.000 ppm Fluorid in einer erbsengroßen Portion sind dann möglich. Wenn die bleibenden Zähne da sind, dürfen Zahncremes mit 1.500 ppm Fluorid ran.

Fluorid kann in extremen Überdosen für den menschlichen Organismus schädlich sein - so wie andere chemische Stoffe auch! Es ist unbestritten, dass Fluoride in extremen Überdosen für den menschlichen Organismus schädlich sind. Allerdings ist der Fluoridgehalt in Zahncremes gesetzlich geregelt, es ist also kaum möglich, die toxische Grenze rein über die Verwendung von Zahnpasta zu erreichen. Trotzdem sollte Zahnpasta immer ausgespuckt und nicht heruntergeschluckt werden, da ansonsten das Fluorose-Risiko erhöht wird.

Alternativen zu Fluorid

Fluorid-Ersatz: Was ist Hydroxylapatit? Hierbei handelt es sich um einen Stoff, der geschädigte Zähne reparieren soll. Dieser fand sich in einer der getesteten Zahncremes. Ob das zur Vorbeugung von Karies geeignet ist, ist noch unklar, da wenige Studien dazu vorliegen. Aus Sicht der Tester also fragwürdig. Natürliche Inhaltsstoffe wie Calcium stärken den Zahnschmelz auf natürliche Weise. Andere Pflanzenstoffe wie Meersalz und Sanddorn wirken antibakteriell und antiseptisch und schützen so Zähne und Zahnfleisch nachhaltig.

Infografik: Fluorid vs. Fluoridfrei - Wirkprinzip und Empfehlungen

Vorteile von zuckerfreien, natürlichen Zahncremes

  • Schonendere Putzkörper: Natürliche Putzkörper wie Kieselsäure, Kaolin oder Zellulose entfernen Zahnbelag schonend und sind oft weniger abrasiv als aggressive Schleifpartikel.
  • Weniger bedenkliche Chemikalien: Viele Naturkosmetik-Zahncremes verzichten auf SLS, Triclosan, PEGs, Mikroplastik, Parabene oder synthetische Farbstoffe.
  • Biologische Abbaubarkeit: Ja, alle unsere Zahncremes sind biologisch abbaubar. Unsere gesamte Zahncremerange ist (seit 2024) titandioxidfrei.
  • Geeignet für sensible Menschen: Fluoridfreie und tensidfreie Formulierungen sind oft homöopathie-geeignet und für empfindliche Schleimhäute empfehlenswert.
  • Vielfalt für Kinder: Spezielle Kinderprodukte ohne Zucker, ohne Fluorid oder mit angepasstem Fluoridgehalt reduzieren das Risiko von Fluorose bei falscher Anwendung.

Praxis: Worauf beim Kauf achten?

Bei Zahnpasta ist für viele allerdings das Ende der Naturkosmetik-Fahnenstange erreicht. Deshalb haben wir für euch eine Top 10 mit Naturkosmetik Zahnpasta zusammengestellt und verraten, warum gewisse Inhaltsstoffe in konventioneller Zahnpflege bedenklich sind. Auf alle diese Fragen findet ihr in diesem Artikel eine Antwort. Wer will sich schon die Zähne mit Mikroplastik oder aggressiven Putzkörpern wie Aluminiumoxid putzen? Klingt ekelig - und ist es auch. Vor allem, wenn es natürliche und schonendere Alternativen wie beispielsweise Kieselsäure gibt.

Worauf ihr beim Zahnpasta-Kauf achten solltet:

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  1. Keine oder geringe Mengen an SLS, Triclosan, PEGs, Mikroplastik und Aluminium.
  2. Bei Kindern: auf die richtige Fluoridmenge und Dosierungsangaben achten.
  3. Nachhaltigkeit: biologisch abbaubare Rezeptur und recyclebare Verpackung bevorzugen.
  4. Putzkörper wählen, die nicht zu abrasiv sind (RDA-Wert beachten; je höher, desto abtragender).
  5. Zutatenliste studieren: natürliche Antibakterielle Extrakte (z. B. Echinacea, Grüntee) und Xylitol sind positiv zu bewerten.

Der RDA-Wert - was ist das?

Was ist überhaupt der RDA-Wert? Der RDA-Wert ist ein Maß für die abschleifende Wirkung (Abrasivität) von Zahncremes durch die darin enthaltenen Putzkörper. Je höher der RDA-Wert bei Zahnpasten angegeben ist, umso abtragender und angreifender ist die Zahnpasta für den Zahnschmelz. Dafür ist aber nicht allein der RDA-Wert entscheidend. Denn wie abtragend eine Zahnpasta ist, hängt auch noch von anderen Faktoren ab: z. B. andere Inhaltsstoffen, die Zahnbürste, Putzdauer, Druck und individuelle anatomische Aspekte.

Schema: RDA-Wert und Einflussfaktoren (Bürstendruck, Dauer, Putzkörper)

Marken und Beispiele für zuckerfreie, natürliche Zahncremes

Der Markt hat in den letzten Jahre stark reagiert und eine Reihe von Zahnpasta Produkten auf den Markt gebracht, die auf kritische Inhaltsstoffe verzichten, die ein Gesundheitsrisiko für die Gesundheit und eine Belastung für die Umwelt darstellen. Hier eine Auswahl bekannter Marken und Eigenschaften:

Marke Besonderheit Fluorid
Lavera Kieselmineralien als Putzkörper, Bio-Extrak­te, naturnahe Rezepturen mit und ohne
Weleda frei von SLS, synthetischen Aroma-, Farb- und Konservierungsstoffen; oft ohne Fluorid meist ohne
Denttabs Zahnputztabletten mit Zellulose als Putzkörper, plastikfreie Option mit und ohne
Ben & Anna Plastikfreie Glastiegel, diverse Geschmacksrichtungen, ohne Mikroplastik meist ohne
Sante / Bioturm / Urtekram Pflanzliche Extrakte, schonende Putzkörper, zertifizierte Naturkosmetik mit und ohne

Tipps zur Anwendung

  • Mindestens zweimal täglich Zähneputzen: Morgens und abends verhindert Karies und Parodontose vor.
  • Bei Kindern auf richtige Portionsgröße achten (Erbse oder Reiskorn, je nach Alter und Fluoridgehalt).
  • Zahnpasta stets ausspucken und nicht schlucken, besonders bei fluoridhaltigen Produkten.
  • Bei Unsicherheit oder besonderen Bedürfnissen (z. B. empfindliche Zähne) auf speziell gekennzeichnete Sensitive-Formeln zurückgreifen.
Erklärvideo: Richtiges Zähneputzen und Auswahl der passenden Naturzahnpasta

Fazit und praktische Hinweise

Natürliche Zahnpasten ohne Zucker bieten zahlreiche Vorteile: Verzicht auf unnötige Süßstoffe und schädliche Chemikalien, oft bessere Umweltverträglichkeit sowie schonende Putzkörper. Gleichzeitig gilt: die Wirksamkeit hängt von den spezifischen Inhaltsstoffen ab. Einige natürliche Zahnpasten enthalten Fluorid, das nachweislich Karies vorbeugt. Andere setzen auf Xylitol, Hydroxylapatit oder pflanzliche Extrakte zur Kariesprävention. Wer auf Fluorid verzichten möchte, findet zahlreiche gut formulierte Alternativen, sollte aber die Fluoridversorgung - insbesondere bei Kindern - im Blick behalten.

Ja, es ist möglich, eigene natürliche Zahnpasta zu Hause zu machen. Eine einfache Rezeptur könnte Kokosöl, Backpulver und ätherische Öle wie Pfefferminzöl enthalten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass hausgemachte Zahnpasta möglicherweise nicht die gleiche Wirksamkeit bei der Kariesprävention hat wie kaufbare Zahnpasta, insbesondere wenn sie kein Fluorid enthält.

Übersichtsgrafik: Natürliche vs. konventionelle Zahncreme - Vor- und Nachteile

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