Honig richtig lagern: umfassende Tipps zur Aufbewahrung, Gefäße und Praxisfragen

Du hast dieses Jahr erstmals Honig geerntet oder planst die erste Ernte und fragst dich, wie du ihn am besten lagerst? Die richtige Lagerung bewahrt Aroma, Enzyme und wertvolle Inhaltsstoffe und verhindert Qualitätsverluste wie Gärung oder zu hohen HMF-Wert. Im Folgenden findest du möglichst viele praktische Hinweise, die dir bei Auswahl von Behältern, Lagertemperatur, Hygiene und der Frage „Große Hobbocks oder mehrere kleine Eimer?“ helfen.

Warum richtige Lagerung so wichtig ist

Um die hohe Qualität von naturbelassenem Honig möglichst lange zu bewahren, ist eine richtige Lagerung wichtig. Honig ist ein wertvolles Naturprodukt, das bei entsprechender Lagerung über Jahre hinweg ohne Qualitätseinbußen lagerfähig ist. Honig ist hygroskopisch, das heißt er zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Als Folge kann es zur Gärung kommen. Honig ist lichtempfindlich. Honig nimmt schnell fremde Gerüche und Geschmäcke an. Daher sollte Honig immer gut verschlossen werden, da er ansonsten mit dem Wasserdampf Gerüche annimmt.

Optimale Lagertemperatur und Umgebung

Die optimale Lagertemperatur liegt bei 10-15 °C. Bei einer Lagerung über 18 °C treten schon nach recht kurzer Zeit negative Veränderungen der Honigqualität auf. Eine Lagerung bei 15 °C ist für Imkereien und Großhandel anzuraten, da hier erst nach längerer Lagerzeit relevante Veränderungen eintreten. Bis zu diesem Grenzwert bleiben die wichtigsten Parameter für die Honigqualität weitgehend stabil. Liegt die Lagertemperatur für Honig nur um wenige Grad höher (mehr als 18 °C), setzen qualitätsmindernde Prozesse wesentlich schneller ein.

Die Studie des Instituts für Bienenkunde ergab, dass Honig idealerweise in fest verschlossenen Gläsern bei einer Temperatur von circa 4 °C gelagert werden sollte. Allerdings ist eine solche Lagerung im Kühlschrank oder Kühlhaus energieaufwändig und teuer. Eine Alternative wäre die Lagerung in einer Erdmiete zusammen mit Kartoffeln und Äpfeln. Dort herrschen üblicherweise Temperaturen um die 7 °C. Eine solch kühle Lagerung verändert allerdings die Konsistenz des Honigs; er verliert dabei einen Teil seiner Streich- und Fließfähigkeit.

Für praktische Zwecke ist die Empfehlung: kühl (ca. 10-15 °C), trocken (relative Luftfeuchte möglichst unter 60 %) und dunkel lagern. Möglichst geringe Temperaturschwankungen während des ganzen Jahres sind wichtig.

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Behälter: Glas, Kunststoff oder Edelstahl?

Bewahre Honig in einem luftdichten Behälter auf, um Feuchtigkeit und Luft von ihm fernzuhalten. Gläser mit gut verschließbaren Deckeln oder Behälter aus Glas oder Edelstahl eignen sich am besten. Du kannst deinen Honig in verschließbaren, lebensmittelechten Kunststoffeimern lagern. Achte darauf, dass die Eimer vorher keine anderen Lebensmitteln enthalten haben. Denn Kunststoff speichert gerne die Gerüche. Die Premium-Variante sind Gefäße aus Edelstahl.

Aus meiner Sicht besteht der Hauptunterschied darin, daß Edelstahl besser hygienisch einwandfrei zu halten ist. Edelstahl sieht nicht nur besser aus, sondern fühlt sich auch besser an. Ist langlebiger (Kunststoff wird irgendwie spröde). Ist optisch besser zu reinigen und vermittelt für mich irgendwie das Gefühl von Professionalität.

Praktischer Tipp: Stelle Plastikeimer nicht direkt aufeinander. Lege hierfür ein Brett zwischen zwei Eimer, damit das Gewicht von oben gleichmäßig verteilt wird.

Große Hobbocks (z. B. 40 kg) oder mehrere kleinere Eimer (z. B. 12,5 kg)?

Vielleicht ist es sinnvoll, wenn man sich zum Rühren ein bis zwei größere Abfüllhobbocks holt (40 kg) und dann in kleinere Eimer abfüllt. Ich nehme die 25 kg Eimer.... die haben einen Metallbügel. Mögliche Strategie: wenige große Hobbocks zum kurzzeitigen Sammeln und Rühren, dann in kleinere Eimer oder Gläser abfüllen. Wer körperliche Einschränkungen hat (z. B. vorgeschädigte Bandscheibe), sollte auf handlichere Gebinde setzen oder Hilfsmittel beim Hantieren verwenden.

Für die Abfüllung eignet sich ein Kunststoffhobock 40 kg mit Qetschhahn zum Abfüllen oder ein Abfüllbehälter aus Edelstahl. Gibt es jetzt honigtechnisch betrachtet speziell Qualitätsunterschiede ob ich einen Abfüllbehälter aus Edelstahl bzw. Kunststoff benutze? Der Preisunterschied ist klar. Meine Meinung: Edelstahl ist hygienischer und langfristig langlebiger, Kunststoff ist preiswerter und leicht.

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Hygiene, Rühren und Filterung

Der Startschuss fällt mit Schleudertechnik. Nach dem Schleudern muss der Honig zur Entfernung von Fremdstoffen (beispielsweise Bienenwachs, Splitter von Rähmchen, tote Bienen) gefiltert werden. Anschließend erfolgt die Abfüllung in Gläser. Sauber entnehmen: Kein nasser Löffel, keine Krümel, kein Tee-Wasser. Lebensmittelechtes und sauberes Gefäß, luftdicht verschlossen - unser Honigglas ist gut geeignet.

Zur Frage „Rühren“: Viele Imker rühren, um eine feinkristalline (cremige) Konsistenz zu erreichen. Wie lange der Honig gerührt werden muss, hängt von Sorte und Temperatur ab; das kann Tage bis Wochen dauern. Wenn du den Honig sowieso innerhalb einiger Wochen isst, geht das auch problemlos bei Zimmertemperatur. Für das Rühren benötigt man ausreichend sauberen Platz mit hygienischen Verhältnissen; ein staubiger Keller ist ungeeignet.

Einige berichten, dass von der Schleuder direkt ins Glas abfüllen und sofort einfrieren (Tiefkühltruhe) auch einen feincremigen Honig ergeben soll. Honig im Gefrierfach ist als Langzeit-Reserve möglich. Du kannst den Honig für ein paar Jahre im Gefrierschrank aufbewahren. Achte darauf, dass das Honiggefäß für den Gefrierschrank geeignet ist. Du kannst den Honig auch portioniert in Eiswürfelformen einfrieren. So kannst du immer genau die passende Menge auftauen, die du brauchst!

Feuchtigkeit, Gärung und MHD

Der Wassergehalt eines reifen Honigs liegt im Bereich von circa 15 bis maximal 20 Prozent. Die Warenzeichensatzung schreibt vor, dass der Wassergehalt nicht mehr als 18 Prozent betragen darf (Ausnahme Heidehonig). Wenn du bei der Ernte auf einen Wassergehalt von unter 18 % geachtet hast und der Honig ordnungsgemäß gelagert wurde, ist er in der Regel mehrere Jahre haltbar. Achte daher darauf, dass der Honig nicht länger als 2 Jahre gelagert wird.

Honig ist hygroskopisch. D.h. er zieht Wasser aus der Luft und lagert diese ein. Bei einem zu hohen Wassergehalt gärt das zuckerhaltige Produkt in Verbindung mit Hefe des Pollens. Durch die Gärung von Honig bildet sich auf seiner Oberfläche Schaum. Gegorener Honig enthält keine schädlichen Stoffe und ist weiterhin genießbar. Er eignet sich noch sehr gut zum Backen.

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Honig sollte nach Gebrauch luftdicht mit dem Deckel verschlossen werden. Zudem empfiehlt sich ein trockener Standort abseits von Herd und Wasserdampf. Wer Honig in Räumen mit höherer Luftfeuchtigkeit lagern möchte, muss deshalb unbedingt auf fest verschlossene Gläser achten, die einen wasserdichten Deckel besitzen.

Temperatur, Licht und HMF

Aromastoffe verlieren ihre Wirkung schon bei einer Temperatur von 35 °C. Erwärmung setzt aber auch bei den Kohlenhydraten einen chemischen Prozess in Gang. Daraus resultiert Hydroxymethylfurfural (HMF). Bei frisch geschleudertem Honig ist der HMF-Wert sehr gering. Nach einjähriger Lagerung bei Zimmertemperatur erhöht sich der Wert enorm. Dabei kann er den geforderten Maximalwert des Deutschen Imkerbundes von 15 mg/kg überschreiten. Auch bei Erwärmung steigt der HMF-Wert.

Bienenhonig gehört zu den Nahrungsmitteln, die sich durch den Kontakt mit der Sonnenstrahlung verändern. Die UV-Strahlung zerstört im Honig enthaltene Enzyme, die für die Hemmung der Vermehrung von Keimen zuständig sind. Licht, Wärme und Sauerstoff zerstören schnell Vitamine und auch andere wertvolle Pflanzenstoffe des Honigs. Eine kühle trockene und dunkle Aufbewahrung von Honig bei 15 °C ist ideal. Luftdicht verschlossen verspricht der Honig so lange Haltbarkeit.

Praktische Empfehlungen für Imker: Beschaffung, Beschriftung und Lagerhaltung

Wenn du deinen Honig verkaufst und mehrmals im Jahr bzw. größere Mengen erntest, solltest du ein Honigbuch führen. Dort kannst du alle Parameter der Lagergebinde festhalten und hast immer einen Überblick über deinen Bestand. Das ist v. a. relevant, damit du weißt, bis wann welcher Honig verkauft werden muss. Die Honiggläser müssen mit einem Haltbarkeitsdatum versehen werden, obwohl der Honig meist länger (mehrere Jahre) haltbar ist als durch diese Kennzeichnung angezeigt wird.

Unser Online-Fachhandel für Imkereibedarf hält preiswerte Neutralgläser in unterschiedlichen Größen, selbstklebende Etiketten für Honiggläser, Stempel für den vorgeschriebenen MHD-Aufdruck und die Angabe der Imkerei sowie Verpackungen für die Lagerung, den sicheren Transport und Versand der Gläser mit dem „flüssigen Gold“ bereit.

Was tun bei besonderen Platzverhältnissen?

Mein Problem ist, dass ich nicht viel Platz habe, um den Honig während der Phase des Rührens zu lagern. Im "Endlager" in meinem Keller sind die hygienischen Verhältnisse nicht gegeben, um dort rühren zu können (staubig). Für mich wäre es interessant zu wissen, wie lange der Honig gerührt werden muss - sind das X Tage oder X Wochen? Bin für jeden nützlichen Hinweis dankbar!

Wenn Platz und Hygiene begrenzt sind, sind folgende Optionen praktikabel: kleiner portionierter Umgang (mehrere 12,5-25 kg Eimer statt Einzelhobbocks), temporäre Nutzung sauberer Räumlichkeiten zum Rühren (z. B. gemieteter Raum oder Imker-Kooperative), oder direktes Abfüllen in Gläser, die dann ggf. eingefroren werden können. Achtung: Für das Rühren brauchst du saubere, staubfreie Bedingungen.

Zusammenstellung: Checkliste für die Honiglagerung

  • Gefäß: luftdicht, lebensmittelecht - Glas oder Edelstahl bevorzugt; Kunststoff möglich, aber auf Geruch achten.
  • Temperatur: ideal 10-15 °C; maximal 15 °C empfohlen; ab 18 °C Qualitätsverluste beschleunigt.
  • Feuchtigkeit: trocken lagern; Raumluftfeuchte möglichst unter 60 %; Deckel dicht schließen.
  • Licht: dunkel lagern; UV-Licht vermeiden.
  • Hygiene: sauber filtern, saubere Abfüllbedingungen; kein staubiger Keller zum Rühren.
  • Beschriftung: MHD, Sorte, Chargennummer im Honigbuch dokumentieren.
  • Portionierung: große Hobbocks zum Sammeln, kleinere Eimer/Gläser für Lagerung und Verkauf.
  • Sonderlagerung: Einfrieren möglich als Langzeit-Reserve; Gefäß muss gefriergeeignet sein.
Honiggläser und Eimer übersichtlich angeordnet

Kurze Hinweise zu Lebensmittelhygiene und Verbrauchersicherheit

Bienenhonig: Nicht für Kleinkinder unter einem Jahr. Ein Tabu für die Säuglingsernährung: Süßen mit Honig kann für Kinder unter zwölf Monaten gefährlich werden (Säuglingsbotulismus). Kein Honig für Babys unter 12 Monaten.

Praxisfragen aus dem Imkeralltag - kurz beantwortet

  1. Kann Honig im Kühlschrank gelagert werden? Ja, du kannst, aber du musst nicht. Im Kühlschrank wird der Honig fester und kristallisiert schneller.
  2. Soll ich Honig einfrieren? Ja, Honig im Gefrierfach ist als Langzeit-Reserve möglich.
  3. Wie lange rühren? Abhängig von Sorte und Temperatur; das kann Tage bis Wochen dauern.
  4. Große oder kleine Gebinde? Kombiniere: große Behälter zum Sammeln/Rühren, kleinere Eimer oder Gläser fürs Lagern und Verkaufen.
Richtiges Abfüllen und Beschriften von Honig
Parameter Empfehlung
Lagertemperatur 10-15 °C (nicht über 18 °C)
Luftfeuchte max. 60 % (trocken)
Behälter Glas oder Edelstahl bevorzugt; lebensmittelechter Kunststoff möglich
Wassergehalt im Honig Ideal < 18 % (laut DIB)
Haltbarkeit Mehrere Jahre; Qualität beachten, Lagerdauer max. ca. 2 Jahre für beste Qualität

Wenn du noch konkrete Fragen zur Auswahl eines Hobbocks, zum Rührverfahren oder zur Beschaffung von Abfülltechnik hast, kannst du gern schreiben - nenne bitte Menge, Platzverhältnisse und ob du eher Edelstahl oder Kunststoff bevorzugst, dann kann ich spezifischer helfen.

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