Milka Schokolade: Grammatur der Tafeln, neue Größen und aktuelle Entwicklungen
Die Milka Schokolade ist bekannt für ihre lilafarbene Verpackung und ihren typisch zarten Geschmack. In jüngster Zeit gab es jedoch zahlreiche Veränderungen im Gewicht und den Formaten der Milka-Schokoladentafeln - ein Thema, das die Aufmerksamkeit von Verbrauchern, Verbraucherschützern und Gerichten auf sich gezogen hat. Die Einführung neuer Größen, Reduzierung des Inhalts und damit verbundene Diskussionen stehen im Mittelpunkt dieses Beitrags.
Neue Milka-Schokoladentafeln und ihre Grammatur
Der Konzern Mondelez, der Milka herstellt, führt eine neue Schokoladentafelgröße ein: „Milka Extra“ soll sich zwischen „Klein- und Großtafel“ positionieren. Laut Aussage einer Mondelez-Sprecherin richtet sich diese neue Größe an Konsumenten, die „ein bisschen mehr wollen“. Die Tafel hat ein Gewicht von 190 Gramm und wird in fünf Sorten angeboten. Mondelez teilte mit, die Auslieferung der „Milka Extra“-Tafeln an den Handel habe in dieser Woche begonnen, in der kommenden Woche startet die „Mediakampagne“.
Die neue Tafel bedient „einen anderen Verwendungsanlass als die klassische Klein- oder Großtafel“, so die Sprecherin weiter. Damit erweitert Mondelez das Sortiment und bietet eine Zwischenlösung an, die sowohl für Einzelverzehr als auch für das Teilen geeignet ist.
Reduzierung des Gewichts bei bestehenden Milka-Tafeln
Parallel zur Einführung neuer Tafeln gab es bei klassischen Milka Sorten eine Reduzierung des Inhalts: Bei den Sorten Alpenmilch, Noisette, Zartherb und Weiß schrumpfte der Inhalt von 100 Gramm auf 90 Gramm. Mehrere Großtafeln wurden von 270 Gramm auf 250 Gramm heruntergestuft.
- Alpenmilch, Noisette, Zartherb und Weiß: 100g → 90g
- Großtafeln: 270g → 250g
- Andere Sorten wie Dark Milk, Luflée oder Oreo Sandwich: bereits zuvor unter 100g
Neue Milka-Schokoladentafeln wiegen weniger, sehen aber fast aus wie früher. Von außen sieht sie eigentlich aus wie früher, nur ist weniger drin: Bei Schokoladentafeln von Milka spart der Hersteller am Gewicht.
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Der Lebensmittelkonzern Mondelez hat seine Milka-Tafeln auf 90 Gramm abgespeckt. Die lila Packung bleibt, es ist aber weniger drin, was viele Konsumenten erst beim Blick auf die Rückseite oder durch direkten Vergleich merken.
Vergleichstabelle: Grammatur der Milka-Tafeln im Wandel
| Sorten | Alte Grammatur | Neue Grammatur |
|---|---|---|
| Alpenmilch | 100 g | 90 g |
| Noisette | 100 g | 90 g |
| Zartherb | 100 g | 90 g |
| Haselnuss | 100 g | 90 g |
| Großtafeln | 270 g | 250 g |
| Dark Milk, Luflée, Oreo Sandwich | <100 g | <100 g |
Kakaopreise und Produktionskosten: Hintergrund der Gewichtsreduzierung
Mondelez begründet den Schritt mit steigenden Produktionskosten. Tatsächlich haben Schokoladenhersteller mit dem explosionsartig gestiegenen Kakaopreis zu kämpfen. Infolge von schlechten Ernten und Börsenspekulation erreichte dieser im Dezember ein Rekordhoch von mehr als 12.000 Euro pro Tonne und lag zuletzt bei rund 11.000 Euro pro Tonne.
Der Hersteller erklärt: „So kosten Zutaten, wie insbesondere Kakao aber auch andere, deutlich mehr als in der Vergangenheit.“ Um wettbewerbsfähig zu bleiben und keine Kompromisse beim Geschmack und der Qualität eingehen zu müssen, habe man das Gewicht der Milka-Tafel im Standard- und im Großformat angepasst.
Reaktionen von Verbraucherschützern und rechtliche Auseinandersetzungen
Verbraucherschützer kritisierten das schrumpfende Gewicht. Die Verbraucherzentrale Hamburg wirft dem Hersteller Mondelez wegen kleinerer Milka-Tafeln „Mogel“ vor. Die Verbraucherzentrale Hamburg reichte eine Klage gegen den Hersteller Mondelez beim Landgericht Bremen ein, wie das Gericht der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.
Laut Armin Valet, Lebensmittelexperte bei der Verbraucherzentrale: „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen die Schokolade von Milka seit vielen Jahren in der gewohnten Verpackung und gehen davon aus, dass sich die Füllmenge nicht verändert hat. Doch sie werden getäuscht, weil etliche Sorten nur noch 90 Gramm zum gleichen oder gar höheren Preis enthalten“. Ein deutlicher Hinweis auf die Reduzierung des Inhalts fehle, kritisiert die Verbraucherzentrale. Die Kennzeichnung stehe zwar klein auf der Vorderseite der Verpackung, sei aber leicht zu übersehen und werde häufig von den Verkaufskartons im Supermarktregal verdeckt.
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Vor Gericht wollen die Verbraucherschützer nun einen deutlichen Hinweis auf der Packung erwirken. „Ein winziger Zahlenaufdruck, der zudem noch von Kartonlaschen verborgen wird, reicht nicht aus. Wer weniger Ware in gleicher Verpackung anbietet, muss klar und unübersehbar darauf hinweisen“, betont Valet. Hersteller sollten seiner Ansicht nach dazu verpflichtet werden, für mindestens sechs Monate einen Warnhinweis anzubringen.
Nach Auffassung des Landgerichts Bremen verstoßen die reduzierten Milka-Tafeln gegen das Wettbewerbsrecht und dürfen so nicht genutzt werden. Das Gericht entschied, dass Mondelez die Packung mit 90 Gramm nicht in Verkehr bringen dürfe, wenn in den vier Monaten zuvor die Packung mit 100 Gramm im Angebot war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mondelez kann dagegen noch Rechtsmittel einlegen.
Mondelez kommentiert: „Wir nehmen die heutige Entscheidung des Gerichts zur Kenntnis und ernst und schauen uns die Urteilsbegründung des Gerichts jetzt im Detail an.“ Weiter betont Mondelez: „Unabhängig davon werden wir weiter daran arbeiten, unsere Kommunikation klar zu gestalten. Unser Anspruch war und ist es, transparent, umfassend und verantwortungsvoll mit allen zu kommunizieren, die unsere Produkte kaufen und genießen.“
Preiserhöhungen und Branchenvergleich
Viele Menschen greifen zu den Milka-Tafeln und merken nicht, dass sie nur noch 90 statt 100 Gramm Schokolade für ihr Geld bekommen. Das Phänomen ist auch bei anderen Herstellern zu beobachten: Konkurrent Ritter Sport hat ebenfalls neue Tafeln mit nur 75 statt 100 Gramm herausgebracht. Ritter hält bisher an der Grammatur von 100 Gramm bei seinen klassischen Produkten fest und setzt allein auf Preiserhöhungen.
- Milka-Tafeln: Reduzierung auf 90g und Preisanstieg
- Konkurrent Ritter: Neue Tafeln mit 75g, Klassikgrößen bleiben bei 100g
- Andere Hersteller: ähnliche Strategien bei Preis- und Grammaturänderungen
Bei einer Analyse im vergangenen Jahr sei aufgefallen, dass Hersteller die Preise so um umgerechnet durchschnittlich 30 Prozent erhöht haben. „Das ist die Methode der Wahl, wenn es um Preiserhöhungen geht, die sehr, sehr hoch sind.“
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Transparenz und Kennzeichnung: Erwartungen an die Gesetzgebung
Viele Hundert Beschwerden gingen in den vergangenen Jahren zu den Tricksereien des Lebensmittelkonzerns ein. „Jetzt ist der Gesetzgeber gefordert“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Aus Sicht der Hamburger Verbraucherschützer hat das Urteil Signalwirkung. Hersteller dürfen Verbraucher bei schrumpfenden Packungsinhalten nicht in die Irre führen. Valet fordert von der Bundesregierung verbindliche Vorgaben zu schrumpfenden Packungsinhalten. Unternehmen wie Mondelez sollten dazu verpflichtet werden, für mindestens sechs Monate einen Warnhinweis anzubringen.
Im Anschluss an das Bremer Urteil hat Mondelez Gelegenheit, auf die Klage zu reagieren. Wie das Verfahren am Landgericht Bremen ausgeht, ist noch offen.
Konsumenten, Markt und Qualität
„Unser Ziel ist es, unseren Konsumentinnen weiterhin das vertraute Milka‑Erlebnis zu ermöglichen, in bewährter Qualität“, erklärt Mondelez. Transparenz für die Verbraucher habe oberste Priorität, betonte eine Sprecherin des Unternehmens. Die Erhöhung der Preise für die Kunden sei immer das letzte Mittel, teilte der Hersteller mit.
Als Konsequenz daraus haben wir letztes Jahr entschieden, das Gewicht einiger unserer Milka Tafeln anzupassen. Man mache „bei Zutaten und Herstellung der Produkte keine Kompromisse“, hieß es von Mondelez weiter. Auch wenn man in einem Umfeld tätig sei, das komplexer und instabiler als je zuvor und von vielen Unsicherheiten in der gesamten Lieferkette geprägt sei.
Verbraucherreaktionen und Bekanntheit
Bei der Abstimmung der Verbraucherzentrale durch Verbraucher hat die Milka Alpenmilch-Schokolade mit Abstand Platz 1 erreicht.
Die sozialen Medien wurden von Mondelez über die Änderungen informiert. Trotz Kontroversen bleibt die Marke weiterhin beliebt und genießt hohes Vertrauen in ihre Qualität.
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