Zuckergehalt in Getränken: Eine umfassende Betrachtung

Die Frage nach dem Zuckergehalt in verschiedenen Getränken ist ein wichtiges Thema für die Gesundheit und Ernährung. Bunte Verpackungen und süßer Geschmack machen insbesondere Limonaden, Eistee und andere Erfrischungsgetränke bei Kindern beliebt. Familien stehen vor einer großen Auswahl, wobei einige Getränke nach dem Öffnen nicht wiederverschließbar sind, was dazu verleitet, den gesamten Inhalt auf einmal zu konsumieren.

Marktcheck enthüllt hohe Zuckergehalte

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW im November 2022 untersuchte Erfrischungsgetränke in verschiedenen Verpackungsarten und Größen von namhaften Anbietern. Es zeigte sich, dass manche Getränke bereits die maximal empfohlene Zuckermenge pro Tag für Kinder und Jugendliche decken. Bei nicht wiederverschließbaren Verpackungen wie Trinkpäckchen oder Getränkedosen wird oft der gesamte Inhalt von bis zu 500 Millilitern in einer Portion verzehrt. Daher sind nicht nur die Zuckergehalte pro 100 Milliliter bedenklich, sondern auch die Gesamtmenge an Zucker in einer Verpackungseinheit.

Beliebtheit zuckerhaltiger Getränke in Deutschland

Obwohl Limonaden wegen ihres Zuckergehalts als ungesund gelten, sind sie in Deutschland weiterhin beliebt. Eine aktuelle Statistik zeigt eine Produktion von 93 Litern pro Kopf und Jahr im Jahr 2023. Diese Zahl deckt sich mit Daten zum Pro-Kopf-Verbrauch, die die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) bereits im Frühjahr veröffentlicht hatte. Auch hier lag der Wert für Erfrischungsgetränke von 2023 etwa auf dem Niveau von 2013 - bei rund 125 Litern pro Kopf. Das Statistische Bundesamt wertet als "zuckerhaltiges Erfrischungsgetränk" neben Cola und Limonade auch Saftschorlen, Energydrinks oder Wasser mit Aromen. Experten kritisieren immer wieder den hohen Zuckergehalt vieler dieser Getränke, da vielen Konsumenten nicht klar zu sein scheint, wie hoch die Zuckermenge darin tatsächlich ist.

Zuckerarten und ihre Eigenschaften

Haushaltszucker (Saccharose) hat die Summenformel C12H22O11 und einen Energiegehalt von 16,8 kJ pro Gramm. Er ist schwerer als Wasser mit einer Dichte von 1,6 g/cm³. Hauptquellen sind Zuckerrohr (Anbau in den Tropen) und Zuckerrübe (Anbau in gemäßigten Breiten). Die Saccharose wird durch Herauslösen, -kochen oder -pressen in wässriger Lösung extrahiert und beim weiteren Einkochen als Kristalle ausgefällt.

Es gibt verschiedene Arten von Zucker, darunter:

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  • Brauner Zucker: Eine Sammelbezeichnung für alle Zucker mit brauner Farbe, gewonnen durch Mischen von weißen Zuckerkristallen mit braunen Zuckerrohrsirupen oder durch Karamellisierung.
  • Demerara-Zucker: Weißer Rohrzucker, der mit Melasse aus Zuckerrohr versetzt ist und ein großes, leicht klebriges, braunes Kristall bildet.
  • Einmachzucker: Eine grobkörnige Raffinade, die besonders rein und ideal zum Einmachen von Obst und Gemüse ist.
  • Grieszucker: Ein grobkörniger Kristallzucker.
  • Isoglucose: (auch „Glucose-Fructoseesirup“, „High fructose corn Syrup“), in Getränken und Obstkonserven verwendet, ein durch Stärkeabbau gewonnenes Produkt.
  • Kandisfarin: Brauner Kandis mit kleinerer Kristallgröße.
  • Kandiszucker: Zuckerkristalle von unterschiedlicher Größe und Farbe, die durch langsames Auskristallisieren reiner Zuckerlösung entstehen.
  • Karamell: Durch Erhitzen von Zuckerarten entstehende braune Masse.
  • Läuterzucker: Klarer, dickflüssiger Sirup aus Zucker und Wasser, z. B. für die Herstellung von Mixgetränken eingesetzt.
  • Melasse: Ein dunkelbrauner Sirup, der als „Produktionsrest“ der Zuckerherstellung verbleibt und für die Alkohol- oder Hefenherstellung verwendet wird.
  • Milchzucker (Laktose): Ein Zweifachzucker aus Glucose und Galactose, der in der Milch vorkommt.
  • Palmzucker: Ein Extrakt aus dem Blütensaft der Atta- und Zuckerpalme.
  • Raffinade: Der meistgebrauchte weiße Haushaltszucker, aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben hergestellt und durch Raffination gereinigt.
  • Raffinose: Ein nicht süß schmeckender Zucker, der in vielen Pflanzen vorkommt.
  • Rohrzucker: Zucker, der aus Zuckerrohr hergestellt wird und chemisch identisch mit Rübenzucker ist.
  • Vollrohrzucker: Eingedickter und getrockneter Zuckerrohrsaft ohne weitere Verarbeitung.
  • Sirup: Ahornsirup, Rübensirup, Birnendicksaft u. a., durch mehrmaliges Kochen des Saftes hergestellt.
  • Stärkezucker: Alle aus Stärke gewonnenen Zuckerarten.
  • Zuckeralkohole: Als Zuckeraustauschstoffe verwendet, werden langsamer abgebaut als normaler Zucker.
  • Zuckerstreusel: Ein typisch holländischer Brotbelag zum Frühstück aus eingefärbtem Zucker.
  • Zuckerlompen: Werden aus Zuckerrohr hergestellt und passen gut zu vielen heißen Getränken.

Gesundheitliche Auswirkungen von Zucker

Stärke und Haushaltszucker werden im Körper zu Glucose abgebaut, was zu einem schnellen Blutzuckeranstieg führt. Die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin Insulin, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Wiederholte Glucose-Zufuhr führt zu erneuten Blutzuckeranstiegen und -abfällen, was zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen kann.

Übermäßiger Zuckerkonsum ist nicht nur verantwortlich für Karies und Übergewicht, sondern steigert auch das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 dramatisch. Zucker enthält keine Nährstoffe, sondern nur leere Kalorien, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen und dann wieder abfallen lassen. Dies kann zu Heißhungerattacken führen und den Körper dazu veranlassen, noch mehr Zucker zu konsumieren. Übermäßiger Zuckerkonsum kann sogar die Haut schneller altern lassen.

Einige Hinweise deuten darauf hin, dass Zucker ähnliche Auswirkungen auf das Gehirn hat wie Drogen oder Alkohol. Beim Verzehr von Zucker wird das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert und es werden Glückshormone ausgeschüttet, was zu einem Verlangen nach Zucker führt. Wenn wir jedoch zu viel Zucker konsumieren, kann das zu einer Abhängigkeit führen.

Die WHO empfiehlt, maximal 5 Prozent der empfohlenen Kalorien am Tag in Form von Zucker zu sich zu nehmen. Das entspricht bei einem normalen erwachsenen Mann etwa 125 und bei Frauen circa 75 Kalorien.

Anzeichen für zu hohen Zuckerkonsum können Verdauungsprobleme, häufige Blasen- und Pilzinfektionen, viel Durst, Hautprobleme, Karies, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und ein geschwächtes Immunsystem sein.

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Alternativen zu zuckerhaltigen Getränken

Insgesamt 12,29 Milliarden Liter Mineral-, Tafel- und Heilwasser wurden demnach 2023 in Deutschland produziert. Und die kommen naturgemäß völlig ohne Zucker aus. Ausreichendes Trinken ist lebensnotwendig, denn unser Körper besteht ungefähr zur Hälfte aus Wasser. Wasser erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen, ist Bestandteil von Zellen und Körperflüssigkeiten, reguliert die Körpertemperatur und transportiert Nährstoffe. Mineralwasser ist kalorienfrei und liefert Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium oder Calcium. Die Mengen sind jedoch sehr unterschiedlich und bei abgefülltem Wasser auf dem Etikett ersichtlich. Koffeinhaltige Getränke wie schwarzer oder grüner Tee und Kaffee sind ohne Milch und Zucker kalorienfreie Getränke, die zur Flüssigkeitsbilanz hinzugezählt werden können. Kaffee und Tee haben allerdings einen höheren ökologischen Fußabdruck als z. B. Wasser. Fruchtsäfte liefern Mineralstoffe und Vitamine wie z. B. Vitamin C. Sie enthalten von Natur aus jedoch auch Zucker und damit Kalorien. Als Getränk sind Fruchtsaftschorlen empfehlenswert, am besten im Verhältnis von 1 Teil Saft zu 3 Teilen Wasser. Lightgetränke sind zwar kalorienfrei oder kalorienreduziert, können aber die Gewöhnung an den „süßen Geschmack“ fördern.

Ungeeignete Durstlöscher sind Limonaden, Brausen, Nektare, Eistees, Energydrinks, Cola- Fruchtsaft-, und Milchmischgetränke (z. B. Eiskaffee). Sie enthalten viel Zucker (etwa 80 - 100 g pro Liter) und liefern damit viele Kalorien. Zuckergesüßte Getränke erhöhen das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Außerdem fördert der regelmäßige Konsum dieser Getränke das Kariesrisiko. Auch sogenanntes „aromatisiertes Wasser“ kann mit Zucker gesüßt sein. Ein Blick auf die Zutatenliste verrät es. Colagetränke, Eistees und Energydrinks enthalten ebenfalls viel Zucker sowie Koffein. Sie sind nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet. Alkoholische Getränke enthalten viele Kalorien und erhöhen das Risiko für viele Erkrankungen wie Krebs, Herz- und Lebererkrankungen. Ein weiteres Risiko ist die von Alkohol ausgehende Suchtgefahr. Keine Alkoholmenge kann als gesundheitlich unbedenklich bezeichnet werden.

Das Lebensmittel Trinkwasser kommt in Deutschland als Leitungswasser direkt aus dem Wasserhahn. Wenn Sie Leitungswasser verwenden, statt in Flaschen abgefülltes Wasser zu kaufen, sparen Sie Geld, Verpackung und die Transporte. Füllen Sie Leitungswasser in Mehrwegflaschen aus Glas oder Edelstahl, dann sind Sie auch unterwegs gut versorgt. Kaffee, Tee und Kakao beanspruchen eine große Anbaufläche und haben einen entsprechend großen ökologischen Fußabdruck. Bei Lebensmitteln aus fernen Ländern hilft der Kauf von fair gehandelten Produkten, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in den Produktionsländern zu verbessern.

Alternativ kann man sich gesunde Getränke schnell und einfach selber machen: ohne Zucker und ohne Aromastoffe. Mineral- und Trinkwasser lässt sich geschmacklich gut aufpeppen: mit einem Spritzer Zitronensaft, frischem Ingwer, einigen Blättern frischer Minze, frischen Früchten oder mit einigen Gurkenscheiben. Alle Varianten sind nicht nur eine perfekte Erfrischung im Sommer, sondern zugleich eine kalorienarme und gesunde Alternative zu Eistee oder Softdrinks.

Zuckersteuer und Altersbeschränkungen

Einige europäische Länder haben eine Zuckersteuer eingeführt, um die Getränkehersteller dazu zu bewegen, Getränke mit weniger Zucker herzustellen. In Großbritannien wird seit 2018 eine Steuer auf zahlreiche Getränke erhoben, die mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten. Die Steuer hat die tägliche Zuckeraufnahme deutlich verringert.

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In Deutschland wird eine Zuckersteuer kontrovers diskutiert, ebenso eine Altersbeschränkung für bestimmte Getränke wie Energydrinks, die ebenfalls viel Zucker enthalten und der Herzgesundheit schaden können.

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