Welcher Schokoriegel wird aus dem Sortiment genommen?
Im Supermarkt regnet es in diesen Jahren von Produktänderungen, Rückkehrern aus Retro-Zeiten und dem Verschwinden einzelner Klassiker. Regelmäßig wird darüber berichtet, welche Schokoriegel oder Süßigkeiten das Regal verlassen - dabei spielen Nachfrage, Kosten und strategische Entscheidungen der Hersteller oder Händler eine Rolle.
Aktuelles Beispiel: KitKat Vegan
Nestlé hat seine vegane KitKat-Variante in Deutschland aus den Regalen genommen.
Das vegane KitKat verschwindet aus den deutschen Supermarkt-Regalen. Das vegane KitKat ist nicht mehr zu kaufen, die Kunden reagieren gemischt auf das Aus der Süßigkeit.
Das Unternehmen bestätigte, dass man sich entschieden habe, KitKat Vegan nicht mehr anzubieten.
Ursprünglich hatte Nestlé große Hoffnungen in das Produkt gesetzt. Nestlé Deutschland kündigte im August 2022 an, dass das Hamburger Schokoladenwerk das Produkt für den globalen Markt herstellen werde. Pro Produktionstag sollten rund 800.000 Riegel produziert werden.
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Neben dem veganen Anspruch war aber auch die Nachhaltigkeit ein Argument: Der Kohlendioxid-Fußabdruck des Produkts lag laut Nestlé 18 Prozent unter dem der klassischen Milchschokoladenvariante.
„Klassische Schokoladenprodukte dominieren im Riegelsegment und sorgen für den größten Umsatzanteil“, erklärte eine Pressesprecherin von Nestlé gegenüber der Lebensmittelzeitung. Daher habe man beschlossen, KitKat Vegan nicht weiter anzubieten.
Obwohl der Trend seit einigen Jahren immer mehr Fahrt aufnimmt, scheint der Umsatz in Deutschland zu gering. Die Nachfrage steigt, da immer mehr Menschen umweltbewusster handeln wollen und nach pflanzlichen Alternativen suchen. Dennoch sei die Nachfrage, laut Hersteller, nach dem veganen Schokoriegel so gering, dass er jetzt aus den Regalen fliegt.
Das Aus für KitKat Vegan stößt auf gemischte Reaktionen. Auf Reddit äußert ein Nutzer: „Ich finde das persönlich echt schade“, und hebt hervor, dass das vegane KitKat trotz der Kritik an Nestlé köstlich gewesen sei. Ein weiterer Nutzer kommentiert jedoch kritisch: „Ich fand es leider eh sehr enttäuschend, viel trockener und weniger ‚knackig‘ als die KitKats, an die ich mich erinnere.“
Warum verschwinden Produkte? Gründe und Beispiele
- Nachfrage: „Obwohl vegane Schokolade als wachsender Trend gilt, bleibt sie in Deutschland ein Nischenprodukt.“
- Kosten und Preisverhandlungen: „Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet“, erklärte ein Edeka-Sprecher.
- Strategische Entscheidungen von Händlern: „Edeka streicht allerdings Mars-Produkte aus dem Sortiment, da der Lebensmittelhändler die erhöhten Einkaufspreise nicht akzeptieren möchte.“
- Begrenzter Platz im Regal oder in Truhen: „Grund dafür sind die geänderte Nachfrage seitens der Kundinnen und Kunden sowie der begrenzte Platz in den Truhen.“
- Nostalgie ist nicht gleich Umsatz: „Dass Nostalgie allein keine Umsätze bringt, zeigt sich auch an diesem Schoko-Klassiker: Die Produktion des Bobby-Riegels in Grödig wurde im vergangenen Jahr eingestellt.“
Weitere konkrete Fälle aus der Praxis
Bei Edeka zeichnet sich somit eine ganz andere Neuerung ab: Statt Raider zu verkaufen, möchte Edeka vermehrt auf Eigenmarken setzen. Nachdem der Mars-Konzern nicht nachgab und Edeka bei der Preiserhöhung für die Kunden nicht mitgehen wollte, entschied sich die Supermarktkette für einen drastischen Schritt: 450 Produkte verschwinden aus den Regalen. Dazu gehören neben Mars, Twix und Co.
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Auch beim Eis und anderen Süßwaren zeigen sich ähnliche Muster: Nach über 50 Jahren wird der Eisklassiker Brickerl eingestellt, gab der Hersteller Eskimo zuletzt bekannt. Grund dafür sind die geänderte Nachfrage seitens der Kundinnen und Kunden sowie der begrenzte Platz in den Truhen. Beim Brickerl wurde zuerst die Großpackung aus dem Sortiment genommen - nun folgte auch das einzelne Produkt. Schokoladeeisfans empfiehlt Eskimo übrigens, auf Nogger oder Magnum umzusteigen.
Ein Lichtblick - mit einem weinenden Auge. Dass das Magnum diesbezüglich ins Spiel gebracht wird, erscheint nicht unlogisch - dürfte dieses doch in den vergangenen Jahren still und heimlich an Größe eingebüßt haben und sich längst der kleineren Brickerl-Dimension angeglichen haben.
Nostalgie, Petitionen und Fan-Aktionen
In Österreich genoss das Eis jedenfalls Kultstatus und wurde nach seiner Abschaffung 1999 2013 nach einer Petition von Fans - der Initiator war übrigens ein Salzburger - sogar wieder ins Sortiment aufgenommen. Fans solidarisierten sich und kauften Schwedenbomben en masse. Ein Erfolg: Heute steht „der knackigste Schaum der Welt“ wieder in den Regalen.
Inzwischen wurde sogar schon eine Petition gestartet, die schon mehr als 1000 Unterstützer hinter sich hat. Fans von „KitKat Vegan“ müssen jetzt wieder auf die klassische Schokoladenvariante zurückgreifen.
Markttrends: Vegan, Retro und Preisfragen
Seit Jahren gibt es immer mehr vegane Produkte in den Supermärkten, ein Riegel fliegt jetzt jedoch aus den Regalen - die Kunden reagieren unterschiedlich.
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Viele Menschen glauben, dass eine vegane Ernährung gesünder sei, doch das ist nicht immer der Fall. Ein Experte warnt sogar vor bestimmten veganen Produkten, da sie oft viele Zusatzstoffe enthalten.
Laut einer Analyse von Fortune Business Insights wurde der weltweite Markt für vegane Schokolade im Jahr 2023 auf etwa 1,25 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2032 auf rund 3,77 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Der NielsenIQ-Experte David Georgi beobachtet, dass das Angebot überwiegend von jungen "Hipstermarken" dominiert wird, jedoch vermehrt große Marken hinzukommen.
Retro-Aktionen als Marketinginstrument
Der Schokoladenhersteller Mars erhitzte im Jahr 1991 die Gemüter. Der Name von einem der beliebtesten Schokoriegel in Deutschland und anderen europäischen Ländern sollte fortan nicht mehr im Supermarkt zu finden sein. Dafür entschieden, dass der Ex-Raider-Riegel fortan Twix heißen soll.
Doch laut einem Bericht der Lebensmittelzeitung soll es ab Juni 2023 wieder Raider in 80er-Jahre Optik geben - zumindest für eine kurze Zeit. Der Raider-Kultriegel feiert regelmäßig kurze Comebacks.
Praktische Folgen für Verbraucher
Während KitKat Vegan in Deutschland nicht mehr erhältlich ist, bleibt die Sorte in Großbritannien im Handel. Die Entscheidung einzelner Hersteller beeinflusst direkt das Angebot vor Ort.
Wer im Supermarkt regelmäßig verzweifelt vor dem Kaugummiregal steht, wird die Trauer um das nächste Produkt verstehen. 2023 verkündete Wrigley's, das komplette Streifen- und Ministreifen-Kaugummisortiment in Österreich und Deutschland aus seinem Angebot zu streichen.
Wer unterwegs schnell mal telefonieren musste, hat in der Tasche nach Kleingeld gekrammt und von der nächsten Telefonzelle aus einfach angerufen und geplaudert, bis das Geld eben aus war. Einkaufen hat früher, ohne Onlineshopping, auch noch ganz anders funktioniert.
Tabelle: Ausgewählte entfernte Produkte und Grund
| Produkt | Grund für Entfernung |
|---|---|
| KitKat Vegan | Geringe Nachfrage; Fokus auf klassische Schokoladenprodukte |
| Brickerl (Eis) | Geänderte Nachfrage; begrenzter Platz in Truhen |
| Produkte von Mars bei Edeka (z. B. Twix/Raider zeitweise betroffen) | Streit um Preise; Händler ersetzt durch Eigenmarken |
| Bobby-Riegel | Geringe Umsätze trotz treuer Fangemeinde |
Was bleibt zu beachten?
Hersteller und Händler wägen zwischen Nostalgiefaktor, Produktionskosten, Nachfrage und Nachhaltigkeitsaspekten ab. Dass Nostalgie allein keine Umsätze bringt, zeigt sich immer wieder. Gleichzeitig können engagierte Fanbewegungen und Petitionen einzelne Produkte zurückbringen.
Welche Produkte aus Ihrer Kindheit und Jugend vermissen Sie?
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