Dubai Schokolade Weihnachtsmarkt Trends

Der Dubai-Wahnsinn nimmt kein Ende. Es wird sogar immer schlimmer. Jetzt überschwemmt der Food-Trend die bundesdeutschen Weihnachtsmärkte und macht die ohnehin teuren Weihnachtsleckereien zu einer kostspieligen Investition.

Die weihnachtlichen Dubai-Kreationen werden immer absurder und so langsam drängt sich die Frage auf: Ist das ein schlechter Scherz? Keinesfalls. Die Standbesitzer wollen auf der Welle des Dubai-Erfolgs mitreiten. Traditionelle Speisen und Getränke werden kurzerhand aus dem Programm genommen. Wer braucht schon normalen Glühwein, wenn er mit Pistazienaroma veredelten Weißwein haben kann? Die Hauptsache: Es muss das gewisse Dubai-Etwas haben. Was tatsächlich über die Theke gereicht wird, ist nebensächlich.

Ursprung und Charakteristik der Dubai-Schokolade

Der Ursprung der Dubai-Schokolade liegt wohl, wie der Name vermuten lässt, in Dubai, der bevölkerungsreichsten Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Unternehmerin und Influencerin Sarah Hamouda gilt als die Erfinderin. Ihr Ehemann konnte in Dubai einfach nicht das passende Dessert für ihren Heißhunger finden, also erfand sie es selbst: Knackige Schokolade, mit einer Pistaziencremefüllung und knusprigen Kadayif-Teigfäden, die man in Deutschland als Engelshaar kennt.

Dubai-Schokolade mit Pistazien und Kadayif

Vom Hype zur Massenware

Die Dubai-Schokolade war ein Paradebeispiel für virale Food-Trends, die durch soziale Medien befeuert werden. Videos und Posts zeigten die ungewöhnliche Textur und die luxuriösen Zutaten, was die Nachfrage weltweit explodieren ließ. Einst als Luxusprodukt gefeiert, hat sie sich von einer exklusiven Delikatesse zu einem weit verbreiteten Phänomen entwickelt, das inzwischen seinen Reiz zu verlieren scheint. Während der Hype abklingt, versucht Lindt, mit einer neuen Sorte im Premium-Segment die nächste große Schokoladentrendwelle auszulösen.

Lindt und die Neuinterpretation

Lindt, der Schweizer Premium-Hersteller, hat diese Entwicklung erkannt und bringt mit der „Dubai Style Chocolade“ eine eigene Interpretation des Trends auf den Markt. Die neue Sorte kombiniert knusprigen Kadayif und cremige Pistazienfüllung, bleibt aber bewusst im Premium-Segment und könnte den nächsten Schokoladen-Trend einläuten. Lindt greift den Kern des Hypes - die Kombination aus Geschmack und Textur - auf, um eine neue Richtung im Premium-Segment einzuschlagen. Mit „Dubai Style Chocolade“ will der Hersteller auf sensorische Innovation und Positionierung im gehobenen Preissegment setzen, um sich von der Massenware abzuheben.

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Lindt

Rechtliche und markenrechtliche Aspekte

Ein weiterer Wendepunkt für die Dubai-Schokolade war ihre rechtliche Problematik. Das Oberlandesgericht Köln entschied, dass der Begriff „Dubai-Schokolade“ nur für Produkte verwendet werden darf, die tatsächlich in Dubai hergestellt wurden. Lindt reagierte darauf mit der Umbenennung in „Dubai Style Chocolade“ und distanzierte sich bewusst von geografischen Ansprüchen. Statt eines Hypes um eine Herkunft setzt Lindt auf Genussmomente, die durch außergewöhnliche Texturen wie den Kadayif-Crunch geschaffen werden.

Generell kann man eine Ursprungsbezeichnung weltweit schützen lassen. Patentanwalt Rüdiger Bals erklärt der DW, dass dies jedoch nur für Länder gelten würde, die Teil des Abkommens sind. Und das sind die Vereinigten Arabischen Emirate, in denen Dubai liegt, nicht. Allerdings können sich Länder auch in bilateralen Abkommen auf den Schutz von Herkunftsangaben einigen. Allein in Deutschland gibt es nach Angaben des Deutschen Patent- und Markenamtes 19 aktuelle Markenanmeldungen mit dem Bestandteil "Dubai" in Bezug auf Süßwaren. Eine Marke davon sei sogar schon eingetragen, es laufe allerdings ein Widerspruchsverfahren gegen den Eintrag. Bals hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass diese Markenanmeldungen erfolgreich sein werden. Denn "Dubai-Schokolade" ist mittlerweile im Sprachgebrauch ein üblicher Begriff für Schokolade mit Pistaziencreme und Kadayif geworden.

Die Umsetzung auf deutschen Weihnachtsmärkten

Der Wirbel um die Dubai-Schokolade ist weiterhin ungebrochen und macht auch vor der letzten Bastion der winterlichen Kulinarik keinen Halt. Denn auch auf dem Weihnachtsmarkt am Kölner Dom hält die edle Nascherei jetzt Einzug. Nasrat Kushkaki, Gründer der Schokoladenmanufaktur Kischmisch, bringt auf dem Roncalliplatz seine eigens hergestellten Varianten der Dubai-Schokolade an die Kundschaft - und das mit großem Erfolg, wie er t-online erzählt.

"Wir machen alles selbst - vom Schmelzen der Schokolade bis zur finalen Veredelung", erzählt Kushkaki stolz. Als einer der größten Pistazienhändler Deutschlands habe er Zugang zu hochwertigen Zutaten, die seine Produkte besonders machen. "Wir verwenden Pistazien aus der Türkei und verzichten komplett auf billigen Zucker", erklärt er. Das Ergebnis ist eine Schokolade, die sich von industriellen Massenwaren abhebt. Doch die Qualität hat auch ihren Preis: Für ein 200-Gramm-Stück zahlen Kunden 15 Euro. "Die Herstellung ist aufwendig, und die Rohstoffe sind von höchster Qualität", betont Kushkaki. "Pistazien und Schokolade haben sich in den letzten Jahren preislich verdoppelt - und dennoch setzen wir weiter auf handwerkliche Arbeit."

Bis zu 500 Tafeln Dubai-Schokolade werden täglich verkauft. Die Resonanz auf dem Weihnachtsmarkt aber gebe ihm recht: "Wir sind fast jeden Tag ausverkauft", berichtet er. An guten Tagen gehen bis zu 500 Stück über die Theke, an schwächeren zwischen 100 und 200. Viele Käufer seien neugierig, andere kämen gezielt, um die Schokolade als Weihnachtsgeschenk zu erwerben.

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Weihnachtsmarkt-Verkaufsstand mit Dubai-Schokolade

Variationen und Preispolitik

Auf deutschen Weihnachtsmärkten finden sich Dubai-Schokoladen-Crépes, Heiße Dubai-Schokolade oder auch Dubai-Schokolade-Waffeln. Die Dubai-Mandeln sind mit Schokolade und Pistazien-Creme sowie kleingehackten Pistazien überzogen. 100 Gramm der Süßigkeit kosten 8 Euro, sind somit doppelt so teuer wie gebrannte Mandeln. Die Kunden stört es nicht. „Der Hype kommt bei den Kunden gut an. Entweder man springt mit auf, oder lässt es“, sagt die Angestellte Marcsi Bomberker (34).

An der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz in Berlin gibt es am Stand von Wollenschläger Quarkbällchen im Dubai-Style. Das Gebäck wird frittiert, dann mit Schokoladen-Sauce beträufelt. Anschließend kommen Pistazien-Sirup und Engelshaar über die Bällchen. Vier Stück kosten 12 Euro, sind somit sieben Euro teurer als klassische Quarkbällchen mit Puderzucker.

Auf dem Weihnachtsmarkt 100 Sterne am Dorothea-Schlegel-Platz bietet Francis Probst (34) heiße Dubai-Schokolade an. Heiße Schokolade wird auf 2 cl Pistazien-Sahne-Likör gegossen. Alkoholgehalt: 17 Prozent. „Glühwein scheppert aber mehr“, sagt die Schaustellerin. Ihren Kunden gefällt das Dubai-Heißgetränk allerdings. Auch wenn die Tasse mit 6 Euro einen Euro teurer ist als herkömmlicher Kakao mit Schuss.

Sandra Witte (47) verkauft an ihrem Stand Crêpes in Dubai-Schokoladen-Art. Auf den Teig wird Nugat-Creme geträufelt, anschließend kommt eine Paste aus Pistazien-Creme und Engelshaar hinzu. Das Crêpe wird zusammengefaltet und anschließend mit gehackten Pistazien verziert. Preis: 8 Euro. Doppelt so teuer wie ein klassischer Crêpe mit Zimt und Zucker (4 Euro). „Es wird häufig von meinen Kunden gekauft - ein absoluter Trend“, sagt Witte.

Die Baumstriezel-Manufaktur stellt das Gebäck mit Zimt und Zucker her; im Dubai-Style macht der Baumstriezel 9 Euro. „Wir nehmen den Hype mit“, sagt der Mitarbeiter Camim Hamid (23). Auch sein Kollege Meme Karaca (22) ist begeistert: „Gerade junge Leute kaufen den Baumstriezel im Dubai-Style.“

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Extremvarianten: Bratwurst und mehr

Martin Blume (60) ist der Dubai-Trend nicht völlig Wurst. Er bietet auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz Dubai-Bratwurst an. „Wir haben viele internationale Gäste, die fragen, ob die Wurst Halāl ist“, sagt er. Die Halal-Wurst: Hälfte Geflügel, Hälfte Kalb wurde mit Pistazien und Knoblauch verfeinert. Kostet: acht Euro. Eine normale Rostbratwurst kostet fünf Euro. Zwischenzeitig war die Wurst sogar ausverkauft. „Das ist keine Spinnerei, es ist ein Hype, und wir machen mit“, sagt Blume zu BILD.

Dubai-Bratwurst mit Pistazienstückchen

Ökonomische und kulturelle Beobachtungen

Der Hype um die Dubai-Schokolade erreicht nun auch den Kölner Weihnachtsmarkt. Unternehmer Nasrat Kushkaki stellt die Schokolade selbst her. Das kommt gut an. Hinter dem Glas türmen sich Cashewnüsse und Trockenfrüchte. Doch die meisten Besucher kommen wegen einer Ware, die genau in der Mitte der Auslage auf Stapeln liegt: Handgemachte Dubai-Schokolade. Die Verkaufsstand gehört der Kischmisch-Manufaktur, die eigentlich Spezialitäten aus Zentralasien bietet. Und der Deutsch-Afghane ist nicht der Einzige, der auf den Trend aufgesprungen ist.

Viralität und Experimentierfreude treiben die Ausbreitung des Trends voran. Virale Food-Trends haben oft eine kurze Lebensdauer, und die Dubai-Schokolade ist keine Ausnahme. Doch die Idee hinter ihrer Beliebtheit - die Verbindung von luxuriösen Zutaten und ungewöhnlichen Texturen - bleibt relevant. Ob die neue Schokoladenkreation von Lindt tatsächlich zum nächsten großen Trend wird, bleibt abzuwarten. Doch eines zeigt sich deutlich: Die Zukunft des Premium-Schokoladenmarktes liegt in sensorischen Erlebnissen, die über Geschmack hinausgehen und Konsumenten auf neue Weise begeistern.

Reportage über Dubai-Schokolade auf Weihnachtsmärkten

Kurze Datentabelle: Preisvergleich klassisch vs. Dubai-Style (Auswahl)

Produkt Klassisch Dubai-Style
Quarkbällchen (4 St.) 5 Euro 12 Euro
Crêpe 4 Euro 8 Euro
Baumstriezel 7,50 Euro 9 Euro
Gebrannte Mandeln / Dubai-Mandeln (100 g) 4 Euro 8 Euro
Bratwurst 5 Euro 8 Euro

Noch nicht genug von Schokolade?

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