Weihnachtshaus aus Lebkuchen basteln – ausführliche Anleitung zum Backen, Bauen und Verzieren

Ein Lebkuchenhaus selbst zu machen ist eine schöne Bastel- und Backaktion. Ein Lebkuchenhaus kannst du vom Lebkuchenteig bis zu den aufgeklebten Süßigkeiten selber machen, sodass du am Ende von allem naschen kannst. Es ist nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch ein kreatives Projekt für Groß und Klein. Knusper, knusper, Knäuschen ... So ein märchenhaftes Lebkuchenhaus selber zu machen, ist kein Hexenwerk und macht Erwachsenen genauso großen Spaß wie Kindern.

Warum selbstmachen? Zutatenqualität und Nachhaltigkeit

Im Rezept verwendest du unter anderem Eier, Butter und Honig. Diese Produkte kannst du gut regional einkaufen, zum Beispiel auf Wochen- oder Bauernmärkten sowie in Hofläden. Große Supermärkte haben teilweise auch regionale Produkte, dort kannst du häufig auf den Verpackungen erkennen, wo sie herkommen. Auch beim Zucker kannst du darauf achten, dass er von in Deutschland angebauten Zuckerrüben statt südamerikanischem Zuckerrohr kommt. Für Zutaten, die du nur aus dem Ausland beziehen kannst, wie Kakao, Zimt, oder Muskatnuss, achte am besten auf Fairtrade-Konditionen beim Anbau.

Übersicht: Ablauf in wenigen Schritten

  • Teig zubereiten und ruhen lassen
  • Schablonen erstellen und Teig ausrollen
  • Teile zuschneiden und backen
  • Hausteile gut aushärten lassen
  • Zuckerguss (Royal Icing) anrühren
  • Teile dekorieren, dann Haus zusammenbauen
  • Fertig dekorieren und trocknen lassen

Zutatenbeispiele für Lebkuchenteig

Je nach Rezept sind die Mengen unterschiedlich, hier sind typische Zutaten, die in den verschiedenen Rezepten genannt werden: Honig, Butter, brauner Zucker, gemahlene Mandeln (oder andere Nüsse), Mehl, Zimtpulver, Lebkuchengewürz, Zitronenschale, Kakao, Ei. Typisches Beispielrezept für den Teig: 250 g Honig, 150 g Butter, 250 g brauner Zucker, 200 g gemahlene Mandeln, 400 g Mehl, 1 TL Zimtpulver, 2 TL Lebkuchengewürz, abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone, 1 EL Kakao, 1 Ei.

Teig vorbereiten (Praxisanleitung)

Honig, Butter und Zucker in einem Topf unter Rühren erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Kurz abkühlen lassen. Gib das Eigelb zusammen mit der Butter und dem Zucker in eine Schüssel. Jetzt kannst du alle anderen Zutaten in die Schüssel geben und alles vorsichtig verrühren. Wenn sich einzelne Klümpchen bilden, dann knete nochmal mit deinen Händen alles durch. Nach dem Kneten solltest du den Teig für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. In vielen Rezepten wird empfohlen, die Schüssel mit Frischhaltefolie abzudecken und den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen zu lassen.

Schablonen, Maße und Zuschnitt

Schablonen: Dach unten links; Wand oben links; Rückwand oben rechts; Eingang unten rechts. Damit der Lebkuchenteig auch für das komplette Haus reicht, kannst du mit folgenden Maßen Schablonen basteln. Verwende dafür zum Beispiel Pappreste. Die Größe der Grundplatte kannst du frei wählen. Entscheide dich, wie dein Lebkuchenhaus aussehen soll. Zeichne die einzelnen Bauteile - also zum Beispiel Wände und Dach - auf einen dünnen Karton in der Größe eines Backblechs und schneide die Schablonen aus. Setze die Teile zur Probe zusammen. So siehst du, ob alles passt.

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Den gekühlten Teig kurz durchkneten, dann auf Backpapier oder einer Silikonmatte mind. 0,5 cm dick ausrollen. Die vorbereiteten Schablonen auslegen; es ist normal, dass Teig übrig ist; dieser kann dann für die Bodenplatte und Kekse zum Verzieren verwendet werden. Mithilfe der Schablonen alle Teile für das Lebkuchenhaus mit einem spitzen Messer oder einem Pizzaschneider aus dem Teig ausschneiden und auf die Backbleche legen. Verwende ein scharfes Messer oder Skalpell, um die Formen auszuschneiden, und achte darauf, dass genügend Abstand zwischen ihnen bleibt, damit sie beim Backen nicht zusammenlaufen.

Schablone aus Pappe und Teig ausgerollt

Backen und Aushärten

Backofen auf 180 °C vorheizen (Umluft 160 °C je nach Rezept). Ziehe das Backpapier mit den Formen vorsichtig auf ein Backblech. Backe in der Mitte des Ofens bei 175-180°C für ca. 8-20 Minuten, je nach Dicke der Teile, bis die Ränder goldbraun sind. Ein Beispiel: Die Lebkuchenhaus-Teile 20 bis 30 Minuten backen, bis die Teile in der Mitte fest sind; in anderen Rezepten reichen 8-13 Minuten bei dünneren Platten.

Nach dem Backen die Platten vollständig an der Luft auskühlen und aushärten lassen, mindestens einige Stunden, am besten über Nacht. Feine Details lassen sich leichter dekorieren, solange die Teile flach liegen, bevor das Haus zusammengebaut wird. Lasst die gebackenen Teile am besten über Nacht offen liegen. Zum „Bekleben“ und Zusammenbauen benötigt man so genanntes Royal Icing.

Abgekühlte Lebkuchenplatten auf Gitter

Zuckerguss (Royal Icing) - das „Mörtel“-Rezept

Für einen stabilen Lebkuchenhaus Zuckerguss benötigst Du nur wenige Zutaten: Puderzucker und Eiweiß (oder Alternativen). Typisches Rezept: 500-600 g Puderzucker und 2-3 Eiweiß. Das Eiweiß in einem hohen Becher mit den Schneebesen des Handrührgerätes steif schlagen, währenddessen den Puderzucker einrieseln lassen, bis eine dickcremige, zähe Masse entsteht, die Spitzen zieht. Gib den Zitronensaft hinzu und schlage die Masse so lange, bis ein fester, glänzender Zuckerguss entsteht. Die dicke Glasur direkt in einen Spritzbeutel füllen.

Wichtig: Wenn du rohe Eier verwendest, solltest du unbedingt darauf achten, dass sie nicht älter als eine Woche sind und frisch aus dem Kühlschrank kommen. Diese Alternativen zum rohen Eiweiß sind ein bisschen flüssiger und brauchen länger zum fest zu werden. Zitronen-Zuckerguss: Für das Lebkuchen-Rezept brauchst du den Abrieb einer Zitrone. Den Saft dieser Zitrone kannst du für den Zuckerguss verwenden. Alternativ: Einen dicken Zuckerguss aus 300 g Puderzucker und 50 g Wasser anrühren.

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Dekorieren: Ideen und Materialien

Pünktlich zum spaßigen Teil: das Verzieren! Für die Verzierung kannst du Süßigkeiten nach Belieben verwenden, z. B. Schokolinsen, Fruchtgummis, Fondantringe, Nonpareilles, kleine Plätzchen. Wenn du die Lebkuchen mit Süßigkeiten beklebst, wird das Lebkuchenhaus kunterbunt. Für die Deko brauchst du allerdings gar nicht so viele Süßigkeiten, daher lohnt es sich, Süßigkeiten-Reste zu verwenden. Kekse: Auch kaputt gebrochene Kekse kannst du noch als Dachziegel für das Lebkuchenhaus verwenden.

Gesündere Alternative: Lebkuchen mit Nüssen bekleben - gesünder als die Variante mit Süßigkeiten und auch schön anzuschauen. Im Lebkuchenteig und im Zuckerguss ist schon viel Zucker enthalten. Um beim Dekorieren weiteren Zucker zu vermeiden, kannst du Nüsse verschiedenster Art zusammen mit Trockenfrüchten verwenden. Das Lebkuchenhaus sieht dann nicht ganz so bunt aus, aber dafür natürlicher. Die meisten Nussorten werden nicht in Europa angebaut und kommen daher unter anderem aus Afrika. Du kannst das vermeiden, indem du beim Kauf der Nüsse auf ein Fairtrade-Siegel achtest.

Mit einem Spritzbeutel kannst du beliebige Muster auf das Lebkuchenhaus malen. Du kannst den Lebkuchen auch mit Mustern bemalen und die Süßigkeiten oder Nüsse weglassen. Dafür benötigst du allerdings einen Spritzbeutel, der nur eine sehr kleine Öffnung besitzt. So kannst du feine Linien ziehen und genaue Muster malen. Wenn das Lebkuchenhaus schön verschneit aussehen soll, setzt du zusätzlich Zuckergusskleckse auf Flächen und Oberkanten und streust Kokosflocken auf den noch feuchten Zuckerguss.

Verzierungen und Süßigkeiten neben dem Haus

Haus zusammenbauen: Schritt-für-Schritt

  1. Zuckerguss als Klebstoff und für die Dekoration des Lebkuchenhauses herstellen und in einen Spritzbeutel füllen.
  2. Auf das Fundament eine Zuckergusslinie auftragen und darauf die Unterkante eines Seitenteils setzen. Ca. 5 Minuten festhalten und dann z.B. mit einem Kaffeebecher von der Innenseite abstützen.
  3. Nacheinander alle Seitenteile mit Zuckerguss auf die Unterlage kleben und untereinander an den Kanten zusammenkleben. Jeweils erst einige Minuten antrocknen lassen, bevor du zum nächsten Teil übergehst.
  4. Von innen und außen noch einmal alle Kanten und Ecken mit Zuckerguss ausspritzen. Etwa eine Stunde aushärten lassen, besser über Nacht.
  5. Zuckerguss entlang der Ränder der ersten Dachhälfte spritzen sowie außen entlang der Seitenteile, auf denen das Dach aufliegt. Dachteil aufsetzen, so dass es sauber oben mit den Giebeln abschließt. 5 Minuten fest halten und wieder zur Befestigung entlang aller Mauern Zuckerguss spritzen.
  6. Mit der zweiten Dachhälfte genauso verfahren. Die Schornsteinteile ebenfalls mit Zuckerguss zusammenfügen und auf dem Dach befestigen.

Zum Fixieren kannst du eine Tasse auf die Bodenplatte stellen und die Wände daran anlegen. Beim Kleben der Lebkuchen-Wände brauchst du etwas Geduld. Wenn du zu schnell alles aneinander befestigst, dann kann es passieren, dass die Dächer runterrutschen. Hinweis: Wenn du erst alles zusammenklebst und danach erst gestaltest, kann es passieren, dass die Deko immer wieder nach unten rutscht und abfällt. Daher ist es sinnvoller, erst alle Hauswände in Ruhe zu gestalten, trocknen zu lassen und dann aneinander zu kleben.

Haus in Bauphase mit gestützten Wänden

Tipps für Stabilität und Haltbarkeit

  • Verwende ausreichend Zuckerguss, um die einzelnen Teile gut zu fixieren.
  • Achte darauf, dass der Lebkuchen vollständig abgekühlt ist, bevor du ihn zusammenfügst, da warme Teile leicht brechen können.
  • Besonders das Dach benötigt extra Stabilität, verwende bei Bedarf dickere Lebkuchenstücke.
  • Lasse das Lebkuchenhaus mindestens einige Stunden, am besten über Nacht, stehen, bevor du mit der weiteren Dekoration beginnst.
  • Am besten ist es, wenn du das Haus nach dem Naschen immer abdeckst. So trocknet der Lebkuchen nicht aus und kein Staub kann sich darauf absetzen.
  • Trocken gelagert hält ein Lebkuchenhaus durchaus 1-2 Monate; am besten offen - nicht luftdicht.

Varianten: Vegan, mehrstöckig, Geschenkidee

Veganes Lebkuchenhaus: Das klassische Rezept lässt sich leicht anpassen, indem du pflanzliche Alternativen verwendest. Statt Honig und Eiern kannst du zum Beispiel Ahornsirup und pflanzliches Eiweiß verwenden. Für den Zuckerguss eignen sich Aquafaba (Kichererbsenwasser) oder veganer Eiersatz. Die Struktur bleibt dabei stabil und der Geschmack ist köstlich - ohne tierische Produkte!

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Bei mehrstöckigen Lebkuchenhäusern setzt du die einzelnen Ebenen zunächst separat zusammen, bevor du das gesamte Haus montierst. Befestige den Boden nach Wunsch auf einem Brett oder Tablett für eine stabile Konstruktion. Ein Lebkuchenhaus ist auch eine tolle Geschenkidee denn es ist nicht nur sehr dekorativ, es duftet auch herrlich weihnachtlich.

Fertiges bunt verziertes Lebkuchenhaus als Geschenk

Praktischer Zeitplan und Hinweise fürs Basteln mit Kindern

Ein möglicher Zeitplan: Am ersten Tag den Teig zubereiten, am nächsten Tag Teile backen und aushärten lassen, am dritten Tag dekorieren und zusammenbauen. Etwas Zeit solltest du allerdings dafür einplanen, da der Teig über Nacht ruhen und das Haus vor dem Dekorieren aushärten muss. Wenn du mit kleineren Kindern ein Lebkuchenhaus backen willst, empfehlen wir, die Hausteile schon vorzubereiten und dann gemeinsam das Lebkuchenhaus zusammenzubauen und zu verzieren. Kinder lieben das Verzieren der Dachplatten!

Feinschliff: Deko-Techniken und Tricks

Mit dem Zuckerguss kannst du zum Beispiel auf dem Dach kleine Butterkekse als Dachpfannen anbringen, an den Mauern Fruchtgummis, kleine Bretzeln, Schokolinsen und Ähnliches befestigen, Fenster und Türrahmen aufmalen usw. Leichter als mit einem Backpinsel gelingt das mit einem selbst gemachten Spritzbeutel aus Backpapier. Eiszapfen dressieren, indem der Spritzbeutel angesetzt wird und zügig nach unten gezogen wird. Kacheln auf das Dach auftragen. Am besten über Nacht trocknen lassen.

Schritt-für-Schritt: Lebkuchenhaus bauen und verzieren

Häufige Fragen (FAQ)

Kann man das Lebkuchenhaus essen? Grundsätzlich kann man das Lebkuchenhaus nach unserem Rezept natürlich essen. Da das Haus allerdings häufig erst lange als Dekoration im Haus steht, werden die Lebkuchen hart. Sie lassen sich aber problemlos wieder aufweichen. Dazu legst du die Lebkuchen zerschnitten (oder das Haus im Ganzen) in eine Metall- oder Plastikdose zusammen mit einigen Apfelstücken. Nach zwei Tagen sind die Lebkuchen wieder weich und essbar.

Lässt sich ein Lebkuchenhaus verschenken? Ja! Ein Lebkuchenhaus ist ein wunderbares Geschenk für alle Freunde und Verwandte. Fast jeder liebt den Anblick des süßen Häuschens. Hat man sich als Beschenkter dann daran satt gesehen, darf man sich schließlich auch noch satt essen.

Rezepte und Gewürzmischung

Gewürzmischung selbstgemacht: Alles, was du dafür brauchst sind 8 TL Zimt, 7 TL Piment, 3 TL Ingwerpulver, 2 TL Anis, 2 TL Koriander, 1 TL Kardamom, 1 TL Muskat, 1 TL Nelken und 1 TL getrockneter Fenchel. Einfach vermischen und fertig ist das leckere Lebkuchengewürz. In ein hübsches Säckchen gefüllt, eignet sich das Gewürz auch zum Verschenken.

Tabelle: Typische Mengenangaben (Beispiel)

Für den TeigBeispielmenge
Honig250 g
Butter150-175 g
Zucker (braun/weiß)200-250 g
Mehl400-650 g
Ei1-1 Stück
Gewürzeje nach Geschmack (Lebkuchengewürz)
Für den ZuckergussBeispielmenge
Puderzucker300-600 g
Eiweiß2-3 Stück

Mit ein paar einfachen Tricks steht das Haus stabil und sieht einfach zum Anbeißen aus. Egal, ob ihr es vernaschen oder nur anschauen wollt: Ein Lebkuchenhaus muss nicht perfekt sein. Hauptsache, es steht, ist kunterbunt, duftet und macht glücklich.

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