Weiße Schokolade Nikolaus: Herstellung und Besonderheiten
Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender, und zwar in vielen Ländern der Welt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Sie gehören zur Vorweihnachtszeit und begleiten mit einer täglichen kleinen Überraschung durch den Dezember, wobei besonders weiße Schokolade-Nikoläuse zu den begehrten Süßigkeiten zählen.
Geschichtlicher Hintergrund des Schokoladen-Nikolaus
Die Idee für den Schokoladen-Weihnachtsmann beziehungsweise Nikolaus stammt aus der Zeit um 1820. Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt. Noch in den 1930er Jahren waren Schoko-Nikoläuse in katholischen Regionen stark verbreitet.
Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts hin wurde Schokolade allmählich für die breite Masse verfügbar, galt aber nach wie vor als luxuriöse Delikatesse, die nur zu besonderen Anlässen wie Weihnachten verschenkt wurde. Etwa 20 Jahre später wurde der Schoko-Nikolaus erstmals als Hohlkörper hergestellt. Schon früh gab es erste, damals untypische Darstellungen vom Nikolaus mit Mantel und Zipfelmütze. In den folgenden Jahrzehnten nahm die Bedeutung des Heiligen jedoch stark ab - auch weil der Weihnachtsmann inzwischen in der Alltagskultur angekommen war.
Herstellung von Schokoladen-Nikoläusen
Vom Massivkörper zum Hohlkörper
Wenige Jahrzehnte nach den massiven Schokoladenfiguren schufen ebenfalls Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Für den Durchbruch zum Massenphänomen brauchte es die industrielle Fertigung in größeren Mengen. Zuerst wurden Massenprodukte in flache Formen gegossen, die auf einer Seite eine Reliefprägung hatten. So entstanden die heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner: Sie sind nicht hohl und zeigen ihre Struktur zum Beispiel mit einem langen Bart nur auf einer Seite, die andere bleibt flach.
Darauf aufbauend und eine aus Dänemark stammende Erfindung nutzend, begann in der Folge die Herstellung von Hohlfiguren, indem sie dann geschleudert werden, sodass die flüssige Schokolade innen an der Form gleichmäßig verteilt wird. Dieses sogenannte Schleudergussverfahren revolutionierte die Schokoladenwelt: Es wird flüssige Schokolade in eine Form aus zwei Hälften gegossen und solange gedreht, bis sich die Schokolade gleichmäßig verteilt und beim Abkühlen fest wird.
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Erfolg durch industrielle Produktion
Ab den 1950er Jahren nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. Bis heute werden Hohlkörper-Figuren wie Weihnachtsmänner und Osterhasen auf diese Weise hergestellt. In Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt, im Jahr 2023 sogar 167 Millionen, von denen 62 Millionen exportiert wurden.
| Jahr | Produzierte Schokoladen-Nikoläuse (Mio.) | Exportiert (Mio.) |
|---|---|---|
| 2021 | 160 | 53 |
| 2023 | 167 | 62 |
Verpackt werden die Schokoladen-Figuren seit Jahrzehnten in Aluminiumfolie. Mittlerweile gibt es sogar reißfeste Folien, die auch bei kantigen Schokoladenfiguren nicht reißen. Diese Folien können in einem Stück von der Figur abgezogen werden.
Weiße Schokolade im Fokus
Weiß, cremig, süß - weiße Schokolade sticht sofort ins Auge. Manche schwören auf ihren feinen Schmelz, andere zweifeln, ob sie überhaupt „echte“ Schokolade ist. Sie ist eines der wertvollsten Pflanzenfette der Welt - die Kakaobutter. Im flüssigen Zustand schimmert sie klar und golden, im festen Zustand verändert sie sich zu einer weißen Masse.
Bei der Herstellung von weißer Schokolade wird auf die Verwendung von Kakaopulver verzichtet. Stattdessen wird Kakaobutter mit Zucker und Milchbestandteilen verarbeitet. Viele kennen Kakaopulver als Zutat für eine heiße Schokolade oder zum Backen. Doch die Herstellung von Schokolade ist ohne Kakaopulver undenkbar - außer bei der weißen Schokolade.
Der Nikolaus - Symbolik und regionale Besonderheiten
Die Schoko-Ausgaben von Nikolaus und Weihnachtsmann können auf den ersten Blick nur von Profis auseinander gehalten werden. Der lange weiße Bart, die ungewöhnliche Kleidung, die füllige Statur - sie schmecken beide himmlisch und sehen einander zum Verwechseln ähnlich. Auch wenn Mitra, Bischofsstab und Ring den Heiligen aus Myra eindeutig kennzeichnen.
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In Österreich ist der Schokoladen-Nikolaus bis heute die gängige Weihnachtsfigur. Sehr wohl aber in Österreich, wo die Schokoladenfiguren des Heiligen auch im Einzelhandel einen etablierten Platz haben. Die Weihnachtsmänner, die vor Weihnachten nicht verkauft werden konnten, werden entgegen aller Gerüchte nicht eingeschmolzen und zu Osterhasen verarbeitet, sondern in den Wochen danach billig verkauft oder gespendet.
„Wir beobachten das mit Freude“, sagt Schwester Theresita Müller vom Bonifatiuswerk. Das Nordeuropa-Hilfswerk aus Paderborn wirbt seit 2002 mit ihrer Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone" für das Nikolaus-Brauchtum und hat durch ihre Initiative dafür gesorgt, dass der Schoko-Bischof auf dem Vormarsch ist. Sr. Theresita ist es nur Recht, dass einige wenige Schokoladenhersteller Sankt Nikolaus für sich entdeckt haben. Schließlich geht es dem Bonifatiuswerk darum, den Heiligen in der Öffentlichkeit präsenter zu machen.
Hersteller und Vielfalt
Heilemann und Viba stellen zur Weihnachtszeit verschiedenste Figuren aus Schokolade her. Die Confiserie Riegelein betont, der Nikolaus trage das traditionelle Bischofsgewand mit aufgesetzter Mitra und angeklebtem Bischofsstab und bietet zahlreiche Varianten in unterschiedlichen Größen an. Bei der Confiserie Riegelein hingegen hält man sich sehr bedeckt mit konkreten Zahlen. Das Schokoladenunternehmen aus Cadolzburg bei Nürnberg hat Nikolausdarstellungen nach eigenen Angaben schon "seit mehreren Jahrzehnten" im Sortiment. Bewusst lobt die Confiserie die positiven Eigenschaften, die mit dem heiligen Nikolaus verbunden werden: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Freude schenken.
In der Tat tun sich viele große Firmen der Schokoladen-Branche wesentlich schwerer mit dem Nikolaus als kleinere Unternehmen, von denen selbst nur eine Handvoll Schoko-Bischöfe herstellt. So sind etwa von den beiden größten Schokoladen-Marken Milka und Lindt in Deutschland keine Nikoläuse erhältlich.
Ein fester Platz in der Adventszeit
Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Ihren ersten großen Auftritt haben sie am Nikolausmorgen, dem 6. Dezember, wenn die glitzernd eingewickelten Nikoläuse Groß und Klein erfreuen.
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Klimawandel und Rohstoffproblematik
Der menschengemachte Klimawandel stellt den Kakaoanbau vor eine Reihe von Problemen. Die Bohne, die die Grundlage für die von uns so geliebte Schokolade bildet, scheint in Gefahr zu sein. In den Subtropen entlang des Kakaogürtels finden die Kakaobäume beste Bedingungen, um zu wachsen und Kakaofrüchte hervorzutreiben. Der Kakaobaum, wie wir ihn heute kennen, kann ausschließlich unter besonderen klimatischen Bedingungen wachsen und Kakaofrüchte tragen. Die Pflanze ist sehr anspruchsvoll: Sie benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit und viel Regen bei möglichst konstant hohen Temperaturen zwischen 25 und 30 °Celsius.
In Deutschland beschäftigen sich mehr als 80 Unternehmen professionell mit der Herstellung von Schokoladenwaren: Hier wird geforscht, probiert, verfeinert, vollendet und natürlich produziert.
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