Was passiert mit nicht verkauften Schoko-Weihnachtsmännern nach Weihnachten
Nach Weihnachten bleiben in vielen Regalen Schoko-Weihnachtsmänner übrig - trotz Rabatten und Kauflaune vor den Feiertagen. Die Frage, ob diese übrig gebliebenen Schoko-Figuren wieder eingesammelt, eingeschmolzen und Monate später als Schokoladentafeln oder Osterhasen erneut im Regal auftauchen, beschäftigt Verbraucher immer wieder.
Mythos Einschmelzen und Wiederverwendung
„Alle Jahre wieder kursiert das Märchen, dass die möglicherweise überschüssigen Schokoladen-Weihnachtsmänner eingeschmolzen werden und an Ostern als Goldhasen wieder in den Regalen des Handels landen. Diese Legende ist natürlich völlig absurd“, sagt Sylvia Kälin, Pressesprecherin des Schweizer Konzerns Lindt & Sprüngli, zu BILD. Das käme schon allein aus Qualitätsgründen nicht in Frage.
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) widerspricht diesem Mythos klar. Saisonartikel werden demnach grundsätzlich aus frisch hergestellter Schokoladenmasse produziert. Eine Wiederverwertung bereits im Handel gewesener Ware ist nicht vorgesehen, heißt es.
Zum einen greifen strenge Hygienevorschriften: Produkte, die einmal im Verkauf waren, dürfen nicht zurück in die Produktion. Zum anderen wäre der Aufwand erheblich. Rücktransport, Auspacken, Einschmelzen und erneutes Formen würden zusätzliche Kosten verursachen - wirtschaftlich lohnt sich das nicht.
Qualitäts- und Hygienebedenken
Durch Transport, das Herumstehen und Anfassen im Supermarkt und andere äußere Einflüsse kann die empfindliche und dünne Alufolie, die die Schokohasen schützt, kleinste Risse oder Löcher bekommen. Und durch diese - selbst wenn sie von außen gar nicht sichtbar sind - könnten Bakterien und Schmutz geraten. Die Hygiene spielt hier also die Hauptrolle.
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„Die Endverbraucher erwarten etwas Besonderes von Lindt. Deshalb legen wir sehr großen Wert darauf, dass die Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur in den Genuss eines außerordentlichen Geschmackserlebnisses und einer sehr hohen Produktqualität kommen, sondern sich auch immer und jederzeit auf die Frische unserer Produkte verlassen können“, erklärt Kälin.
Übliche Verfahren nach den Feiertagen
Der erste Schritt nach den Feiertagen: Preisnachlässe. Händler versuchen, übrig gebliebene Saisonware mit teils hohen Rabatten aus den Regalen zu bekommen. Noch vor Ostern senkten Händler die Preise für Schokohasen teils deutlich - selbst Markenprodukte von Lindt wurden rabattiert.
Nach den Rabattaktionen bleibt häufig Ware übrig, die dann andere Wege nimmt. Was nach den Rabattaktionen übrig ist, geht häufig an karitative Einrichtungen wie Tafeln, Kitas, Kinderheime oder Altersresidenzen. „Verbleibende Restbestände werden beispielsweise auch in unserem Fabrikladen mit einem Preisabschlag angeboten. Sollten dann immer noch kleine Mengen übrig bleiben, werden diese an Kinderheime, Altersresidenzen oder karitative Organisationen verschenkt“, erklärt Lindt & Sprüngli-Sprecherin Sylvia Kälin.
Auch der Export spielt eine Rolle. Überschüssige Schokolade wird in Länder geliefert, in denen Ostern keine Bedeutung hat. Dort zählt weniger die Form als der Inhalt: Die Produkte werden als Süßigkeiten verkauft, nicht als Saisonware.
Warum Überbestände entstehen
Dass überhaupt Ware übrig bleibt, liegt auch am System. Hersteller produzieren mit einem gewissen Puffer, um kurzfristige Nachbestellungen des Handels bedienen zu können. Gleichzeitig orientiert sich die Planung an Erfahrungswerten und konkreten Bestellungen.
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Ganz vermeiden lassen sich Restbestände nicht. Einer der Gründe: Gestiegene Kakaopreise treffen auf eine zurückhaltendere Nachfrage. 2025 wurden rund 228 Millionen Schoko-Osterhasen produziert - etwa fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Grund sind vor allem gestiegene Kakaopreise. Nur knapp die Hälfte der Produktion bleibt in Deutschland, der Rest geht in den Export.
Preisentwicklung und Kaufverhalten
Fast 9 Euro für einen Schokohasen von Lindt. 200 Gramm Schokolade. In der Luxus-Edition mit dem Blumenhalsband kostete der Goldhase mit dem gleichen Gewicht sogar 11,50 Euro. Zu teuer, sagten viele Kunden. Und ließen die Schokohasen von Lindt und anderen Marken in den Supermarktregalen stehen. Stattdessen griffen viele zu Eigenmarken von Aldi, Lidl, Rewe und Co.
Nach Ostern steht fest: Für Lindt war das Osterfest eine einzige Katastrophe. Selbst nach den Feiertagen, an denen die Schokohasen mit großen Rabatten ausgestattet wurden, kauft kaum jemand. Warum auch? Ostern ist vorbei und zwei Tafeln Schokolade mit 200 Gramm kosten nicht einmal die Hälfte des einst so beliebten Goldhasen von Lindt.
Wie es für Lindt weitergeht? Die Schokoladenpreise hat der süße Konzern nach dem Oster-Desaster gesenkt. Nicht nur die Schokohasen werden zu Billigpreisen verschleudert. Auch die Tafel Schokolade ist jetzt günstiger. Und das, obwohl das Lindt gar nicht schmeckt. Im zweiten Halbjahr sollen weitere Preissenkungen folgen. Der Schokoladenweihnachtsmann, der 200 Gramm auf die Waage bringt, soll dann statt 8,99 Euro nur noch 7,99 Euro kosten.
Ob das nicht immer noch zu teuer ist, werden die Kunden entscheiden. Schließlich gibt es Schokomänner (etwa von der Lidl-Eigenmarke Favorina), die nicht einmal die Hälfte kosten. Zum Vergleich: 2024 hat der Schoko-Weihnachtsmann von Lidl (200 g) 1,79 Euro gekostet.
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Alternative Nutzung übrig gebliebener Schokoladenmänner
Wenn von Weihnachten noch ein paar Weihnachtsmänner aus Schokolade übrig sind, können diese wunderbar als Glasur für einen Kuchen genutzt werden. Um einen Kuchen aus der 26er Springform mit Schokolade zu überziehen zu können, werden etwa 175 g Schokolade benötigt. Um einen klassischen Gugelhupf mit Schokolade zu verzieren, die an den Seiten hübsch herunterläuft, wie in unserem Schokino Gugelhupf, reichen schon 150 g vom Schoki-Weihnachtsmann.
Übrig gebliebene Schoko-Weihnachtsmänner schmelzen auch für heiße Schokolade dahin. Für 2 Tassen heiße Schokolade werden 500 ml Milch in einem kleinen Topf erhitzt und 100 g Weihnachtsmann-Schokolade hinzugegeben. Alles solange verrühren, bis die Schokolade geschmolzen ist. Mit etwas Vanillezucker, Sahne und Marshmallows lässt sich die Schokolade noch verfeinern.
Wer heiße Schokolade lieber wann anders genießen möchte, kann aus den übrig gebliebenen Weihnachtsmännern auch Trinkschokolade am Stiel machen. Dazu 150 g Schokolade schmelzen und auf 5 große Schnaps-Pinnchen aus Plastik verteilen. In die Mitte eines jeden Schnaps-Pinnchens einen Löffel stecken. Nach etwa 3 Std. Kühlzeit kann die Schokolade am Stiel hübsch dekoriert und verpackt werden.
Selbstgemachte Schoko-Crossies: Dafür einfach 300 g von der Weihnachtsmann-Schokolade mit 20 g Butter im Wasserbad schmelzen und 50 g Cornflakes und 30 g gehackte Mandeln hinzugeben, wie bei unseren Schoko-Crossies. Schokoladen-Soße zum Dessert: Dafür in einem kleinen Topf 200 g Sahne erhitzen und 100 g der Schoko-Weihnachtsmänner in kleinen Stücken dazu geben. Solange rühren, bis die Schokolade komplett geschmolzen ist.
Zum Verfeinern einen Schuss Baileys oder etwas Honig dazu geben. Schoko-Raspeln als hübsches Topping: Dazu den Weihnachtsmann einfach der Länge nach über eine Raspel ziehen. Die Raspeln in einer gut schließenden Box oder einem Gefrierbeutel mit Zipper aufbewahren und nach Belieben als Topping für Desserts oder Müsli verwenden.
Wie wäre es mit einem kleinen Schoko-Fondue? Die Menge ist hierbei nicht entscheidend. Einfach die Menge verwenden, die übrig ist. Die Schokolade in einem Gefrierbeutel im Wasserbad schmelzen und anschließend in ein Schokoladen-Fondue geben oder eine hitzebeständige Schüssel verwenden und diese auf ein Tee-Stövchen stellen, damit die Schokolade länger flüssig bleibt.
Schokoladen-Männer auf Eis legen: Schokolade lässt sich einfrieren. Wenn wirklich große Mengen an Schoko-Weihnachtsmännern übrig sind, wäre das durchaus auch eine Option. Soll es lieber hochprozentig sein? Dann empfehlen wir Schoko-Weihnachtsmänner in einen Schoko-Likör zu verwandeln.
Dazu in einem kleinen Topf zuerst 200 g Schlagsahne mit 100 g Puderzucker kurz aufkochen. Dann 400 g Schokolade dazu geben und in der heißen Sahne schmelzen, dazu den Topf vom Herd nehmen. Dann weitere 200 g Schlagsahne hinzugeben und alles zusammen etwas abkühlen lassen, bevor 250 ml Rum dazu kommen. Alles miteinander verrühren und den Likör in kleine Flaschen füllen und hübsch verzieren.
Schoko-Figuren für das ganze Jahr: Schokoreste einfach in einen Gefrierbeutel geben und im Wasserbad schmelzen. Dann vom Gefrierbeutel eine kleine Ecke abschneiden und die Schokolade etwa 1 cm hoch in Keks-Ausstecher, die zuvor auf ein Backblech gelegt wurden, füllen. Bei Zimmertemperatur fest werden lassen und vorsichtig mit den Fingern aus der Form lösen. Besonders hübsch werden sie, wenn man sie vor dem Trocknen mit Zuckerperlen bestreut.
Selbstgemachte Schoko-Täfelchen oder Bruchschokolade: Dazu die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Anschließend in der gewünschten Dicke auf ein Stück Backpapier geben und verzieren.
Wie viele Schoko-Männer werden produziert und verkauft?
146 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner hatte die deutschen Süßwaren-Industrie laut Bundesverband BDSI zuletzt hergestellt. Rund 96 Millionen wurden in Deutschland verkauft. Der Rest ging in den Export in die EU, die USA, nach Australien, Indien und Japan. Besonders beliebt sind deutsche Schoko-Nikoläuse laut BDSI übrigens in Österreich, Frankreich und England.
Herstellungs- und Planungsrhythmus
Laut Süßwarenindustrie-Verband BDSI beginnt die Produktion sowohl von Weihnachts- als auch von Osterschokolade schon mehrere Monate vor den Festtagen. Vor allem Unternehmen, deren Produkte in den Export gehen, müssen die Süßigkeiten frühzeitig auf die Reise schicken.
„Unsere Produktionsplanung richtet sich einerseits nach den eingehenden Bestellungen seitens unserer Detailhandelspartner und anderseits nach sehr realistischen, langjährigen Erfahrungswerten. Das heißt, dass das Volumen der möglicherweise unverkauften Weihnachtsmänner ziemlich gering bleibt“, erklärt Sylvia Kälin.
Praktische Tipps für Verbraucher
- Auf Rabatte nach den Feiertagen achten: Händler versuchen oft, übrig gebliebene Saisonware mit teils hohen Rabatten aus den Regalen zu bekommen.
- Übrig gebliebene Schoko-Figuren kreativ nutzen: Glasuren, heiße Schokolade, Likör, Crossies, Fondue oder selbst gemachte Täfelchen sind einfache Rezepte.
- Lagern: Schokolade lässt sich einfrieren oder als Raspeln platzsparend aufbewahren.
- Spenden: Nicht verkaufte Restbestände werden häufig an karitative Einrichtungen weitergegeben.
| Maßnahme nach dem Fest | Häufige Praxis |
|---|---|
| Preisnachlass | Händler bieten Rabatte, Fabrikläden reduzieren Preise |
| Spende | Tafeln, Kinderheime, Altersresidenzen |
| Export | Lieferung in Länder ohne Oster-/Weihnachtstradition |
| Einschmelzen und Wiederverwendung | Nicht üblich aus Hygiene- und Kostengründen |
So bleibt klar: Das Einschmelzen von bereits im Handel befindlicher Schokolade und das Wiederverwenden für Saisonartikel ist wegen Hygienevorschriften, Qualitätsansprüchen und wirtschaftlichem Aufwand keine gängige Praxis. Übrig gebliebene Schoko-Weihnachtsmänner werden meist rabattiert verkauft, gespendet, in andere Märkte exportiert oder kreativ weiterverwendet.
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