Unterschied zwischen Lebkuchen und Pfefferkuchen: Herkunft, Zutaten und regionale Besonderheiten

Weihnachten steht vor der Tür und die meisten werden schon mit den Vorbereitungen für das große Fest angefangen haben. Das süß-würzige Gebäck gibt es in vielen verschiedenen Formen und unter vielen Namen: Lebkuchen aus Nürnberg, Aachener Printen oder Pfeffernüsse aus Skandinavien. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Lebkuchen und Pfefferkuchen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Genießer, sondern auch Sprachforscher und Geschichtsliebhaber.

historische Darstellung von Lebkuchen und Pfefferkuchen

Geschichtlicher Ursprung und regionale Bezeichnungen

Die würzigen Süßgebäcke sind nicht nur weit bekannt sondern auch sehr alt. Schon die Ägypter sollen Honigkuchen als Grabbeigaben verwendet haben, um die Götter milder zu stimmen. Auch in der Antike kannte man den gesüßten Gewürzkuchen. Ein spezieller Kuchenteig wurde bei den Römern vor dem Backen mit Honig bestrichen und meist als Dessert serviert.

Später im Mittelalter wurde diese Gebäckart überwiegend als Pfefferkuchen bezeichnet, obwohl in dem Teig in der Regel kein einziges Körnchen Pfeffer zu finden ist. Ungefähr seit dem 13. Jahrhundert spricht man in Deutschland von Lebkuchen. Die ersten Exemplare wurden von Klosterbrüdern gebacken und meist zur Fastenzeit gegessen. In Nürnberg entsteht im 16. Jahrhundert die erste Lebküchner-Zunft. Vom 14. Jahrhundert an waren die Lebkuchenbäcker sogar eine eigene Zunft.

alte Klosterbäckerei bei der Lebkuchenherstellung

Im ostdeutschen Raum, vor allem in Sachsen und natürlich ganz besonders in Pulsnitz spricht man vom Pfefferkuchen. Der Name rührt daher, dass im Mittelalter alle fremdländischen Gewürze kurz mit dem Überbegriff Pfeffer zusammengefasst wurden. Für die Herstellung wird jedoch kein Pfeffer verwendet.

Im west- und vor allem süddeutschen Raum mit seinem Zentrum in Nürnberg spricht man hingegen vom Lebkuchen. Der Name soll von dem lateinischen Wort libum abstammen, was soviel wie Fladen oder Kuchen bedeutet.

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Karte der Regionen mit den Begriffen Lebkuchen und Pfefferkuchen

Namensvielfalt und regionale Spezialitäten

  • Pfefferkuchen: Vor allem in Sachsen, Brandenburg und speziell in Pulsnitz verbreitet
  • Lebkuchen: Überall in Deutschland, besonders bekannt in Nürnberg
  • Honigkuchen und Printen: Regionale Abwandlungen, z.B. Aachener Printen
  • Pfeffernüsse: Spezialität in Hessen, oft mit weißem Zuckerguss

Der Unterschied: Zutaten und Herstellung

Hoffentlich enttäuscht Dich die Antwort nicht: Es gibt keinen Unterschied. Beide Begriffe bezeichnen das gleiche Gebäck und werden einfach regional unterschiedlich gebraucht. Allerdings gibt es Unterschiede hinsichtlich Rezeptur und Qualitätsstufen.

Für Lebkuchen sind zwei Zutaten elementar: Honig und Gewürze. Während Honig im Mittelalter durch die allgegenwärtige Bienenzucht relativ leicht zu bekommen und wesentlich günstiger als das Luxusgut Zucker war, waren exotische Gewürze wie Zimt eine Rarität.

Pfefferkuchen zählen zu den Braunen Lebkuchen, die viel Mehl enthalten und knetbar sind. Nach der Lagerung wird der nun feste Teig in speziellen Knetmaschinen gebrochen und dann erst mit Gewürzen und Nüssen verfeinert.

Daneben gibt es noch Oblaten-Lebkuchen, die wenig bis kein Mehl enthalten und meist auf eine Oblate gespritzt werden. Dazu zählen auch Elisen-Lebkuchen, die mindestens 25 % Nüsse enthalten müssen. Oblaten-Lebkuchen bestehen aus hauchdünnen „Waffeln“ aus Stärke, Mehl und Wasser sowie einer Lebkuchenmasse aus Haselnüssen, Mandeln, Zucker und Mehl.

Die Hauptzutaten im Vergleich

Lebkuchen Pfefferkuchen
Honig/Dickflüssige Süßmittel Honig/Invertzucker, selten Zucker
Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse) Nüsse (meist Haselnüsse, Mandeln)
Gewürzmischung: Zimt, Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Nelken, Muskat Gewürzmischung: Zimt, Nelken, Koriander, Ingwer, Anis, Muskat
Oblaten als Boden (häufig) Mehl- und Roggenteig, meist ohne Oblaten
Pottasche/Hirschhornsalz, zunehmend Backpulver/Natron Traditionell Pottasche/Hirschhornsalz
Schokoladenüberzug, Glasur Weiße Glasur oder Schokoladenüberzug
Zutaten für Lebkuchen und Pfefferkuchen

Typische Gewürze und ihre Bedeutung

Überall haben die Leckereien gemeinsam, dass sie aus tollen Gewürzen bestehen: Zimt, Nelken, Koriander, Ingwer, Anis und Muskat. Auch, wenn jeder Bäcker natürlich seine eigene Rezeptur hat, so sind normalerweise Zimt, Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Gewürznelken, Piment, Muskatnuss und Ingwer in Lebkuchengewürz enthalten. Manchmal findet man darin auch Fenchel, Vanille, Muskatblüte oder die Schale von Zitrusfrüchten.

Durch die Orangenschalen ist die Gewürzmischung nicht allzu lange haltbar, deswegen ist es ratsam alles in der Weihnachtszeit aufzubrauchen.

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Im Mittelalter wurden exotische Gewürze unter dem Begriff Pfeffer zusammengefasst. Da Lebkuchen viele orientalische Gewürze beinhalten, nannte man sie einfach Pfefferkuchen.

Was aber sicher ist, dass niemals Pfeffer in die Pfefferkuchen kam. Früher wurden alle neuen, importierten Gewürze, die eine pfefferähnliche Schärfe hatten, wie z. B. Ingwer oder Muskat, unter „Pfeffer“ zusammengefasst.

Zubereitung von Lebkuchen und Pfefferkuchen

Lebkuchenarten und Pfefferkuchen-Spezialitäten

Braune Lebkuchen

Braune Lebkuchen bestehen aus einem festen, knetbaren Teig, der vor allem Mehl, Honig und Eier beinhaltet. Zu den Braunen Lebkuchen zählen zum Beispiel Pfeffernüsse, Frühstückskuchen, Dominosteine, Basler Leckerli, Lebkuchenherzen und Printen. Die weihnachtlichen Leckereien werden aus einem knetbaren Teig mit einem hohen Mehlanteil gebacken - hauptsächlich helles Weizen- mit einem gewissen Prozentsatz Roggenmehl.

Ob Leb-, Leck-, Pfeffer- oder Labekuchen - ein Weihnachten ohne das würzige Gebäck ist fast unvorstellbar. Das süße, kräftig gewürzte Gebäck gehört - wie Glühwein - zur kalten und besinnlichen Jahreszeit dazu. Allerdings: Einige wenige Sorten kann man auch außerhalb der Weihnachtszeit auf Jahrmärkten oder Volksfesten erstehen.

Braune Lebkuchen, Pfefferkuchen, Pfeffernüsse

Oblaten-Lebkuchen

Die Oblatenlebkuchen werden aus einer weichen, mehlarmen Masse hergestellt, die auf eine Oblate gegeben wird. Je höher der Nuss- und je geringer der Mehlanteil der Masse ist, desto hochwertiger ist der Lebkuchen. Der qualitativ hochwertigste Lebkuchen ist übrigens der Elisenlebkuchen. Er besteht zu mindestens 25 Prozent aus Mandeln, Haselnüssen oder Walnüssen und höchstens zehn Prozent Mehl.

Im Handel gibt es mittlerweile auch fertige Lebkuchengewürzmischungen zu kaufen.

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Aachener Printen

Printen sind eine spezielle Sorte des braunen Lebkuchens, die entweder weich oder hart sein können. Charakteristisch für die Printen ist die Verwendung von ungelösten, braunen Kandiszuckerkrümeln, die man neben den Gewürzen auch beim Naschen herausschmeckt. Printen finden nicht nur als Naschgebäck Verwendung, sondern dienen auch als Zutat für deftige Speisen, etwa als Printensauce zu Rehkeule oder Rheinischem Sauerbraten.

Bereits seit 1820 wird die Leckerei in Aachen gebacken und nur die dort oder in den Nachbarortschaften hergestellten Printen dürfen als Aachener Printen bezeichnet werden. Die Printen weisen eine typisch platte, längliche Form auf, in die man lange Zeit kunstvoll geschnitzte Holzformen, zum Beispiel mit religiösen Motiven oder preußische Soldatenmotive, drückte. Dieser Vorgehensweise verdanken die Printen übrigens ihre Namen: So bedeutet das englische „print“ oder das niederländische „prent“ drücken, beziehungsweise stehen für Werkzeuge zum Drücken.

Printen aus Aachen mit Kandiszucker

Pfeffernüsse

Pfeffernüsse gehören zwar ebenfalls zu den braunen Lebkuchen, allerdings ist in dem Gebäck in den meisten Fällen kein Pfeffer enthalten. Der Name der Süßspeise lässt sich daher womöglich auf die vielen exotischen Gewürze im Teig zurückführen, die allgemein im Mittelalter als Pfeffer bezeichnet wurden. Die Außenseite der Pfeffernüsse ist meist mit einem weißen Zuckerguss versehen. Es gibt die Leckereien aber auch mit einem Schokoladenüberzug. Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt Offenbach am Main für ihre Pfeffernüsse berühmt. Bis in die 1980er Jahre ließ das Land Hessen die Lebkuchenspezialität sogar als hessischen Gaumenschmaus bei Staatsempfängen servieren.

Pfeffernüsse mit Zuckerguss

Regionale Traditionen und die Bedeutung von Lebkuchen und Pfefferkuchen

Geschichtlich betrachtet, muss man feststellen, dass die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg sicherlich dazu beigetragen hat, dass nach der Wende 1989/90 begrifflich zwei Welten aufeinander getroffen sind. Beide Begriffe sind sehr stark regional geprägt. Für uns Pulsnitzer Pfefferküchler stellt unser Gebäck als deutschlandweit einmalige, regionale Spezialität eine eigene Gebäckart dar. Das historisch gesicherte Privileg aus dem Jahre 1558 ist dabei die eindeutige Grundlage für Pulsnitz als Pfefferkuchenstadt.

In der DDR gab es den Handwerksberuf Pfefferküchler. Insgesamt gab es dort vor 1989 acht private Pfefferküchlereien und einen großen staatlichen Betrieb - der zur VEB Dauerbackwaren Dresden gehörte -, die alle die Pulsnitzer Pfefferkuchen herstellten. Nach der Wiedervereinigung blieben alle neun Betriebe bestehen.

Dann hielt der Lebkuchen auch Einzug in die Bäckerstuben und brachte sogar eine neue Berufssparte ans Tageslicht: die Lebküchner, eigentliche Bäcker die sich auf das Backen des Gewürzkuchens spezialisiert haben. In Deutschland und angrenzenden Regionen zählen Lebkuchen seit jeher zu den süßen Weihnachtsspezialitäten.

Tipps zur Lagerung und Verwendung

Aufgrund der dadurch sehr trockenen und zuckrigen Beschaffenheit ist Lebkuchen recht lange haltbar.

Printen sollten am besten in einer Dose trocken und kühl gelagert werden. Dann hält die beliebte Nascherei über vier Wochen. Wem die Printen nach dem Kauf zu hart sind, der kann sie allerdings offen an der frischen Luft in einem kühlen Raum lagern, dann werden sie weicher.

  • Nach dem Backen gibst Du den Lebkuchen am besten zwei Tage Zeit und legst sie erst dann in eine Dose - so können sie in Ruhe auskühlen und Restfeuchtigkeit verlieren.
  • Sollten die Lebkuchen mit der Zeit hart werden, kannst Du sie offen lagern. Sie nehmen dann Feuchtigkeit aus der Luft auf und werden wieder etwas weicher.
  • Alternativ legst Du einige Tage lang Apfelspalten mit in die Lebkuchendose.

Die Gewürzmischung eignet sich jedoch nicht nur fürs Lebkuchen backen. Egal ob Glühwein, Kaffee, Kakao, andere Gebäcke wie Cupcakes oder herzhafte Gerichte wie zum Beispiel Schmorbraten, alles kann mit etwas Lebkuchengewürz ganz einfach verfeinert werden.

Lebkuchen und Pfefferkuchen in der Dose gelagert

Fazit: Lebkuchen und Pfefferkuchen - Zwei Namen, ein Gebäck

Zwischen Lebkuchen und Pfefferkuchen gibt es keinen Unterschied. Es handelt sich einfach nur um zwei verschiedene Bezeichnungen für das weihnachtliche Gebäck. So dominiert im Süden, Westen und Norden Deutschlands der Begriff Lebkuchen, im Osten sagt man vorwiegend Pfefferkuchen. Der Name Pfefferkuchen kommt von den Gewürzen, die man beim Backen nimmt: Zimt, Nelken, Anis, Koriander, Kardamom, Ingwer und Muskat - früher als Pfeffer zusammengefasst.

Lebkuchen und Pfefferkuchen auf dem Weihnachtsteller

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