Honig gegen Halsschmerzen: Wirkung und Anwendung
Jeder kennt es, und niemand möchte es erleben: das unangenehme Kratzen im Hals, Heiserkeit, oft in Verbindung mit Husten. Wenn dann noch eine wichtige Präsentation ansteht, ist das Leiden perfekt. Glücklicherweise gibt es viele Hausmittel, die bei Halsschmerzen Linderung versprechen. Ein besonders bekanntes und beliebtes Mittel ist Honig.
Honig als Allheilmittel bei Halsschmerzen
Honig wird oft als eine Art Allheilmittel angesehen, besonders in seiner unbehandelten Form, da er eine reiche Palette an Nährstoffen enthält. Seine ummantelnde Eigenschaft macht ihn zu einem wirksamen Mittel gegen Halsschmerzen. Die sirupartige Textur des Honigs legt sich wie ein Schutzfilm über die Speiseröhre, ähnlich wie ein Hustensaft.
Das Besondere am Honig ist, dass die Bienen während der Honigproduktion natürliche Antibiotika einbringen. Dadurch kann Honig auch bei anderen infektiösen Krankheitsfällen helfen. In manchen Fällen wirkt Honig sogar besser als rezeptpflichtige Halsschmerztabletten.
Anwendung von Honig gegen Halsschmerzen
Um Honig gegen Halsschmerzen einzusetzen, reicht es im Grunde, diesen teelöffelweise mehrmals täglich zu sich zu nehmen. Ein bekanntes Mittel gegen Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit ist Honig in heißer Milch - und das aus gutem Grund. Milch hat von Natur aus eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute. In Verbindung mit Honig ergibt sich ein doppelter Effekt. Die Wärme der Milch wirkt zusätzlich dem Reiz entgegen und kann akute Schmerzlinderung verschaffen. Um die antibiotische Wirkung des Honigs nicht durch die Hitze beim Aufkochen zu neutralisieren, empfehlen Mediziner jedoch, zuerst die Milch aufzukochen und dann den Honig hinzuzufügen.
Ein warmer Tee kann eine ähnliche Wirkung erzielen. Kamillen-, Pfefferminz- und Fencheltee können durch ihre natürlichen Kräuterwirkstoffe den Hustenreiz mildern.
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Weitere hilfreiche Hausmittel bei Halsschmerzen
Halsschmerzen lassen sich häufig mit Hausmitteln gut behandeln. Hier sind einige bewährte Optionen:
- Gurgeln: Eine wirksame und kostengünstige Gurgellösung kann man mit Kochsalz herstellen. Salzwasser hat nachweislich eine desinfizierende, entzündungshemmende, abschwellende und antibakterielle Wirkung. Für die Gurgellösung einen halben Teelöffel Kochsalz in einem Glas mit 250 Milliliter lauwarmem Wasser auflösen. Zweimal bis dreimal täglich mit dem Salzwasser gurgeln, ein bis zwei Minuten lang.
- Viel trinken: Das Wichtigste bei Halsweh ist, viel zu trinken. Das hält die Schleimhäute in Mund und Rachenraum feucht und erschwert es den Erregern, tiefer in den Körper einzudringen. Empfohlen werden etwa eineinhalb bis zwei Liter Tee oder Wasser am Tag, allen voran Tees aus Arzneipflanzen, die ätherische Öle enthalten, wie Salbei, Eibisch, Thymian, Kamille, Lindenblüten und Ingwer.
- Ingwertee: Der Stoff Gingerol im Ingwer wirkt gegen Entzündungen, Bakterien und etwas schwächer auch gegen Viren. Außerdem regt die scharfe Knolle die Durchblutung an, wodurch Erreger zügiger aus dem Körper abtransportiert werden. Für frischen Ingwertee ein Stück der Knolle schälen, in Stücke schneiden, mit heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen.
- Zwiebelsaft: Ein altes Hausmittel bei Halsschmerzen ist Zwiebelsaft. Zwiebeln enthalten viel Vitamin C, ätherische Öle, schwefelhaltige Verbindungen und Flavonoide. Diese Kombination wirkt leicht entzündungshemmend und soll Keime abtöten. Zwiebelsaft kann man einfach selbst herstellen: Dafür eine große Zwiebel in kleine Würfel schneiden und mit zwei bis drei Esslöffeln Honig oder Zucker vermengen. Anschließend die Mischung in ein luftdichtes Glas füllen und in den Kühlschrank stellen. Der Zwiebelsaft sollte mehrere Stunden, am besten über Nacht, ziehen.
- Halswickel: Ob warme Halswickel gegen Halsschmerzen helfen, dazu gibt es keine eindeutigen Studienergebnisse. Warme Wickel aktivieren jedoch die Durchblutung im Halsbereich. Für einen warmen Kartoffelwickel kocht man vier bis sechs Kartoffeln weich, legt sie zwischen zwei Tücher und zerdrückt sie. Danach werden die Tücher mit der warmen Kartoffelmasse um den Hals gelegt und mit einem Tuch oder Schal fixiert. Kartoffeln speichern die Wärme sehr gut. Ein ebenfalls bewährtes Hausmittel ist der Zwiebelwickel. Man schneidet eine große Zwiebel in kleine Stücke und wärmt sie kurz in einer Pfanne ohne Fett an. Dann die Zwiebelstücke auf ein feuchtwarmes Tuch geben und zu einem Wickel zusammenrollen. Manche Menschen schwören bei Halsschmerzen auf kalte Wickel, die gegen Schmerzen helfen und abschwellend wirken sollen. Für einen kühlen Quarkwickel braucht man 250 bis 500 Gramm Quark. Man streicht ihn einen halben Zentimeter dick auf eine Mullkompresse. Dann das Ganze mit einem weiteren Stück Mull und einem Baumwolltuch abdecken und den Wickel auf den Hals legen. Der sogenannte Prießnitz-Halswickel ist ein einfacher, feuchter Wickel. Ein Tuch wird in kaltes Wasser gelegt, ausgewrungen und um den Hals gelegt. Der Nacken sollte ausgespart werden. Den feuchten Wickel mit einem trockenen Tuch abdecken und circa 30 bis 90 Minuten wirken lassen.
Halsschmerzen bei Kindern
Auch für Kinder gilt bei Halsweh: viel trinken, am besten Tee mit Kamille. Der milde Geschmack ist für Kinder meist angenehmer als das Aroma von Thymian- oder Salbeitee. Ist das Kind älter als ein Jahr, kann man Honig in den Tee rühren oder festen Honig lutschen lassen. Fruchtsäfte sollte man meiden, denn ihre Säure kann im Hals brennen. Manche Kinder sind schon in der Lage zu gurgeln - einfach ausprobieren. Allerdings sollte das Gurgel-Wasser nicht geschluckt werden. Auch warme oder kühle Halswickel sind möglich.
Ursachen von Halsschmerzen
Oft sind entweder Viren oder Bakterien die Auslöser für das unangenehme Kratzen im Hals. Beide sorgen für eine Entzündung der Rachenschleimhaut. Die Schleimhäute, Mandeln und Lymphknoten können anschwellen und sind gerötet. Hinter akuten Halsschmerzen steckt meist eine virale Infektion. Typische Erreger sind Rhinoviren oder Influenzaviren. Auch Viren, die verschiedene Kinderkrankheiten auslösen, können Halsschmerzen verursachen. Treten Halsschmerzen im Zuge einer bakteriellen Infektion auf, deutet dies auf eine Rachen- und Mandelentzündung oder auch auf Scharlach hin.
Neben Viren und Bakterien können Reizstoffe in der Umwelt den Hals und die Schleimhäute strapazieren. Dazu gehören Tabakrauch, Staub oder einfach trockene Heizungsluft. Und auch bei Allergien wie Heuschnupfen klagen Betroffene manchmal über Juckreiz im Hals.
Erkrankungen mit Halsentzündung
Halsschmerzen können allein auftreten, aber auch ein Anzeichen für weitere Erkrankungen sein, wie:
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- Grippaler Infekt
- Echte Grippe oder Influenza
- Akute Rachenentzündung (Pharyngitis)
- Akute Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis)
- Kehlkopf- oder Stimmbandentzündung (Laryngitis)
- Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
- Scharlach
Lassen die Beschwerden nicht innerhalb einiger Tage nach und treten neben Halsschmerzen und Schluckbeschwerden weitere Symptome auf, sollte man ärztliches Fachpersonal aufsuchen.
Die heilende Kraft der Hühnersuppe
Hühnersuppe wird aufgrund der Zutaten eine heilsame Wirkung nachgesagt. Sie hat einen positiven Effekt auf den Ausgleich des Mineralstoffhaushalts und enthält den Eiweißstoff Cystein sowie Zink und Eisen, die wichtige Bestandteile im Heilungsprozess einer Erkältung sind. Cystein blockiert zudem weiße Blutkörperchen, die Schwellungen und Entzündungen der Schleimhäute verursachen.
Was tun, wenn Hausmittel nicht ausreichen?
Akute Halsschmerzen sollten nach drei Tagen weitgehend abgeklungen sein. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, nicht besser oder sogar schlimmer werden, ist ein Besuch in der Hausarztpraxis erforderlich. Vor allem mit Babys und Kindern sollte man immer ärztliches Fachpersonal aufsuchen.
Honig: Mehr als nur ein süßer Genuss
Honig besteht aus mehr als 200 Inhaltsstoffen, wie Enzymen, Proteinen und verschiedenen Hemm- und Spurenstoffen. Im Rahmen der Honigproduktion bringen die Bienen damit auch natürliche Antibiotika - wie beispielsweise das Flavonoid Pinocembrin - mit in den Honig ein.
Bei Halsschmerzen kommt auch die sirupartige Konsistenz des Honigs zum Tragen. Er ummantelt die empfindlichen Stellen in Hals und Speiseröhre und sorgt dafür, dass die gereizten Stellen zur Ruhe kommen können. Auf diese Weise kann auch Reizhusten gelindert werden. Der Honig legt eine dünne Schicht über die Schleimhäute, die verhindert, dass sich Bakterien vermehren können und andere Keime davon abhält, die Schleimhäute überhaupt erst zu erreichen.
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Durch die Kombination aus der sirupartigen Konsistenz und den entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wirkt Honig oftmals auch besser als Halsschmerztabletten aus der Apotheke, da er die Bakterien bekämpft, während Tabletten den Schmerz häufig nur betäuben. Dennoch sollte immer darauf geachtet werden, dass der Honig nicht zu stark erhitzt wird, da ab einer Temperatur von 40 Grad viele der honigeigenen Enzyme ihre Wirkung verlieren.
Weitere gesundheitliche Vorteile von Honig
Der Konsum von Honig kann auch bei anderen Krankheiten positive Effekte auf die Gesundheit erzielen. Durch die Antioxidantien im Honig kann das Risiko von Schlaganfällen oder Herzinfarkten gesenkt werden. Zudem eignet sich Honig auch als natürliches Mittel, um den Blutdruck zu senken. Ein wichtiger Inhaltsstoff von Honig ist Acetylcholin - eine Stickstoffverbindung, die den Herzschlag beruhigt und verengte Herzkranzgefäße und Arterien weitet.
Welcher Honig ist der richtige?
Neben den verschiedenen Feinheiten im Geschmack unterscheiden sich verschiedene Honigsorten auch bei ihrer Wirkung gegen Erkältungssymptome. Besonders Manuka-Honig ist für seine heilende Wirkung bekannt, da er eine große Menge von relativ hoch konzentriertem Methylglyoxal (MGO) beinhaltet, welches eine antibakterielle Wirkung besitzt. Manuka-Honig kann daher nicht nur bei Erkältungssymptomen, sondern zum Beispiel auch bei der Stärkung des Immunsystems oder der Behandlung von Wunden eingesetzt werden. Auch andere dunklere Honigsorten können bei einer Erkältung nützlich sein, da sie eine höhere Menge an Antioxidantien enthalten.
Honig in der Forschung
Ein Forscherteam um Hibatullah Abuelgasim von der Oxford University Medical School hat in einer Studie herausgefunden, dass Honig die Erkältungssymptome effektiver lindern konnte als die üblichen Medikamente, vor allem die Häufigkeit und Schwere von Husten. Die Wissenschaftler sehen vor allem eine Chance darin, dass das Hausmittel helfen könnte, die bei viralen Erkältungen unwirksamen Antibiotika zu verdrängen.
Dosierung von Honig
In einer der Studien wurde empfohlen, Honig mit einer genauen Dosierung (zum Beispiel 10 Milliliter), einem Zeitpunkt der Einnahme (eine halbe Stunde vorm Zubettgehen) und einer exakten Angabe des Produkts (beispielsweise Wildblütenhonig) zu verordnen.
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