Warum hilft Honig gegen Halsschmerzen: Wirkungsweise und Anwendung

Halsschmerzen sind ein häufiges Begleitsymptom von Erkältungen und können von Kratzen bis zu starken Schluckbeschwerden reichen. Oft sind entweder Viren oder Bakterien die Auslöser für das unangenehme Kratzen im Hals. Beide sorgen für eine Entzündung der Rachenschleimhaut. Die Schleimhäute, Mandeln und Lymphknoten können anschwellen und sind gerötet. Hinter akuten Halsschmerzen steckt meist eine virale Infektion. Treten Halsschmerzen im Zuge einer bakteriellen Infektion auf, deutet dies auf eine Rachen- und Mandelentzündung oder auch auf Scharlach hin.

Weshalb Honig bei Halsschmerzen wirkt

Honig besteht nicht nur aus Zucker und Wasser, sondern enthält noch rund 300 Aromastoffe und 180 weitere Begleitstoffe, darunter Wasserstoffperoxid und diverse Inhibine. Wasserstoffperoxid ist nicht nur ein Bleichmittel (unter anderem für die Haare), sondern auch ein starkes Mittel gegen Bakterien. Bei Halsschmerzen kommt auch eine andere Eigenschaft des Honigs zum Tragen: die sirupartige Konsistenz des Naturproduktes. Der Honig ummantelt die empfindlichen Stellen in Hals und Speiseröhre und sorgt damit dafür, dass die gereizten Stellen zur Ruhe kommen können. Der Honig legt eine dünne Schicht über die Schleimhäute, die verhindert, dass sich Bakterien vermehren können und andere Keime davon abhält, die Schleimhäute überhaupt erst zu erreichen.

Der Honig hat dem Dattelsirup und Agavendicksaft jedoch eines voraus: Er enthält wirkungsvolle Stoffe gegen Bakterien und kann Entzündungen hemmen. Dazu zählt vor allem die Propolis, auch “Bienenharz” oder “Bienenleim” genannt. Mit Propolis überziehen Bienen ihre Wabenzellen und dichten ihren Stock ab. Der Bienenleim besteht aus verschiedenen Stoffen und wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze. Im Rahmen der Honigproduktion bringen die Bienen damit auch natürliche Antibiotika - wie beispielsweise das Flavonoid Pinocembrin - mit in den Honig ein.

Honig ähnelt in seiner Konsistenz Sirup und legt sich wie eine Schutzschicht auf die gereizte Schleimhaut im Hals. Die Kombination aus der sirupartigen Konsistenz und den entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wirkt oftmals auch besser als Halsschmerztabletten aus der Apotheke, da der Honig die Bakterien bekämpft während Tabletten den Schmerz häufig nur betäuben.

Honiglöffel und Teetasse - Honig als Hausmittel bei Halsschmerzen

Antibakterielle Wirkstoffe: Manuka und andere Sorten

Besonders Manuka-Honig ist für seine heilende Wirkung bekannt. Manuka-Honig wird aus dem Nektar der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) gewonnen, die in Neuseeland und Teilen Australiens heimisch ist. Das Besondere an Manuka-Honig ist seine antibakterielle Aktivität, die auf den Inhaltsstoff Methylglyoxal (MGO) zurückgeführt wird. MGO entsteht aus Dihydroxyaceton (DHA), das in den Blüten des Manuka-Strauchs vorkommt. In der Literatur wird berichtet, dass medizinischer Manuka-Honig, vor allem aufgrund des enthaltenen MGOs, eine Vielzahl von Bakterien hemmen kann, einschließlich einiger antibiotikaresistenter Stämme.

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Manuka-Honig wird in verzehrgeeigneten und medizinischen, sterilen Varianten angeboten. Medizinischer, steriler Manuka-Honig muss bestimmte Reinheits- und Sicherheitskriterien erfüllen. Er enthält die Wirkstoffe in den erforderlichen standardisierten Mengen, damit er direkt oder in Form anderer Zubereitungen zur Wundbehandlung verwendet werden kann. Nur der medizinische, sterile Honig darf zur Wundbehandlung verwendet werden. „Normaler“ Manuka-Honig hingegen ist ein Naturprodukt, das Keime enthält und folglich schwere Reaktionen und Wundinfektionen hervorrufen kann.

Während normaler Honig ein bekanntes Hausmittel bei Husten, Halsschmerzen und Erkältungen ist, enthält Manuka-Honig deutlich höhere Mengen des Wirkstoffs Methylglyoxal - der Hauptgrund für seine starke antibakterielle Wirkung. Für positive Effekte von medizinischem Honig in der Wundbehandlung fehlen bislang jedoch die Belege. Im Gegenteil, es wurden sogar vermehrt Schmerzen bei der Anwendung festgestellt.

Studienlage: Wirksamkeit bei Husten und Erkältungssymptomen

Ein Forscherteam um Hibatullah Abuelgasim von der Oxford University Medical School hat sich der Aufgabe gewidmet, den medizinischen Forschungsstand zu Honig und seiner Wirkung in den oberen Atemwegsinfekten zusammenzutragen. Sie fanden immerhin 14 Studien, in denen insgesamt 1761 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zufällig zwei verschiedenen Gruppen zugeteilt wurden. In den meisten bildeten erkältete Kinder die Probandengruppe, in einigen waren es Erwachsene. In manchen dieser Untersuchungen gab es spezielle Honigsorten, etwa Buchweizenhonig oder Eukalyptushonig, in einem Fall bekamen Kinder Milch mit Honig, in zwei Studien mit Erwachsenen gab es Honig mit Kaffee, in zwei Studien erhielten die Probanden honighaltigen Sirup.

Das Fazit im Fachblatt "BMJ Evidence Based Medicine": Honig konnte die Erkältungssymptome effektiver lindern als die üblichen Medikamente, vor allem die Häufigkeit und Schwere von Husten. Doch auch ohne solche Untersuchungen halten die Wissenschaftler es für sinnvoll, Honig zumindest auszuprobieren, vor allem, weil unerwünschte Nebenwirkungen kaum zu befürchten sind. Die einzige Ausnahme: Kinder unter einem Jahr soll man grundsätzlich keinen Honig geben. Für ältere Kinder und Erwachsene stellt die Honig-Kur dagegen kein Risiko dar.

Dosierungsempfehlungen aus Studien

In einer der Studien, die das Team in ihrer Arbeit zusammengefasst hat, hatten die Autoren einen interessanten Rat an Kinderärztinnen und -ärzte: Weil Eltern möglicherweise unschlüssig seien, ob sie Honig tatsächlich rezeptfreien Medikamenten vorziehen sollten, sollten die Mediziner diesen am besten eindeutig verordnen: mit einer genauen Dosierung (zum Beispiel 10 Milliliter), einem Zeitpunkt der Einnahme (eine halbe Stunde vorm Zubettgehen) und einer exakten Angabe des Produkts (beispielsweise Wildblütenhonig). Umso schöner, dass die aktuelle Studie solche strikten Vorgaben nicht macht, sondern man seinen Löffel Honig gegen Husten auch morgens oder mittags nehmen, beziehungsweise dem Kind geben kann - in dem Wissen, dass es zumindest ein bisschen hilft.

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Anwendung und praktische Tipps

Um die antibakteriellen Inhaltsstoffe gegen die Entzündung und mögliche Bakterien nicht zu zerstören, sollte der Honig möglichst nicht erhitzt werden! Stattdessen sollte er später dem warmen, aber nicht mehr heißem Getränk hinzugefügt werden. Die Wärme des Getränks wirkt sich zusätzlich lindernd auf Halsschmerzen aus. Gerne wird Honig mit warmer Milch oder Tee eingenommen. Sowohl Milch als auch Honig wirken wohltuend beim Hustenreiz und besitzen eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute. Aber auch in Kombination mit Tee - insbesondere Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee - eignet sich Honig gegen das lästige Kratzen im Hals. Mit ein wenig Honig schmeckt der Tee süßer und mindert die Schärfe.

Für einen Bienenstock ist es immens wichtig, dass sich keine Krankheitserreger breitmachen, damit das Volk nicht erkrankt. Um die antibakterielle und hustenreizstillende Wirkung des Honigs nutzen zu können, reichen wenige Teelöffel puren Honigs am Tag aus. Gerne wird Honig mit warmer Milch oder Tee eingenommen. Damit die wirkungsvollen Inhaltsstoffe gegen die Entzündung und mögliche Bakterien nicht zerstört werden, sollte der Honig möglichst nicht erhitzt werden!

Honig im Tee: Löffel Honig neben Kräutertee

Lagerung, Sortenwahl und Vorsichtsmaßnahmen

Honig als Lebensmittel sollten Sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren, da er hitze- und lichtempfindlich ist. Von einer Lagerung im Kühlschrank wird abgeraten, da Honig bei Kälte kristallisiert und wieder erhitzt werden muss, um flüssig zu werden. Bei zu hoher Hitze besteht die Gefahr, dass die Enzymaktivität und somit die gesundheitsfördernden Eigenschaften beeinträchtigt werden. Ein trockener Ort ist ebenfalls wichtig, da Honig Feuchtigkeit aus der Luft zieht. Daher sollten Sie am besten immer den Deckel fest verschließen.

Honig lässt sich je nach den Blüten, aus denen der Nektar gewonnen wurde, in unterschiedliche Sorten einteilen. Die Honigsorten unterscheiden sich in Geschmack, Aussehen und ihrer Wirkung gegen Erkrankungen. Gegen Halsschmerzen werden vor allem vier Honigsorten empfohlen: der klare und mild schmeckende Berghonig, der fruchtige und sehr süße Lindenhonig, der bräunliche und kräftig-herbe Waldhonig sowie der exotische Manuka-Honig. Beim Kauf von Manuka-Honig sollten Sie darauf achten, ob der Anbieter Mitglied des neuseeländischen Branchenverbandes „Unique Manuka Factor Honey Association“ oder der „Australian Manuka Honey Association“ ist, da diese Honige auf Reinheit geprüft und zertifiziert werden.

Babys und Säuglingen unter zwölf Monaten sollte kein Honig verabreicht werden. Grund ist eine Bakterienart, die im Honig enthalten sein kann. Das noch nicht vollständig entwickelte Verdauungssystem kann diesen Keim noch nicht abwehren. Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig essen oder im Getränk zu sich nehmen!

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Honig als Teil einer Hausmittelstrategie

Viele Hausmittel bei Erkältungsbeschwerden werden von Generation zu Generation weitergegeben. Neben Honig können weitere Hausmittel Ihre Schluckbeschwerden lindern: Hühnersuppe, Zwiebelsaft, Lutschpastillen mit Kräuterextrakten, Gurgeln mit Salbeitee oder Salzwasser, kühlende Halswickel sowie viel Trinken (Tee und Wasser). Hühnersuppe hat einen positiven Effekt auf den Ausgleich des Mineralstoffhaushalts und enthält den Eiweißstoff Cystein sowie Zink und Eisen. Zwiebelsaft wirkt durch den hohen Schwefelgehalt schleimlösend. Lutschpastillen enthalten oft Extrakte aus echtem Salbei, Spitzwegerich oder Isländisch Moos und vermindern die Reizung im Hals. Gurgeln wirkt entzündungshemmend und abschwellend, wenn Sie es zum Beispiel mit Salbeitee oder auch mit Salzwasser tun. Kühlende Halswickel können abschwellend wirken.

Gut zu wissen: Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen. Ihre Abwehrkräfte brauchen jetzt jede Menge Reserven. Gönnen Sie sich Ruhe und ausreichend Schlaf. Nur so kann sich Ihr Körper auf die Genesung konzentrieren. Versuchen Sie so wenig wie möglich zu sprechen. Das schützt die Stimmbänder. Wichtig: Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, nicht besser oder sogar schlimmer werden, ist ein Besuch in Ihrer Hausarztpraxis erforderlich. Vor allem mit Babys und Kindern sollten Sie immer zu Ihrem vertrauten ärztlichen Fachpersonal gehen.

Erklärung: Wie Honig bei Husten und Halsschmerzen hilft

Tabelle: Honigsorten und ihre Besonderheiten

Honigsorte Besonderheit Anwendung bei Halsschmerzen
Manuka-Honig Hoher MGO-Gehalt, starke antibakterielle Aktivität Bei bakteriellen Infekten und zur Wundbehandlung (medizinische Varianten)
Waldhonig Kräftig-herber Geschmack, reich an Antioxidantien Guter Alltags-Honig bei Husten und Reizung
Lindenhonig Fruchtig, sehr süß Leicht lindernd bei Hustenreiz
Berghonig Klar und mild Sanfte Linderung für empfindliche Schleimhäute

Honig kann also ein wirkungsvolles Hausmittel gegen Halsschmerzen und Husten sein: Er legt einen schützenden Film über die Schleimhäute, enthält antibakterielle und entzündungshemmende Stoffe und lässt sich gut mit warmen, nicht heißen Getränken kombinieren. Trotzdem ersetzt er nicht den ärztlichen Rat, wenn Symptome stark sind oder lange anhalten.

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