Warum Bienen nicht mit fremdem Honig gefüttert werden sollten: Hinweise, Risiken und sichere Alternativen

Hannover. Laien sollten Bienen nicht mit Honig füttern - darauf macht das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) aufmerksam. Hiervon rät das ML dringend ab, zum einen weil die Imker sich sehr gut um ihre Völker kümmern, insbesondere aber weil nahezu drei Viertel aller untersuchten Importhonige aus Supermärkten Sporen des Bakteriums Paenibacillus larvae - des Erregers der Amerikanischen Faulbrut - aufweisen. Dieses Bakterium infiziert Bienenlarven und zerstört sie. Die Konsequenz: Es fehlt an nachwachsenden Arbeiterinnen, und das Bienenvolk geht ein. Erwachsene Bienen können zwar nicht angesteckt werden, sie sind allerdings an der Sporenverbreitung dieses Krankheitserregers beteiligt.

  1. Vor diesem Hintergrund sollten Laien unbedingt Abstand davon nehmen, Bienen mit Honig zu füttern. Wegen der bekannten Belastung des Importhonigs mit Sporen des Krankheitserregers findet man auch an manchen Glascontainern den Warnhinweis, Honiggläser nur ausgespült im Glascontainer zu entsorgen.
  2. Das ML empfiehlt Bürgern, die Nahrungsquellen für Bienen zur Verfügung stellen möchten, eine Bienenweide anzupflanzen. Außerdem möchten wir Cookies auch verwenden, um statistische Daten zur Nutzung unseres Angebots zu sammeln. Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken.
  3. Bienen sollten grundsätzlich nicht mit Honig gefüttert werden! Die gut gemeinte Idee, Honig als zusätzliche Nahrungsquelle im heimischen Garten anzubieten, kann Bienen stark schädigen. Auch Honig, der von Jägern beziehungsweise Jägerinnen als Lockmittel für Dachse oder Waschbären gebraucht wird, sollte im Sinne des Bienenschutzes gut ausgewählt werden: Es darf kein Supermarkt-Honig verwendet werden, sondern nur Honig von regionalen Imkern.
  4. Der Grund: Im Landkreis Ammerland sind in den letzten zwei Jahren niedrige Gehalte an Faulbrutsporen in den Bienenvölkern festgestellt worden. Die Tierärztin Vanessa Sense erklärt die Zusammenhänge: Ein Großteil des im Supermarkt verfügbaren Honigs stammt aus dem Ausland, sogenannter Importhonig. Dieser ist häufig stark mit den Sporen von Paenibacillus larvae belastet. Die Sporen sind als Überdauerungsform unempfindlich. Wird dieser Honig verfüttert, erkranken die erwachsenen Bienen zwar nicht, schleppen jedoch mit dem Futter die Sporen in den Bienenstock.
  5. Sense empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern, die Nahrungsquellen für Bienen zur Verfügung stellen möchten, Bienenweiden anzupflanzen. Zum Hintergrund: Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine in Deutschland anzeigepflichtige Tierseuche, die mit Sperrzonen und entsprechenden Maßnahmen bekämpft werden muss. Ein klinisch erkranktes Bienenvolk muss unter Umständen sogar getötet werden. Die Sperrzonen betreffen nicht nur alle dort ansässigen Imkerinnen und Imker, sondern auch die von der Absperrung betroffenen Wanderimker.
  6. Wenn man an Bienen denkt, denkt man an den Honig, den sie produzieren. Die Organisation Bumblebee Conservation warnt davor, müde Bienen mit Honig zu füttern. Amerikanische Faulbrut ist unheilbar, da ihre Sporen resistent gegen hohe und niedrige Temperaturen sind und über 50 Jahre dominant bleiben können. Gelangt die Brut durch eine Honigprobe auf eine erschöpfte Biene, infiziert sie erneut den gesamten Bienenstock und führt schließlich zum Tod.
  7. Deshalb ist der gut gemeinte Supermarkthonig tödlich für Bienenvölker. Im Winter oder wenn nektarreiche Blüten knapp sind, lagern Bienen und Imker ihren Honig in den Bienenstöcken als Nahrungsreserve ein. Die RSPB empfiehlt ein Mischungsverhältnis von 2 Esslöffeln weißem Kristallzucker zu 1 Esslöffel Wasser, um Zuckernot zu begegnen.
  8. Sie können ihnen helfen, indem Sie Wildblumen in Ihrem Garten pflanzen. Das schöne Wetter in der Region hat Bienen fleißig unterwegs gesehen. Honig-Bienen ab 10°C im Winter einen Reinigungsflug unternehmen. Mit Zuckerwasser können die Bienen im Winter nichts anfangen, das müsste erst wieder aufwändig zu Honig invertiert werden. Wenn ein einzelnes Bienchen schlapp ist, kann man es mit einer Messerspitze warmen Imkerhonig wieder aufpäppeln - aber nur Honig von einem deutschen Imker verwenden.
  9. Sowohl Honig- als auch Wildbienen und anderen Blüten besuchenden Insekten fehlt es immer öfter an vielfältigem Nahrungsangebot. Eine falsch verstandene Hilfe für Bienen ist das Füttern der Insekten mit Honig auf dem Balkon oder am Haus. Geschäftsführer des D.I.B. betont die fachgerechte Pflege der Bienenvölker auch in schwierigen Zeiten. Rund 75 % aller Honige, die in Deutschland im Handel erhältlich sind, stammen aus dem Ausland. Der Großteil des Importhonigs enthält Sporen des Erregers der Amerikanischen Faulbrut. Die Sporen sind extrem widerstandsfähig und können sich rasch ausbreiten.
  10. Bereits im Verdachtsfall muss der Amtstierarzt informiert werden. Wer Bienen helfen will, sollte ihnen im unmittelbaren Nahbereich nektar- und pollenspendende Pflanzen anbieten. Gärten, Balkone und Terrassen ermöglichen die Gestaltung abwechslungsreicher Lebensräume für alle Blüten besuchenden Insekten. Eine bienenfreundliche Wiese, bienenfreundliche Stauden, Hecken, Bäume, sowie der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz sind Beispiele für eine tierfreundliche Gestaltung. Die Fütterung mit Zuckerwasser sollte vermieden werden, da sie die Honigqualität beeinträchtigen kann.
  11. Aktion tier e.V. empfiehlt, Bienen aktiv zu unterstützen, indem man seinen Garten insektenfreundlich gestaltet. Eine natürliche Bienenfütterung gelingt auch ohne Honig - durch vielfältige blütenreiche Bepflanzung und Rücksichtnahme auf ökologische Prozesse. Die Debatte um Honigverfütterung wird durch Expertenwissen ergänzt: Das Risiko der Sporenübertragung und die Ansteckungswege bleiben zentrale Themen.
  12. In jedem Fall gilt: Honiggläser vor dem Recycling ausspülen, um Infektionsketten zu unterbrechen. Die Organisatoren empfehlen, Nahrungsquellen für Bienen durch bienenfreundliche Maßnahmen zu ergänzen, statt auf importierten Honig zurückzugreifen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Supermarkthonig aufgrund der enthaltenen Paenibacillus larvae-Sporen eine ernsthafte Gefahr für Bienenvölker darstellt. Erwachsene Bienen tragen zwar keine Symptome, verteilen jedoch Sporen im Stock. Um die Gesundheit von Honigbienen zu schützen, sollten Laien auf das Füttern mit Honig verzichten und stattdessen bienenfreundliche Lebensräume schaffen. Imkern, ökologische Vielfalt und lokale, regionale Futterquellen sind die sichereren Wege, die Populationen zu unterstützen.

Infografik: Warum Importhonig Bienen schaden kann
Video: Amerikanische Faulbrut - Erreger, Sporen und Ausbreitung

Eine detaillierte Übersicht der Empfehlungen enthält: Bienenweiden anpflanzen, Honiggläser ausspülen, regionale Imkerhonige bevorzugen, kein Zuckerwasser füttern, und bei Verdacht den Amtstierarzt informieren. Die Förderung einer vielfältigen, insektenfreundlichen Umgebung ist die nachhaltigste Hilfe für Bestäuber in urbanen und ländlichen Räumen.

Maßnahme Begründung
Bienenweide anpflanzen Zufluss von Nektar und Pollen, Reduktion der Notwendigkeit externer Fütterungen
Importhonig meiden Hohe Sporenbelastung mit Paenibacillus larvae
Honiggläser ausspülen Unterbricht Infektionsketten vor Glascontainer
Regionale Imkerhonige bevorzugen Geringeres Sporenrisiko

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