Waffel Rezept mit Latta – Omas überliefertes Waffelteig-Grundrezept und viele Variationen

Frische Waffeln sind etwas Herrliches: Ich bin Natalie, arbeite bei Kochen mit Genuss, und erinnere mich noch gut daran, wie unsere Mutter sie in regelmäßigen Abständen am Sonntagmorgen zubereitete. Du ahnst es vielleicht schon: Ich möchte dieses traditionelle Familienrezept für Waffelteig sowie den ein oder anderen Rezeptvorschlag heute mit dir teilen.

Geschichte und Varianten der Waffel

Die ersten Waffel Rezepte sind alt. Uralt. Und sehr simpel. Man mutmaßt, dass die allerersten Waffeln bereits vor über 5000 Jahren im alten Ägypten gebacken wurden. Die Zutaten waren lediglich Mehl und Wasser, ähnlich wie bei der uns bekannten Oblate. Das Ursprungsland der „modernen“ Waffel ist sehr wahrscheinlich Belgien. Jedenfalls wurden erste Aufzeichnungen für belgische Waffel Rezepte bereits im 9. Jahrhundert festgehalten. Von dort wanderten die Waffeln wohl nach Frankreich und alsbald in die Niederlande und später nach Deutschland. Namentlich in deutschen Rezepten erwähnt werden sie aber erst im 13. Die Waffel war etwas Besonderes, wurde vor allem zu festlichen Anlässen gereicht, und war eher den höheren Gesellschaftskreisen vorbehalten.

Also wenn wir Waffeln schon feiern, dann wollen wir uns doch nicht auf nur eine Waffelart beschränken, oder? Weiche Waffeln haben einen höheren Anteil an Flüssigkeit und Fetten. Kalte, knusprige Waffeln enthalten mehr Zucker, weniger Flüssigkeit und mehr Mehl. Es gibt viele Varianten:

  • Klassische Herzwaffeln: Sie haben ihren Namen den herzförmigen, geriffelten Segmenten zu verdanken, die der Form des klassischen Waffeleisens geschuldet sind. Ihre Ränder sind durchaus knusprig, aber insgesamt sind die Herzwaffeln doch eher weich.
  • Belgische oder Brüsseler Waffeln: Diese weltbekannten Waffeln sind relativ dick, rechteckig, haben ein tiefes Muster und werden in Deutschland meist in Cafés mit allen möglichen Toppings serviert.
  • Bubble Waffles: Diese recht neue Waffelkreation ist voll im Trend und wird in einem speziellen Waffeleisen gebacken, wodurch sie große, knusprige Blasen bekommt.
  • Hippen / Eiswaffeln: Dieses Gebäck, das wir als Eiswaffel kennen, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Traditionell enthält der Teig Marzipanrohmasse, Eiklar, Mehl, Milch und Zucker. Die Waffel wird sehr dünn ausgebacken und nach dem Erkalten komplett hart.
  • Oblaten: Aufgrund ihrer Zutaten können sie zu den Waffeln gezählt werden. Klassische Oblaten bestehen nur aus Mehl und Wasser und sind eher geschmacksneutral.
  • Stroopwafels: Diese holländische Variante ist sehr dünn und knusprig, hat etwa 10 cm Durchmesser und ein feines Wabenmuster.
Herzwaffeln auf Teller mit Puderzucker und Kirschen

Omas überliefertes Grundrezept für Waffelteig (Latta-Stil)

Mit dem obigen Grundrezept für Waffelteig bist du schon einmal bestens ausgestattet. Und die gute Nachricht ist: Du kannst es für weitere Waffel Rezepte auch ganz easy abwandeln. Unser überliefertes Originalrezept hat drei Aromen: Vanille, Zitrone und Rum. Wahrscheinlich ist aber die Zutat „Rum“ auf Caspar zurückzuführen, die der typischen Cloer-Waffel nach überliefertem Originalrezept in Verbindung mit Vanille und Zitrone ihren unverwechselbaren Geschmack gibt.

Zutaten (für ca. 8-10 Herzwaffeln)

  • 125 g weiche Butter
  • 75 g Zucker (oder 100 g je nach Variante)
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier (Gr. M)
  • 250 g Mehl
  • 2 gestr. TL Weinsteinbackpulver (oder 1 TL Backpulver in einfachen Varianten)
  • 200 ml Milch
  • optional: etwas Zitronenabrieb und 1-2 EL Rum

Zubereitung

  1. Die Butter muss sehr weich, aber nicht flüssig sein. Nimm die Zutaten schon mehrere Stunden vor der Zubereitung des Waffelteiges aus dem Kühlschrank heraus.
  2. Schlage die zimmerweiche Butter zusammen mit Zucker, Vanille und Salz in einer größeren Schüssel schaumig. Eier, Zucker und die Aromen in die Rührschüssel geben.
  3. Nach und nach die Eigelbe unterrühren. Schlage die Eier mit dem Zucker und den Aromen mit einer Küchenmaschine auf hoher Stufe so lange auf, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Es kann je nach Küchenmaschine 10 bis 15 Minuten dauern.
  4. Anschließend gibst du das Mehl abwechselnd mit der Milch in die Schüssel dazu. Gib zunächst nur so viel Mehl in die Basis des Waffelteigs wie du vollständig einrühren kannst. Erst wenn das Mehl vollständig untergerührt ist, gib etwas Mineralwasser hinzu, damit der Waffelteig wieder so flüssig wird, dass du die nächste Menge Mehl einrühren kannst.
  5. Mit dem letzten Mehl das Weinsteinbackpulver unterrühren. Der Teig sollte jetzt mit der letzten Menge Mehl gut dickflüssig sein, aber noch vom Löffel fließen.
  6. 30 - 60 Minuten ruhen lassen und nicht mehr umrühren. Lass den Waffelteig mindestens 20, besser 30 Minuten stehen.
  7. Fette das Waffeleisen ein, heize es auf und verwende pro Waffel ca. 2 gehäufte Esslöffel Waffelteig. Dann sind deine Waffeln auch schon fertig! Pro Waffel 2-3 EL Waffelteig in die Mitte des heißen, geölten Waffeleisens geben, schließen und die Waffeln goldbraun backen. Jede Waffel etwa 1-4 Minuten je nach Eisen.
  8. Serviere sie am besten, so lange sie noch warm sind.
Schüssel mit angerührtem Waffelteig und Messbecher

Tipps für perfekte Waffeln

  • Das Verhältnis der Zutaten sollte unbedingt eingehalten werden. Ist der Waffelteig zu trocken oder zu feucht, misslingen die Waffeln.
  • Die Zutaten sollten Raumtemperatur haben. Damit sich der Waffelteig gut anrühren lässt, sollten alle Zutaten Raumtemperatur haben.
  • Rührschüssel und Rührstäbe dürfen keine Spuren von Eigelb aufweisen, wenn du Eischnee schlägst. Der Eischnee muss schon fest sein und darf nicht in sich zusammenfallen.
  • Ein gutes Waffeleisen braucht eine hochwertige Antihaftbeschichtung, einen Temperaturregler und eine Backampel. Ich benutze seit Jahren zwei Waffeleisen der Marke Cloer, eins für Herzwaffeln und eines für Belgische Waffeln.
  • Waffeleisen vorheizen und leicht einfetten. Das Waffeleisen sollte heiß genug und mit etwas Fett bepinselt sein.
  • Waffeleisen nicht zu voll machen: pro Waffel nicht mehr als 100 ml Teig ins Eisen geben (2 Esslöffel).
  • Waffeln abkühlen lassen: einzeln auf einem Kuchengitter ausbreiten, nicht übereinanderlegen.
  • Verwende Weinsteinbackpulver: Es setzt in der ersten Minute bereits 50% des gebundenen Kohlendioxids frei und ist bei kurzer Backzeit vorteilhaft.
  • Mineralwasser macht die Waffel besonders fluffig, da die Kohlensäure denselben Effekt wie Backpulver hat.

Variationen und Anpassungen

Mit dem Grundrezept lassen sich viele Varianten realisieren:

Lesen Sie auch: Waffel-Variationen mit Kaffeegeschmack

Herzhafte Waffeln

  • Dazu reduzierst du den Zucker auf einen Teelöffel und lässt die Vanille ganz weg. Dann gibst du 3 Prisen Salz in den Teig und handelst alles so, wie es oben im Waffelteig-Grundrezept steht.
  • Herzhaft wird’s mit weiteren Zutaten wie diesen: Speckwürfel und Zwiebeln in der Pfanne anbraten und zusammen mit frisch geraspeltem Gemüse (z.B. Karotten und Zucchini) in den Teig geben.
  • Waffel-Sandwich: für das Sandwich verwendest du einen nicht-süßen Waffelteig und belegst zwei Waffeln mit Lieblingszutaten.

Vegane Variante

  • Für eine vegane Waffel-Variante tauscht du die Milch gegen Milchersatzprodukte wie Hafer- oder Sojadrink aus.
  • Die Butter kannst du durch Margarine und die 3 Eigelbe durch spezielles Ei-Ersatzpulver ersetzen - dabei entsprechen 1 EL Ersatzpulver auf 2 EL Wasser einem Ei.
  • Das Eiklar wird durch Aqua Faba ausgetauscht: Dabei handelt es sich um das Wasser, das beim Kochen von Kichererbsen übrig bleibt. Es kann genauso aufgeschlagen werden wie Eischnee!

Weihnachts- und Saison-Würze

  • An Weihnachten würde ich dem Grundrezept 2 Prisen Zimt, eine Prise Muskat, gemahlene Gewürznelke und etwas Sternanis hinzufügen. Das passt perfekt zu Glühwein und zur Weihnachtszeit!
  • Du kannst Waffelteig mit Gewürzen ganz einfach saisonal anpassen.

Ohne Ei / ohne Butter / mit Öl

  • Veganer Waffelteig ohne Ei: bereite den Teig mit veganer Margarine und Pflanzendrink statt Milch zu.
  • Waffelteig mit Öl: Nimm statt Butter Sonnenblumenöl für knusprige Waffeln.
  • Zuckerfrei: Als natürliche Süße eignen sich Bananen, Ahornsirup oder Honig im Teig.
Verschiedene Waffelvarianten: belgisch, klassisch, Bubble

Toppings und Serviervorschläge

Beim Waffel-Belag scheiden sich natürlich oft die Geister - Was dem Einen gut schmeckt, ist für den Anderen eine Zumutung. Frische Waffeln würde ich persönlich mit Puderzucker bestreuen, wenn sie noch heiß sind, und eine heiße Tasse hochwertiger Kaffee passt natürlich immer gut dazu.

  • Eiscreme: Kaltes Eis auf warmer Waffel - das schmeckt so gut, wie es sich anhört!
  • Heiße, gebundene Früchte: Im eigenen Saft abgebundene Früchte, vor allem Sauerkirschen, sind ein klassisches Waffel-Topping.
  • Sahne: Geschlagene Sahne harmoniert ausgezeichnet mit Nüssen, Sirup oder knusprigeren Toppings.
  • Sirup: Schokosirup, Karamellsirup oder Ahornsirup in die tiefen Waben von belgischen Waffeln gießen.
  • Bacon: In den USA wird gerne Bacon in Kombination mit Ahornsirup als Topping genutzt. Süß und salzig liefern einen sehr leckeren Kontrast!
  • Käse oder Frischkäse: Zu süßen Waffeln passt Frischkäse hervorragend.
Waffel mit Eis, Schokosirup und Früchten

Nährwerte, Lagerung und Kalorien

Eine selbstgemachte Herzwaffel von etwa 100 g hat circa 290 Kilokalorien. Wird sie mit Puderzucker serviert, hat sie bereits rund 460 kcal. Bei einer belgischen Waffel wird mehr Teig verwendet, weshalb diese auf 480 Kalorien im Mittel kommt. Wer aber besonders kalorienbewusst ist und vielleicht sogar abnehmen möchte, kann es mit Protein-Waffeln versuchen.

Produkt Durchschnittliche Kalorien
Herzwaffel (100 g) ≈ 290 kcal
Herzwaffel mit Puderzucker ≈ 460 kcal
Belgische Waffel (durchschnittlich) ≈ 480 kcal

Waffelteig kann im Kühlschrank 2-3 Tage aufbewahrt werden. Fertig gebackene Waffeln können auch für ein paar Tage im Kühlschrank gelagert werden, ziehen dann aber Feuchtigkeit. Besser einfrieren! Deine eingefrorenen Waffeln sind im Tiefkühler ca. 3 Monate haltbar. Zum Auftauen kannst du sie im gefrorenen Zustand 3-5 Minuten auf dem Toaster aufbacken.

Fehlerquellen und Profi-Tipps

  • Der Eischnee muss schon fest sein und darf nicht in sich zusammenfallen.
  • Ist der Waffelteig zu dünnflüssig oder wurde nach dem Aktivieren zu stark umgerührt, verliert er sein Treibmittel und die Waffeln bleiben flach.
  • Das Geheimnis für einen Waffelteig ohne Klumpen ist: Mehl und Wasser dürfen nicht direkt aufeinandertreffen.
  • Für Profis: Waffeln werden lockerer und fluffiger, wenn dem Waffelteig möglichst viel Luft untergerührt wird. Dies wird später vor allem durch Weinsteinbackpulver und Mineralwasser erreicht.
  • Rühre die Butter in der schaumig geschlagenen Ei-Zucker-Masse nur auf niedriger Stufe ein, damit der Schaum nicht zusammenfällt.

Internationale Zubereitungsarten

Die Zubereitung von Waffeln unterscheidet sich von Land zu Land. Wir wollen zuletzt noch auf verschiedene Zubereitungsarten je nach Kulturkreis eingehen. So hast du beim Waffel machen zu Hause noch mehr Inspiration.

  • Amerikanisch: In den USA sind belgische Waffeln äußerst beliebt, aber auch Bubble Waffles sind schwer im Kommen. Die Amerikaner setzen mit dem Hashtag „Will it waffel?“ Trends rund ums Waffeleisen.
  • Indisch: Die indische Waffel ist herzhaft und wird zum Frühstück gegessen. Ihr Teig enthält frisches Gemüse und zahlreiche Gewürze wie Curry und Koriander.
  • Südkorea: Die Bubble Waffle wurde in Südkorea geboren und ist nach wie vor sehr gefragt.
  • Japan: Taiyaki ist eine Waffel in Fischform, die mit süßen, roten Bohnen (Azuki) gefüllt wird und besonders auf Jahrmärkten zu finden ist.
Demonstration: Omas Waffelteig zubereiten und Herzwaffeln backen

Noch ein letzter Tipp

Wenn du dein Waffeleisen nicht im Leerlauf vor sich hin heizen lässt und es immer auf niedrigster Stufe vorheizt, brauchst du kein Trennspray. Auch die geschmackliche Beeinflussung ist nicht zu ignorieren, die aber natürlich Geschmackssache ist.

Lesen Sie auch: Genussmomente mit Byodo Waffeln

Lesen Sie auch: Inhaltsstoffe und Wissenswertes zu Milka Waffeln Rund

tags: #Waffel #Rezept #mit #Latta

Populäre Artikel: