Türkische Kurabiye Rezepte einfach: Un Kurabiyesi & Tuzlu Kurabiye Schritt für Schritt
Un Kurabiyesi bedeutet übersetzt „Mehlplätzchen“. Sie erinnern an Heidesandplätzchen mit ihrer mürben, leicht trockenen Textur, ihrer dezenten Süße und darin, wie sie auf der Zunge förmlich zergehen. Un Kurabiyesi (auch bekannt als türkische Mehlplätzchen) sind klassische Türkische Kekse. Diese Plätzchen überzeugen durch ihre unvergleichlich zarte Konsistenz, die förmlich auf der Zunge zergeht und ihrem milden, buttrigen Geschmack.
Was ist Un Kurabiyesi?
Un Kurabiyesi (was übersetzt Mehlkekse oder -plätzchen heißt) sind einfache Kekse aus wenigen Zutaten, die schnell gemacht sind und einfach lecker schmecken. Die Mehlplätzchen haben ihren Ursprung in der osmanischen Küche. In der Türkei wird das Rezept seit Generationen weitergegeben, wobei jede Familie ihre eigene, leicht abgewandelte Variante haben kann. Dort werden die Kekse übrigens das ganze Jahr über gemacht.
Typische Zutaten für Un Kurabiyesi (klassisch)
- Weizenmehl
- Butter (weich) oder vegane Butter-Alternative
- Puderzucker
- Speisestärke
- Vanillezucker
- Optional: Öl (z. B. Sonnenblumen- oder Olivenöl)
Für Un Kurabiyesi benötigst du nur wenige Zutaten: vegane Butter, Öl, Puderzucker, Speisestärke, Mehl, und Vanillezucker. Wir empfehlen, eine vegane Butter-Alternative zu verwenden, die ohne Palmöl auskommt.
Warum auf Palmöl verzichten?
Die Produktion von konventionellem Palmöl ist nämlich alles andere als nachhaltig. Weil die Nachfrage nach Palmöl weltweit so hoch ist, müssen Regenwälder den immer größer werdenden Palmenplantagen weichen. Dadurch gehen nicht nur die Lebensräume vieler Tiere verloren und die Biodiversität nimmt ab - auch das Klima leidet unter der Rodung der Regenwälder. Palmöl ist das weltweit am meisten angebaute Pflanzenöl und auch das auf dem Weltmarkt billigste. Nein, im Gegenteil, der Anbau von Palmöl zieht verheerende ökologische und menschenrechtliche Probleme nach sich.
Grundrezept: Un Kurabiyesi (mürbe Mehlplätzchen)
Alle Zutaten zu einen geschmeidigen Teig kneten, zu einer Kugel formen und diesen in 4 Teile teilen. 400 g Mehl, 125 g Speisestärke, 125 g Puderzucker, 250 g weiche Butter, 30 g Rapsöl. Jedes Teigteil zu einer 2-3 cm dicken Rolle rollen. Leicht andrücken und mit einer Gabel der Länge nach ein Muster ziehen, so dass die Rillen sichtbar sind. Mit einem Messer oder einer Teigkarte schräg kleine Stücke abschneiden (etwa 3-4 cm) und diese auf das vorbereitete Backblech geben. Für 15-20 Minuten backen, bis die Kekse minimal braun werden.
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Die Butter sorgt für einen reichhaltigen Geschmack, während der feine Puderzucker und Vanille den Plätzchen eine angenehme Süße verleihen. Was die Un Kurabiyesi so besonders macht, ist die zarte, sehr mürbe und fast sandige Konsistenz. Das liegt daran, dass der Teig ohne Eier auskommt.
Zubereitungsschritte kompakt
- Ein Backblech mit Backpapier belegen und den Ofen auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut verkneten. Der Teig sollte elastisch und nicht mehr klebrig sein.
- Aus dem Teig Stränge rollen und zu kleinen Stückchen formen, oder Rollen in ca. 2-3 cm dicke Stücke schneiden.
- Mit einer Gabel Rillen in die Oberfläche ziehen oder leicht flachdrücken.
- Für 15-20 Minuten backen, bis die Kekse minimal goldgelb werden. Vollständig abkühlen lassen.
Vegane Variante mit Öl
Das Rezept für diese richtig schön mürben Plätzchen habe ich vor fast zwei Jahren von der Mama eines Freundes bekommen. Ich war direkt erstaunt, weil sie kein festes Fett wie Margarine oder Butter dafür verwendet hatte, sondern einfach nur Olivenöl. 100 ml (eine kleine türkische Teetasse voll) natives Olivenöl oder (nicht natives) Sonnenblumenöl, man kann auch 50ml Oliven- und 50ml Sonnenblumenöl nehmen, 3 EL Puderzucker, bis zu 250 g Mehl (ich habe nur 180 g benötigt), 3 EL Puderzucker zum Bestäuben.
Ich musste also einfach dieses Rezept ausprobieren und ich war begeistert, einfach nur hin und weg! In null-komma-nix waren die Plätzchen fertig! Der Teig war schon anders, aber man konnte ihn ohne Probleme verarbeiten und vor allem schmecken diese Plätzchen einfach zum Niederknien gut!
Tuzlu Kurabiye - salzige Variante
Salzgebäck (auf Türkisch tuzlu kurabiye) ist etwas ganz Traditionelles und wird an Feier- und Festtagen mit einem schwarzen Tee gereicht oder an Nachbarn und Verwandte verteilt. Wie ich dazu kam, salzige türkische Kekse in Massen zu verzehren? Vor ein paar Monaten war ich mit meinem Mann in einem türkischen Supermarkt in München. Die Theke war voll von türkischen Keksen, süßen und salzigen. Ich bestellte eine Schachtel mit einer Auswahl aller Kekse und auf dem Heimweg hatte ich schon die Hälfte der Menge verdrückt. Ein Gebäck allerdings löste bei mir Suchtfaktor aus, türkische „Tuzlu Kurabiye“.
Zutaten für 8 Personen (Beispiel): Weizenmehl 660 g, Butter weich 200 g, Sonnenblumenöl 150 ml, Wasser 150 ml, Zucker 1 TL, Salz 1 TL, Backpulver 1 P., Tafelessig 2 EL, Zitronensaft 1 EL, Eiweiß 2. Zum Bestreichen Eigelb 2, Sesam etwas, Schwarzkümmel etwas.
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Zubereitung Tuzlu Kurabiye
- Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut verkneten. Der Teig sollte elastisch und nicht mehr klebrig sein.
- Aus dem Teig kleine Stückchen nehmen, so circa etwas größer als eine Haselnuss, die zu einem Röllchen formen, die Enden verbinden und zu einem Zopf drehen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
- Die Zöpfchen mit Eigelb bestreichen, Schwarzkümmel oder Sesam drauf streuen.
- Im vorgeheizten Backofen, 200 °C Umluft, ca. 20 min. backen. Nach dem Abkühlen in Dosen aufbewahren, hält sich mehrere Wochen. Dazu passt sehr gut türkischer Tee.
Es gibt nun zwei Methoden die Kringel zu formen. Entweder ihr macht kleine Kugeln, drückt ein Loch in die Mitte und zieht den Ring dann langsam auseinander. Alternativ könnt ihr auch kleine Schlangen formen und dann einfach die Enden ineinander wickeln. Beides funktioniert, nur muss man aufpassen, dass der Teig eben nicht bricht bzw. Ihr habt sicher schnell den Dreh raus.
Weitere Tipps zur Zubereitung und Haltbarkeit
- Bestreicht die Kekse vor dem Backen mit Eigelb oder einer Mischung aus Eigelb und Milch für eine schönere Bräunung.
- Backe die Plätzchen, bis sie minimal braun sind; so bleiben sie mürbe und zergehen auf der Zunge.
- In einer Keksdose halten sie sich theoretisch gut zwei und mehr Wochen, so lange haben sie bei mir allerdings nie überlebt.
- Je mehr man auf Unverarbeitetes zurückgreift, desto weniger Gedanken muss man sich machen, dass Palmöl (und andere problematische Inhaltsstoffe) darin enthalten ist.
Variationen & Genuss
Traditionell sind Un Kurabiyesi schlichte helle Kekse, aber es gibt auch einige moderne Variationen, die mit Schokolade, Nüssen, Zimt oder Kardamom gemacht werden. Die Türkischen Mehlplätzchen können aber auch unterschiedlich geformt sein. Ich habe mich für die klassische Variante entschieden. Dabei wird der Teig zu Strängen gerollt und anschließend mit einer Gabel Rillen in die Oberfläche gezogen. Ich finde aber, sie machen sich auch richtig gut auf dem Plätzchenteller.
Rezeptübersicht (vergleichend)
| Rezept | Fettquelle | Backtemperatur | Backzeit | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Un Kurabiyesi (klassisch) | Butter oder vegane Butter | 170 °C | 15-20 Min. | 3-4 Wochen (luftdicht) |
| Un Kurabiyesi (mit Öl) | Olivenöl / Sonnenblumenöl | 170 °C | 15-20 Min. | Mehrere Wochen |
| Tuzlu Kurabiye (salzig) | Butter + Öl | 200 °C Umluft | ca. 20 Min. | Mehrere Wochen |
Hintergrund und Kultur
Die Plätzchen zergehen förmlich auf der Zunge, und natürlich hab ich sie direkt nach dem Rezept angeschnorrt. Handverlesene Produkte findet ihr im Online-Shop. KochDichTürkisch ist eine Kochschule und Content-Plattform für türkische Rezepte, Warenkunde und Küchenkultur. In unseren Blogartikeln findet ihr Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Zutatenwissen und Küchentechnik.
Viel Spaß beim Nachbacken, eure Sally!
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