Trüffelsuche in Italien Anleitung und Regionen

Wenn die Erde feucht ist und der Wald still, beginnt die Suche nach weißen und schwarzen Trüffeln. Alba im Piemont ist das Zentrum für weißen Trüffel in Italien, doch auch San Miniato zwischen Pisa und Florenz gehört zu den bedeutenden Treffpunkten der Trüffelkultur. Von Alba im Piemont bis San Miniato in der Toskana stehen die nächsten Wochen im Zeichen der Knollen, die zu den begehrtesten Lebensmitteln der Welt gehören.

Was Trüffel so besonders macht

Sie wachsen nur unter bestimmten Bedingungen - vereinfacht gesagt, in lockeren, kalkhaltigen Böden und in Symbiose mit Bäumen wie Eichen, Hasel oder Pappeln. Die Region rund um Alba, Monforte d’Alba und La Morra gilt als das Herz der weißen Trüffel im Piemont, im Nordwesten des Landes. Die Knollen sind aromatisch und erreichen dort die höchsten Preise.

In Umbrien dominiert der schwarze Trüffel, kräftig im Geschmack, robust im Auftreten. Besonders in Norcia und Spoleto gehört er fest zur Küche der Region - über Pasta, Eier oder Fleisch gehobelt. Die Römer verehrten Trüffel aufgrund ihrer einzigartigen Aromatik und aphrodisierenden Eigenschaften.

Regionale Highlights und Festivals

In San Miniato findet im November die „Mostra Mercato Nazionale del Tartufo Bianco“ statt, während in Acqualagna die Suche fast das ganze Jahr über stattfindet. Bologna und Modena feiern im Herbst die „Tartufesta“. Zwischen L’Aquila und dem Gran Sasso wachsen schwarze Sorten in kalkhaltigen Böden der Mittelgebirge - meist für den regionalen Markt bestimmt. Zwischen Alba und San Miniato gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Märkte und Festivals rund um den Trüffel.

In San Giovanni d’Asso (40 km südöstlich von Siena) findet über zwei Wochenenden im November ein weiteres Festival statt. Dort gibt es auch ein Museum, das der Trüffel gewidmet ist. Der Trifulau kennt den Wald, den Boden und die Jahreszeiten - das Trüffelhandwerk ist ein Beruf, kein Hobby.

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Trüffelsuche heute: Vorgehen, Ausbildung, Schutz

Die Suche ist streng geregelt: Nur wer einen Tesserino - den offiziellen Trüffelsuchschein - besitzt, darf sammeln. Die Lizenz wird von den Regionen vergeben und schreibt Sammelzeiten, Werkzeuge und Mindestalter vor. Die Trüffelhunde, oft Lagotto Romagnolo, werden schon in jungen Jahren mit Käseduft trainiert, den die Hunde dann „gerne riechen“ sollen. Wenn der Hund eine mögliche Fundstelle andeutet, gräbt der Trifulau die Trüffel behutsam aus, ohne sie zu beschädigen.

Ursprünglich fand die Jagd mit weiblichen Schweinen statt, da deren Geruch dem der Trüffel ähnelte. Die Schweine wurden jedoch oft als Leckerbissen gesehen, weshalb Hunde die bessere Wahl wurden. Ein gut ausgebildeter Hund ist unbezahlbar, und es gibt jedes Jahr Berichte über Vergiftungen durch Jagdrivalen. Als Alternative kann man eine Trüffeljagdschule besuchen, doch gilt: Ein erfahrener Jagdhund ist zentral für eine erfolgreiche Suche.

Was man über die Trüffelarten wissen sollte

  • Weiße Trüffel (tartufo bianco): Vor allem im Piemont, rund um Alba, zu finden. Die aromatischen Knollen werden meist zwischen Wurzeln von Eichen, Haselnusspflaumen, Pappeln und Buchen gefunden und während der Internationalen Ausstellung des weißen Trüffels in Alba verkauft.
  • Schwarze Trüffel (tartufo nero pregiato): Beliebt in Umbrien, beispielsweise rund um Norcia. Hervorragend gerieben über Gerichte, oft regional vermarktet.
  • Sommertrüffel (tartufo estivo): Wächst unter anderem in der Toskana und den Marken. Saisonabhängig, vielseitig in der Küche verwendbar.

Zubereitungstipps und Lagerung

Wenn Sie eine weiße Trüffel gekauft haben, sollten Sie diese so bald wie möglich verzehren, da sie sich nicht lange hält. Schneiden Sie sie fein oder reiben Sie sie über gebackene oder gebratene Eier oder einfache Teigwaren; durch Kochen reduziert sich das Aroma der Trüffel. Trüffel sollten sanft gerieben und sparsam verwendet werden, um den intensiven Geschmack zu bewahren.

Literarische Einblicke und Praxisberichte

Massimo Cucchiara, ein Trüffelexperte aus San Miniato, berichtet von Begegnungen mit Jagd und Küche. Sein Vater war Präsident der Associazione Tartufai in San Miniato und kennt alle Geheimnisse der Jagdkunst. In einem berichteten Treffen mit Sean Caulfield, dem Eigentümer von To Tuscany, und der CNN-Journalistin Maureen O’Hare wurde das Erlebnis in einem Artikel festgehalten. Sally, der Hund aus dem Piemont, zeigte bei einem Ausflug die wundersame Fähigkeit der Nase, Trüffel zu finden - die Trüffelsuche wurde so zu einem unvergesslichen Erlebnis, das in der piemontesischen Küche gipfelte.

Zusätzliche Hinweise

Die Trüffelsuche ist mehr als kulinarischer Genuss; sie repräsentiert ein Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur. Wissen wird meist mündlich innerhalb der Familien weitergegeben. Die Trüffelsucher lehren ihre Nachkommen, wo gegraben werden darf, wie man den Boden schont und wie man gut für die Hunde sorgt. Die Erde bleibt ein Geheimnis, das nur durch sorgfältige Beobachtung, Geduld und eine geschulte Nase entschlüsselt wird.

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Infografik: Verbreitung der Trüffelarten in Italien und Saisonkalender
Video: Trüffeljagd in Alba - Einblicke in Training, Ernte und Genuss
Region Trüffelart Bekannte Orte Typische Nutzung
Piemont (Alba, Langhe) Weiße Trüffel Alba, Monforte d’Alba, La Morra Roh über Pasta, Eier, Ravioli
Umbrien Schwarze Trüffel Norcia, Spoleto Über Pasta, Fleisch, Eierspeisen
Toskana Sommertrüffel San Miniato, Siena Vielfältige Zubereitungen, salzige Beigaben

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