Das originale Rezept für schwedische Pepparkakor: Geschichte, Zubereitung und Tipps

Pepparkakor sind die traditionellen Gewürz-Lebkuchen, Pfefferkuchen oder auch Gewürzkekse aus Schweden, die während der Weihnachtszeit gebacken und genascht werden. Sie schmecken nach Zimt, Nelken und Kardamom und bringen so die typisch skandinavische Weihnachtsstimmung nach Hause.

Sie werden in Schweden am liebsten zu einem Heißgetränk genossen: Kaffee, Tee oder Glögg, dem schwedischen Glühwein. Besonders zur Weihnachtszeit steigt landesweit der aromatische Duft von Zimt, Kardamom, Ingwer und Nelken auf - dann ist klar: Es ist Pepparkakor-Zeit!

Schwedische Pepparkakor, Zutaten und gebackene Plätzchen auf einem rustikalen Holzbrett

Herkunft und Geschichte der Pepparkakor

Pepparkakor gelten als das wohl traditionellste und beliebteste Weihnachtsgebäck Schwedens: Zimt, Nelken, Ingwer und Kardamom werden in süßem Teig verarbeitet und in wenigen Minuten zu knusprigen Plätzchen gebacken. Woher das schwedische Gewürzgeback genau kommt, ist nicht bekannt.

Eine Theorie besagt, dass möglicherweise der deutsche Lebkuchen, insbesondere aus Nürnberg, als Vorbild diente. Überliefert ist, dass im 15. Jahrhundert Pfeffer in den Teig gegeben wurde, was heute jedoch kaum noch üblich ist. Stattdessen finden sich heute Gewürze wie Zimt, Nelken und Ingwer im Rezept.

Früher wurde Honig anstelle von Zucker verwendet - so entstand ein etwas kräftigerer Geschmack. Erst seit dem 19. Jahrhundert gelten sie als typisches Weihnachtsgebäck. Seit 1996 gibt es durch den bekannten Hersteller „AB Annas Peppakakor“ sogar den Pepparkakans Dag (Tag des Pfefferkuchens), der jedes Jahr am 9. Dezember gefeiert wird.

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Infografik: Zeitstrahl zur Geschichte der Pepparkakor

Namen und Begriffe: Was steckt dahinter?

Pepperkakor steht für den Plural, also mehrere Pfefferkuchen. Der Singular heißt im Schwedischen Pepperkaka.

Im Gegensatz zu manchen anderen nordischen Ländern wie Dänemark („Pebbernødder“) oder Norwegen („Sirupsnipper“), in denen oft tatsächlich Pfeffer enthalten ist, ist im originalen schwedischen Pepparkakor kein Pfeffer mehr enthalten.

Die beliebten Formen und Motive

Typische Formen für Pepparkakor sind Herzen, Sterne, Weihnachtsbäume und der klassische Lebkuchenmann, aber auch Figuren wie Schweine und Ziegenböcke. Das Motiv des Ziegenbocks steht in Verbindung zur schwedischen Weihnacht, stammt aus der nordischen Mythologie und das Schwein ist ein traditionelles Symbol für Fruchtbarkeit.

In Schweden sind Pfefferkuchenhäuser („pepparkakshus“) verbreitet, die aus etwas dicker gebackenem Gewürzkuchen bestehen und mit Zuckerguss zusammengehalten werden.

Verschiedene Ausstechformen für schwedische Pepparkakor

Zutaten und Variationen

  • 100 ml Wasser
  • 255 g Zucker
  • 50 ml Zuckerrübensirup (alternativ Honig)
  • 0.5 EL Zimt
  • 0.5 EL Kardamompulver
  • 0.5 EL Ingwerpulver
  • 0.5 TL Nelken
  • 200 g Butter
  • 600 g Mehl
  • 2 TL Natron

Wer einen besonderen Sirup sucht, kann auch Rohzuckersirup verwenden, wie es traditionelle schwedische Rezepte oft empfehlen. Alternativ kann Zuckerrübensirup durch Honig ersetzt werden - das sorgt für eine besondere Geschmacksnote.

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Das klassische Pepparkakor-Rezept - Schritt für Schritt

Zubereitung von schwedischen Pepparkakor - Schritt-für-Schritt Video

Teigzubereitung

  1. Wasser, Zucker, Zuckerrübensirup und die gemahlenen Gewürze in einem Topf aufkochen. Die Mischung leicht abkühlen lassen.
  2. Butter nach und nach zur abgekühlten Masse geben und kräftig umrühren, bis alles gut vermengt ist.
  3. Mehl und Natron (alternativ Weinsteinbackpulver) vermischen und später zur Zuckermasse geben. Für Erwachsene kann auch etwas Cognac hinzugefügt werden.
  4. Den Teig zu einer glatten Masse verarbeiten und mindestens über Nacht, eingewickelt in ein Bienenwachstuch oder Frischhaltefolie, im Kühlschrank ruhen lassen. Je länger der Teig ruht, desto besser entfalten sich die Aromen.

Ausrollen und Ausstechen

  1. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche sehr dünn (ca. 3-4 mm) ausrollen.
  2. Mit Plätzchenausstechern in gewünschten Motiven ausstechen (z.B. Herzen, Sterne, Ziegenböcke, Schweine, Lebkuchenmänner).
  3. Die ausgestochenen Plätzchen auf mit Backpapier belegte Backbleche legen. Wer mag, kann mit einem Strohhalm kleine Löcher ausstechen - so können die Pepparkakor später an den Weihnachtsbaum oder Geschenke gehängt werden.

Backen

  • Im vorgeheizten Backofen bei 180-200°C (Ober-/Unterhitze) auf der mittleren Schiene ca. 5-10 Minuten backen, je nach Dicke und gewünschtem Bräunungsgrad.
  • Anschließend aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Frisch gebackene Pepparkakor mit typischer Verzierung

Verzieren und Glasieren

Für den Zuckerguss entweder Puderzucker mit etwas Eiweiß oder Zitronensaft verrühren, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Die Glasur in einen Spritzbeutel oder kleinen Gefrierbeutel füllen und nach Herzenslust verzieren - mit Zuckerperlen, Streuseln oder Schokotropfen. Die Kinder lieben es, kreativ zu werden!

Alternativ einfach etwas Hagelzucker auf Streifen verteilen und im Ofen mitbacken - so entstehen schnell „Schnittkekse“ („Snittar“), ideal für alle, die das Ausstechen und Dekorieren nicht mögen.

Nährwerte pro Portion Kalorien Eiweiß Fett Kohlenhydrate
150 kcal 2,2 g 3,8 g 27,1 g

Wer Pepparkakor verschenken möchte: Die Kekse machen sich besonders hübsch in einer dekorativen Dose oder als essbarer Baumbehang.

Tipps und Tricks

  • Der rohe Teig ist in Schweden mindestens genauso beliebt wie die fertigen Kekse - unbedingt probieren!
  • Der Teig muss über Nacht kühlen, damit sich die Aromen entfalten und der Teig schön geschmeidig bleibt.
  • Glutenfreie Variante: Das Weizenmehl lässt sich problemlos durch glutenfreies Mehl ersetzen.
  • Wenn der Teig zu trocken ist, etwas Wasser zufügen; bei zu klebrigem Teig noch etwas Mehl einarbeiten.
  • Pfefferkuchen sind sehr lange haltbar - in einer Keksdose trocken gelagert sind sie die gesamte Adventszeit über ein Genuss.

Tradition und Genuss: Wann werden Pepparkakor gegessen?

In Schweden ist es Tradition, Pepparkakor nicht nur zu Weihnachten, sondern auch am Lucia-Fest (13. Dezember) zu servieren. Der Tag wird im ganzen Land gefeiert; gemeinsam werden Lucia-Lieder gesungen und Pepparkakor und Lussekatter gegessen. Lebkuchen werden in den Monaten vor Weihnachten von den meisten Schweden gegessen.

Bekannte Produkte sind „Annas Pepparkakor“, die seit 1929 in Stockholm gebacken werden und als echter Klassiker gelten. Auch in Deutschland sind sie besonders in IKEA zur Weihnachtszeit in vielen Formen erhältlich.

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Pepparkakor rund um die Welt

Pepparkakor sind nicht nur in Schweden ein Star der Feiertage. Ob als Ausstecher-Keks zur Adventszeit, als essbares Geschenk oder zum berühmten Kaffee-Kränzchen - Pepparkakor bringen ein Stück schwedische Weihnachtskultur in die Welt. Sie gelten als Symbol für Herzlichkeit, Gemütlichkeit und das Teilen schöner Momente.

Schwedische Familie dekoriert gemeinsam Pepparkakor

Ha en trevlig juletid! - Genießt die schwedische Weihnachtszeit mit knusprig-würzigen Pepparkakor!

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