Osterhase aus dunkler Schokolade: Herstellung, Geschichte und Besonderheiten
Der Osterhase aus dunkler Schokolade ist ein beliebtes Symbol des Osterfestes. Ob stehend oder sitzend, mit Schleife oder Glöckchen - jährlich werden mehr als 130 Millionen Schokoladenhasen allein in Deutschland verkauft. Besonders die Hasen aus dunkler Schokolade rücken zunehmend ins Bewusstsein der Verbraucher, da sie sowohl geschmacklich als auch hinsichtlich ihrer Umweltwirkung interessant sind.
Geschichte des Schokoladen-Osterhasen
Der erste Nachweis für den Osterhasen stammt aus dem Jahr 1682. Unklar bleibt, warum gerade ein Hase zum Symbol des Osterfestes wurde. Die eine Theorie besagt, dass Hasen im Frühling als Symbol für Fruchtbarkeit galten und sich auf saftigen Feldern besonders häufig zeigten. Eine andere Theorie berichtet von einem Missgeschick beim Backen eines Osterlamms - heraus kam eine Figur, die eher einem Hasen als einem Lamm ähnelte.
Konditoren begannen ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu Ostern Hasen aus Zucker und auch aus Schokolade zu fertigen. Die ersten Schokoladenhasen waren massiv und häufig mehrere Kilogramm schwer, hergestellt meist als Schaufensterdekoration. Diese kunstvoll und aufwendig hergestellten Unikate waren vor allem eines: sehr schwer.
Mit der Einführung der Hohlfiguren-Technik zu Beginn des 20. Jahrhunderts - dank Imker-Honigschleudern, die als Vorlage dienten - entstanden die ersten hohlen Schokoladenosterhasen. Den Durchbruch zum Massenphänomen schaffte der Osterhase erst im 20. Jahrhundert. Konditoren entwickelten in den 1920er Jahren kleinere Formen, in denen Schokolade ausgegossen wurde. So entstanden die ersten Serienfertigungen von Osterhasen aus Schokolade.
Um 1950 begannen die ersten Unternehmen in Deutschland mit der Serienfertigung des beliebten Saisonartikels als Hohlfigur.
Lesen Sie auch: Osterhasen aus Schokolade: Einfache Rezepte
Herstellungsschritte: Von der Bohne zur Figur
Die Herstellung von Schokoladenhasen gliedert sich in mehrere Arbeitsschritte. Zunächst werden die Kakaobohnen gereinigt, geschält, gebrochen und geröstet. In einer großen Mühle wird daraus eine dickflüssige Masse, die sogenannte Couvertüre. Sie ist die Grundlage für die Schokolade.
Die dunkle Schokolade besteht ausschließlich aus Kakaobohnen und Zucker. Beim klassischen Milchschokoladenhasen kommt noch Vollmilchpulver dazu, weiße Schokolade enthält kein Kakaopulver mehr. Auf Farb- und Konservierungsstoffe oder Fremdfette verzichten viele Manufakturen, weshalb ihre Schokolade auch bei Allergikern beliebt ist.
Die Schokoladenmasse wird stundenlang gerührt und im Wasserbad erwärmt. Dann wird sie in die vorbereiteten Hasenformen gegossen, die meistens aus Kunststoff bestehen.
Hohlfiguren-Technik
Technologisch besonders interessant ist die Herstellung der Hohlfiguren: Die Form wird mit flüssiger Schokolade gefüllt, geschlossen und dann mehrere Minuten lang geschleudert. Durch das Schleudern verteilt sich die Schokolade gleichmäßig in der Form. Nach dem Abkühlen zieht sich die Schokolade durch das Schrumpfen zusammen und kann aus der Form gelöst werden.
Um den Luftdruck im Hohlraum auszugleichen, wird oft ein kleines Loch am Hasen angebracht. Die Hasen werden anschließend von Hand verziert - beispielsweise mit einer Schleife - und zum Schutz in Folie verpackt.
Lesen Sie auch: So nimmst du an den Lindt Osterhase Aktionen teil
Handarbeit und Manufakturen
In der idyllisch gelegenen Schokoladenwerkstatt sieht es ein bisschen so aus, als ob die Zeit stehen geblieben wäre: Viele Maschinen stammen noch aus vergangenen Generationen. Im Familienbetrieb von Wilhelm Eberhardt werden die Kakaobohnen traditionell geröstet, gemahlen, mit Zucker und Milchpulver gemischt. Rund 20 Beschäftigte stellen in der Fabrik täglich 200 bis 400 Kilogramm flüssige Schokolade zu Hasen, Hähnen und großen Präsent-Eiern her.
Bei Eberhardt und anderen Manufakturen dauert die Herstellung mindestens zwei Tage. Die einzelnen Herstellungsstufen lassen sich nicht auslassen. „Eine gute Schokolade zergeht auf der Zunge und sollte nicht schmieren”, betont Betriebsinhaber Gräber.
Das Schokoladengeschäft ist gerade zu Ostern schwierig, da dies nicht mehr so ein Familienfest sei wie noch vor 40 Jahren - viele Menschen verreisen. Dennoch ist der Ostermarkt für die Schokoladenindustrie äußerst wichtig: Rund ein Viertel des Gesamtumsatzes zu Ostern - 2010 mehr als 430 Millionen Euro - machten die Schokoladenproduzenten allein mit Hasen.
Sorten, Motive und Besonderheiten
Mehr als 25 verschiedene Motive stehen zur Auswahl: vom 30-Gramm-Häschen bis zum Zwei-Kilo-Brocken. Unterschiedlich bemalt, mit weißer, heller und dunkler Schokolade, ergibt das rund 70 verschiedene Oster-Figuren. Neu sind Lutscherköpfe mit zehn Gramm Osterschokolade, oft speziell für Kindergärten oder Kunden mit niedrigerem Budget.
Retro-Figuren werden in diesem Jahr neben den Klassikern besonders oft gekauft und erinnern an alte Kinder- und Malbuchmotive.
Lesen Sie auch: Osterhase von Lindt: Was steckt drin?
Typisch ist die liebevolle Gestaltung: Der Schoko-Osterhase mit der Schürze um den Bauch und dem Korb auf dem Rücken scheint einem alten Kinderbuch entsprungen.
Umweltbilanz: Besonderheiten dunkler Schokolade
Grundsätzlich unterscheiden sich verschiedene Schokoladenarten bezüglich ihrer Zusammensetzung. Während bei schwarzer Schokolade der Anteil Kakaobutter sehr gering ist, ist der Anteil an übrigen Kakaoteilen (z. Bsp. Kakaopulver) sehr hoch. Bei hellerer und weißer Schokolade wird dafür mehr Milchpulver und Kakaobutter verwendet.
Milchpulver ist in der Herstellung sehr energieintensiv, Kakaobohnen werden selten nachhaltig angebaut - Stichwort Regenwald-Rodung. Da dunkle Schokolade kein Milchpulver und wenig Kakaobutter enthält, belastet sie die Umwelt weniger als helle Sorten.
| Sorten | CO₂-Fussabdruck (g/100g) | Ökologischer Fussabdruck | Vergleich Autofahrt |
|---|---|---|---|
| Dunkle Schokolade | ~900 g CO₂ | Niedrig | ca. 900 m |
| Milchschokolade | ~1500 g CO₂ | Mittel | ca. 1,5 km |
| Weiße Schokolade | ~1700 g CO₂ | Hoch | ca. 1,7 km |
Die Schokoladenindustrie hat sich vor über 20 Jahren vertraglich verpflichtet, bis 2007 keine Kinderarbeit mehr auf den Kakaoplantagen zuzulassen. Beim Einkauf sollte man auf Bio- und Fairtrade-Siegel achten, bewusst genießen und sich erinnern: Schokolade ist ein Luxusgut, besonders zu Ostern.
Kult und Tradition
Zu Ostern ist es ein Ritual in den meisten Familien: Ostereier suchen und ein Osternest finden, aus dem uns ein freundlich dreinblickender Osterhase aus Schokolade anstrahlt. Um ihn herum gruppieren sich Schokoladeneier in einem weichen Bett aus Gras oder Moos.
Der Schoko-Osterhase ist inzwischen sogar beliebter als der Weihnachtsmann - jedenfalls in schokoladiger Form. Rund 57 Prozent der „saisonalen Hohlfiguren“ sind Hasen.
Viele Manufakturen und Chocolatiers, wie die Schokoladenfabrik Riegelein, exportieren mehr als jeden dritten Schoko-Hasen und machen „Easter bunnies made in Germany“ auch im Ausland populär.
Fazit: Herstellung und Besonderheiten im Überblick
- Der Schokoladen-Osterhase hat eine jahrhundertelange Tradition und symbolisiert Frühling und Fruchtbarkeit.
- Die Herstellung von dunkler Schokolade erfolgt aus Kakaobohnen und Zucker ohne Milchpulver, Farb- und Konservierungsstoffe.
- Hohlfiguren-Technik nutzt Schleudern zum gleichmäßigen Verteilen der Schokolade in der Form.
- Dunkle Schokolade weist die beste Umweltbilanz unter den Schokoladensorten auf.
- Handarbeit, mehrere Motive und sorgsame Gestaltung machen die Hasen zu einem beliebten Festartikel.
- Familientradition, Export und Bewusstsein für Nachhaltigkeit prägen das Geschäft.
tags: #Osterhase #aus #dunkler #Schokolade #Herstellung #und


