Tomatillo- und Tomatenmarmelade: Einfaches Rezept, Tipps und Varianten
Tomatenmarmelade klingt erstmal schräg und ist trotzdem richtig gut. Süß, fruchtig, leicht würzig und dabei überraschend vielseitig. Ob aufs Brot, zu Käse oder als kleines Extra zum Grillteller - die süße Marmelade passt einfach immer.
Warum Tomatenmarmelade?
Die Tomatenmarmelade hier ist weiterhin der Hit und eignet sich hervorragend zur Verarbeitung und Konservierung von frischen, sonnengereiften Tomaten. Eine tolle Alternative zum Einkochen von Tomatensauce und immer auch eine tolle Geschenkidee! In Spanien und anderen Mittelmeerländern wird Tomatenmarmelade wie selbstverständlich gekocht.
Das Original: Familienrezept und seine Besonderheit
Die Tomatenmarmelade ist das Originalrezept der Familie Jung und ich liebe sie. Das Besondere an dieser Marmelade sind ihre ungewöhnlichen Gewürze. Vanille, Zimt, Ingwer und Chili verwandeln einfache Tomaten in etwas Magisches.
Die Frauen stehen mit den Produkten ihrer Familiengärtnerei auf dem Offenbacher Wochenmarkt und verkaufen dort u.a. ausgefallene Tomatensorten. Dank ihrer netten, geschwätzigen Art und Weise quatschten sie der Jury noch einen zweiten Platz ab und so stand ihr Produkt am Ende ebenfalls bei Edeka im Regal.
Zutaten (Basis-Version für ca. 4 Gläser)
- Tomaten - die Basis der Tomatenmarmelade! Je reifer, umso besser.
- Gelierzucker 2:1 - Tomaten gelieren von Natur aus nicht so leicht wie anderes Obst, daher ist Gelierzucker unverzichtbar.
- Zitronensäure - ein Tütchen kommt am Ende dazu und verbessert die Gelierfähigkeit deutlich.
- Vanilleschote oder Vanillemark - Vanille in einem pikanten Aufstrich klingt seltsam, schmeckt aber wirklich fantastisch.
- Basilikum und Chilischote - frischer Basilikum hat eine leicht pfeffrige Note und die Chili sorgt natürlich für eine pikante Schärfe.
- Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl - sorgen für die herzhafte Basis in manchen Varianten.
Zutaten für eine Tomatillo-Variante (ca. 125 ml Gläser)
- Tomatillo 250 g
- Tomaten 250 g
- Limettensaft 1 Stück
- Orangensaft 50 ml
- Ahornsirup 3 EL
- Sesampaste Tahina 3 EL
- Olivenöl 2 EL
- Basilikum 4 Zweige
- Pfeffer, Salz, Chili nach Gusto
Vorbereitung der Früchte
Reife, sonnengereifte Tomaten eignen sich am besten; man sollte eine Sorte wählen, die viel Fruchtfleisch und wenig Kerne enthält. Die Tomaten nach und nach mit einer Schöpfkelle in reichlich kochendes Wasser geben und etwa 1-2 Minuten ziehen lassen, bis die Haut aufplatzt. Danach aus dem Wasser nehmen, etwas auskühlen lassen, vorsichtig häuten, halbieren, den Strunk und die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch je nach Geschmack fein würfeln oder pürieren.
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Ich hab es im Thermomix zu einem feinen Püree verarbeitet, weil ich eine ganz glatte Konsistenz wollte. Aber auch eine Flotte Lotte funktioniert super.
Grundrezept Süße Tomatenmarmelade (einfach)
- Die Tomaten mit dem Gelierzucker, Vanillemark und Zitronensaft in einem großen Topf gründlich vermischen.
- Einen Deckel auflegen und die Mischung etwa 1 Stunde durchziehen lassen.
- Alles gut durchrühren, langsam zum Kochen bringen und unter regelmäßigem Rühren 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen, bis die Marmelade geliert.
- Ggf. einen Geliertest machen, indem man etwas von der heißen Marmelade auf einen kalten Teller gibt. Erstarrt die Marmelade recht schnell, ist sie fertig. Falls sie noch zu flüssig ist, etwas länger einkochen.
- Die Marmelade heiß in heiß ausgespülte oder sterilisierte Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.
Herzhafte Tomatenmarmelade mit Vanille, Chili und Gewürzen (Familienrezept)
- Den Strunk aus den Tomaten schneiden und diese vierteln. Zwiebel und Knoblauch in grobe Würfel schneiden.
- Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel darin glasig anschwitzen, ohne dass sie Farbe bekommt.
- Knoblauch und Chilischote dazugeben, ca. 30 Sekunden rührend anbraten. Die trockenen Gewürze dazugeben, ca. 30 Sekunden anbraten bis es herrlich duftet.
- Tomaten, Tomatenmark und Vanille dazugeben und alles für ca. 10 Minuten auf kleiner Hitze schmurgeln lassen. Den Basilikum hinzufügen.
- Die Masse je nach Geschmack grob oder fein pürieren. (Ich püriere fein und liebe das samtige Ergebnis.) Wenn eine Vanillestange genutzt wird, diese vorher herausnehmen!
- Nach dem Pürieren den Gelierzucker und die Zitronensäure dazugeben und für 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Unbedingt eine Gelierprobe machen, bevor die Marmelade in Gläser gefüllt wird.
- Die Marmelade in heiß ausgespülte Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen. Angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.
Gelierprobe und Konsistenz
Der Geliertest ist der coolste Trick: Einen Teelöffel Marmelade auf eine kalte Untertasse geben und schräg halten, wenn die Masse innerhalb einer Minute halbwegs fest wird, ist die Marmelade fertig. Tomaten gelieren aber nie so fest wie Erdbeer- oder Beerenmarmelade; sie bleiben eher weich und samtig.
Gläser, Sterilisieren und Haltbarkeit
Die Gläser vorher sterilisieren, also entweder heiß ausspülen oder kurz bei 100 °C in den Backofen stellen. Ich empfehle die Gläser und Deckel vor Verwendung in der Spülmaschine oder mit heißem Wasser gründlich zu reinigen. Gut abtrocknen und in den kalten Ofen auf das Ofenrost stellen. Die Temperatur auf 150 °C Ober- und Unterhitze einschalten und die Gläser ab Erreichen der Temperatur noch 10 Minuten im Ofen lassen.
Heutzutage wird Marmelade nach dem Einkochen nicht mehr auf den Deckel gestellt, um abzukühlen. Stattdessen wird empfohlen, die frisch eingekochte Marmelade direkt aufrecht stehend abkühlen zu lassen. In sterilen Gläsern hält sich die Marmelade viel länger. Hinweis: Angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.
Tipps, Tricks und häufige Fragen
- Die Gewichtsangaben für die kleinen Gewürze (0,6 g Ingwerpulver!) sind tricky ohne Feinwaage. Ich wiege auf meiner Waage 1 g ab und nehme dann ungefähr die Hälfte wieder weg.
- Die Vanilleschote unbedingt vor dem Pürieren herausnehmen!
- Wer es gern stückiger mag, würfelt das Tomatenfruchtfleisch einfach nur.
- Wenn die Konfitüre beim Einkochen am Boden anbrennt, kann man mit Gelierpulver für Konfitüren oder Pektin nachhelfen und sie damit nachträglich eindicken.
- Die Marmelade eignet sich hervorragend zu Käse, hier vor allem Ziegenkäse in allen Variationen; andere Weichkäsesorten wie Brie oder Camembert passen ebenfalls.
- Probiert die Marmelade auch mal zu gegrilltem Halloumi - das Ergebnis kann überraschen.
Varianten und Verwendungsmöglichkeiten
- Tomatillo-Salsa: Geviertelte Tomaten und Tomatillos mit Essig, Koriander, Zitronenscheiben, Lorbeer, Zucker und Salz einkochen, bis eine konfitürenartige Konsistenz entsteht. Eignet sich hervorragend zu Käse oder als Dip.
- Tomatencreme mit Tahina: Tomatillo-Tomaten-Mischung mit Ahornsirup, Tahina und Basilikum mixen, in Gläser füllen. Halb portionsweise mit Chili verfeinern.
- Tomatenbutter 1:1 - 1 Glas Tomatencreme mit gleichem Teil Butter vermengen.
- Tomatenquark 1:2 - 1 Glas Tomatencreme mit Quark vermischen als Dip.
- Tomatensauce 1:3 - 1 Glas Tomatencreme mit Grundsauce vermengen.
Spezial: Tomatillo (Physalis) - Herkunft und Eigenschaften
Die Früchte stammen ursprünglich aus Südamerika und sind hier kaum bekannt. Sie gehört zur Gattung der „Blasenkirschen“, hier auch unter dem Namen Physalis bekannt. Wie die Tomate gehört sie zu der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ursprünglich stammt sie wie diese aus Mittelamerika und Mexiko. Die Tomatillo-Frucht wird vor allem in den Küchen Lateinamerikas verwendet und ist besonders beliebt in der mexikanischen Küche, wo sie vor allem als Zutat für verschiedene Salsas Verwendung findet.
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Am besten erntet man die Tomatillo unreif, eben wenn sie noch grün ist. In diesem Zustand färbt sie Saucen schön grün und hat ein säuerlich-würziges Aroma. Ausgereift erhält die Tomatillo eine gelbe Farbe und schmeckt dann deutlich süßer als eine Tomate.
Praktische Kochzeit-Übersicht
| Schritt | Geschätzte Zeit |
|---|---|
| Vorbereitung der Tomaten (Blanchieren, Häuten) | 10-20 min |
| Einziehen lassen (Zucker & Co) | 60 min |
| Aufkochen und Gelierzeit | 3-10 min (ggf. länger) |
| Einkochen in Gläser und Abkühlen | 20-30 min + Abkühlzeit |
Serviervorschläge
- Auf frisch gebackenem Brot mit Hartkäse (z. B. Parmesan) oder Weichkäse (Ziegenkäse, Brie, Camembert).
- Als Dip zu gegrilltem Gemüse oder Halloumi.
- Als raffinierte Beigabe zur Käseplatte.
- Als Grundlage für kreative Spreads (Buttermischungen, Quark-Dips).
Du hast vielleicht schon mal Marmelade gekocht, dann weißt du ja, dass das eigentlich nicht schwierig ist. Jeder, der die Tomatenmarmelade kocht, kann schon am verführerischen Duft erkennen, wie lecker sie werden wird. Ich kann es nicht anders sagen: Das ist die beste herzhafte Marmelade der Welt.
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