Lidl Eigenmarke Schokolade: Sortiment, Hersteller und Zertifizierungen

Beim Anblick der Schokolade im Supermarktregal läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Lidl ist einer der beliebtesten Discounter Deutschlands. Das liegt vor allem am Preis-Leistungs-Verhältnis und an der Frische der Waren. Wer beim Einkauf im Discounter zur Eigenmarken-Schokolade greift, handelt längst nicht mehr aus Sparzwang allein.

Die Eigenmarken von Lidl im Süßwarenbereich

Bei Lidl findest du ein breites Sortiment an Eigenmarken. Rund 75 Prozent aller Produkte des Discounters sind günstigere Alternativen zu hochpreisigen Markenprodukten. Schokolade, Eis und Süßwaren: Fin Carré, J.D. Gross, Bon Gelati, Sondey, JET GUM gehören zu den Lidl-Eigenmarken.

„Fin Carré“ verbindet leckeren schokoladigen Genuss mit nachhaltigen Produktionsbedingungen. J.D. Gross: Ob feinste Pralinen oder Edelschokolade, wenn Du Lust auf exclusive Schokolade hast, dann ist J.D. GROSS die richtige Wahl! Sondey: Feines Kleingebäck aus guten Zutaten: Dafür steht der Name SONDEY. Bon Gelati: Köstliches Speiseeis in hoher Qualität aus eigener Herstellung.

Fin Carré Schokoladentafeln im Regal

Welche Hersteller produzieren Lidls Schokolade?

Die Schokolade für die Lidl-Eigenmarke fin Carré wird überwiegend von zwei Unternehmen hergestellt. Von der Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG kommen unter anderem die Schokoprodukte „fin Carré Bubble Vollmilch Luftschokolade“ und „fin Carré King Size Neo“. Bekannter sind jedoch die eigenen Schokoladenmarken, die die Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG auf den Markt bringt. Dazu zählen Trumpf, Aero und Schogetten.

Sorten wie „fin Carré Edel-Alpensahne“ und „Way to Go! Brezel Karamell Vollmilchschokolade“ werden hingegen von der Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG produziert. Diese Firma sollte jedoch nicht mit der Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG verwechselt werden.

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Die Sorten „fin Carré Alpenmilch“ sowie andere 100-Gramm-Tafeln in der Kunststoffverpackung, „fin Carré Trauben Nuss“ und „fin Carré Nuss Kracher Voll-Nuss“ produziert beispielsweise die Solent Übach-Palenberg GmbH & Co. KG. Das Unternehmen macht dies exklusiv für Lebensmittelhändler der Schwarz-Gruppe, also Kaufland und Lidl.

Die Rolle bekannter Hersteller bei Discounter-Eigenmarken

Oftmals stecken hinter den Eigenmarken der Discounter bekannte Markenhersteller. So werden beispielsweise die meisten Schokoladenprodukte für die Aldi-Eigenmarke „Choceur“ von der Wiha GmbH hergestellt, einem Unternehmen unter der Schirmherrschaft der August Storck KG, die unter anderem „Merci", „Dickmann's“ oder „Toffifee“ produziert. Die Stollwerck GmbH erzeugt außerdem Schokoladenware für die Eigenmarken von Lidl, Rewe und Kaufland.

Auch für Penny produziert Stollwerck GmbH Schokoladenprodukte. Die Rede ist von der Eigenmarke „Choco'la“ mit ihrer „Very Fair Schokolade“ und der „Best Moments“-Schokolade. Eine Ausnahme ist die „Choco'la Ganze Mandeln in Vollmilchschokolade mit ganzen Mandeln“. Die Penny-Sorte stammt nämlich von Ludwig Schokolade GmbH - einem Mitglied der Krüger Group, die aber auch nicht ganz unbekannt ist.

Produktionslinien bei einem Schokoladenhersteller

Zertifizierungen und Nachhaltigkeit: Fairtrade und UTZ bei Fin Carré

Bereits seit 2011 wird UTZ-zertifizierter Kakao für die Schokoladen der Lidl-Eigenmarke eingesetzt. Zu Beginn waren lediglich 10 Prozent zertifiziert. Ab März 2016 ist der Kakao für die Schokoladen unter der Lidl-Eigenmarke Fin Carré sowohl durch UTZ als auch durch Fairtrade zertifiziert.

Mit der zusätzlichen Zertifizierung des Kakaos verstärkt sich die Wirkung in den Ursprungsländern immens, da Lidl 100 Prozent des Kakaobedarfs für seine meist verkaufte Schokolade auch unter Fairtrade-Bedingungen einkauft. Das Ziel der Partnerschaft bis 2020 die 100-Prozent-Marke zu erreichen wurde bereits nach zwei Jahren erreicht.

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Ebenso wurden bis heute bereits alle kakaohaltigen Cerealien der Eigenmarken Crownfield und das Favorina-Weihnachtssortiment auf Fairtrade-zertifizierten Kakao umgestellt. Das Fairtrade-Programm für Kakao ist eine Handelsoption mit Schwerpunkt auf der Rohstoffbeschaffung. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Fairtrade an der Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Beschäftigten auf Plantagen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Verbindliche Sozialstandards, feste Mindestpreise sowie Prämien für Gemeinschaftsprojekte unterstützen bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen auf ihrem Weg aus der Armut.

Fairtrade- und UTZ-Siegel auf Schokoladenverpackungen

Qualität, Tests und warum Eigenmarken oft gut abschneiden

Aktuelle Vergleichstests zeigen, dass sich Produkte aus dem Discounter-Regal hartnäckig in den oberen Bewertungsrängen halten - mitunter deutlich vor bekannten Premium-Marken. Testorganisationen wie die Stiftung Warentest oder das österreichische Konsument-Magazin weisen regelmäßig nach, dass Eigenmarken von Aldi, Lidl oder Netto in Blindverkostungen und Laboranalysen mithalten können.

Vergleichstests für Schokolade laufen nach einem standardisierten Schema ab. Sensorische Prüfpanels bewerten Aroma, Textur, Schmelzverhalten und Abgang. Parallel dazu analysieren akkreditierte Labore den Kakaoanteil, den Fettgehalt, Schadstoffrückstände wie Mineralöle (MOSH/MOAH) sowie den Gehalt an Cadmium. Das Ergebnis: Nicht das aufwendige Branding entscheidet über eine gute Note, sondern die Rohstoffqualität, die Röstung und die Conchierzeit.

Die Zutatenliste ist der zuverlässigste Anhaltspunkt: Kakaomasse sollte an erster Stelle stehen, bei Zartbitter vor dem Zucker. Eine kurze Liste ohne Fremdfette wie Palmöl oder Kokosfett und ohne künstliche Aromen spricht für eine saubere Rezeptur. Ein hoher Kakaoanteil - und damit ein höherer Gehalt an Flavonoiden - ist bei günstigen Eigenmarken genauso möglich wie bei teuren Marken.

Was Laborwerte verraten

Cadmium ist das zentrale Schadstoffproblem bei Dunkelschokolade. Die EU hat seit 2019 Höchstgehalte festgelegt: 0,80 mg/kg für Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 50 %. In Tests überschreiten Eigenmarken diese Grenzen seltener als manche Nischenmarken, weil große Discounter durch ihre Einkaufsmacht Kakao aus unterschiedlichen Anbauregionen mischen und so den Cadmiumgehalt gezielt steuern können.

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Mineralölrückstände, lange ein branchenweites Problem, gehen in den neuesten Testergebnissen bei den meisten Eigenmarken deutlich zurück. Neue Verpackungsmaterialien und veränderte Produktionslinien zeigen Wirkung. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Schokoladen, die in Alufolie eingeschlagen sind - ein klassischer Verpackungstyp, der als Barriere gegen Mineralölmigration aus Recyclingkarton wirkt.

Laboranalyse von Schokolade

Preis, Marketing und warum Marken teurer sind

Eine 100-Gramm-Tafel Eigenmarke kostet im Discounter zwischen 0,59 € und 1,29 €. Vergleichbare Produkte bekannter Marken liegen zwischen 1,80 € und 3,50 €. Die Differenz landet nicht im Kakao, sondern in Marketing, Verpackungsdesign und Handelsmargen. Bei den Preisunterschieden geht es nicht etwa um eine andere Zusammensetzung der Zutaten. Vielmehr spielt die Weiterentwicklung der Ware sowie das Image des Unternehmens dabei eine große Rolle.

Hersteller von Markenprodukten verkaufen hauptsächlich gerne ihre teuren Produkte, als günstigere Doppelgänger. Deshalb ist es für die Hersteller wirtschaftlich immer noch besser, ähnliche Produkte zu einem günstigeren Preis unter einem anderen Namen zu verkaufen und dauerhaft produzieren zu können, als eine nicht vollständig ausgelastete Produktionsstätte.

Wie erkenne ich, ob Markenprodukt und Eigenmarke denselben Hersteller haben?

  1. Adressen können ein Indiz für den Hersteller sein: Rewe oder auch Aldi drucken beispielsweise den Namen des Produzenten von Eigenmarken meist auf die Packung.
  2. Nährwertangaben und Zutatenliste: Diese sind meist auf der Rückseite der Produkte zu finden. Sind diese bei Markenprodukt und Produkt der Eigenmarke identisch, so könnte auch das ein Hinweis auf den selben Hersteller sein.
  3. Etikett genau ansehen: Manchmal kommt es sogar vor, dass der Name des Markenartikels kleingedruckt auf dem Etikett des Eigenmarkenprodukts zu finden ist. Es lohnt sich also, genau hinzusehen.
  4. Online-Datenbanken: Im Internet kursieren mittlerweile zahlreiche Datenbanken, welche verschiedenste Lebensmittel unter die Lupe nehmen und vergleichen.
Herstellungsprozess und Qualitätskontrolle von Tafelschokolade

Praktische Tipps für den Schokoladenkauf und Lagerung

  • Kakaoanteil: Ab 70 % für Zartbitter, mindestens 30 % Kakaotrockenmasse für Vollmilch.
  • Herkunftsangabe: Länder- oder Regionsangabe spricht für mehr Transparenz in der Lieferkette.
  • Kein Palmöl: Eigenmarken ohne Palmöl sind seltener, aber vorhanden - lohnt sich zu prüfen.
  • Fairtrade oder UTZ-Siegel: Kein Garant für Geschmack, aber Hinweis auf Rückverfolgbarkeit.
  • Schokolade gehört nicht in den Kühlschrank: Ideal ist eine Lagerung bei 14-18 °C, trocken, lichtgeschützt und von stark riechenden Lebensmitteln getrennt.

Empfehlungen aus Tests

In mehreren unabhängigen Tests der vergangenen Jahre haben sich bestimmte Eigenmarken wiederholt nach oben gearbeitet. Aldi Süd platziert seine Eigenmarke „Choceur" regelmäßig im oberen Drittel, besonders bei Zartbitterschokolade ab 70 % Kakaoanteil. Lidl punktet mit der Linie „J.D. Gross" durch klar deklarierte Herkunftsangaben - ein Qualitätssignal, das in der Premium-Kategorie längst Standard ist, im Discounterbereich aber noch immer hervorsticht.

Platz eins belegte nämliche eine Schokolade, die zu den eher unbekannteren Marken gehört: „Die gute Schokolade“. Die gibt es bei Rewe, Edeka und Co. sogar für einen fairen Preis. Und noch dazu tut jeder Kauf der Schokolade etwas Gutes. Dahinter steckt diesmal nämlich kein riesiger Konzern, sondern die Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet. Für fünf verkaufte Schokoladentafeln wird dafür in Mexiko ein neuer Baum gepflanzt.

Sortimentshinweis: Saisonales und Spezialprodukte

Die Weihnachts-Ware im Lidl-Sortiment kommt aus Händen von Markenprodukten. Die Baumkuchen Vollmilch und Zartbitter aus dem „favorina“ Weihnachts-Gebäck sind in Wahrheit Markenprodukte von „Küchenmeister“ mit Lidl-Logo. Ebenso wurden bis heute bereits alle kakaohaltigen Cerealien der Eigenmarken Crownfield und das Favorina-Weihnachtssortiment auf Fairtrade-zertifizierten Kakao umgestellt.

Ende Mai hat die erste Erdbeer-Hochsaison begonnen. Zartbitterschokolade mit einem Kakaoanteil zwischen 65 % und 72 % harmoniert mit reifen Erdbeeren besonders gut: Die natürliche Säure der Frucht hebt die Röstaromen des Kakaos hervor, ohne die Frucht zu erschlagen.

Fazit für den Einkauf

Wer einen aktuellen Test zur Hand nimmt und weiß, was auf der Zutatenliste zu suchen ist, greift mit gutem Gewissen zur günstigen Tafel. Schokolade gehört zu den wenigen Lebensmitteln, bei denen der Preis kaum mit der Qualität korreliert. Eigenmarken, die ihre Produktion an spezialisierte Lohnhersteller auslagern, profitieren von Skaleneffekten, ohne an Sorgfalt zu sparen.

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