Die Geschichte und Entwicklung der Suchard Schokolade
Die Suchard Schokolade blickt auf eine faszinierende Geschichte voller Innovation, Expansion und Tradition zurück. Gegründet wurde das Unternehmen 1826 von Philippe Suchard in Serrières bei Neuchâtel, Schweiz. Schon früh revolutionierte Suchard die Schokoladenherstellung mit technischen Neuerungen und legte damit den Grundstein für ein globales Schokoladenimperium.
Die Anfänge: Philippe Suchard und die Gründung der Fabrik
Philippe Suchard wurde am 9. Oktober 1797 in Boudry im Kanton Neuenburg geboren und absolvierte 1814 eine Lehre als Zuckerbäcker in der Confiserie seines Bruders Frédéric in Bern. Nach einem gescheiterten Versuch, sich 1824 in Amerika als Geschäftsmann zu etablieren, kehrte Suchard in die Schweiz zurück. 1825 eröffnete er eine eigene Confiserie-Chocolaterie in Neuenburg, doch schon bald wurde der Platz zu klein.
Im Jahr 1826 gründete er in einer leerstehenden Mühle im Vorort Serrières bei Neuchâtel die erste Schokoladefabrik Ph. Suchard, die von Anfang an Wasserkraft zum Antrieb der Maschinen nutzte.
Die bahnbrechende Erfindung: Der Mélangeur
Einer der größten Beiträge Suchards zur Schokoladenherstellung war die Entwicklung des sogenannten „Mélangeurs“. Dieses Gerät besteht aus einem flachen, erwärmten Granitbecken, über dem sich Granitwalzen hin und her bewegen. Diese Maschine ermöglicht es, Kakaomasse und Zucker perfekt zu vermischen, was zu einer wesentlich feineren Konsistenz der Schokolade führt. Diese Methode hat sich bis heute bewährt und wird weltweit noch immer verwendet.
Dank der Wasserkraft und der innovativen Maschinen konnte Suchard mit nur einem Arbeiter täglich 25 bis 30 Kilogramm Schokolade produzieren - für diese Zeit ein großer Erfolg.
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Expansion und Wachstum im 19. und 20. Jahrhundert
Schon kurz vor seinem Tod eröffnete Suchard die erste Filiale im Ausland. Ab den 1880er Jahren expandierte das Unternehmen mit Fabrikneugründungen in Lörrach (Deutschland, 1880) und Bludenz (Österreich, 1888). Die strategische Lage von Bludenz in Österreich-Ungarn ermöglichte einen Zugang zu neuen Märkten und guten Verkehrsverbindungen.
In der Folgezeit wuchs das Unternehmen schnell unter der Leitung von Philippe Suchard Jr. und Schwiegersohn Carl Russ-Suchard, die die Produktion modernisierten und weitere Tochtergesellschaften in Europa gründeten.
Zwischen 1875 und Ende der 1960er Jahre stieg die Anzahl der Beschäftigten von 100 auf 920 Personen in der Fabrik. Die Produktion in Serrières wuchs von 30 Kilogramm täglich im Jahr 1826 auf 60 Tonnen jährlich bis 1924.
Meilenstein: Die Einführung der Milka Milchschokolade
Ein bedeutender Wendepunkt in der Firmengeschichte war 1901 die Einführung der Milchschokolade unter dem Namen „Milka“. Dieser Name, eine Verschmelzung von „Milch“ und „Kakao“, entwickelte sich zu einer der bekanntesten Schokoladenmarken weltweit. Das unverwechselbare Markenzeichen ist die lila Verpackung sowie die gleichfarbige Milka-Kuh, die mittlerweile Kultstatus erreicht hat.
Werbung und Markenbildung
Schon früh erkannte Philippe Suchard die Relevanz von ansprechender Werbung und Verpackung zur Etablierung der Marke. Zu Zeiten ohne Fernsehen oder Radio wurden Plakate, Postkarten und Schilder eingesetzt, die Genuss und Luxus darstellten, oft mit Szenen eleganter Damen und Herren in feinen Salons.
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Die Verpackungen waren kunstvoll gestaltet mit eleganten Dosen, Boxen und aufwendigen Banderolen, welche die Exklusivität des Produkts unterstrichen. Ein besonders wertvolles Beispiel ist eine Blechdose von Boos & Hahn um 1925, die bei Auktionen Höchstpreise erzielen konnte.
Ein weiteres Beispiel der Werbekunst sind die bekannten Werbeslogans wie „Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt“, ergänzt durch eingängige Jingles von Christian Bruhn, die in Radio und Fernsehen ausgestrahlt wurden.
Veränderungen und Globalisierung im 20. Jahrhundert
Die Geschichte von Suchard ist auch geprägt von bedeutenden Veränderungen im Laufe des 20. Jahrhunderts. 1970 fusionierte die Firma mit Tobler zur Interfood AG, wodurch die Synergien beider Schokoladenhersteller genutzt wurden. 1982 übernahm Klaus J. Jacobs die Aktienmehrheit und es entstand Jacobs Suchard.
Die weiteren Umstrukturierungen fügten sich in die globalen Prozesse ein: 1990 wurde das Unternehmen von Philip Morris übernommen, firmierte später als Kraft Jacobs Suchard und schließlich nach 2012 als Teil von Mondelēz International.
Bludenz: Ein Zentrum der Schokoladenproduktion
Die Fabrik Suchard in Bludenz in Österreich entwickelte sich zu einem bedeutenden Standort der Schokoladenproduktion. Seit der Eröffnung 1888 ist Bludenz eng mit der Suchard-Geschichte verbunden und hat sich als Schokoladenstadt etabliert. Die Stadt veranstaltet regelmäßig das „Milka Schokofest“, das den Ruf als Heimat köstlicher Schokolade unterstreicht.
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Suchard heute
Auch mehr als 150 Jahre nach der Gründung ist die Marke Suchard international bekannt. Die Produktion erfolgt weiterhin unter anderem in den ehemaligen Fabriken in Lörrach und Bludenz. Das Unternehmen gehört heute zum weltweiten Lebensmittelkonzern Mondelēz International.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1825 | Eröffnung der Confiserie-Chocolaterie in Neuenburg |
| 1826 | Gründung der Schokoladefabrik Suchard in Serrières |
| 1880 | Eröffnung der Zweigfabrik in Lörrach, Deutschland |
| 1888 | Eröffnung der Fabrik in Bludenz, Österreich |
| 1901 | Einführung der Milka Milchschokolade |
| 1970 | Fusion mit Tobler zur Interfood AG |
| 1982 | Übernahme durch Klaus J. Jacobs; Gründung Jacobs Suchard |
| 1990 | Übernahme durch Philip Morris; Umbenennung in Kraft Jacobs Suchard |
| 2012 | Umstrukturierung zu Mondelēz International |
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