Beliebte indische Nachspeisen: Rezepte und Traditionen
Indische Desserts zeichnen sich durch ihre Vielfalt, tolle Aromen und jede Menge Süße aus. Für indische Nachspeisen werden häufig Milch und Milchprodukte verwendet, wie beispielsweise Ghee, Joghurt, Kondensmilch oder Paneer, da sie für eine cremige Konsistenz sorgen. Auch aromatische Gewürze spielen in indischem Nachtisch eine große Rolle - hier kommen vor allem Kardamom, Zimt, Safran und Nelken viel zum Einsatz, da sie den süßen Geschmack aufwerten und für einen herrlichen Geruch sorgen.
Mango Ladoo (Mango Kokos Bällchen) - einfache, fruchtige Ladoo aus drei Zutaten
Die pralinenartigen Mango Ladoo, auch Laddu, sind eine fruchtig-leckere, indische Süßigkeit aus nur drei Zutaten: Frische Mango, Kokosraspeln und gezuckerte Kondensmilch. Die Mango Ladoo werden auch „indische Schokolade“ genannt und bestehen aus nur drei Zutaten: gezuckerter Kondensmilch, Mangopüree und Kokosraspeln. Erstmals habe ich sie nicht etwa in Indien, sondern in Sri Lanka kennen und lieben gelernt. Zum Glück wurde mir auch direkt das Rezept für die süßen Mango Kokos Bällchen verraten und so kann ich mir die indische Süßigkeit auch zu Hause zaubern. Und das Beste ist: Die Herstellung der Mango Ladoo ist alles andere als kompliziert.
Serviert werden sie gerne zu festlichen oder religiösen Anlässen oder auch nur als Süßigkeit. Alle anderen Zutaten sind optional zum Verfeinern der kleinen Bällchen. Es gibt jedoch auch noch zahlreiche weitere Varianten der Laddu, zum Beispiel mit Kichererbsenmehl, Melonensamen, Nüssen und Ghee.
Zutaten - unverzichtbar
- Gezuckerte Kondensmilch aus der Dose
- Frisches Püree einer reifen Mango
- Kokosraspeln (zum Teig und optional zum Wälzen)
Je weniger Zutaten es in einem Rezept gibt, desto weniger können natürlich auch ersetzt werden. Die gezuckerte Kondensmilch aus der Dose*, das frische Püree einer reifen Mango und auch die Kokosraspeln sind für die Mango Ladoo unverzichtbar. Du kannst für die indischen Ladoo sowohl frische als auch tiefgekühlte Mango verwenden. Nur möglichst reif und süß sollte sie sein.
Optionale Aromatisierungen
- Limette: Ein Hauch von Limetten-, Orangen- oder Zitronenabrieb verleiht den Mango Ladoo eine besonders fruchtige und erfrischende Note.
- Vanille: Die indische Süßigkeit lässt sich auch problemlos mit unserer geliebten Vanille kombinieren.
- Rosenwasser: Ich gebe auch gerne etwa einen Esslöffel Rosenwasser mit zur Masse für meine Mango Kokos Bällchen.
- Kurkuma: Das gemahlene Kurkumapulver kommt nicht etwa wegen des Geschmacks in die Ladoo, sondern wegen seiner kräftigen Farbe.
Zubereitung der Mango Ladoo
- Reibe zuerst den grünen Teil der Schale einer Limette ab. Schäle die Mango, schneide das Fruchtfleisch in grobe Stücke und mixe sie mit einem Pürierstab zusammen mit dem Limettenabrieb zu einem feinen Püree.
- Erhitze eine große Pfanne ohne Öl auf der mittleren Stufe, gib die Kokosraspeln hinein und röste sie für etwa 3 - 5 Minuten an, bis sie eine leicht orange-braune Farbe erhalten haben. Rühre die Kokosraspeln währenddessen regelmäßig um, damit sie nicht anbrennen. Fülle die Raspeln anschließend in eine Schüssel und stelle sie vorerst auf die Seite.
- Gib nun die gezuckerte Kondensmilch aus der Dose, das Mangopüree und das Kurkumapulver in die zuvor verwendete Pfanne. Lass die Zutaten erneut bei mittlerer Hitze unter stetigem Rühren für ca. 7 - 10 Minuten köcheln. Die Flüssigkeit sollte währenddessen leicht andicken.
- Sobald die Masse für deine Mango Ladoo angedickt ist, kannst du die angerösteten Kokosraspeln hinzugeben und sie gründlich unterrühren. Erhitze die Masse daraufhin für weitere 7 - 10 Minuten, bis ein dicker Teigklumpen entstanden ist.
- Der Teig für deine Mango Kokos Bällchen ist fertig, wenn sich schon beim Rühren eine große, dicke Kugel aus deinen Zutaten in der Pfanne bildet. Verwende zum Verrühren am besten einen Holzkochlöffel und erhitze die Masse nicht zu lange, da die Mango Ladoo sonst trocken werden können.
- Lass die Mangomasse in einer Schüssel für ein paar Minuten abkühlen, sodass du dich beim Formen nicht verbrennst.
- Fülle die Kokosraspeln zum Wälzen der Mango Ladoo in eine Schüssel und forme mit den Händen in etwa gleichgroße Kugeln aus dem Mango-Kokos-Teig. Ich habe je Ladoo ca. 15 Gramm verwendet. Rolle die Kugeln zuletzt nach Belieben in den Kokosraspel.
Nach Lust und Laune können sie daraufhin noch in Kokosraspeln gewälzt oder direkt vernascht werden - fertig ist die indische Süßigkeit. Die Mango Kokos Bällchen schmecken fruchtig-süß nach Mango und natürlich Kokosnuss. Besonders intensiv kommt das Aroma der Ladoo durch den Abrieb einer Limette zur Geltung. Die Konsistenz erinnert an Energy Balls, aber auch etwas an Pralinen - nur eben mit vielen Kokosraspeln.
Lesen Sie auch: Leichte Dessertideen für jeden Tag
Am besten bewahrst du deine Mango Ladoo in einer luftdicht verschlossenen Schüssel im Kühlschrank auf. So bleibt die indische Süßigkeit besonders lange, etwa 2 Wochen, frisch.
Klassische indische Desserts: Vielfalt, Zutaten und Traditionen
Inder lieben Süßspeisen, die oft als Kontrast zu scharfen Speisen serviert werden. Bei indischen Dessert-Rezepten wird gerne Rosenwasser in Kombination mit Sirup und Zucker verwendet. Haben Sie schon einmal mit Rosenwasser gekocht?
Gulab Jamun - frittierte Milchbällchen im Sirup
Gulab Jamun ist ein traditionelles pakistanisches und indisches Dessert, das aus weichen, saftigen Kugeln besteht, die in einem Zucker-Rosen-Kardamom Sirup eingeweicht sind. Dieses süße Gebäck ist ein fester Bestandteil der pakistanischen indischen Küche und wird oft zu Festen und Feierlichkeiten serviert. „Gulab“ bedeutet Rose und „Jamun“ ist eine Pflaumenart, die Gulab Jamun sehr ähnlich sieht, nämlich dunkel und rund.
Die Zutaten für Gulab Jamun sind simpel, ebenso die Zubereitung. Aus Mehl, Grieß, Ghee, Back- sowie Milchpulver bereitest du einen einfachen Teig zu und formst kleine Bälle aus ihm. Diese werden dann in heißem Öl frittiert und mit Zuckersirup übergossen. Die Bällchen müssen allerdings einige Zeit durchziehen, weshalb du mit der Zubereitung rechtzeitig oder am besten schon einen Tag vorher beginnen solltest.
Zutatenbeispiel für Gulab Jamun
| Für die Teigbällchen | Menge |
|---|---|
| Milch | 70 ml |
| Milchpulver | 140 g |
| Ghee | 1,5 EL |
| Hartweizengrieß | 50 g |
| Backpulver, Kardamom | 1 Msp. / Prise |
Für den Sirup: Wasser, Zucker, Safranfäden, optional Rosenwasser. Die gebackenen Bällchen direkt aus dem Öl heraus nehmen und ins heiße Zuckersirup legen. Zugedeckt 1-2 Stunden ziehen lassen. Damit der Sirup schön in die Bällchen eindringen kann. Mit gehackten Pistazien servieren und genießen.
Lesen Sie auch: Dessert-Ideen im Glas
Wichtige Hinweise: Der Teig für die Milchbällchen sollte weich sein und nicht zu fest. Beim Frittieren der Milchbällchen darf das Öl nicht zu heiß sein. Direkt nach dem Frittieren sollten die Bällchen in den heißen Zuckersirup gegeben werden. Der Zuckersirup darf nicht zu dickflüssig werden.
Rasgulla - luftige Chhena-Kugeln im Sirup
Rasgulla sind kleine indische Milchbällchen, die in einem süßen Sirup ziehen und damit serviert werden. Bei Rasgulla handelt es sich im Grunde genommen um Bällchen aus Chhena (oder auch Paneer), einem „Teig“ aus mit Zitrone geronnener Milch. Sehr ähnlich zum Hüttenkäse. Rasgulla zu machen dauert zwar lange, ist aber eigentlich sehr unkompliziert.
- Erhitzt die Milch in einem großen Topf oder einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze unter gleichmäßigem Rühren für ca. 15 Minuten.
- Reduziert die Hitze und mischt nach und nach den Zitronensaft unter gleichmäßigem Rühren. Die Milch fängt nun langsam an immer mehr auszuklumpen.
- Nach ca. 1-2 Minuten könnt ihr nun die Klumpen und die Restmilch zusammen durch ein Handtuch abgießen und dabei die Milchklumpen auffangen. Gießt noch etwas kaltes Wasser nach, damit ihr den Chhena, also den Milchquark, vom übrigen Zitronensaft befreit.
- Bindet den Chhena nun fest zu einer Kugel im Handtuch zusammen und lasst diese für ca. 30 Minuten abtropfen.
- Wenn eure Milchkugel soweit abgetropft ist, habt ihr einen groben Chhena Teig. Diesen knetet ihr nun erstmal so lange durch, bis eine homogene glatte Masse entsteht. Diese formt ihr dann in kleine Kugeln.
- Gebt die Chhena-Kugeln nun in das Sirup-Bad und lasst sie darin für mindestens eine Stunde bei geringer Hitze aufquellen. Wir hatten Zeit und haben sie ganze 6 Stunden quellen lassen, aber das ist nicht zwingend notwendig.
- Entfernt die Hitze und lasst die Rasgulla Kugeln nun einfach abkühlen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr noch etwas Kardamom als Geschmacksvariation hinzugeben. Serviert die Rasgulla nun portionsweise mit etwas Sirup.
Kheer, Basundi, Shrikhand und weitere Klassiker
Ein köstliches, süßes Dessert sind die frittierten, kleinen Indischen Milchbällchen. Dieser Reispudding, auch Kheer genannt, ist mild, sättigend und zauberhaft süß. Für ein authentisches Rezept gelingt Ihnen ein feiner und köstlicher Indischer Milchreis. Sweet Pongal ist ein beliebtes Dessert im Süden Indiens. In Indien ist Kulfi ein hochgeschätztes Eis-Dessert, das mit Kardamom und Safran gewürzt wird. Basundi ist eine feine Süßspeise, die mit gemahlenen Mandeln, Kardamom und Safran zubereitet wird.
Auf der Reise auf die Philippinen verliebte ich in die weltbesten Mangos - in Indien in Shrikhand, das indische Dessert mit Joghurt, Gewürzen. Insbesondere Shrikhand lässt sich wunderbar abändern. Das Grundrezept aus Joghurt, Zucker und Gewürzen wie Safran und Kardamom alleine schmeckt allerdings auch schon unwiderstehlich.
Beispiel: Mango Shrikhand - Zutaten und Zubereitung
- 3 Mango
- 4 TL Zucker
- 1 g Safran
- 3 Kardamomkapseln, grün
- 1 Zitrone (Saft)
- 120 ml Sahne
- 350 g griechischer Joghurt
- 3 TL gehackte Pistazien
Die Mangos waschen, schälen und das Fruchtfleisch vom Kern schneiden. Die Kardamomkapseln öffnen, die Samen gemeinsam mit dem Fruchtfleisch der Mango, dem Safran, Zucker, Zitronensaft sowie der Sahne pürieren und leicht aufmixen. Das Joghurt zum Schluss unterheben, in Gläser oder Schalen füllen. Mit etwas Safranfäden und den gehackten Pistazien verzieren und für mind. 3 Stunden kaltstellen.
Lesen Sie auch: Leckere Fingerfood-Rezepte für Naschkatzen
Suji Ka Halwa - Kardamomgrieß
Eine der bekanntesten Nachspeisen ist Suji Ka Halwa, eine dicke süße Grießmasse mit Ghee (Butterschmalz), Kardamom, Nüssen und Trockenfrüchten. Sie schmeckt einfach fantastisch und zaubert mit ihrer warmen Süße ein wohliges Gefühl in den Bauch. Grieß bleibt selbstverständlich immer die Hauptzutat und wird in Ghee oder Butter „frittiert“ bis er leicht golden ist. Je nach Rezept wird die dicke Paste entweder mit heißem Wasser oder Milch „abgelöscht“ und anschließend ständig weitergerührt, damit nichts anbrennt.
Unsere Dessertkreation des indischen Suji Ka Halwa besteht übrigens aus Weichweizengrieß, der mit süß-saftigen Rosinen, aromatischem Chai-Gewürz und einem Mango-Topping, das einen Hauch Fruchtigkeit verleiht, verfeinert wird. Der Kardamomgrieß ist nämlich sowohl warm als auch kalt ein Genuss.
Serviertraditionen und kulturelle Bedeutung
Gulab Jamun gehört in Indien zu den beliebtesten Desserts und hat eine lange Tradition. Die Süßspeise stammt ursprünglich aus Persien und wurde vermutlich mit den Moguln nach Indien gebracht. Ein Teller Gulab Jamun gilt als Zeichen der Gastfreundschaft, und wer sie anbietet, möchte damit Freude und Wohlstand teilen. Die Zubereitung vieler indischer Desserts, wie das Rollen und Frittieren der Kugeln, ist ein Ritual, das Geduld und Präzision erfordert und oft von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Wenn dich die Reiselust packt, hol dir die besten Leckereien aus fernen Ländern doch einfach zu dir nach Hause. Lass dich vom Malva Pudding aus Südafrika oder den Nanaimo Bars aus Kanada überraschen. Oder probiere statt dem klassischen Grießbrei doch mal Suji Ka Halwa - ein indisches Kardamomgrieß Dessert. Und statt dem klassischen Käsekuchen solltest du unbedingt mal den Japanischen Käsekuchen ausprobieren, der ist richtig lecker und super fluffig!
Praktische Tipps fürs Nachkochen
- Für indische Nachspeisen sind reife und aromatische Zutaten entscheidend, besonders bei Mango-basierten Desserts.
- Viele Rezepte lassen sich leicht variieren: mit Gewürzen (Kardamom, Safran), Rosenwasser oder Nüssen.
- Für frittierte Desserts wie Gulab Jamun ist die richtige Öltemperatur entscheidend, damit die Bällchen außen goldbraun und innen durchgegart sind.
- Viele Desserts profitieren davon, wenn sie einige Stunden oder über Nacht durchziehen, damit Aromen sich entfalten können.
Es wird Zeit mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Und es macht doch auch immer wieder Spaß alte Kindheitserinnerungen neu aufleben zu lassen.
tags: #beliebte #indische #nachspeisen #rezepte #und #traditionen


