Schokolade und Kakao in der Stillzeit: Auswirkungen auf Mama und Baby, Pflege beim wunden Baby-Po
In der Stillzeit brauchst Du vor allem eines: Energie. Dein Körper produziert täglich bis zu einem Liter Muttermilch - das kostet Kalorien, Nährstoffe und Nerven. Es gilt also nicht „Essen für zwei“, sondern „besser essen für zwei“.
Ist Schokolade beim Stillen erlaubt?
Gegen ein Stück Schokolade ist während der Stillzeit absolut nichts einzuwenden. Ja! Zwar zählt sie nicht unbedingt zu den gesündesten Lebensmitteln, aber genau wie du Schokolade in der Schwangerschaft essen darfst, ist auch in der Stillzeit kein Verzicht notwendig. Wenn du dich sonst gesund und ausgewogen ernährst, sind Süßigkeiten bzw. zuckerhaltige Lebensmittel für stillende Mütter weitestgehend unproblematisch. Schokolade ist kein Tabu - sondern ein stillfreundlicher Begleiter mit sanfter Wirkung, nährstoffreichem Profil und dem Potenzial, Deinen Tag ein bisschen schöner zu machen.
Du solltest nur nicht jeden Tag direkt eine ganze Tafel essen. Bei Schokolade handelt es sich um ein Genussmittel, das du grundsätzlich nur in Maßen essen solltest. Gerade in der Stillzeit solltest du darauf achten, dass du nicht zu viel davon isst.
Kakao vs. Schokolade: Nährstoffe und Qualität
Kakao ist per se nicht verboten - ganz im Gegenteil. In seiner ursprünglichen, ungesüßten Form ist er reich an Antioxidantien, Mineralstoffen und sogenannten Glücksbotenstoffen. Kakao steckt voller Flavonoide, die antioxidativ wirken können. Sie schützen Zellen vor oxidativem Stress - und damit auch vor vorzeitiger Hautalterung oder Entzündungen. Gerade Magnesium ist in der Stillzeit besonders gefragt - und Kakao bringt davon eine ordentliche Portion mit. Magnesium ist in der Stillzeit besonders wichtig - es unterstützt den Energiestoffwechsel.
Viele konventionelle Kakaoprodukte enthalten viel Zucker und wenig Kakao. Die Qualität macht den Unterschied. Bio-Kakao wird ohne Pestizide und chemische Düngemittel angebaut - das schützt nicht nur die Natur und Bauern vor Ort, sondern auch Dich und Dein Baby (indirekt über die Muttermilch). Außerdem unterstützt Du mit fair gehandeltem Bio-Kakao auch bessere Arbeitsbedingungen in den Anbaugebieten.
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Koffein, Theobromin und andere Stimulanzien: Wie viel ist unproblematisch?
Kakao enthält kleine Mengen Koffein - etwa 2-8 mg pro 150 ml Tasse. Zum Vergleich: Eine Tasse Filterkaffee kommt auf ca. 90-100 mg. Für stillende Mütter gilt laut EFSA: Bis zu 200 mg Koffein pro Tag sind unbedenklich. Das entspricht zwei Tassen Kaffee - oder etwa 15 Tassen Kakao, wenn Du ausschließlich darauf setzen würdest. Das bedeutet: Ja, aber nur sehr wenig - ca. 2-8 mg pro Tasse.
Die enthaltenen Stimulanzien (Theobromin, Koffein) gelangen in geringen Mengen in die Muttermilch. Sehr empfindliche Babys könnten darauf mit Unruhe oder leichtem Bauchgrummeln reagieren. Wenn Du den Verdacht hast: Beobachte Dein Baby und reduziere ggf. Es kann tatsächlich passieren, dass dein Baby nach dem Stillen mit Unruhe reagiert, wenn du vorher Schokolade in großer Menge gegessen hast. Ursächlich dafür ist in der Regel das in der Schokolade enthaltene Theobromin, das eine ähnliche Wirkung wie Koffein hat.
Dein gesamter Bedarf an Koffein sollte pro Tag keine 300 mg überschreiten. Dazu zählt auch der Genuss von Schokolade. Mehrere große Becher täglich könnten allerdings in Kombination mit Kaffee oder Tee zu viel Koffein liefern. Normalerweise können stillende Mütter also alles maßvoll essen.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
- Babys können mit Blähungen auf Schokolade reagieren. Teilweise können Babys mit Blähungen auf Schokolade in der Stillzeit reagieren. Dies liegt dann vermutlich an der in Schokolade enthaltenen Kuhmilch.
- Es kann tatsächlich passieren, dass dein Baby nach dem Stillen mit Unruhe reagiert, wenn du vorher Schokolade in großer Menge gegessen hast.
- Grundsätzlich ist nicht auszuschließen, dass der Konsum von Schokolade zu Verstopfungen führen kann. Doch auch hier kommt es auf die Menge an.
- In sehr seltenen Fällen kann es aber zu Überempfindlichkeiten kommen - etwa bei Histaminintoleranz.
Die Einfluss der Ernährung der Mutter auf das Verhalten des Kindes wird meist erheblich überschätzt. Von Ausnahmefällen abgesehen macht die Mehrheit der stillenden Mütter die Erfahrung, dass sie alles, was sie mögen, in Maßen essen können - auch Schokolade und stark gewürzte Speisen - ohne dass sich dies auf ihre Babys auswirkt und viele kleine Babys haben Blähungen ganz gleich, was ihre Mütter essen. Letztendlich bleibt nicht anderes übrig, als auszuprobieren, ob ein Baby auf etwas reagiert oder nicht, denn das ist wirklich von Kind zu Kind unterschiedlich. Prophylaktische Enthaltsamkeit ist jedenfalls nicht notwendig.
Praktische Empfehlungen zum Genuss
- Ja - in normalen Mengen (1-2 Tassen täglich) ist hochwertiger Bio-Kakao unbedenklich.
- Eine Tasse (etwa 150-200 ml) pro Tag ist völlig in Ordnung - besonders, wenn Du auf reinen Bio-Kakao setzt.
- Wenn du den Verdacht hast, dass dein Baby reagiert: Reduziere den Konsum probeweise und beobachte das Verhalten.
- Hafer-, Mandel- oder Sojadrinks bringen nicht nur Abwechslung, sondern auch wertvolle Nährstoffe - teils sogar Calcium oder Vitamine. Wichtig: Achte auf ungesüßte Varianten ohne Zusatzstoffe.
- Bio- und fair gehandelte Produkte wählen, um Pestizidbelastung zu minimieren und bessere Arbeitsbedingungen zu unterstützen.
Schokolade-Rezepte und Snacks für die Stillzeit
Richtig schnell gemacht sind die Energy Bites mit Schokolade und Erdnüssen von kochkarussell.com. Diese musst du nicht einmal backen und sie machen sich perfekt für die Stillzeit. Wenn du eine Küchenmaschine hast, gib alle Zutaten (bis auf die Chiasamen) hinein.
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Wechselwirkungen mit anderen Lebensmitteln und Empfehlungen
Am ehesten ist zu erwarten, dass Nahrungsmittel, die bei Ihnen Blähungen hervorrufen auch bei Ihrem Kind zu Blähungen führen können. Manche Babys haben Blähungen oder Koliken, ganz gleich, was ihre Mutter isst oder nicht isst. Bei heftigen Koliken des Babys könntest Du Dich versuchsweise eine Woche oder besser sogar zwei Wochen lang kuhmilchfrei ernähren. In einer offenen Beobachtungsstudie mit fast 300 Stillenden kam es in der Tat signifikant häufiger zu infantilen Koliken, wenn die Mutter Kohl, Zwiebeln und Kuhmilch zu sich nahm.
Bei über 500 mg Koffein pro Tag bzw. ... Dein gesamter Bedarf an Koffein sollte pro Tag keine 300 mg überschreiten. Natürlich darfst Du in der Stillzeit auch Kaffee trinken. Für die meisten Mütter und ihre Babys sind 3 Tassen Kaffee oder 6 Tassen Tee bzw. … Normalerweise können stillende Mütter also alles maßvoll essen. Alkohol sollte in der Stillzeit gemieden werden. Aber man kann auch sagen, dass ein gelegentlicher geringer Alkoholgenuss, also z.B. Du solltest aber wissen, dass die Konzentration des Alkohols im Blut und in der Muttermilch etwa parallel verlaufen.
Wundheilung und Pflege beim wunden Baby-Po
Daran kommen Eltern wohl kaum vorbei - am wunden Baby-Po. Doch was hilft wirklich? Sehr gut wirken Behandlungen mit Muttermilch: Bereite ein Sitzbad vor und füge etwas Muttermilch hinzu oder verteile die Muttermilch direkt auf dem wunden Po. Wenn der wunde Po durch eine Soorinfektion - also durch Hefepilze - ausgelöst wurde, solltest du deine Brustwarzen und den Mundraum deines Babys medikamentös behandeln und auf jeden Fall einen Kinderarzt aufsuchen. Soor erkennst du im Mund deines Babys durch weißlich-graue Auflagen bzw. Beläge. Sie befinden sich am ehesten auf der Zunge, aber auch am Zahnfleisch, am Gaumen und an den Lippen.
Besonders wichtig ist mir als Hebamme, dass Eltern, wenn sie ihr Baby zuhause wickeln, immer nur warmes Wasser zum Reinigen benutzen. Feuchttücher sind praktisch für unterwegs, zuhause solltest du aber lieber darauf verzichten. Wenn Sie einen geröteten Po haben - so sollten Sie diesen nach Möglichkeit gut trocken halten, damit die wunden Stellen viel Luft abbekommen. Ein häufigeres Wickeln ist in dieser Zeit Voraussetzung für den Heilungsprozess.
Bei stärkeren Entzündungen reinigen Sie den Popo Ihres Kindes nach dem Stuhlgang mit einer Öl-Wasser-Emulsion. Tragen Sie bei jedem Wickeln zusätzlich eine zinkhaltige, beruhigende Wundschutzsalbe oder -creme auf die betroffenen Stellen dünn auf. Diese unterstützt den natürlichen Heilungsprozess, wirkt entzündungshemmend und macht die Haut widerstandsfähiger. Ausserdem gilt es bei einem wunden, entzündeten Po noch mehr als sonst auf die Hygiene zu achten.
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Weitere praktische Tipps und Expertise
Für eine Stillberaterin besteht der erste Schritt bei einem Kind mit Bauchproblemen darin, die Stillposition, Anlegetechnik und das Saugverhalten des Kindes zu überprüfen. Ein nicht korrekt angelegtes Kind und/oder ein Kind, das nicht richtig saugt, schluckt an der Brust meist sehr viel Luft und darin kann schon die Ursache für Blähungen begründet sein. Am besten wendest Du dich deshalb einmal an eine Stillberaterin in Deiner Nähe und lässt Dir beim Stillen zuschauen.
Bei einem Schnupfen und verstopfter Nase hilft es vielfach, wenn das Baby in einer aufrechteren Haltung gestillt wird und vor dem Stillen etwas Muttermilch als Nasentropfen verwendet wird, damit die Nase frei wird. Kinder lieben auch eine sanfte Behandlung mit Rotlicht.
Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin.
Wann solltest Du ärztlichen Rat suchen?
- Wenn der wunde Po stark entzündet ist oder sich Symptome verschlechtern, suche einen Kinderarzt.
- Bei Verdacht auf Soor - Weißliche Beläge im Mund des Babys - ist ärztliche Abklärung erforderlich.
- Wenn Dein Baby sehr unruhig ist, stark an Gewicht verliert oder Fieber hat, wende Dich an medizinisches Fachpersonal.
Abschließende Hinweise
Die Mehrzahl der stillenden Mütter kann Schokolade und Kakao in Maßen genießen, ohne dass sich dies auf ihr Baby negativ auswirkt. Wenn Du unsicher bist, probiere eine zeitlich begrenzte Reduktion der Schokolade und dokumentiere das Verhalten Deines Babys. Achte auf die Qualität der Produkte, setze auf Bio- oder fair gehandelte Varianten und ergänze Getränke mit Hafer-, Mandel- oder Sojadrinks in ungesüßter Form für mehr Nährstoffvielfalt.
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