Sprengel Confiserie: Geschichte und Spezialitäten
An dem Geschmack hängen nostalgische Kindheitserinnerungen: Generationen von Deutschen sind mit Sprengel-Schokolade aufgewachsen. Sprengel bleibt für viele Schokoladenfreunde ein Inbegriff von Güte und Qualität. Mit der Wirtschaftsgeschichte Hannovers ist der Firmenname so eng verknüpft wie die Traditionsmarken „Hanomag“, „Appel“ oder „Bahlsen“.
Gründung, Aufstieg und Markenbild
Die Firma B. Sprengel & Co. wurde 1851 von Carl August Bernhard Sprengel in Harburg bei Hamburg gegründet. Zwei Jahre später zog das Unternehmen nach Hannover um und stieg dort zum „Königlichen Hoflieferanten“ auf. Markenzeichen von Sprengel waren von der Firmengründung an ein Bienenkorb und die Farbe Orange. Weiland leuchtete das linke Drittel der Schokoverpackungen in „Sprengel-Rot“, ein stilisierter Bienenkorb diente als Logo.
Produkte und Bekanntheit
Neben der klassischen 100-g-Tafel Schokolade gehörten auch andere Süßwaren mit Schokoladenüberzug zum Sortiment von Sprengel. Besonders bekannt wurde die Marke für ihre Erfrischungsstäbchen. Erfrischungsstäbchen oder „Privileg“-Tafeln aus dem Familienunternehmen standen einst für Qualität, made in Hannover - wie Bahlsen-Kekse, Conti-Reifen und Pelikan-Füller. „Sprengel war zeitweise die erfolgreichste Schokolade Deutschlands“, sagt Sabine Güse-Henschel, „auch ich bin damit groß geworden.“
Krieg, Wirtschaftskrisen und Wandel
Mit ihrer rund 150-jährigen Unternehmensgeschichte hat die Sprengel-Schokolade die große Krisen und Kriege des 20. Jahrhunderts durchgemacht, die sich in ihrer bewegten Firmenhistorie niedergeschlagen haben: Der Gründungsphase mit Trinkschokolade ab 1851 folgte der Aufstieg als Hoflieferant des Kaisers in Berlin und der industrielle Ausbau der Schokoladenproduktion in der hannoverschen Nordstadt. Im Krieg mussten die Sprengel-Angestellten Granaten statt Pralinen fertigen. Als Heereslieferantin produzierte die Firma Scho-ka-kola und Wehrmachtsschokolade.
Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der großen Wirtschaftskrise stabilisierte sich die Schokoladenfirma in den 1930er Jahren. Die Jahre nach 1945 brachten eine weitere Blütezeit für Sprengel-Schokolade, Pralinen und die legendären Erfrischungsstäbchen, bevor Konkurrenzdruck und Preisverfall den Niedergang einleiteten.
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Das Ende der Produktion in Hannover
Das Ende wurde schon im September vergangenen Jahres besiegelt. Die seit 1979 zum Kölner Süßwaren-Riesen Stollwerck gehörende Schokoladenfabrik fahre hohe Verluste ein, begründete die Konzernführung damals ihren Beschluss, das Werk trotz aller Proteste dichtzumachen. 2001 kam schließlich das endgültige Aus für die Schokoladenproduktion. An Hannovers Traditionsfirma erinnern sich nicht nur die Genießer feiner Schokolade, sondern auch ehemalige Mitarbeiter mit Wehmut.
Der rüstige Rentner Karl Scharf (87) erinnert sich: "Eine Tafel Schokolade war früher so viel wert wie zwei Stunden Arbeit". Den Großteil seines Lebens hat Karl Scharf bei Sprengel gearbeitet - 45 Jahre lang. Jetzt stehen die Bänder still. Die Arbeiter sind zu Hause, die Maschinen abgebaut. Das Werk im Stadtteil Vinnhorst hat in diesem Sommer endgültig die Tore geschlossen. Damit starb auch eine fast 150 Jahre alte Schokoladen-Tradition in Hannover.
Übernahmen, Lizenzproduktion und Standortwandel
Der Einstieg des amerikanischen Lebensmittelkonzerns Nabisco 1967 bedeutete den Anfang vom Ende der Ära Sprengel. Fünf Jahre später baute Nabisco seinen Anteil auf knapp unter 100 % aus. 1979 übernahm Hans Imhoff als Besitzer des Kölner Schokoladenunternehmens Stollwerck das hannoversche Unternehmen von Bernhard Sprengel, einem Nachfahren des Firmengründers. Seit 1986 ist Sprengel eine 100%-ige Tochter der Stollwerck GmbH. Schokoladenprodukte mit dem Markennamen Sprengel werden seit 2006 als lizenzierte Exklusivmarke bei Aldi Nord vertrieben.
Sprengel in Hannover: Museum und Erinnerung
Heute erinnert in Hannover noch ein Sprengel-Museum an den großen Schokoladen-Namen. Es entstand 1979 mit der Kunst-Sammlung, die Bernhard Sprengel der Stadt vor mehr als dreißig Jahren überließ. Der berühmte Schokoladenfabrikant Bernhard Sprengel hatte in seinen letzten Lebensjahren der Kunst näher gestanden als der Süßwarenindustrie. Seine Sammlung schenkte er der Stadt, die das Museum mit den Werken an seinem 85. Geburtstag nach ihm benannte.
Museumsdirektor Reinhard Spieler freut sich über die Kooperation: „Schokolade stand am Anfang unseres Museums. Diese Edition weckt jetzt Erinnerungen an unsere Ursprünge.“ Dass es dort jetzt wieder eine Schokolade gibt, die seinen Namen trägt, erfuhr Bernhard Sprengels Tochter Angela Kriesel durch eine Anfrage unserer Redaktion. Selbst probiert habe sie diese noch nicht, sagt sie.
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Das süße Comeback: Sprengel-Museums-Schokolade
Jetzt aber feiert Sprengel-Schokolade, hergestellt in Hannover, ein süßes Comeback. Jedenfalls ein bisschen. Sabine Güse-Henschel hat vor wenigen Tagen offiziell Sprengel-Museums-Schokolade auf den Markt gebracht. Zu erstehen ist die Kreation exklusiv im Sprengel-Museum. Zwischen Kunstpostkarten und Kinderbüchern gibt es sie dort im Museumsshop.
Das Design mit dem Schriftzug „Love you for infinity“ ist auf die Blockbuster-Ausstellung „Niki. Kusama. Murakami“ abgestimmt, die dort derzeit zu sehen ist. „Die Nachfrage an den ersten Tagen war bereits sehr groß“, sagt Julia Richter, die Leiterin des Shops.
Sorten, Herstellung und Preis
Die neue Sprengel-Schokolade gibt es in drei Geschmacksrichtungen: Edel-Zartbitter ist vegan. Orange-Klassik ist mit natürlichem Orangenöl hergestellt. Und Gold Karamell schmeckt wie Goldkaramell. Der Preis fällt allerdings wenig nostalgisch aus; das 50-Gramm-Täfelchen kostet zeitgemäße 4 Euro.
Dafür sind die leckeren Museumsstückchen allesamt handgefertigt. Produziert werden sie in Güses Schokoladenmanufaktur an der Schlägerstraße: „Die flüssige Schokolade wird dabei auf Marmorplatten temperiert, die mein Großvater schon vor 100 Jahren benutzt hat“, sagt Sabine Güse-Henschel.
Pläne und Träume für künftige Spezialitäten
Der Museumsshop will künftig verstärkt Pralinen und Schokokreationen mit Kunstmotiven anbieten. Sabine Güse-Henschel hat in dieser Hinsicht einen Traum: „Ich möchte eine Grand-Cru-Edelvollmich-Kakao-Schokolade herstellen, deren Qualität weltweit ihresgleichen sucht“, sagt sie. Im Museum könnte diese dann für etwa 7 Euro angeboten werden, versehen mit einer orangen Banderole - als Reminiszenz an das legendäre Sprengel-Design.
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Handwerkliche Confiserie-Tradition im Kontext
Micksch Spezialitäten werden wie vor über 130 Jahren zum größten Teil in liebevoller Handarbeit gefertigt. Bei einem so raffinierten, nuancenreichen Genussmittel wie einer erstklassigen Praline oder einem vollendeten Gebäckstück geht das auch gar nicht anders. Dabei soll nicht gesagt sein, dass Industrieware schlecht sei. Nur: Perfekte Confiseriekunst ist eben in allen Details anspruchsvoller - und diesen so facettenreichen Unterschied schmeckt der Genießer auch.
Neben handwerklicher Fertigkeit und Rohstoffauswahl legt die Confiserie Micksch auch eine gehörige Portion Leidenschaft in die Manufaktur ihrer Spezialitäten. Es ist wie in der gehobenen Gastronomie - aus Supermarkt-Zutaten kann auch ein Drei-Sterne-Koch kaum etwas Exzellentes zaubern. Und schließlich sind es die ausgefeilten, raffinierten Rezepturen, die am Ende die süße Krönung für den Connaisseur entstehen lassen.
Chronik und Forschung zur Unternehmensgeschichte
Kristina Huttenlocher hat nun die Geschichte Sprengels aufgearbeitet und anhand von aufschlussreichen Dokumenten und historischem Bildmaterial nachgezeichnet. Mit ihrer rund 150-jährigen Unternehmensgeschichte hat die Sprengel-Schokolade die große Krisen und Kriege des 20. Jahrhunderts durchgemacht, die sich in ihrer bewegten Firmenhistorie niedergeschlagen haben. Kristina Huttenlocher gelingt es, in dieser exemplarischen Chronik eines lokalen Unternehmens den wesentlichen wirtschaftlichen und politischen Umbrüchen der zurückliegenden 150 Jahre Gestalt und Gesicht zu geben.
Zu der Vorstellung ihres Buches am 3. Juni im Sprengel-Kino waren rund 60 Besucher gekommen. Unter den Zuhörern waren zahlreiche Ehemalige des einstmals weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Unternehmens. Sie bereicherten die Lesung durch etliche persönliche Erinnerungen und Anekdoten und ließen sich ihre gekauften Exemplare der Chronik von der Autorin signieren.
Erinnerungen der Mitarbeiter und das kulturelle Erbe
„Es ist mir schon ein bisschen an die Nieren gegangen. Wenn man so lange dabei war - ich hätte nie gedacht, dass das mal kaputt geht\", sagt Scharf. Bereits 1980 wurde das Sprengel-Stammwerk in der hannoverschen Nordstadt wegen Unrentabilität geschlossen. Das brach liegende Gelände eroberten schließlich Hausbesetzer. \"Wir sind einfach über den Zaun rüber\", erinnert sich Silke Stokar, heute Landtagsabgeordnete der Grünen. Künstler und Studenten schafften \"eine sehr kreative Stimmung auf dem Gelände\", meint Stokar.
Negative Schlagzeilen brachten Anfang der neunziger Jahre dann die \"Chaos-Tage\" der Punks. \"Da waren doch immer schwere Schlägereien, da war jedes Jahr was los\", sagt Scharf. \"Es war lebensgefährlich, da durchzufahren. Man musste damit rechnen, auf einmal einen Stein auf dem Auto zu haben.\" Die Sprengel-Bewohner seien dagegen machtlos gewesen, rechtfertigt sich Stokar. \"Es waren harte Punks aus England, Irland und Skandinavien, mit denen man auch gar nicht reden konnte.\"
Tabelle: Wichtige Stationen der Sprengel-Geschichte
| Jahr / Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| 1851 | Gründung in Harburg bei Hamburg |
| 1853 | Umzug nach Hannover |
| 1930er-1940er | Produktion als Heereslieferantin (Scho-ka-kola), Kriegszeit |
| 1979-1980 | Übernahme durch Stollwerck; Schließung des Stammwerks in der Nordstadt |
| 2001 | Endgültiges Aus der Schokoladenproduktion in Hannover (Vinnhorst) |
| 2006 | Sprengel-Produkte als Lizenzmarke bei Aldi Nord |
| Jüngste Zeit | Sprengel-Museums-Schokolade, handgefertigt in Hannover, exklusiv im Sprengel-Museum |
Sprengel war ein deutsches Lebensmittelunternehmen, das von 1851 bis 1986 bestand und hauptsächlich Schokolade in Hannover herstellte. Die frühen Zeiten waren da viel ruhiger. 1851 gründeten Carl August Bernhard und Otto Sprengel in Hamburg-Harburg das Unternehmen, das 1853 nach Hannover übersiedelte.
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