Rezept: Spanischer Pudding (Flan) gebacken – ausführlich und Schritt für Schritt

Auf dieser Seite findest du eine möglichst ausführliche Anleitung für einen klassischen spanischen Flan (gebackener Pudding) - vom Karamell über die Vanillecreme bis zum Stürzen und Servieren. Das Schöne an diesem Rezept: Es ist wirklich ganz einfach und eignet sich perfekt als Abschluss eines Menüs oder als süße Erinnerung an eine Reise entlang der spanischen Nordküste.

Warum Flan? Kurz zur Herkunft und Besonderheit

Auf diese Nachspeise ist wohl schon jeder gestoßen, der auf einem Jakobsweg in Spanien unterwegs war und den meisten dürfte es wie uns ergangen sein: Beim Anblick dieser kleinen cremigen Köstlichkeit, die man auf allen Speisekarten findet und die oft das süße Ende eines Pilgermenüs oder Menü del Dia bildet, kann man einfach keinen Verzicht üben. Flan, Flan, Flan… Was ist denn das Besondere daran? Zunächst: Wenngleich er hierzulande oft als Karamellpudding bezeichnet wird, ist der spanische Flan damit nicht zu vergleichen. Bereits in dieser schlichten Form ist der Dessertklassiker von der spanischen Nordküste ein wahrer Genuss für Schleckermäuler.

Flan auf einem Dessertteller mit Beeren

Zutaten (für ca. 6 Portionen)

  • 3 Eier + 4 Eigelb (oder nach anderen Varianten: 4 Eier bzw. 4 Eigelb + 4 Eier je nach Rezeptversion)
  • 125 g Zucker (für die Creme) + ca. 100 g Zucker (für das Karamell) oder je nach Rezept 100-120 g Zucker
  • 0,5 Ltr. Vollmilch (500 ml)
  • 1 Vanilleschote (oder 1 TL Vanilleextrakt)
  • 1 TL Butter (zum Einstreichen der Förmchen) - optional
  • Für die Dekoration: frische Beeren oder Obst je nach Saison (z. B. Blaubeeren, Johannisbeeren)
  • Zitronenschale und -saft (optional, für frische Noten)

Mise en place - Vorbereitung

Für ein entspanntes Arbeiten in der Küche empfehlen wir zunächst alle benötigten Zutaten und Arbeitsutensilien auf der Arbeitsfläche bereitzustellen. Dann kann es auch schon losgehen...

  • Rührschüssel, Rührgerät
  • 6 ofenfeste Keramikschälchen o.ä. (Durchmesser ca. 9 cm) oder 1 größere Form
  • Pinsel, kleiner Topf, Alufolie (in kleine quadratische Stücke geschnitten, zum Abdecken der Schälchen)
  • Hohe Auflaufform oder Fettpfanne als Wasserbad

Ofen und Wasserbad vorbereiten

Fülle ein ofenfestes Gefäß (z. B. eine Auflaufform) etwa 2 cm hoch mit Wasser, stelle es in den Backofen und heize ihn auf 150 °C Ober-/Unterhitze vor. Backofen auf 150° vorheizen. Für einige Varianten wird auch 160 °C bzw. 180 °C genannt - wir empfehlen 150 °C O/U für sanftes Garen.

Karamell herstellen

Gib den Zucker und das Wasser in einen Topf und lasse die Mischung bei geschlossenem Deckel aufkochen. Lasse die Mischung weiter köcheln bis nach und nach das Wasser verdampft und erst Zuckersirup und dann Karamell entsteht. Rühre dabei nicht um. Achtung: Zucker brennt sehr schnell an! Der flüssige Zucker darf nicht zu dunkel werden, sonst schmeckt er bitter. Das flüssige Karamell gleichmäßig in die eingefetteten Schälchen verteilen, sodass der Boden bedeckt ist. In 6 Portionsförmchen (kl. Auflaufförmchen) oder in einer größeren Pudding- oder Auflaufform gießen und erkalten lassen.

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Vanillecreme zubereiten

Vanilleschote auskratzen. Das Vanillemark mit einem Esslöffel Zucker im Mörser verrühren. Vorteil: So verteilt sich das Mark später gleichmäßiger in der Crememasse. Für die Vanillecreme die Eier und Eigelbe, den Zucker, die Milch und das selbstgemachte Vanille-Zucker-Gemisch in eine Schüssel geben und mit einem Handrührgerät sehr gut durchrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Hinweis: Dass die Vanillemasse zu diesem Zeitpunkt ziemlich flüssig ist, ist kein Zubereitungsfehler. Sie erhält ihre Festigkeit erst im anschließenden Wasserbad und Kühlschrankaufenthalt.

Alternativ: Verrühre Eier, Zucker und Vanilleextrakt kurz, bis sich alles verbunden hat. Erwärme die Milch in dem Topf, in dem das Karamell hergestellt wurde. So nimmt die Milch den Karamell-Geschmack an. Die Milch sollte dabei nicht kochen. Nimm sie vom Herd und gieße sie langsam zur Eier-Zucker-Mischung und verrühre die Zutaten so lange, bis sich alle Klümpchen aufgelöst haben.

Flan einfüllen und backen

Gieße die Creme in die Förmchen auf das Karamell. Die Schälchen mit Alufolie verschließen und in eine Auflaufform o.ä. stellen. Heißes Wasser in die Auflaufform gießen bis die Schälchen zu rund 3/4 im Wasser stehen. Unbedingt dabei darauf achten, dass kein Wasser in die Schälchen läuft! Dann die Auflaufform ca. 45 Minuten in den vorgeheizten Backofen schieben. Die Dauer hängt von den verwendeten Formen ab. Stelle die Förmchen in das warme Wasser im Backofen und backe sie bei 150 °C O/U bis die Masse fest ist. Danach die Schälchen vorsichtig aus der Auflaufform nehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Abkühlen und Kühlen

Pudding bei Zimmertemperatur erkalten lassen, danach mindestens eine Stunde im Kühlschrank aufbewahren. In anderen Empfehlungen sollte der Flan dann für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank oder besser mindestens 4 Stunden - besser über Nacht - kühlen. Den Flan sollte man mindestens 4 Stunden kühlen, doch am besten schmeckt er wenn er wirklich 24 Stunden durchgezogen hat.

Servieren

Mit einem spitzen Messer den Rand lösen und den Pudding auf Desserteller stürzen. Den Flan vor dem Servieren mit einem Messer vorsichtig vom Schälchenrand lösen und auf einen Teller stürzen. Dann nach Belieben zum Beispiel mit Beeren dekorieren und sofort servieren. Dazu passen Espresso und spanischer Kräuterlikör.

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Sturz des Flans auf einen Teller, Messer am Rand

Tipps, Variationen und Hinweise

  • Karamell: Der flüssige Zucker darf nicht zu dunkel werden, sonst schmeckt er bitter. Sobald er goldbraun ist, gießen Sie ihn schnell in die Förmchen.
  • Vanille: Falls die Vanilleschote sehr trocken ist, einfach im Backofen bei 60 Grad kurz erwärmen, bis sie leicht elastisch wird. Anschließend lässt sich das Mark besser von der Schote trennen und die Öle entfalten ein intensiveres Aroma.
  • Wasserbad: Achte darauf, dass kein Wasser in die Förmchen läuft - sonst verwässert die Creme.
  • Karamellisieren vor dem Servieren: Wenn du eine obere knackige Schicht wie bei Crème Brûlée möchtest, kannst du die Oberfläche kurz mit Zucker bestreuen und mit einem Brenner karamellisieren. Die Schicht sollte nicht zu früh gemacht werden, da sie im Kühlschrank weich wird.
  • Geschmackskombinationen: Kombiniert man diese Süßspeise mit säuerlichen Früchten, kommt der Geschmack des Karamells noch besser zur Geltung.
  • Für Eilige: Es gibt auch fertige Flan-/Puddingmischungen (z. B. Royal), die eine schnelle Alternative bieten, ohne komplett hausgemachtes Aroma zu verlieren.

Varianten

  • Großer Flan als Kuchen: Mit Karamell, Vanille-Sahne-Pudding und einem schokoladigen Teigboden (siehe XXL-Variante) - gebacken im Wasserbad bei ca. 160 °C für 90 Minuten.
  • Crema Catalana-ähnlich: Vanillecreme mit Zimt und Zitronenschale, dann direkt vor dem Servieren mit Zucker bestrichen und karamellisiert.
  • Leche Flan (philippinische Variante): Oft mit Kondensmilch zubereitet - sehr samtig.
Video: Flan backen und stürzen - Schritt für Schritt

Häufige Fragen

  1. Wie lange im Voraus zubereiten? Am besten über Nacht kühlen, mindestens jedoch 4 Stunden.
  2. Warum wird der Flan flüssig? Die Masse ist vor dem Backen flüssig - das ist normal; sie festigt sich erst im Wasserbad und während des Kühlens.
  3. Was tun, wenn das Karamell bitter wird? Beim Karamell ist Vorsicht geboten: nicht zu dunkel werden lassen, im Zweifel neues Karamell zubereiten.

Serviervorschläge

Mit frischen Beeren oder Obst je nach Saison dekorieren (z. B. Blaubeeren, Johannisbeeren). Dazu passen Espresso oder ein spanischer Kräuterlikör. Verleihen Sie Ihrem Gericht Ihre persönliche Note: mit einem Maria-Keks, einer Prise Zimt oder Zitronenschale.

Arbeitsschritt Zeit Hinweis
Vorbereiten & Heizen 5-10 min Backofen auf 150 °C, Wasserbad vorbereiten
Karamell herstellen 5-10 min Achtung: nicht zu dunkel werden lassen
Creme zubereiten 5-10 min Zucker auflösen, Vanille gut verteilen
Backen im Wasserbad ca. 45 min Backzeit variiert je nach Förmchengröße
Kühlen mind. 4 Std., besser über Nacht stabilisiert die Konsistenz

Viel Spaß beim Nachmachen und Genießen dieses klassischen spanischen Desserts - ob auf dem Jakobsweg, zu Hause als kleiner Luxus oder als krönender Abschluss eines Menüs.

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