Schokoladenfigur Skifahrer: Geschichte und Herstellung von süßer Alpiner Kunst
Schokoladenfiguren sind mehr als nur Genussmittel - sie sind Zeugnisse von Handwerkskunst, Tradition und Innovation. Besonders faszinierend sind dabei figürliche Darstellungen wie die Skifahrerfigur aus Schokolade, die sowohl in der Konfiserie als auch im alpinen Sport immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt.
Die Geschichte der Schokoladenformen und -figuren
Im 19. Jahrhundert wurden das erste Mal Schokoladenformen benutzt. Vorher wurde die Schokolade ausschließlich in flüssiger Form genossen. Gussformen, die es bereits im 18. Jahrhundert gab, wurden besonders für die Eiskremherstellung eingesetzt. Gerade im 19. Jahrhundert wurden viele von dieser Art von Formen hergestellt, allerdings passierte es immer, dass die Versiegelung aus Zinn oder Silber sich langsam abrieb und das Kupfer zum Vorschein kam. Der Grünspan, der sich so bilden konnte, ist sehr giftig.
Zwischen den beiden Weltkriegen hatte die Firma Anton Reiche Dresden ca. 2000 Arbeiter. Von Anton Reiche sind viele wunderbare Formen hergestellt worden. Insbesondere hat Anton Reiche die Platinolform entwickelt, Blechformen, die vernickelt wurden. Besonders die Vielfalt und unterschiedliche Formen haben die Schokoladenform heute zu den meistgesuchten Formen überhaupt gemacht. Im Jahre 1932 gab es ca. 50.000 unterschiedliche Formen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Firma Reiche aufgelöst und ging in der VEB Schokoladenform Dresden auf.
Hermann Walter, Berlin, gegründet 1866, war die erste deutsche Schokoladenformenfabrik. Die Firma Hermann Walter, die von den Söhnen weitergeführt wurde, hatte um 1928 ca. 5000 unterschiedliche Modelle in der Fertigung, befanden sich aber nach 1948 in dem Ostsektor von Berlin.
Der erste Kunststoff war Bakelit, ein brauner harter Kunststoff, der von Herrn Leo Henrik Baekeland entwickelt wurde. Es wurden Plexiglas, PVC und zum Schluss Makrolon, ein hochwertiges Polycarbonat entwickelt, welches heute noch Verwendung bei den Schokoladenformen findet. Edelstahl wurde sehr oft nach dem 2. Weltkrieg bei der Herstellung von Figurenformen eingesetzt.
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Skifahrer-Motive: Schokolade und alpiner Sport
Die Verbindung von Wintersport und Schokolade ist tief in der europäischen Kultur verwurzelt. Im SalzburgerLand gibt es beispielsweise die Berger Feinste Confiserie, die regelmäßig Skifahrer und Motive aus Schokolade als Hohlfiguren herstellt. Aktuell herrscht bei Berger WM-Stimmung, denn es werden dort Siegertrophäen für die Alpine Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm kreiert.
Der Kristallpokal der alpinen Ski-WM ist Inspiration für die Schokoladentrophäen der Confiserie Berger, die an siegreiche Skifahrer:innen vergeben werden. Die edle WM-Trophäe besteht aus Vollmilchschokolade und ist für den ersten, zweiten und dritten Platz grundsätzlich gleich - sie unterscheidet sich nur durch das verschiedenfarbige Pulver, das auf dem Deckel aufgetragen wird. Die Skirennläufer:innen auf dem vierten, fünften und sechsten Platz werden ebenso eine etwas kleinere quadratische Schatulle erhalten.
„Meine Frau und ich sind passionierte Skifahrer; des Öfteren gab es schon Berührungspunkte mit dem alpinen Skisport und so hatten wir die Idee, die heimische Ski-WM durch Preise aus Schokolade zu unterstützen“, erzählt Hubert Berger.
Herstellung einer Schokoladenfigur Skifahrer: Handwerk und Maschinen
Schritte des Herstellungsprozesses
Die Schokoladenblocks, die heute überall käuflich zu erwerben sind, werden gebrochen und in kleine Partikel geschnitten. Daraufhin werden die Schokoladenstücke in ein Wasserbad (niemals direkt in einen Topf, sonst brennt die Masse sofort an) langsam aufgelöst bei ca. Die Wahl der Schokoladenmasse und ihre Viskosität sind sehr wichtig zur Erzielung eines guten Resultats. Die flüssige Masse wird in eine Schüssel gegeben und unter Rühren abgekühlt, um die Kristallisation, die in der Kakaobutter stattfindet, anzuregen.
Die Abkühlung erfolgt bei Milchschokolade und weißer Schokolade je nach Rezeptur der Masse und Fettgehalt auf ca. 28° C., bei dunklen Schokoladen (Bitterschokoladen) wird auf um die 30° C. abgekühlt. Die Masse wird daraufhin in die Form gegeben. Je nach Art der Form wird die Dicke der Masse, die an den Wandungen verbleibt, kontrolliert, gegebenenfalls wird weitere Schokoladenmasse nachgeschüttet. Überschüssige Masse fließt aus den Formen zurück in den Behälter.
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Sollen Formen, die zum ersten Mal benutzt werden oder gereinigt wurden, ist es zum Teil erforderlich, Fett in Form von Kakaobutter oder Schokoladenmasse auf die Innenseiten der Form zu streichen, so dass sich die Masse besser lösen kann. Für den reinen Schokoladenherstellungsprozess ist es immer erforderlich, dass sich ein leichter Fettrand auf den Formen bildet, der die Herstellung erleichtert.
Fertigung moderner Hohlfiguren
Das Nest aller Schokoladenosterhasen ist die "Fi". Eine "Figurenwickelmaschine für größere Hohlkörper", wie Tina Gerfer sagt. Schokoladenfiguren sind ihr Spezialgebiet. In dritter Generation baut ihr Unternehmen Einwickelmaschinen dafür - und das als Weltmarktführer. "Im Bereich der großen Hohlfiguren können Sie sich sicher sein: Nahezu alles, was in Folie eingeschlagen ist, ist auch auf einer Rasch-Maschine in irgendeiner Form gewickelt."
Die Maschinen funktionieren im Grunde ganz einfach: Je nach Saison steckt man den Formatsatz "Nikolaus" oder "Osterhase" auf und füllt Schokoladenfigur und Folie ein. Heraus kommt das verkaufsbereite Produkt. Rund 30 Hasen pro Minute spucken die Maschinen aus. Bei kleineren Schokoladenprodukten sei es auch schon mal das Doppelte, sagt Gerfer. Aber die Figuren dürften auf keinen Fall zerbröseln, sonst müssen sie wieder eingeschmolzen werden. "Die Hohlfiguren muss man schonend behandeln." Die Folie ist innen silber, das darf aber außen nicht zu sehen sein. Alles was mit der Schokolade in Berührung kommt, darf wiederum nicht bedruckt sein, wegen der Lebensmittelsicherheit. Überschüssige Folie muss geschnitten, geglättet und gefaltet werden. Und natürlich darf das Ganze keine scharfen Kanten haben.
Handarbeit und Feinschliff: Individualisierte Skifahrer-Schokoladenfiguren
Für die essbaren Schneekristalle wird die flüssige, temperierte Schokolade gleichmäßig auf der Arbeitsfläche aufgestrichen. Sobald sie ausgehärtet ist, werden alle Teile der Schatulle händisch ausgeschnitten, mit flüssiger Schokolade zusammengesetzt und mit einem Spritzmuster aus Edelbitterschokolade verziert. Der Innenraum der Schatulle wird mit 36, in Handarbeit hergestellten, Pralinen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen befüllt. Der kristallförmige Deckel erhält außerdem ein besonderes Schnitzmuster, das mithilfe eines Schnitzmessers ausgefertigt wird.
Ob Pralinen, Schokoladentafeln oder essbare Kunstwerke, wie die liebevoll hergestellten Trophäen für die Alpine Ski-WM von Saalbach-Hinterglemm - jedes Produkt zeugt von der Leidenschaft und dem handwerklichen Können der Chocolatiers. Im Sortiment hat Birgit Heel meist zehn Basis-Sorten, aber im Laufe der Jahre hat sie sicher schon über 200 Sorten entwickelt und hergestellt. Auf Wunsch kreiert und fertigt sie auch sehr spezielle Pralinen, zum Beispiel aus einer Ganache mit Olivenöl oder Himbeeressig. Ein Prinzip bleibt aber immer gleich: Das Temperieren ist das A und O. Sogleich misst sie mit ihrem Infrarot-Thermometer, ob die Temperatur der Schokolade im Schmelztiegel richtig ist: „Schokolade ist eine Diva. Sie will es nicht zu warm, nicht zu kalt und nicht zu feucht. Und sie will gerührt und gestreichelt werden“, erklärt sie.
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Schokolade und Skifahren: Werbewirkung und Legenden
Hans Fischerkoesen realisierte 1926 auch die ersten Werbespots für Stollwerck. In „Auf der Ski-Tour“ zeichnet er in einfachen Umrisslinien zwei Männertypen, einen Dicken und einen Sportlich-Schlanken beim Skifahren. Der Dicke ermüdet rasch, stärkt sich mit Wurst und Schinken, schläft schließlich ein und rollt als lustige Schneekugel den Berg hinab. Der Schlanke ist der Stärkere und Ausdauernde, weil er Schokolade von Stollwerck isst. Eine Kalorienwaage bringt es auf den Punkt: Beim Wettkampf der Kalorien verschiedener Lebensmittel siegt natürlich die Schokolade.
Tabellarische Übersicht: Wichtige Hersteller Historischer Schokoladenformen
| Hersteller | Gründungsjahr / Ort | Bedeutung / Besonderheiten |
|---|---|---|
| Anton Reiche, Dresden | ca. 1888 | Entwicklung der Platinolform, ca. 50.000 verschiedene Formen |
| Hermann Walter, Berlin | 1866 | Erste deutsche Schokoladenformenfabrik, 5000 Modelle bis 1928 |
| Hans Brunner, Köln | ca. 1935 | Herstellung von Plastikformen ab 1950 |
| Vormenfabriek Tilburg, Holland | 1921/27 | Bedeutender internationaler Formenhersteller |
| Berger Feinste Confiserie, Lofer (AT) | ab 1994 | Handgefertigte Hohlfiguren, Skifahrer-Trophäen |
Moderne Trends und Individualisierung
Berger Feinste Confiserie bietet ein jährliches Sortiment, bestehend aus unterschiedlichen Schokoladenwerken, wie Pralinen in diversen Geschmacksrichtungen, klassische und gefüllte Schokoladentafeln, Thementafeln für Anlässe oder Schokoladenkreationen wie Schatullen und Hohlfiguren. Ein Großteil der Zutaten ist biologisch. Sämtliche Süßwaren von Berger werden direkt in Lofer produziert.
Die Schokoladenfigur "Skifahrer" steht somit als Symbol für die Verbindung von Tradition, handwerklicher Präzision, moderner Technologie und dem alpinen Lebensgefühl. Ob als Trophäe für Weltcup-Sieger oder detailreich dekorierte Geschenkfigur, die Vielfalt der Schokoladenkunst begeistert Genießer und Sammler gleichermaßen.
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