Traditionelle Schweizer Nachspeisen mit Maronen: Vermicelles, Montebianco und Variationen
Heute möchte ich euch etwas über ein typisches Herbst-/Winterdessert erzählen. In meiner Familie ist es unter dem in der Schweiz gebräuchlichen Namen Vermicelles (ital. für Würmchen) geläufig und wird von uns Allen heiß geliebt.
Was sind Vermicelles und Montebianco?
Charakteristisch für dieses Dessert ist das süße Kastanienpüree in Form von „Fadennudeln“, das mit Schlagsahne (als „Schneedecke“) zu einem Berg - eben dem Mont Blanc - aufgehäuft wird. Dieses herbstliche Dessert liebt man in Norditalien genauso wie in der Schweiz und in Frankreich: süßes Maronipüree mit einem Gupf Schlagobers drauf. Majestätisch wie der echte Montblanc.
Montebianco, das klassische Maroni-Dessert, ist ein süßer Genuss, der an die schneebedeckten Gipfel der Alpen erinnert. Die Schweiz ist bekannt für eine Vielzahl von süssen Versuchungen. Die Schweiz ist das Land der Milchprodukte.
Meine persönliche Entdeckung und Erfahrung
Kennengelernt habe ich das Dessert mit dem schönen Namen „Vermicelles“ nicht in der Schweiz, woher es stammt, sondern im Badischen. Hendrik, ein Schulfreund meines Mannes reichte es uns zum Nachmittagscafe statt Kuchen. Ich war total begeistert und seitdem habe ich natürlich in der Schweiz die Dessertkarten studiert und wann immer ich Vermicelles entdeckte, habe ich diesen Nachtisch bestellt.
Nicht immer war ich so begeistert, wie damals im Badischen. Inzwischen weiß ich, das lag an den Maronen sehr guter Qualität und natürlich an dem daraus selbsthergestelltem Püree. Das darf auf keinen Fall zu süß sein und auch mit dem Kirschwasser lohnt es sich sehr sensibel umzugehen.
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Seitdem ich also weiß, wie einfach dieser Dessert-Traum selbst herzustellen ist, beglücke ich gerne Gäste nach einem echten Schweizer Käsefondue mit diesem Schweizer Dessert. Bis auf eine Ausnahme waren bisher alle hingerissen. Dieser ansonsten liebe Gast liebt mein Eton Mess und findet Maronen nicht so beglückend wie ich. Aber wie heißt es doch? Mit oder ohne Eis?
Grundrezept: Maronipüree (Basis für Vermicelles / Montebianco)
Die ursprüngliche Rezept ist sehr einfach. Die gegarten Maroni werden mit Milch und Zucker zu einer weichen Creme gekocht und mit Schlagobers und Kakao verfeinert. Maroni in Wasser weich kochen und schälen. Marroni und Zucker dazugeben, ca. 20-25 Minuten weich kochen. Masse fein pürieren. Falls sie zu dick ist, mit etwas Milch verdünnen. Auskühlen lassen. Nach Belieben etwas Kirsch unterrühren.
Mit Milch, Vanillemark und einer Prise Salz so lange bei niedriger Flamme köcheln lassen, bis die Maroni die Flüssigkeit aufgesogen haben. Cremig rühren und auskühlen lassen. Rum hinzufügen und die Maronicreme durch eine Kartoffelpresse direkt auf den Servierteller drücken. Wer geschickt ist, baut dabei einen Berg nach. Die Menge des „Schnees" ist Ihnen überlassen. Kalt servieren.
Praktische Hinweise
- Die Vermicelles-Masse kann am Vortag zubereitet werden.
- Alternativ zu frischen Maroni können Sie 200 g Maronimehl oder bereits vorgegarte Maroni verwenden, das spart sehr viel Zeit.
- Altenativ können statt tiefgekühlten Marroni auch frische genommen werden. Diese nach Belieben vorher im Ofen rösten. Die Kochzeit verlängert sich um ca. (je nach Ausgangsprodukt).
- Haltbarkeit im Tiefkühler: ca. (je nach Zubereitung).
Varianten und Serviervorschläge
Zum Servieren gibt es die verschiedenste Möglichkeiten. Vermicelles findet man im Herbst in beinah jeder Schweizer Bäckerei oder auf der Karte zahlreicher Restaurants. Gerne wird das Dessert auch mit Baiser kombiniert und in allen möglichen Variationen in Pariser (oder eben auch Schweizer oder sogar japanischen) Pâtisserien angeboten.
Ich serviere das Maronenpüree gerne mit sehr gutem Vanilleeis, etwas Baiser und Schlagsahne. Sollte man auf Baiser, Sahne und Eis verzichten wollen, dann empfehle ich das Püree mit einem Croissant und Café au Lait stilecht zum Petit Dejeuner zu genießen.
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Perfekt dazu passen dann ebenfalls Sahne und Eis aber statt Baiser etwas frische Orange in Scheiben, die vorher einige Stunden in Cointreau baden durfte. Ich habe das Kirschwasser auch schon ersetzt durch einen Schluck Cointreau (Orangenlikör). Die feinen Aromen der Maroni treffen auf die luftige Textur der Obers.
Alkohol: Kirschwasser, Rum, Cointreau
Sollte man das Maronenpüree auch für Kinder servieren wollen oder die Reste zum Frühstück, dann das Kirschwasser im Rezept weglassen und evtl. Kirschschnaps nach Geschmack, max. Alle Zutaten für das Püree zu einem feinen Püree in der Küchenmaschine vermengen. Ich habe das Kirschwasser auch schon ersetzt durch einen Schluck Cointreau (Orangenlikör).
Technik: Vom Püree zu den Vermicelles
Das Maronenpüree verwandelt sich dann zu Vermicelles, wenn es durch eine Spätzle- oder Kartoffelpresse gegeben und schön angerichtet wird. Vermicelles-Masse durch die Vermicelles-Presse oder das Passe-vite direkt auf die Meringues dressieren. Mit Rahm garnieren, sofort servieren.
Tipps zur Qualität und Fertigprodukte
Vermicelles findet man im Herbst in beinah jeder Schweizer Bäckerei oder auf der Karte zahlreicher Restaurants. Obwohl die Herstellung des Marroni-Pürees für die Vermicelles weder kompliziert noch aufwendig ist (ausser die Marroni werden selbst geschält), greift man aus Gewohnheit oft auf das Marroni-Püree aus dem Supermarkt zurück oder kauft gleich die fixfertigen Vermicelles.
In Frankreich gibt es wunderbare Maronencreme als Tube oder in der Dose zu kaufen. Selbstgemachte Maronencreme schmeckt natürlich viel besser und ist mit Hilfe einer Küchenmaschine schnell gemacht. Wählt man hierbei aber nicht explizit die Bio-Variante, finden sich im industriell hergestellten Püree schnell einige Zutaten, die von unserem Körper nicht zwingend benötigt würden.
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Historischer Kontext und Verbreitung
In Italien ist der Montebianco vor allem im Aostatal, im Piemont und in der Lombardei verbreitet. Überall dort, wo Edelkastanien gut gedeihen. Bis ins 17. Jahrhundert lässt sich der Nachtisch zurückverfolgen. Damals konnten sich nur die Reichen den Luxus eines Desserts leisten. Die meisten anderen hatten in den kargen Bergregionen ohnehin kaum genug zu essen. Doch die nahrhaften Maroni hatten die arme Bevölkerung schon zuvor durch Hungersnöte gebracht. Und zu festlichen Anlässen kam sogar mal ein Dessert auf den Tisch.
In der Literatur wird es bereits im 19. Jahrhundert erwähnt. Nicht nur die Präsentation, auch die Rezeptur ist flexibel. So nehmen Veganer Mandelmilch und vegetarisches Schlagobers.
Rezeptübersicht: Montebianco / Vermicelles (Kurzfassung)
| Zutat | Menge / Hinweis |
|---|---|
| Gegarte Maroni | ca. 400-500 g (oder Maronipüree/tiefgekühlte Marroni) |
| Milch | zum Kochen und Verdünnen |
| Zucker | nach Geschmack |
| Vanillemark / -schote | für Aroma |
| Kirschwasser / Rum / Cointreau | optional, sparsam verwenden |
| Rahm / Schlagobers | zum Servieren |
| Baiser / Meringues | als Unterlage optional |
Serviergröße und Gelegenheiten
Diese beiden Platten war der Nachtisch für 20 nicht mehr hungrige Geniesser, die bereits ein echtes Schweizer Käsefondue genossen hatten. Traditionell wird der Montebianco auf einem Servierteller angerichtet und wie in alten Zeiten in die Mitte des Tisches gestellt. Alle bekommen einen Löffel und dürfen zulangen. Natürlich gibt's das nun auch in Einzelportionen.
Praktische Hinweise für Gastgeber
- Die Vermicelles-Masse kann am Vortag zubereitet werden.
- Wer es schokoladig mag, kann noch ca. (nach Belieben) Kakao ergänzen.
- Falls sie zu dick ist, mit etwas Milch verdünnen.
- Bei Kinderportionen das Kirschwasser weglassen.
Probier dieses Rezept aus und lass mich wissen, wie es dir geschmeckt hat! Ich freue mich auf dein Feedback oder deinen Kommentar - teile deine Erfahrungen mit mir und inspiriere andere, dieses köstliche Montebianco-Dessert zu genießen!
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