Schwedische Baiser-Kekse: Jitterbuggare & Baiser‑Engelsaugen — Rezepte, Technik und Tipps
Schwedische Baiser-Kekse vereinen knusprigen Mürbeteig mit zarter, süßer Baisermasse und einer fruchtigen Füllung. In diesem umfangreichen Beitrag findest du klassische Rezepte (Jitterbuggare, Baiser‑Engelsaugen), genaue Zutatenlisten, Schritt-für-Schritt‑Anleitungen, praktische Gelingtipps, Varianten sowie Hinweise zur Aufbewahrung.
Was sind Jitterbuggare und Baiser‑Engelsaugen?
Jitterbuggare sind leckere, mit Baiser gefüllte, schwedische Kekse. Hinter den außergewöhnlichen Keksen verbirgt sich eine ganz einfaches und vor allem altes Plätzchen Rezept aus Schweden. Das Besondere an diesen Plätzchen ist, dass sie gerollt werden und Baiser im Keks verarbeitet ist. Dadurch sehen die Kekse ein wenig „wild“ aus. Die Baiser‑Engelsaugen sind ähnlich: statt einer Teigkugel wird hier ein dünner Keks mit einem Baiser‑Topping gebacken und dann mit Marmelade gefüllt.
Grundlagen: Baiser - was ist das und wie gelingt es?
Eigentlich handelt es sich ganz allgemein um eine Masse aus Eischnee und Zucker, die die Basis für unterschiedlichste Gebäckarten bildet. Im engeren Sinn sind es hübsch aufdressierte, zarte, knusprige Plätzchen. Die Eier sorgfältig trennen, sodass keine Spur Eigelb am Eiklar ist; alternativ pasteurisiertes Eiklar aus dem Tetrapack verwenden. Zucker macht die Baiserplätzchen nicht nur süß, sondern sorgt für Volumen, stabilisiert den Eischnee und macht das Ergebnis knusprig. Salz (nur 1 Prise) sowie optional eine Mini‑Menge Säure in Form von Zitronensaft oder Essig stabilisieren den Eischnee und sorgen für eine optimale Textur.
Und nun zum Wichtigsten: Wie gelingt der perfekte Baiser?
- Eischnee steif schlagen, und zwar erst nur das Eiklar, dann mit Salz und zuletzt Zucker unter Rühren nach und nachzugeben.
- Am allerbesten funktioniert dieser Schritt mit der Küchenmaschine.
- Die Masse sollte fest und glänzend sein; bei einer warmen Schüssel über heißem Wasser weiter aufschlagen (italienische Methode) erreicht man zusätzliche Stabilität.
- Das Eischnee‑Zucker‑Gemisch sofort weiterverarbeiten (spritzen, bestreichen, einrollen) und zügig backen oder trocknen.
Rezept 1 - Jitterbuggare (schwedische Schoko‑Baiser‑Rollen)
Diese Jitterbuggare stammen aus dem schwedischen Umfeld, werden mit Baiser bestrichen und aufgerollt. Sie sind etwas „verrückt“ im Aussehen und erinnern an die Drehungen des Jitterbug‑Tanzes.
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Zutaten (für ca. 20-30 Stück, je nach Größe)
- Mehl, 100g Zucker, 2 Eigelb, Vanilleextrakt und in kleine Stücke zerteilte Butter zu einem glatten Mürbeteig verkneten (exakte Grammzahlen variieren je Quelle).
- 2 Eiweiß, restlicher Zucker für die Baisermasse.
- Optional: abgeriebene Zitronenschale und 1 TL Kardamom; für Schoko‑Variante 1 EL Kakao (entölt).
Zubereitung (Kernschritte aus mehreren Beschreibungen)
- Die Eier trennen. 1 Eigelb in eine Rührschüssel geben, die zwei Eiweiße zur Seite stellen.
- Mehl, Zucker, Eigelb, Vanilleextrakt und Butter zu einem glatten Mürbeteig verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und für mindestens 30-60 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.
- Den Teig in zwei Hälften teilen und jeweils zu einem Rechteck von ca. 15 × 30 cm und einer Dicke von etwa 5 mm ausrollen (oft zwischen Frischhaltefolie ausgerollt).
- Die Teigplatten mit je einer Hälfte der Baisermasse bestreichen.
- Die Platten von der breiten Seite her möglichst eng aufrollen. Die Rolle in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen (kühl schneiden sich die Rollen besser).
- Backofen auf 160°C Umluft (oder 180°C O/U‑Hitze) vorheizen. Rollen in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden (nicht drücken!) und diese mit etwas Abstand auf das Backblech legen.
- Die Plätzchen 15-20 Minuten backen, bis sie am Rand leicht bräunen. Nach dem Backen kurz auf dem Blech abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter legen.
Beim Schneiden der Jitterbuggare achte ich darauf, nicht zu stark zu drücken, denn die Füllung quillt sonst zu sehr heraus. Ich bewahre die Jitterbuggare in einer Keksdose auf, auf den Boden streue ich etwas Reis, damit sie trocken bleiben. Haltbar sind die schwedischen Kekse etwa 4 Wochen.
Rezept 2 - Baiser‑Engelsaugen (Kulleraugen mit Baiserhaube)
Eine Abwandlung der klassischen Engelsaugen: ein dünner Keks erhält einen Baiserkringel oder Tupfen, nach dem Backen wird mit Marmelade gefüllt.
Zutaten (35-40 Cookies möglich, Variante aus Bake to the roots)
- Für den Teig: 120 g kalte Butter, 40 g Puderzucker, 1 Eigelb (M), 1 TL Vanilleextrakt, 150 g Mehl, 20 g Speisestärke, 1 Prise Salz.
- Für die Baisermasse: 2 Eiweiß (M), 1 Prise Salz, 130 g Puderzucker (ggf. gesiebt).
- Für die Füllung: 250 g Himbeermarmelade (ohne Kerne).
Zubereitung (kompakter Ablauf)
- Butter, Puderzucker und Salz hell und luftig aufschlagen. Eigelb und Vanille ergänzen und gut verrühren.
- Mehl mit Speisestärke mischen, kurz unterkneten. Teig in Klarsichtfolie einschlagen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank kühlen.
- Ofen auf 140°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig dünn ausrollen, Kreise mit Ø ~5 cm ausstechen. Teigkreise recht nah zueinander auf das Blech setzen und kühlen.
- Für die Baisermasse Eiweiß mit Salz schaumig schlagen, Puderzucker nach und nach einrieseln lassen und weiter schlagen. Auf einem heißen Wasserbad 3-4 Minuten weiterschlagen, bis die Masse fest und glänzend ist.
- Baisermasse in einen Spritzbeutel mit Ringtülle füllen, Ringe oder Tupfen auf die Teigkreise aufspritzen.
- Backen: Bleche nacheinander ca. 25-28 Minuten backen; nach ca. 15 Minuten kurz den Ofen öffnen, damit Feuchtigkeit entweicht. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
- Marmelade kurz erwärmen, glatt rühren und mit einem Spritzbeutel auf die unbestückten Teighälften spritzen. Baiserkekse mit Puderzucker bestäuben und aufsetzen.
Rezept 3 - Eine schlankere Variante: Baiser‑Plätzchen mit Marmelade (Last Minute)
Für Last‑Minute‑Geschenke: dünner Mürbeteig mit Baiserring, danach mit Lieblingsmarmelade gefüllt.
Zutaten (kleine Menge)
- Für den Teig: 150 g Mehl, 90 g weiche Butter, 20 g Puderzucker, 1 Eigelb.
- Für Baiser und Füllung: 2 Eiweiß, 1 Prise Salz, 110 g feiner Zucker, 1-2 Tropfen Zitronensaft, 50-80 g Lieblingsmarmelade.
Kurzbeschreibung der Zubereitung
- Teig herstellen, als flaches Rechteck formen, in Folie wickeln und ca. 1 Stunde kühlen.
- Teig 3 mm ausrollen, 4 cm Kreise ausstechen, 5 Minuten vorbacken bei 180°C, dann Ofen auf 100°C runterregeln.
- Eiweiß mit Salz steif schlagen, Zucker langsam einrieseln lassen, Zitronensaft dazugeben. In Spritzbeutel füllen, Kreise auf die abgekühlten Plätzchen spritzen.
- Bei 100°C ca. 1 Stunde trocknen, Ofen zwischendurch öffnen, bis Baiser fest ist. Ofen ausschalten, abkühlen lassen. Marmelade erwärmen, füllen, antrocknen lassen.
Technik‑ und Gelingtipps aus Praxis und Erfahrungen
- Mürbeteig so kühl wie möglich bearbeiten: sehr, sehr kalte Butter verwenden, rasch verarbeiten, Teig vor dem Ausrollen lange kühlen. Das sorgt dafür, dass die Plätzchen beim Backen nicht zu stark verlaufen und ihre Form behalten.
- Wer einen Food Processor mit Schneideeinsatz besitzt, kann die kalte Butter blitzschnell unter das Mehl mixen, ohne die Butter durch Kneterei aufzuweichen.
- Beim Aufschlagen von Eiweiß den Zucker langsam einrieseln lassen; das erhöht Stabilität und Volumen des Eischnees.
- Für Baiser: Schüssel, Quirle und Zubehör müssen fettfrei sein. Eine Prise Salz und ggf. etwas Zitronensaft stabilisieren den Eischnee.
- Beim Backen des Baiser: gelegentlich den Ofen kurz öffnen, damit Feuchtigkeit entweicht; das Ergebnis wird trockener und zarter. Baiser ist fertig, wenn es sich leicht vom Backpapier löst.
- Rollen für Jitterbuggare kühl schneiden - so entsteht saubere Scheiben.
- Varianten: Statt Marmelade kann man Nougat, Karamell oder Lemon Curd verwenden. Dem Mürbeteig kann man 1 EL gemahlenen Mohn oder geriebene Schale einer halben Bio‑Zitrone hinzufügen; ein Teelöffel Kardamom passt gut zu schwedischen Keksen.
Backzeiten, Temperaturen und Lagerung
Die genaue Backzeit variiert je nach Ofen und Keksgröße. Als Orientierung:
- Mürbeteigkekse mit Baiserkringel: ca. 25-28 Minuten bei 140°C (O/U) oder bei 160°C Umluft; nach 15 Minuten kurz lüften.
- Jitterbuggare (Scheibenrollen): ca. 15-20 Minuten bei 160°C Umluft.
- Baiser‑Trocknung bei niedriger Temperatur (100°C) über längere Zeit (ca. 55-65 Minuten) ergibt sehr trockene, längere haltbare Baisers.
Aufbewahrung: Am besten halten sich die Spitzbuben, Jitterbuggare oder Baiser‑Plätzchen in einer luftdicht verschlossenen Keksdose. So behalten sie ihren Geschmack und werden mit der Zeit schön mürbe. Baiser verträgt keine Feuchtigkeit - kühl und trocken lagern, nicht im Kühlschrank. Baiser‑gefüllte Kekse sind bei guter Lagerung mindestens 2-4 Wochen haltbar (je nach Rezept und Feuchtigkeit).
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Weitere typisch schwedische Kekse für die Fika (Kurzüberblick)
Wer Lust hat, neben Baiser‑Keksen noch mehr schwedische Klassiker zu backen, findet hier eine Auswahl beliebter Sorten:
- Brüsseler Kekse (Brysselkakor) - mit gefärbtem Zucker gerollte Teigrolle in Scheiben.
- Schokoschnittchen (Chokladsnittar) - rechteckig, mit Hagelzucker.
- Drömmar - luftige, fast Baiser‑artige Butterkekse mit Hirschhornsalz.
- Hallongrottor - „Himbeerhöhlen“, mit Himbeermarmelade gefüllte Muldenkekse.
- Havrekakor - knusprige Haferkekse.
- Nötkakor - nussige Plätzchen aus gemahlenen Haselnüssen, Zucker und Ei.
- Schackrutor - zweifarbige Schachbrettkekse aus Vanille‑ und Kakao‑Teig.
Feine Varianten, Farben und Dekoration
- Viele Schweden geben dem Baiser grüne Lebensmittelfarbe zu besonderen Anlässen. Für dunkle Schoko‑Jitterbuggare kann man dem Eiweiß 1 EL Kakao beimischen (vorsichtig: entölten Backkakao verwenden).
- Zitrusnoten: Abgeriebene Zitronenschale im Mürbeteig gibt Frische und harmoniert perfekt mit Baiser.
- Deko: Puderzucker, Schokoladenglasur‑Ecken oder halbseitiges Tauchen in Schokolade sind attraktive Optionen.
Praktische Tabelle: Vergleich der drei Baiser‑Keksarten
| Variante | Form | Baiser‑Einsatz | Backtemperatur (Orient.) | Lagertipp |
|---|---|---|---|---|
| Jitterbuggare | Rollen, in Scheiben geschnitten | Baiser auf einer Teigplatte, dann aufgerollt | 160°C Umluft / 180°C O/U | Luftdichte Dose, Boden mit Reis bestreuen |
| Baiser‑Engelsaugen | Runde Kekse mit Baiserkringel | Baiser als Ring oder Tupfen auf Teigkreis | 140°C O/U (ca. 25-28 min) | Trocken und kühl, nicht im Kühlschrank |
| Last‑Minute Baiser‑Plätzchen | Dünne Teigkreise mit Baiser | Baiser‑Kringel, dann getrocknet bei 100°C | Vorbacken 180°C, Baiser‑Trocknung 100°C | Luftdicht, antrocknen lassen vor Schichtung |
Häufige Fragen (Kurzantworten)
- Kann man pasteurisiertes Eiklar verwenden? - Ja, alternativ pasteurisiertes Eiklar verwenden, falls Bedenken bestehen.
- Warum wird Baiser weich? - Feuchtigkeit ist der Feind: Ofen nicht zu feucht lassen, abkühlen mit offener Ofentür nach Trocknung.
- Wie verhindere ich, dass Mürbeteig beim Backen verläuft? - Sehr kalte Butter, kühlen des Teigs und nicht zu dünn ausrollen.
Viel Spaß beim Backen der schwedischen Baiser‑Kekse! Probiere die verschiedenen Varianten aus, variiere Füllungen und Gewürze und überrasche Freunde und Familie mit diesen hübschen und köstlichen Fika‑Keksen.
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