Schulte Feingebäck Rietberg: Geschichte, Produkte und nachhaltige Entwicklung eines traditionsreichen Familienunternehmens
Seit über 130 Jahren produziert das in Rietberg-Mastholte beheimatete Unternehmen Conrad Schulte hochwertige, traditionsreiche Gebäcke. Dabei bleibt Schulte Feingebäck dem Hauptsitz Mastholte treu und hat Produktionshallen sowie Verwaltungsgebäude mehrfach vergrößert. Das Feingebäck der Firma Schulte ist heute in fast jedem Supermarktregal zu finden und wird bundesweit an große Verbrauchermärkte geliefert. Der Werksverkauf genießt in Rietberg und Umgebung große Beliebtheit.
Historische Entwicklung: von der Brot- zur Dauerbackwarenfabrik
1884 gründete August Schulte eine Brot- und Landbäckerei, und nach dessen Tod führte seine Frau Elisabeth das Handwerk fort. Im Jahre 1917 trug Elisabeth Schulte die Verantwortung weiter, und ihr Sohn Conrad Schulte stieg ein, um die Spezialisierung auf Dauerbackwaren auszubauen. Unter dem Einfluss von Nachfolger Werner Schulte wurde die erste maschinelle Backstraße eingesetzt, wodurch die Industrialisierung beginnt und der Produktionsstandort auf 5 Backstraßen sowie Veredelungsanlagen erweitert wurde. Mit dem Kauf der Berliner Dauerbackwarenfabrik M.M. Breuer GmbH erweiterte Schulte das Sortiment um Dominosteine.
In den 1920er bis 1960er Jahren wuchs der Betrieb kontinuierlich: Das Gelände wurde durch Zukäufe erweitert, ein Fertigwarenlager mit über 2.000 Palettenplätzen entstand, und die Backstube wurde zugunsten einer stärker industriell geprägten Produktion aufgegeben. Die Firma entwickelte sich Schritt für Schritt von einer regionalen Bäckerei zu einem national agierenden Hersteller von Dauerbackwaren. Die Familie Schulte übergab die Führung sukzessive an Conrad-Werner Schulte, der als Gesellschafter und später als Geschäftsführer maßgeblich die Modernisierung vorantrieb und das Sortiment weiter ausbaute.
Produkte und Sortimentsentwicklung
Schulte Feingebäck zählt heute zu den führenden Anbietern von Feingebäcken in Deutschland. Zu den Traditionsprodukten gehören Spekulatius, Schweinsohren, Kokosmakronen, Zimtsterne, Dominosteine und weitere Spezialitäten. Die Produktion umfasst Blätterteigprodukte, handwerklich hergestellte Kleingebäcke sowie regionale, hochwertige Delikatessen wie Zwieback, Knabbel und Stollen. Der Ausbau des Sortiments erfolgte durch strategische Zu- und Neubauten, darunter eine Produktionshalle von 1.500 m², ein Fertigwarenlager sowie ein 1.100 m² großes Technikum zur Produktentwicklung und Qualitätssicherung.
Im Laufe der Jahre hat Schulte die Produktion an steigende Nachfrage angepasst: Der Trend zu kleinen Snackportionen, der Ende der 80er Jahre einsetzte, führte zu entsprechenden Anpassungen im Angebot. Mittlerweile betreibt das Unternehmen eine intensive Zusammenarbeit mit Handelskunden und richtet sich sowohl an Großmärkte als auch an Verbraucher im Werksverkauf aus. Die Zukäufe, etwa die Übernahme der Antpöhler-Firma, ermöglichten die Erweiterung um Produkte wie Hohlhippen und weitere Premium-Gebäcke.
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Nachhaltigkeit, Zertifizierungen und faire Beschaffung
Schulte setzt auf nachhaltigen Anbau der Rohstoffe und Qualitätsprodukte. Als Mitglied des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. engagiert sich das Unternehmen für Kooperativen, Farmer Field Schools, Schulförderungsprogramme und medizinische Versorgungsprojekte. Fairtrade ist ein zentraler Baustein des Beschaffungsprozesses, und Schulte erfüllt die Anforderungen des Fairtrade-Standards sowie der Zertifizierungen von FLOCERT. Seit dem 27.03.2013 wird regelmäßig UTZ-zertifiziert, und die Rainforest Alliance prüft ökologische, ökonomische und soziale Kriterien, um nachhaltige Anbaumethoden zu fördern. Diese Zertifizierungen ermöglichen es Schulte, Produkte mit ökologischem Landbau und Bio-Siegel zu kennzeichnen, sofern die Anforderungen erfüllt sind.
Aus- und Weiterbildungsangebote
Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, hat Schulte in den letzten Jahren das Ausbildungsangebot erweitert: Neben Industriekaufleuten und Süßwarentechnologen werden vermehrt Ausbildungen in IT, Lagerlogistik sowie Kooperationen mit der Elektro Handing GmbH & Co. angeboten. Jährlich präsentiert Schulte sein Ausbildungsangebot auf Messen wie der Berufe-Messe in Rietberg, und es finden Aktivitäten wie Girls'Day und Boys'Day statt, um junge Menschen für das Unternehmen zu begeistern. Das aktuelle Ausbildungsangebot finden Interessierte im Bereich Karriere.
Verankerung in der Region und Unternehmensführung
Seit der Firmengründung im Jahr 1884 steht der Markenname Schulte für hochwertige Backwaren-Qualität. Die Schulte-Gruppe beschäftigt über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von Konditorinnen und Konditoren bis zu Maschinenführerinnen und -führern sowie Saisonkräften. Die enge Verbindung zur Stadt Rietberg und die hervorragende Verkehrsinfrastruktur unterstützen den Vertrieb der Produkte über regionale und überregionale Kanäle. Frank Angenendt ist seit 1.10.2011 verantwortlich für Marketing und Vertrieb, wurde 2014 Geschäftsführer, und brachte als Mitgesellschafter frische Impulse in die Unternehmensführung. Die Kontinuität der familieneigenen Führung verbindet Tradition mit moderner Unternehmensführung.
Standorte, Infrastruktur und Marktposition
Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Mastholte, Rietberg, wo Produktionshallen und Verwaltungsgebäude mehrfach vergrößert wurden, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Die Firma liefert bundesweit an große Verbrauchermärkte und betreibt einen beliebten Werksverkauf, der eine enge Bindung zur Region schafft. Die moderne Produktionsinfrastruktur umfasst Technika, Veredelungsanlagen sowie effiziente Logistik- und Lagerkapazitäten, die eine langfristige Versorgung des Einzelhandels ermöglichen.
Insgesamt zeigt sich Schulte Feingebäck als traditionsreiches Familienunternehmen, das seine wurzeln in Mastholte fest verankert hat, gleichzeitig aber durch Modernisierung, Zertifizierungen und eine erweiterte Ausbildungs- und Marketingaktivität eine nachhaltige Zukunft gestaltet.
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