Schokolade ohne Palmöl: Herstellung, Marken und nachhaltige Kriterien

Ob mit Vollmilch, mit knackigen Haselnussstückchen oder edelbitter ist letztendlich eine Geschmacksfrage. Schokolade ohne Palml wird von immer mehr Konsumenten explizit gesucht und gekauft. Palmfett ist aufgrund des Anbaus und in letzter Zeit auch wegen der gesundheitlichen Auswirkungen in die Kritik geraten. Viele Verbraucher vermeiden daher absichtlich die Produkte, die Palmöl enthalten.

Warum Palmöl in Schokolade problematisch ist

Palmöl oder auch Palmfett genannt wird aus der Ölpalme gewonnen. Diese wird hauptsächlich in Südostasien angebaut. Für die riesigen Plantagen aus Ölpalmen werden Regenwälder abgeholzt, Menschen von ihrem Land vertrieben und viele Tier- und Pflanzenarten für immer vernichtet. Vor allem in Indonesien und Malaysia, aber auch in Afrika und Südamerika wachsen riesige Palmöl-Plantagen.

In Schokolade wird zudem Palmöl für Füllungen und häufig als Ersatz für Kakaobutter verwendet. In der Süßwarenindustrie wird besonders auf das Geld geachtet, denn der Kunde will Schokolade günstig kaufen und hat den Preis für Schokolade im Fokus. Ein Weg dazu ist: die gute Kakaobutter aus der Kakaobohne auszupressen und an die Kosmetikindustrie zu verkaufen, z.B. für Lippenstifte oder Lippenpflegestifte. Dort wird viel Geld für die Kakaobutter bezahlt. Da jedoch Kakao für Schokolade Fett benötigt, wird die ausgepresste teure Kakaobutter durch billiges Palmfett ersetzt. Auch deshalb kann der Kunde billig Schokolade im Supermarkt kaufen.

Alternativen: Warum palmölfreie Schokolade sinnvoll ist

Da Kakao von Natur aus palmölfrei ist, geht das auch für Schokoladen. In Craft Chocolate / feiner Schokolade wird daher explizit darauf verzichtet. Tatsächlich ist es bei Craft Chocolate / feiner Schokolade verpönt mit Palmfetten zu arbeiten, weil man bewusst auf Fremdfett verzichtet und nur die gute in der Kakaobohne vorhandene Kakaobutter zurückgreift. Anders als in Europa ist in den Vereinigten Staaten es sogar verboten, Palmöl in Schokolade einzusetzen.

Infografik: Auswirkungen von Palmöl-Plantagen auf Regenwald und Biodiversität

Herstellungsprinzipien palmölfreier Bio-Schokolade

Bio-Schokolade wird aus Kakao hergestellt, der auf nachhaltige Weise angebaut wird. Dies bedeutet, daß beim Anbau weniger Pestizide und Chemikalien verwendet werden, was die Umweltauswirkungen reduziert. Bio-Kakaoanbau fördert auch oft den Schutz der Artenvielfalt und die Erhaltung der natürlichen Umgebung.

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Die Rohstoffe wie Kakaobohnen, Kakaobutter, Roh-Rohrzucker und Bourbon Vanille, die in den Bio Schokoladentafeln verarbeitet werden, sind ausschließlich aus ökologischer Landwirtschaft - im Einklang mit der Natur und ohne Einsatz von chemischen Mitteln. Die Rohstoffe unterliegen laufend höchsten Qualitätskontrollen und strengen gesetzlichen Richtlinien.

100% Bio-Zutaten und keine Fremdfette wie Palmöl oder Butterreinfett kommen in die Schokolade, stattdessen nur beste Bio-Kakaobutter. Bei der Verarbeitung wird nur natürlicher Rohrohrzucker anstelle von raffiniertem Zucker verwendet. Die Bio-Schokolade enthält keine künstliche Zusatzstoffe und Konservierungsmittel im Gegensatz zu herkömmlicher Schokolade.

Bean-to-Bar und Direkteinkauf: Kontrolle über Qualität und Fairness

BEAN TO BAR Produktion - von der Bohne bis zur Schokoladentafel im eigenen Werk hergestellt. Kraftiges Kakaoaroma dank eigener traditioneller Kakaoröstung und hohe Qualität und altbewährte Produktionsmethoden seit über 100 Jahren.

Seit einigen Jahren kauft Meybona den Bio Kakao im Direkteinkauf von den Bauern in der Dominikanischen Republik ein. Ohne Zwischenhändler erhalten die Bauern einen besseren Preis und durch die langfristigen Verträge erhalten die Menschen mehr Planungssicherheit für ihre Zukunft. Durch das partnerschaftliche Verhältnis verbessern sich die Lebensbedingungen für die Menschen und gleichzeitig die Qualität der Kakaobohnen. Meybona besucht seine Kakaobauern regelmäßig vor Ort und überprüft die Qualität der Kakaobohnen, die Aufforstung und die Arbeitsbedingungen.

Beispiele für palmölfreie Marken und Konzepte

Fest steht: Wer zu Ja! Natürlich Schokolade greift, setzt auf Genuss aus gesicherter Herkunft und fairem Handel. Palmölfrei und nachhaltig produziert, werden beim Anbau zudem die CO2-Emissionen neutralisiert. Die Veredelung der kostbaren Kakaomasse geschieht dort, wo die Kunst der Chocolatiers seit langem gepflegt wird: in der Schweiz. Erfahrene Röstmeister holen in unserer Schokoladenmanufaktur das Beste aus den Bohnen. Jetzt zählt die Mischung, aber auch das Fingerspitzengefühl.

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Alle vier Sorten haben jedoch eines gemeinsam: Mindestens 40 Prozent der Kakaomasse besteht aus Edelkakao - damit tragen alle vier die Bezeichnung „Edelschokolade“. Und noch weitere Gemeinsamkeiten weisen die Ja! Natürlich Bio-Edelvollmilchschokolade, -Haselnussschokolade, -Edelbitterschokolade 60% und -Edelbitterschokolade 85% auf: Sie stammen alle aus fair gehandelten Bohnen und sind palmölfrei.

Die Herkunft der Ja! Natürlich Edelkakaobohnen liegt in Lateinamerika: In Peru, Ecuador und der Dominikanischen Republik werden die Sorten Trinitario und Nacional Arriba von Kleinbauern angebaut. Schritt für Schritt entwickeln die Bohnen ihren charakteristischen Geschmack, durch händisches Ernten, durch Fermentation und anschließendes Trocknen. Die Sonne Südamerikas macht sie haltbar und stärkt ihr Aroma. Und bevor sie nun auf die Reise gehen, werden sie einer Qualitätskontrolle unterzogen.

Map: Herkunftsländer der Ja! Natürlich Kakaobohnen (Peru, Ecuador, Dominikanische Republik)

Die Ja! Natürlich Bio-Edelbitterschokolade mit 85 % Kakaoanteil wird mit Fair Trade-Kakao aus Ecuador und der Dom. Republik hergestellt. Die Ja! Natürlich Bio-Edelbitterschokolade mit 60 % Kakaoanteil vereint Fairtrade-Kakao aus Ecuador und der Dom. Republik. Die Ja! Natürlich Bio-Edelvollmilchscho­kolade wird mit Fairtrade-Kakao aus Peru hergestellt. Die Ja! Natürlich Bio-Haselnussscho­kolade wird mit Fairtrade-Kakao aus Peru hergestellt.

Meybona hat sehr früh die Notwendigkeit für Nachhaltigkeit und Umweltschutz erkannt und stellt deshalb seit über 25 Jahren Bio Schokolade her. Meybona hat die Notwendigkeit zur Nachhaltigkeit bereits vor über 25 Jahren erkannt und hat daraufhin mit der Herstellung von Bio Schokoladen begonnen. Echte Bourbon Vanille runden den Geschmack jeder Tafel ab. Bio Schokolade - hier trifft Nachhaltigkeit auf einzigartigen Schokoladengenuß!

Weitere Marken und Initiativen

Original Beans: Nicht nur eine Schokolade, sondern ein Baumretter. Tony Chocolonely: Die Mission? Johnny Doodle: Wild. Laut. Anders. SIMPLY: Puristisch. Bio. Fair. - vegane Schokolade mit Fokus auf Transparenz. Das Handelshaus GEPA setzt strenge Sozialstandards, verbietet Kinderarbeit, arbeitet direkt und langfristig mit verschiedenen, demokratisch organisierten Kleinbauerngenossenschaften zusammen und fördert diese.

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GEPA-Schokoladen sind seit Ende 2023 zu 100 Prozent biozertifiziert. Nach eigener Angabe wird in den Vollmilchschokoladen immer Naturland Fair-zertifiziertes Milchpulver eingesetzt. Fairafric produziert die Schokolade komplett in einer biozertifizierten Kooperative in Ghana und nennt ihren Ansatz Fairchain (zu deutsch etwa faire Lieferkette).

Logo-Collage: Marken mit palmölfreier, fairer und Bio-Schokolade (Tony's, GEPA, Original Beans, Meybona, Ja! Natürlich)

Zertifikate, Siegel und ihre Bedeutung

Für denjenigen, der den ersten Schritt in Richtung nachhaltiger Schokolade wagen möchte, ist das Fairtrade-Siegel ein hervorragender Einstieg. Das Fairtrade-Siegel steht für bessere soziale Bedingungen, verbietet ausbeuterische Kinderarbeit und den Einsatz einiger Chemikalien und unterstützt eine nachhaltige Produktion. Anders als etwa UTZ und Rainforest Alliance sichert es Mindestpreise und zahlt Prämien zur Förderung von Gemeinschaftsprojekten.

Das Fairtrade Cocoa Program zeigt, dass zumindest der Kakao fair gehandelt wurde. Andere Zutaten müssen hingegen nicht zertifiziert sein. Fairtrade schreibt jedoch bei Mischprodukten vor, dass „Zutaten, die als Fairtrade-Rohstoffe verfügbar sind, aus Fairtrade-Quellen bezogen werden.“ Außerdem muss der Fair-Anteil eines Mischprodukts bei mindestens 20 % liegen.

Gepa legt die Messlatte höher. Der Kakao wird von Fairtrade zertifiziert, gleichzeitig wirtschaftet GEPA nach den Richtlinien der World Fair Trade Organisation (WFTO). Dazu müssen sie ihr ganzes unternehmerisches Handeln nach den 10 Prinzipien der WFTO ausrichten. Gepa zahlt für eine Tonne Kakao plus Prämie mindestens 3.500 Dollar, also deutlich mehr als bei einer Fairtrade-Zertifizierung nötig.

Das Naturland-Fair-Siegel oder Hand in Hand von Rapunzel kennzeichnen Schokolade, die sowohl ökologische Kriterien erfüllt als auch fair gehandelt wurde. Rainforest Alliance arbeitet weltweit mit rund einer Million Kakaobäuer:innen zusammen und schult Bäuer:innen in nachhaltigen Anbautechniken.

So wählst du faire, palmölfreie Schokolade aus

  • Besser: auf Bio-Siegel und Fairtrade/Siegel wie Gepa oder Naturland Fair achten.
  • Bei Mischprodukten auf den angegebenen Fair-Anteil schauen.
  • Bevorzuge Bean-to-Bar oder Fairchain-Unternehmen, die in den Ursprungsländern veredeln.
  • Prüfe die Zutatenliste: je kürzer und natürlicher, desto besser - keine Fremdfette wie Palmöl oder Butterreinfett.
  • Achte auf Verpackung und Unternehmensverhalten: weniger Aluminium, kompostierbare Materialien sind besser.

Es ist besser, bei den Herstellern einzukaufen, die insgesamt hinter wirtschaftlicher Veränderung und fairer Produktion stehen, und nicht nur vereinzelt faire Produkte anbieten. Wer bewusst nachhaltige Schokolade kauft, unterstützt bessere Lebensbedingungen für die Kakaobauern und -bäuerinnen sowie den Schutz der natürlichen Ressourcen.

Video: Herstellungsprozess von Bean-to-Bar-Schokolade und Direkteinkauf bei Bauern

Gesundheitlicher Aspekt

Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil ist reich an Magnesium und Kalzium. Zudem liefert Kakao Eisen und enthält sekundäre Pflanzenstoffe. In Bio-Schokolade sind weniger Schadstoffe enthalten als in herkömmlicher Schokolade. Dies liegt daran, daß der Anbau von Bio Kakao strengeren Umweltauflagen und Anbauvorschriften unterliegt, die den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und chemischen Düngemitteln einschränken oder verbieten.

Soziale Verantwortung

Bio-Schokolade wird oft unter Bedingungen hergestellt, die gerechte Löhne für Bauern und Arbeiter fördern. Dies trägt dazu bei, bessere Lebensbedingungen für die Menschen in den Kakaoanbauregionen zu schaffen. Fairtrade-Schokolade hat es weiterhin schwer, aber sie bleibt ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Tabelle: Übersicht ausgewählter Marken und Eigenschaften

MarkePalmölfreiBioFairness / Besonderheit
Ja! NatürlichJaJaFairtrade-Kakao aus Peru/Ecuador/Dom. Republik; Edelkakao ≥40%
MeybonaJaJaDirekteinkauf, 100% Bio-Zutaten, Bean-to-Bar
GEPAMeist jaJa (seit 2023)WFTO-Standards, hoher Fair-Anteil
Original BeansJaJaAufforstung, Biodiversität, kompostierbare Verpackung
Tony's ChocolonelyMeist jaTeilweiseTransparenz, Kampf gegen Kinderarbeit

Schokolade macht glücklich und wird besonders gern zu Anlässen wie Geburtstagen, Feiertagen oder einfach als kleines Dankeschön verschenkt. Doch ihr wichtigster Inhaltsstoff, Kakao, hat eine lange Geschichte der Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Bio-Fairtrade-Schokolade bietet in der Lieferkette bessere Bedingungen für Mensch und Natur.

Indem ihr bewusst nachhaltige Schokolade kauft, werden nicht nur eure Geschmacksknospen, sondern auch die Umwelt und die Lebensbedingungen der Kakaobauern und -bäuerinnen belohnt. Lieber weniger Schokolade kaufen - dafür solche, bei denen wirklich mehr Geld bei den Kakaobäuer:innen ankommt.

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