Schokolade mit Vitamin D: Vorteile und Wirkung

Schokolade ist nicht nur lecker, sondern enthält auch Vitamin D, das unseren Körper vor vielen Krankheiten schützt. In der kalten Jahreszeit haben heiße Schokolade und viele andere genussbringende Kakaoprodukte Hochsaison. Forschende am Max Rubner-Institut in Karlsruhe und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg haben nun eine Quelle für Vitamin D2 entdeckt, die bisher wohl übersehen worden war: Schokolade.

Wie gelangt Vitamin D in Kakao und Schokolade?

Es war eigentlich ein Zufall, dass wir entdeckt haben, dass im Kakao, in der Kakaobohne Vitamin D2 vorkommt. Kakaobohnen werden nach der Fermentation getrocknet. Dazu werden sie auf Matten gelegt und ein bis zwei Wochen der Sonne ausgesetzt. Wenn man sich die Gewinnung und die Prozessierung von Kakao anschaut, dann werden nach der Fermentation der Kakaobohnen diese getrocknet. Und diese Trocknung findet draußen am Sonnenlicht statt. Und wenn dort diese Kakaobohnen liegen, dann - so vermuten wir - kommen dort auch Pilze hinzu, und Pilze enthalten die Vorstufe von Vitamin D2. Durch dieses Sonnenlicht wandeln sich die Vorstufen des Vitamin D, die vermutlich aus harmlosen Pilzen stammen, zu Vitamin D2 um.

Kakaobohnen auf Matten in der Sonne (Trocknung)

Welche Form von Vitamin D steckt in Kakao?

Vitamin D kommt in zwei Varianten vor: Vitamin D2 und D3. Vitamin D3 wird in der menschlichen Haut durch die Einwirkung von Sonnenstrahlen gebildet. Dabei entsteht das tierische Vitamin D3. Wir nehmen auch über die Nahrung geringe Mengen an Vitamin D auf. Dabei handelt es sich um Vitamin D2, das vor allem aus Pilzen stammt. Die Massenspektrometrie wiesen die Wissenschaftler den Gehalt von Vitamin D2 in Kakaoerzeugnissen und Kakao als Pulver nach.

Wie viel Vitamin D steckt in Schokolade?

Sie haben ermittelt, eine Tafel Vollmilchschokolade enthält ungefähr zwei Mikrogramm Vitamin D, also zwei Tausendstel Milligramm. Das scheint gar nicht so viel zu sein, entspricht aber ungefähr einem Zehntel des gesamten Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Der Wert lag bei dunkler Schokolade zwischen 1,90 und 5,48 µg/100 g und bei weißer Schokolade zwischen 0,19 und 1,91 µg/100 g. Während dunkle Schokolade über einen relativ hohen Vitamin-D2-Gehalt verfügt, fanden die Forscher in weißer Schokolade nur wenig davon. Das ist nicht verwunderlich, da der Kakaogehalt in weißer Schokolade deutlich geringer ist. Das bestätigt unsere Annahme, dass Kakao die Quelle für das Vitamin D2 ist.

Reichen Schokolade oder Kakao zur Deckung des Bedarfs?

Gerade im Winter sind wir darauf angewiesen, dass wir Vitamin D über die Nahrung zu uns nehmen. Gerade im Winter sind wir darauf angewiesen, dass wir Vitamin D über die Nahrung zu uns nehmen. Man müsste Unmengen an Schokolade essen, um darüber den Bedarf an Vitamin D2 zu decken, der bei 20 µg pro Tag liegt. Wollten wir unseren Vitamin-D-Bedarf damit decken, müssten wir am Tag mindestens 5 Tafeln Schokolade verspeisen. Mit den großen Mengen an Zucker und Fett täten wir unserem Körper aber keinen Gefallen.

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Welche Empfehlungen geben die Forscher?

Das ist eine nette Idee und wird sicherlich jetzt einige Schokoladenliebhaber freuen, aber das ist natürlich nicht unsere Empfehlung. Aus ihrem Befund leitet die Ernährungswissenschaftlerin aber nicht die Empfehlung ab, große Mengen Schokolade zu verzehren: »Man müsste Unmengen an Schokolade essen, um darüber den Bedarf an Vitamin D2 zu decken. Das wäre aufgrund des hohen Zucker- und Fettanteils extrem ungesund«, sagt Stangl. Statt uns die Frage nach wie viel Schokolade am Tag zu stellen, sollten wir uns also weiterhin auf die Sonne als hauptsächlichen Lieferanten für Vitamin D verlassen.

Wofür sind die Studienergebnisse wichtig?

Sinn und Zweck dieser Untersuchung ist es, die Datenbanken, die ja die Nährstoffgehalte von Lebensmitteln beinhalten, die Grundlage sind, um errechnen zu können, wie hoch die Nährstoffaufnahmen in einer Bevölkerung sind, zu ergänzen. Das Ergebnis der Studie sei vielmehr dafür wichtig, korrekte Daten darüber zu erlangen, welche Nährstoffe die Bevölkerung im Durchschnitt zu sich nimmt. Fehlt in dieser Datenbank eine Quelle für Vitamin D, so stimmen die Zahlen am Ende nicht. Deshalb empfehlen die Forscher, die Lebensmittel- und Nährstoffdatenbanken regelmäßig zu überarbeiten.

Gibt es gesündere Alternativen auf Kakaobasis?

Das vitaminreiche Kakaopulver muss ja nicht unbedingt zu fetter und zuckerhaltiger Schokolade verarbeitet werden. Das wäre aufgrund des hohen Zucker- und Fettanteils extrem ungesund. Gleichzeitig forscht die Wissenschaft an zuckerfreien Lebensmitteln auf Kakaobasis, die uns zukünftig helfen können, einen Mangel an Vitamin D zu beheben. Kakao ist ein spannender Lebensmittelrohstoff, weil er zusätzliche sekundäre Pflanzenstoffe beinhaltet, die zum Beispiel förderlich für das Herz-Kreislauf-System sind.

Zuckerfreier Kakaopulverbecher und Kakaonibs

Weitere gesundheitliche Vorteile von Kakao und Schokolade

Die wichtigsten im Kakao vorkommenden Antioxidantien gehören zur großen Familie der Polyphenole und insbesondere zur Unterfamilie der Flavonoide. Antioxidantien sind wertvoll für das Herz-Kreislauf-System. Sie bekämpfen die Zellalterung und den Verfall von Molekülen wie Blutfetten und DNA. Mehrere Studien zeigen, dass Schokolade positive Auswirkungen auf Herz und Kreislauf hat. Zunächst einmal reduzieren die Polyphenole im Kakao die Oxidation von schlechtem Cholesterin. Außerdem verdünnen sie das Blut. Zu guter Letzt ermöglichen sie eine bessere Dehnung der Blutgefäße. Der Flavonoid-Reichtum von Schokolade hängt von ihrem Kakaogehalt ab. Dunkle Schokolade ist daher mit ihren vielen Vorzügen die nahrhafteste aller Schokoladen, noch vor der Milchschokolade.

Risiken und Grenzen

Schokolade ist jedoch kein Ersatz für Obst und Gemüse, deren viele andere ernährungsphysiologische Vorteile keineswegs vergleichbar sind. Man müsste Unmengen an Schokolade essen, um den Bedarf an Vitamin D2 zu decken. Mit den großen Mengen an Zucker und Fett täten wir unserem Körper aber keinen Gefallen. Zudem ist Kakao reich an Oxalsäure, die in großen Mengen die Calciumaufnahme im Körper beeinträchtigen kann. Kakaoprodukte können je nach Herkunftsland Spuren von Cadmium enthalten, einem Schwermetall, das in größeren Mengen schädlich sein kann.

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Perspektiven

Die Arbeitsgruppe an der MLU nutzt die Erkenntnisse der neuen Studie in einem Folgeprojekt. Es geht jetzt auch darum herauszufinden, für welche Lebensmittelmatrix sich der Kakao eignet. Kakao als Quelle für Vitamin D entdeckt. Die Massenspektrometrie weist nicht nur erwünschte Stoffe wie Vitamin D nach, sondern auch verbotene Substanzen. Übrigens: Die Arbeitsgruppe an der MLU nutzt die Erkenntnisse der neuen Studie in einem Folgeprojekt: »Kakao ist ein spannender Lebensmittelrohstoff, weil er zusätzliche sekundäre Pflanzenstoffe beinhaltet, die zum Beispiel förderlich für das Herz-Kreislauf-System sind«, sagt Ernährungswissenschaftlerin Stangl.

Erklärung: Wie entsteht Vitamin D2 in Kakaobohnen

Tabelle: Typische Vitamin-D2-Gehalte in kakaohaltigen Produkten (aus Studienangaben)

Produkt Vitamin D2 (µg/100 g)
Dunkle Schokolade 1,90-5,48
Weiße Schokolade 0,19-1,91
Vollmilchschokolade (Tafel) ≈2 µg pro Tafel
Speisepilze (Vergleich) 2-3 µg/100 g
Lachs (Vitamin D3, Vergleich) ≈16 µg/100 g

Schokolade hat viele Vorzüge und schmeckt Jung und Alt. Sie wirkt Wunder in der Küche, verbessert die Stimmung und stimuliert die Neuronen. Kakao ist weit mehr als nur eine köstliche Zutat in Schokolade. Er enthält eine Vielzahl wertvoller Nährstoffe, die ihn zu einem besonderen Superfood machen. Natürlicher Kakao, wie er beispielsweise in Kakaonibs oder rohem Kakaopulver zu finden ist, bietet die meisten Vorteile. Anders als industriell verarbeitete Kakaoprodukte, die oft große Mengen Zucker und Zusatzstoffe enthalten, bewahrt Rohkakao viele seiner natürlichen Nährstoffe.

Schokolade kann, auch wenn sie in Apotheken verkauft wird, keine Krankheiten bekämpfen. Wenn Sie jedoch der richtigen Dosis Obst, Gemüse, Getreide usw. den Vorzug geben, unterstützen Sie eine ausgewogene Ernährung. Das vitaminreiche Kakaopulver muss ja nicht unbedingt zu fetter und zuckerhaltiger Schokolade verarbeitet werden. Kakao in seiner natürlichen Form ist ein nährstoffreiches Lebensmittel, das sowohl Genuss als auch zahlreiche positive Eigenschaften vereint.

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