Wie Schokolade das Immunsystem beeinflusst: Wissenschaftliche Studien zu Wirkung und Corona

Schokolade hat seit jeher einen besonderen Platz in der menschlichen Ernährung und Kultur. Sowohl ihr Geschmack als auch ihre potenziellen gesundheitlichen Vorteile machen sie weltweit beliebt. Doch wie wirkt sich der Verzehr, insbesondere von dunkler Schokolade, auf das Immunsystem aus? Und welche Rolle spielt sie in Zusammenhang mit Infektionen wie dem Coronavirus? Dieser Artikel analysiert die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre und beleuchtet insbesondere die Effekte von Schokolade auf Entzündungsprozesse, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Abwehrkräfte gegen Viren.

Verschiedene Sorten dunkler Schokolade und ihre Zutaten

Herz-Kreislauf-Gesundheit und Entzündungsprozesse

Eine der weltbesten Süßigkeiten darf sich demnächst in den Supermarktregalen breit machen, weil nach neuesten Meldungen dunkle Schokolade dabei helfen kann, dass das Herz wie geschmiert arbeitet. Forscher in Italien haben herausgefunden, dass der Verzehr einer halben Tafel pro Woche das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann. Ihre Erkenntnisse wurden kürzlich im Journal of Nutrition veröffentlicht.

Im Rahmen dieser epidemiologischen Studie, eine der größten in Europa, fand man heraus, dass durch den täglichen Verzehr von 6,7 Gramm Schokolade Entzündungen abgewehrt und Herzerkrankungen vorgebeugt werden kann. Die Forscher des Moli-Sani-Projekts schenkten dem komplexen Mechanismus von Entzündungen besondere Aufmerksamkeit. Der Großteil der Experten stimmt darin überein, dass chronische Entzündungen sich verheerend auf den menschlichen Körper auswirken und im Besonderen auf das Herz.

Kakao macht es. Davon ist Marjorie McCullough von der Amerikanischen Krebsgesellschaft überzeugt. Der Stoff sorgt dafür, dass die Kuna, ein indigenes Volk auf den San-Blas-Inseln vor Panama, so gesund sind. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes und Krebs kommen bei ihnen viel seltener vor.

Studienergebnisse: Schokolade und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Entzündungen und das C-reaktive Protein

Schmerzen, Schwellungen und Irritationen können eine Reihe von Erkrankungen nach sich ziehen, wie zum Beispiel Hirn- und Herzinfarkte. Nach Aussagen der Forscher wurden Präventionsprogramme entwickelt, um Entzündungsprozesse unter Kontrolle zu halten. Weiterhin konnte das C-reaktive Protein (CRP) als einer der vielversprechendsten Parameter identifiziert werden. CRP wird von Wissenschaftlern nicht nur als Parameter für Entzündungen verwendet, es kann auch eingesetzt werden, um das Fortschreiten der Krankheit oder die Wirksamkeit von Behandlungen zu bestimmen. Die Wissenschaftler ergänzen, dass Sie CRP über einen einfachen Bluttest nachweisen können.

Lesen Sie auch: Hype, Inhaltsstoffe und Qualität: Dubai-Schokolade im Vergleich

Im Rahmen des Projekts verglichen die Teams das Proteinniveau im Blut der Versuchspersonen mit deren typischem Schokoladenkonsum. Aus einer Stichproben-Gruppe in der Größenordnung von 11.000 Personen waren 4.849 gesund und nicht gesundheitsgefährdet. Blutdruck und Cholesterinspiegel lagen bei ihnen, neben weiteren Kriterien, im normalen Bereich. Außerdem verzehrten 1.317 nur unregelmäßig Schokolade, während 824 regelmäßig dunkle Schokolade verzehrten.

Schokoladenkonsum Anzahl der Probanden Gesundheitsstatus
Unregelmäßig 1.317 Gemischt
Regelmäßig (dunkle Schokolade) 824 Gemischt
Gesund, Normwerte 4.849 Unabhängig von Schokolade

Antioxidantien in Kakao und die empfohlene Dosis

"Unser Ausgangspunkt war die Hypothese, dass die Tatsache, dass in Kakaobohnen große Mengen an Antioxidantien, vor allem Flavonoide und andere Arten von Polyphenolen, enthalten sind, positive Auswirkungen auf den Entzündungsstatus haben könnte", so Dr. Romina di Guiseppe, die Leiterin der Studie. "Unsere Ergebnisse waren absolut vielversprechend; Personen, die regelmäßig moderate Mengen an dunkler Schokolade verzehren, weisen einen wesentlich geringeren Wert an C-reaktiven Proteinen in ihrem Blut auf", sagt sie.

Während manch einer denken mag, dass die durchschnittliche Verringerung der Entzündungen um 17% nicht bemerkenswert ist, "reicht es aus, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Drittel bei Frauen und ein Viertel bei Männern abzusenken", fügt sie hinzu. "Wir sprechen von einem moderaten Verzehr", sagt die Forscherin. Die besten Ergebnisse werden bei täglichem Verzehr von 6,7 Gramm Schokolade erzielt. "Das entspricht einem kleinen Stück Schokolade zwei oder drei Mal pro Woche." Jeder Konsum, der über diese Menge hinausgeht, würde den positiven Effekt zerstören, merkt sie an.

Laut Dr. di Giuseppe hat sich die Studie auf dunkle Schokolade konzentriert, da vorangegangene Studien ergaben, dass Milchschokolade die Absorption der Polyphenole beeinträchtigt. Die Forscher weisen darauf hin, dass weitere Faktoren eine Rolle spielen können, da Personen, die grundsätzlich Schokolade lieben, auch andere gesunde Lebensmittel wie zum Beispiel Obst und Gemüse konsumieren. Doch der positive Effekt von Schokolade blieb bestehen und wir sind überzeugt, dass es ihn gibt.

Schokolade und das Immunsystem: Effekte und Mechanismen

Die Wirkung von Polyphenolen auf das Immunsystem (Infografik)

Wichtige Bestandteile des Kakaos können Körper und Geist positiv beeinflussen - zum Beispiel bei Stress, Lampenfieber oder Konzentrationsschwäche. Besonders einige Stoffe in dunkler Schokolade gelten als wirksam und hemmend.

Lesen Sie auch: Schnelle Schokoladenhärtung

Der regelmäßige Konsum dunkler Schokolade mit 85% Kakaoanteil reduziert einer kontrollierten randomisierten Studie zufolge Stimmungsschwankungen und verbessert das Wohlbefinden. Ein täglicher Verzehr von 30 g erhöht außerdem die Bakteriendiversität im Darm-Mikrobiom und bewirkt einen Shift der Bakterienspezies hin zu solchen mit probiotischen Effekten.

Die Diversität des Darmmikrobioms war bei Probanden der DC85-Gruppe signifikant höher als bei denen der Kontrollgruppe (p<0,05). Vor allem erhöhte sich der Anteil des grampositiven, anaeroben Bakteriums Blautia obeum; die Anteile der Spezies Faecalibacterium prausnitzii verringerten sich. Stimmungsschwankungen reduzierten sich in der DC85-Gruppe. Es gab weniger negative Emotionen. Dunkle Schokolade fördere offenbar die Biodiversität der Darmflora und das Wachstum von Bakterien mit der Produktion von Substanzen, die über die Darm-Hirn-Achse positiv auf das zentrale Nervensystem wirken, schreiben die Forscher.

Antioxidative Wirkung und virale Infektionen

Die drei Lebensmittel verfügen über Stoffe mit antioxidativer Wirkung. Antioxidantien können chemische Reaktionen im Körper verlangsamen oder sogar komplett verhindern. So könnte die Vermehrung des Virus erschwert werden.

Aus Laboruntersuchungen und Computersimulationen berichteten Forscher der North Carolina State University, dass chemische Verbindungen der genannten Lebensmittel die Funktion bestimmter Enzyme - sogenannte Proteasen - des Coronavirus blockieren können. Diese sogenannte „Haupt-Protease“ (Mpro) ist erforderlich, damit sich Sars-CoV-2 replizieren und zusammenfügen kann.

Blockade der Coronavirus-Protease durch Kakao- und Teebestandteile
Wissenschaftliche Erklärung: Polyphenole in Schokolade und Immunsystem

Grüner Tee, dunkle Schokolade, Kakaopulver und Muscadine-Trauben hätten gute Ergebnisse erzielt, zitiert die Frankfurter Rundschau die US-amerikanische Studie. Während fast alle untersuchten Stoffe auf Mpro wirkten, erwiesen sich in dieser Untersuchung von Yue Zhu und De-Yu Xie die Inhaltsstoffe von dunkler Schokolade, grünem Tee und von Muscadinia-Trauben als besonders wirksam.

Lesen Sie auch: Alles über Camondas Dubai Schokolade

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass besonders die Verbindungen in Kakaopulver und dunkler Schokolade die Aktivität der Protease-Enzyme um die Hälfte verringerten. Extrakte aus Grünem Tee und Muscadine-Trauben seien „sehr erfolgreich“ gewesen und auch Extrakte aus dunkler Schokolade hätte zu positiven Ergebnissen geführt. In der Praxis sei das sowohl in Computersimulationen als auch im Reagenzglas gelungen, berichten die Forscher.

Limitierte Aussagekraft zur Wirkung bei Menschen

Ob die dunkle Schokolade und grüner Tee auch im Körper von Menschen oder Tieren Coronaviren-hemmende Wirkung entfalten, wurde bisher nicht untersucht. "Es gibt viele natürliche oder chemische Stoffe, die im Reagenzglas Viren hemmen können", wird Professor Friedemann Weber vom Institut für Virologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen vom ZDF zitiert. Das heiße aber noch lange nicht, dass diese auf reale Bedingungen übertragbar seien. Auch ein weiterer Punkt ist kritisch: Die Lebensmittel gelangen über den Mund direkt in den Verdauungstrakt, haben also wenig Chance, mit Coronaviren in Kontakt zu kommen. Zwar gelangen die Bestandteile der Nahrung in den Blutkreislauf, von dort aus können Weber zufolge allerdings kaum wirksame Konzentrationen erreicht werden.

Nach aktuellem Forschungsstand ist weiterhin unklar, ob der Verzehr von dunkler Schokolade oder das Trinken von grünem Tee einen positiven Einfluss auf einen Corona-Krankheitsverlauf haben können. Wissenschaftler betonen, dass die Wirkung von natürlichen Inhaltsstoffen gegen das Coronavirus bisher weder am Tier noch am Menschen bewiesen wurde. Genauso wenig wisse man, in welcher Dosis die antioxidativen Stoffe eingenommen werden müssten, damit sie eine Wirkung zeigen.

Ernährung, Immunsystem und Corona: Was man aktuell weiß

Eine gesunde Ernährung stärkt das Immunsystem und bereits zahlreiche Forscher und Ärzte befassten sich mit bestimmten Lebensmitteln, die wirksam gegen das Coronavirus sein könnten. Amerikanische Wissenschaftler glauben, dass es möglich ist, das Virus mit dunkler Schokolade zu bekämpfen. Der vermehrte Konsum könne eine Ausbreitung verlangsamen.

Die wichtigsten Einflussfaktoren für den Verlauf einer Corona-Infektion sind Alter und Vorerkrankungen. Doch Studien weisen darauf hin, dass auch die Ernährung beim Verlauf einer Corona-Infektion eine Rolle spielt. So zeigte eine Studie, dass täglich konsumierte Hülsenfrüchte sowie Körner und Getreideprodukte einen deutlich mildernden Einfluss auf die Symptomschwere hatten. Nach einem Verzehr von Milch, Milchprodukte sowie Fetten und Ölen konnte dagegen kein signifikanter Einfluss nachgewiesen werden.

Einfluss verschiedener Lebensmittel auf den Verlauf einer Covid-19-Infektion (Tabellengrafik)

Im Folgenden zeigt die Tabelle zusammengefasst die Lebensmittelgruppen und ihren Einfluss laut Studie:

Kategorie Beispiel Einfluss auf Symptome
Hülsenfrüchte Bohnen, Linsen Mildernd
Körner/Getreide Brot, Reis, Müsli Mildernd
Milchprodukte/Fette Joghurt, Butter Kein signifikanter Einfluss
Früchte/Gemüse Trauben, Tomaten Teils mildernd

Die Studie zeigt, wie Ernährungsmanagement die Impfung dabei unterstützen kann, die Corona-Symptome möglichst gering zu halten. Außerdem liefert das Studienergebnis eine Basis für einen Ernährungsplan für diejenigen, die in engem Kontakt mit Covid-19-Patienten stehen.

Polyphenole und Schutzwirkung gegenüber Atemwegserkrankungen

So stecken etwa in roten Weintrauben, Äpfeln und Nüssen viele Antioxidantien wie beispielsweise Polyphenole, die einen positiven Effekt auf die Lunge entfalten: „Wir wissen, dass Früchte, die reich an Polyphenolen sind - wie zum Beispiel rote Weintrauben - krankheitsbedingte Entzündungsprozesse nicht nur in den Blutgefäßen, sondern auch in den Lungen abmildern können“, so Professor Dieter Köhler.

Die Wirkung von Polyphenolen aus dunkler Schokolade, aber auch aus grünem Tee und bestimmten Trauben, ist also besonders für Entzündungen relevant. Allerdings muss nun in weiteren Untersuchungen überprüft werden, inwiefern der Verzehr dieser Lebensmittel eine Schutzwirkung gegen das Coronavirus garantieren kann.

Wie man Covid-19 gezielt behandeln kann, beschäftigt Wissenschaftler weltweit. Neue Medikamente und Impfungen werden entwickelt, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Doch gibt es auch natürliche Wege, Corona zu behandeln und einem schweren Krankheitsverlauf vorzubeugen? Mit dieser Frage befassten sich Forscher um Yue Zuh und De-Yu Xie von der US-amerikanischen North Carolina State University. Sie prüften, welche Lebensmittel die Ausbreitung von Coronaviren verhindern oder verlangsamen können.

Die Rolle der Ernährung im Immunsystem bei Virusinfektionen (Schaubild)

Und tatsächlich zeigte sich in der Studie, dass eine Reihe von Nahrungsmitteln, darunter dunkle Schokolade, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 im Reagenzglas hemmen - jedoch ist die Übertragbarkeit auf den echten menschlichen Organismus bislang wissenschaftlich nicht sicher belegt.

Schokolade gegen Viren: Funktion im Organismus und Grenzen (Infografik)
Video: Schokolade, Polyphenole und das Immunsystem im Fokus der Forschung

tags: #Schokolade #Wirkung #Immunsystem #Corona #wissenschaftliche #Studien

Populäre Artikel: