Schokolade bei Krankheit: Gesund oder schädlich?

Schokolade ist eines der beliebtesten Genussmittel weltweit und gerade in Deutschland ein fester Bestandteil vieler Haushalte. Ob als Nervennahrung, Motivationsschub oder Trostspender - Schokolade ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Doch wie wirkt sie sich auf die Gesundheit aus, insbesondere während einer Krankheit? Viele Mythen und Meinungen ranken sich um das süße Lebensmittel. In dieser ausführlichen Analyse betrachten wir die Vor- und Nachteile, die Inhaltsstoffe, deren Wirkung auf Körper und Psyche sowie den Einfluss verschiedener Schokoladensorten auf die Gesundheit.

Historische Darstellung des Kakaokonsums in Zentralamerika

Die Geschichte des Kakaos - Ursprung und Entwicklung

Schon vor 3.500 Jahren haben die Menschen in Zentralamerika den Kakaobaum genutzt, aber erst mit den Maya um 600 n. Chr. wurde die Pflanze richtig kultiviert. Schokolade kannte man damals aber noch nicht, der Kakao wurde mit Wasser aufgeschlagen und getrunken. Mit den spanischen Seefahrern kam das Gewürz schließlich nach Europa, fand aber aufgrund des bitteren Geschmacks nur wenig Verbreitung. Erst als man es zusammen mit Zucker genoss, konnte es seinen Siegeszug durch Europa antreten.

Mittlerweile kommt der Großteil der Kakaobohnen nicht mehr aus Südamerika, sondern aus Afrika. Schokolade umfasst verschiedene verarbeitete Produkte, deren Hauptbestandteile aus der Kakaobohne stammen - vor allem Kakaobutter, Kakaomasse und Kakaopulver.

Schokoladensorten und ihre Unterschiede

  • Milchschokolade besteht aus Kakao, Kakaobutter, Zucker und Milch (oder Milcherzeugnissen).
  • Dunkle Schokolade (Bitterschokolade) enthält mehr Kakao als Vollmilchschokolade - und kein Milchpulver.
  • Weiße Schokolade enthält keine Kakaomasse und auch kein Kakaopulver, sondern nur Kakaobutter und Zucker.
  • Verschiedene Sorten wie Nougat-Schokolade, Schokolade mit Nüssen, Füllungen und Gewürzen sind ebenfalls beliebt.

Je nachdem, wie hoch der Anteil der Kakaobestandteile ist, lassen sich verschiedene Schokoladensorten unterscheiden. In Milchschokolade stecken mindestens 25 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, in Vollmilchschokolade 30 Prozent und bei Zartbitterschokolade sind es 50 Prozent. Bitterschokolade gilt als besonders gesund, weil sie mindestens 60 % Kakao enthält. Mittlerweile gibt es Schokoladen mit über 90 % Kakaoanteil.

Tabelle: Schokoladensorten und Kakaogehalt
Schokoladensorte Kakaogehalt Zuckeranteil
Weiße Schokolade 0% Sehr hoch
Milchschokolade 25-30% Hoch
Zartbitterschokolade 50-70% Mittel
Bitterschokolade 70-100% Niedrig

Die gesundheitlichen Vorteile von Schokolade

Kakao: Das Herzstück der Gesundheit

Im Kakao sind Flavonoide enthalten, also antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe. Je mehr Flavonoide in deinem Getränk enthalten sind, desto stärker wird der Blutdruck gesenkt. Antioxidantien im Kakao fangen freie Radikale ein, die deine Zellen angreifen, und machen sie unschädlich. Zudem enthält das Pulver viel Magnesium, Calcium und Eisen - das ist gut für deine Knochen und deine Blutkörperchen.

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Kakao wirkt gefäßschützend und minimiert das Risiko für Herzkrankheiten und Bluthochdruck. Studien zufolge können Flavonoide mit ihrer antioxidativen Wirkung die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Es gibt Hinweise, dass sie die Durchblutung stärken und das Absterben von Krebszellen begünstigen.

Dunkle Schokolade ist besonders reich an Antioxidantien. Antioxidantien neutralisieren die freien Radikale in unserem Körper, die die Zellen schädigen und oxidativen Stress verursachen. Oxidativer Stress lässt unseren Körper schneller altern und führt zum Ausbruch von Herzerkrankungen, Diabetes, Alzheimer usw.

Infografik: Wirkung von Flavonoiden auf den Körper

Schokolade und das Herz

In einer Studie kanadischer Wissenschaftler war die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, bei Menschen, die einmal am Tag Schokolade aßen, um 22 % geringer. Der Verzehr einer halben Tafel pro Woche kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Die Forscher des Moli-Sani-Projekts fanden heraus, dass durch den täglichen Verzehr von 6,7 Gramm Schokolade Entzündungen abgewehrt und Herzerkrankungen vorgebeugt werden kann. Der Großteil der Experten stimmt darin überein, dass chronische Entzündungen sich verheerend auf den menschlichen Körper auswirken und im Besonderen auf das Herz.

CRP (C-reaktive Protein) wird als Parameter für Entzündungen verwendet und kann über einen einfachen Bluttest nachgewiesen werden. Personen, die regelmäßig moderate Mengen an dunkler Schokolade verzehren, weisen einen wesentlich geringeren Wert an C-reaktiven Proteinen in ihrem Blut auf.

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Die besten Ergebnisse wurden bei täglichem Verzehr von 6,7 Gramm Schokolade erzielt - das entspricht einem kleinen Stück Schokolade zwei oder drei Mal pro Woche. Jeder Konsum, der über diese Menge hinausgeht, würde den positiven Effekt zerstören.

Wissenschaftliche Videoerklärung: Schokolade und Herzgesundheit

Weitere gesundheitliche Effekte

  • Kakao enthält Theobromin, das in Studien den Hustenreflex gesenkt hat - allerdings nur bei dunkler Schokolade.
  • Der Verzehr von Schokolade hilft auch, das Low-Density-Lipoprotein (LDL), das als schlechtes Cholesterin gilt, zu senken. Die Senkung des Cholesterinspiegels verbessert die Durchblutung.
  • Flavonole stimulieren das Endothel der Arterien zur Produktion von Stickstoffmonoxid. Stickstoffmonoxid hilft den Arterienmuskeln, sich zu entspannen und senkt den Druck auf das Herz.
  • Schokolade hat bekanntlich entzündungshemmende Eigenschaften, die Entzündungen und Reizungen im Körper lindern können.
  • Kakao liefert sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), die blutdrucksenkend und durchblutungsfördernd wirken.

Mentaler Gesundheitsaspekt: Stimmung und Motivation

Im Kakao sind Phenylethylamin, Serotonin und Endorphine enthalten. Letztere lösen Motivation und Euphorie aus, Serotonin wirkt antidepressiv und stimmungsaufhellend, Phenylethylamin macht dich wach und steigert die Konzentration. Das im Kakao enthaltene Theobromin ähnelt zudem Koffein, wirkt leicht anregend und hebt die Laune.

Schokolade interagiert mit den Hormonen Serotonin und Dopamin, die für die Stimmungsregulierung verantwortlich sind. Beim Verzehr von Schokolade wird außerdem Oxytocin freigesetzt, das dem im Körper vorhandenen Cortisol entgegenwirkt und den Stresspegel senkt.

Einige Fachleute sind der Überzeugung, dass bestimmte Kakaobestandteile die Durchblutung des Gehirns fördern und via Interaktion mit bestimmten Botenstoffen eine antidepressive Wirkung haben. Der Zucker aus der Schokolade senkt die Produktion von Stresshormonen im Körper und fördert die Umwandlung des Schokoladenbestandteils Tryptophan in das Glückshormon Serotonin.

Risiken und Nebenwirkungen: Wann ist Schokolade schädlich?

Zu hoher Konsum - Kalorien und Gewicht

Eine 100-g-Tafel Schokolade deckt bereits ein Viertel des täglichen Kalorienbedarfs von rund 2.000 Kilokalorien. Jede Woche eine zusätzliche 100-Gramm-Tafel führt zu einer Gewichtszunahme von ungefähr einem halben Kilogramm. Rein rechnerisch führt selbst ein einziges tägliches Stück Schokolade mit rund 40 Kalorien in einem Jahr bereits zu einer Gewichtszunahme von etwa 1,5 Kilogramm.

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Fett und Zucker sorgen nach kürzester Zeit dafür, dass die Hosen kneifen. Zu viel ist ungesund. Ein übermäßiger Schokoladenkonsum kann außerdem eine weitere Gefahr bergen: die Zahnfleischentzündung (Paradontitis).

Risiko für bestimmte Krankheiten

  • Milch- und weiße Schokolade haben einen deutlich höheren Zuckeranteil und können das Entzündungsrisiko erhöhen.
  • Der Zucker lässt deinen Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und ebenso schnell wieder abfallen. Dieser „Zuckerkick“ kann bei einigen Menschen Kopfschmerzen auslösen.
  • Für Diabetiker kann der hohe Zuckergehalt ein Risiko darstellen.
  • Zu viel Zucker fördert Karies, Pickel und unreine Haut (Akne).
  • Weiße Schokolade enthält keine Kakaomasse und damit keine gesundheitsfördernden Flavonoide.
  • Viele Hersteller sparen bei der Qualität und ersetzen die teure Kakaobutter durch billiges Butterreinfett, wodurch der Nährwert verringert werden kann.

Anmerkungen zur Migräne und Nierensteinen

Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben, darunter auch den Schokoladenkonsum. Dunkle Bitterschokolade hingegen senkt dank der Flavonoide den Bluthochdruck, der für Kopfschmerzen verantwortlich ist. Allerdings ist der Effekt gering und die Ursachen deiner Kopfschmerzen kann Schokolade nicht bekämpfen.

Es gibt Hinweise, dass zu viel Schokolade Migräne und Nierensteine begünstigen kann - dies sollte besonders bei bestehender Krankheit beachtet werden.

Wie viel Schokolade ist die richtige Menge?

Fachleute raten von Schokolade als Genussmittel nicht generell ab (wobei Bitterschokolade eher zu empfehlen ist). Expertinnen und Experten empfehlen, keinesfalls mehr als 25 Gramm des Lebensmittels pro Tag - das entspricht etwa zwei Riegeln - und möglichst dunkle Schokolade zu genießen. Die besten Ergebnisse wurden bei täglichem Verzehr von 6,7 Gramm Schokolade erzielt.

Dunkle Schokolade sollte hohe Kakaogehalte aufweisen (mindestens 60 - 70 %, gerne auch mehr), mit geringen Mengen eines akzeptablen Süssungsmittels gesüsst sein und mit besten Fetten zubereitet sein. Handgemachte Schokolade oder Bio- und Fairtrade-Schokolade sind besonders empfehlenswert, da sie umweltverträglich produziert werden und wenig Zusatzstoffe enthalten.

Empfohlene Portionsgröße bei Schokolade

Tipps für den gesunden Schokoladengenuss

  • Eine gute Schokolade sollte so wenig Zutaten wie möglich beinhalten. Zucker sollte nicht an erster Stelle in der Zutatenliste stehen.
  • Gute Schokolade enthält zudem echte Kakaobutter und möglichst keinen synthetischen Vanillin.
  • Achte auf Schokolade mit Edelkakao, möglichst aus Bio- oder Fairtrade-Qualität.
  • Kaufe Schokolade mit hohem Kakaoanteil (mindestens 60-70%).
  • Alternativen wie selbst gemachte Trinkschokolade aus Kakao und Mandelmilch können gesund sein.
  • Lagere Schokolade kühl (circa 12 bis 18 Grad), trocken, dunkel und ohne Fremdgerüche in der Nähe. Schokolade nicht im Kühlschrank aufbewahren - sie beginnt sonst zu bröckeln und verliert ihren Glanz.

Schokolade bei Krankheit: Wann und wie sie helfen kann

Dunkle Schokolade hat den größten gesundheitlichen Nutzen, hilft sie doch gegen Husten und temporär gegen Kopfschmerzen. Schokolade hat auch eine positive Wirkung auf die Psyche, weil das Serotonin in der Schokolade antidepressiv wirkt. Der Verzehr von dunkler Schokolade kann sich positiv auf Ihr Herz auswirken.

Schokolade kann mehr als nur süß sein - Kakao ist gesund, und je mehr Kakao die Schokolade enthält, desto „gesünder“ ist sie. Der regelmäßige Konsum von dunkler Schokolade kann die kognitive Leistung fördern. In einer Studie mit jungen Erwachsenen zeigte sich, dass der 30-tägige Verzehr von dunkler Schokolade die Plasmaspiegel von Theobromin und Nervenwachstumsfaktoren (NGF) signifikant erhöhte.

Trotzdem sollte Schokolade nie als Alternative zur Medizin angesehen werden! Sie bleibt ein Genussmittel, das sparsam genossen werden sollte.

Psychische Wirkung von Schokolade bei Krankheit

Mythen und Fakten rund um Schokolade

Mythos Tatsache
Schokolade macht süchtig. Schokolade enthält Serotonin und Dopamin, die Annahme einer stimmungsaufhellenden Wirkung liegt nahe, aber sie macht nicht abhängig.
Schokolade verursacht Akne. Zuckerreiche Ernährung kann Akne fördern. Die Antioxidantien aus dem Kakao wirken jedoch entzündungshemmend.
Schokolade enthält viel Koffein. Eine handelsübliche 40g Tafel Schokolade enthält maximal 6 mg Koffein.
Schokolade ist eine Ballaststoffquelle. Schokolade hat einen hohen Nährwert, da sie Ballaststoffe, Eisen, Zink und Magnesium enthält.

Schokolade und Nachhaltigkeit

Fairtrade-Schokolade soll die Ausbeutung sowohl von Mensch und Natur verhindern. Sie steht für bessere soziale Bedingungen und eine nachhaltige Produktion auf Kakaoplantagen. Die bekanntesten Fairtrade-Siegel sichern den Bauern Mindestpreise zu und schützen sie so vor Preiseinbrüchen.

Nachhaltiger Genuss ist auch für die Gesundheit relevant: Bio-Schokolade und Schokolade ohne Palmöl oder -fett setzen Standards für Umweltschutz und Qualität.

Fairtrade und nachhaltige Schokoladenproduktion

Fazit: Schokolade in Maßen - Gesundheit und Genuss

Schokolade hat viele Vorteile, vor allem wenn sie dunkel und mit hohem Kakaoanteil gewählt wird. Ihre antioxidativen, entzündungshemmenden und antidepressiven Eigenschaften sind wissenschaftlich belegt. Risiken bestehen bei zu hohem Konsum und Sorten mit viel Zucker und Fett. Der moderate Genuss, besonders dunkler Schokolade, kann die Gesundheit fördern und ist der Schlüssel für eine ausgewogene Ernährung und Lebensfreude - gerade auch in schwierigen Zeiten.

Wie man gesunde Schokolade selbst herstellt

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