Schokoladenwein (Akebia quinata): Anbau, Pflege und alles Wissenswerte

Der Schokoladenwein, botanisch Akebia quinata, auch Akebie oder Klettergurke genannt, ist hierzulande noch viel zu selten gepflanzt. Diese faszinierende Kletterpflanze verdankt ihren Namen dem bezaubernden Duft ihrer Blüten, der an Vanille und Schokolade erinnert. Sie ist eine Rarität und ein Hingucker für jeden Garten. Die Fingerblättrige Akebie (Akebia quinata) ist als Zierpflanze in Europa erhältlich. Die Früchte ähneln in ihrer Form einer Gurke, wodurch sie den Namen Klettergurke erhielt.

Herkunft und Eigenschaften

Die Akebie stammt aus den Bergwäldern Ostasiens und ist in China und Japan verbreitet. Sie gehört zur Familie der Fingerfruchtgewächse (Lardizabalaceae). Dort wächst die tropische Pflanze wild. Die Triebe dieser Kletterpflanze schlingen sich etwa 6 m in die Höhe. Die Pflanze ist eine tropische, verholzende und üppige Kletterpflanze. Sie ist wärmebedürftig, kommt aber auch in unseren Breiten zurecht. Die Akebie bezaubert durch ihr meist dunkelgrünes Blattkleid, das nur in besonders kalten Wintern abfällt, und herrlich duftenden Blüten. Die Blätter sind dekorativ und haften in milden Wintern lange an der Pflanze.

Wuchs und Aussehen

Die Akebie ist eine tropische, verholzende und üppige Kletterpflanze, die lange wächst, gut aussieht und angenehm duftet. Mit einer Kletterhilfe wird Akebia quinata bis zu zwölf Meter hoch. Ältere Pflanzen wachsen schon mal 5-10 Meter pro Jahr. Die Triebe sind schlank und die Blätter handförmig geteilt. Die aparten Laubblätter der Fingerblättrigen Klettergurke / Schokoladenwein erinnern an Hände. Sie sind fünfteilig und eiförmig. Die Pflanze treibt an den Schnittstellen wieder aus und ist so auch im unteren Teil immer schön grün.

Blüte und Frucht

Im April bis in den Mai läuft die Klettergurke zur Höchstform auf. Dann zeigt sie sich mit wunderschön geformten violettbraunen (weiblichen) Blüten. Die männliche Blüte ist kleiner und roséfarbig. Sie verströmen einen würzigen, süßen Duft nach Vanille, der ihr die Bezeichnung "Schokoladenwein" eingebracht hat. Die hübschen, dunklen Blüten des Schokoladenweins duften leicht süßlich und appetitlich nach Kakao. Die Blüten sind bei Bienen sehr beliebt.

Aus den Blüten der Akebia quinata entwickeln sich im Sommer essbare, gurkenförmige Früchte, die zwischen September bis Oktober reifen. Sie gelten in Asien als Delikatesse. Die 10 bis 15 cm langen Früchte sind essbar und schmecken leicht süßlich. Sie sollen - wie Rinde und Wurzel auch - über eine heilende und entzündungshemmende Wirkung verfügen. Damit sie ausreifen, benötigen sie allerdings ein warmes (Weinbau-)Klima. Wenn die Früchte aufplatzen und sich lila verfärben, sind sie reif. Das Fruchtfleisch schmeckt angenehm süß. Ähnlich einer Mischung aus Banane und Birne. Auch die Konsistenz erinnert an die der Banane. Es kann auch durch ein Sieb gequetscht und in Joghurt gemischt werden. Beißen und kauen Sie aber nicht die Kerne.

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Standort und Boden

Der Schokoladenwein liebt halbschattige bis sonnige Plätze. Der Gartenfreund pflanzt sie bevorzugt an einen sonnigen und windgeschützten Standort. Der Schokoladenwein gedeiht auf sonnigen bis halbschattigen, warmen, windgeschützten Plätzen. Als Pflanzerde ist Einheitserde mit etwas Tonanteil beziehungsweise Lehm ausreichend - an den Boden werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Ideal ist ein tiefgründiger und humoser und nährstoffreicher Boden. Der ideale Boden ist locker und sandig-humos mit guter Wasserversorgung.

Pflanzung und Kletterhilfe

Die Pflanze lässt sich hervorragend an ein Spalier, eine Pergola oder in einen Topf mit Kletterhilfe pflanzen. Die Pflanze benötigt ein Klettergerüst. Dafür bieten sich Pergolen, Gitter oder Seile an. Sie windet sich dabei rechts herum nach oben oder dem Licht entgegen. Soll die Kletterpflanze in eine andere Richtung wachsen, müssen Sie sie anbinden. Die Kletterpflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz in tiefgründiger Erde. Geben Sie der Pflanze anfangs lediglich die Richtung vor, danach erklimmt sie ihren Weg von ganz alleine.

Gepflanzt wird die Akebie am Besten im Frühjahr, um ein Anwachsen bis zum ersten Winter zu gewährleisten. Sollten Sie die Akebie als Fassadenbegrünung nutzen wollen, sollten Sie das Pflanzloch etwa einen halben Meter von der Mauer entfernt ausheben, um den Wurzeln genügend Platz zu geben. Da Akebien unterirdische Triebe zur Vermehrung, sogenannte Rhizome, bilden, empfehlen wir eine Rhizomsperre. Hierfür können Sie bei einem Eimer oder Kunststofftopf mit einem Durchmesser von etwa einem Meter den Boden entfernen und den Ring in das ebenso große Pflanzloch legen. Der obere Rand des Rings sollte knapp oberhalb der Erdoberfläche bleiben. Für eine bessere Entwicklung des Schokoladenweins empfehlen wir das Pflanzloch mit einer Mischung aus der Erde des Standortes und einer torffreien Blumenerde, wie unserer Plantura Bio-Blumenerde zu füllen. Die Pflanze können Sie nun mittig in das Loch pflanzen, gut andrücken und reichlich angießen. Vor allem in den nächsten drei Wochen sollten Sie auf eine gute Wasserversorgung achten.

Pflege

Der Schokoladenwein / Akebie ist anspruchslos und unkompliziert. Die Akebie benötigt für Ihr starkes Wachstum eine regelmäßige Wasserversorgung. Wichtig ist für die Kletterpflanze ein ausreichend großes Klettergerüst, das nicht nur nach oben, sondern auch zur Seite reichen sollte. In den ersten drei Wochen nach der Pflanzung und dem drauf folgenden Sommer sollte auf eine gute Wasserversorgung geachtet werden, da die Pflanze noch keine tiefen Wurzeln hat. In den darauffolgenden Jahren sollte die Pflanze ohne zusätzliches Wässern auskommen. Um die Blütenbildung zu fördern empfehlen wir die Akebie mit einem biologischen Dünger vor allem mit ausreichend Kalium zu versorgen. Hierfür eignet sich unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger. Dieser kräftigt und vitalisiert die Pflanze mit allen wertvollen Nährstoffen.

Damit die Klettergurke nicht austrocknet und die Feuchtigkeit bei längeren Trockenperioden nicht verdunstet, schützt der Gärtner den Bereich der Wurzeln mit Rindenmulch oder Laub.

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Mit der Zeit verholzen die Triebe der Akebia quinata. Um die Pflanze zum Neuaustrieb anzuregen, kürzt der Gärtner die Triebe alle drei bis vier Jahre ein. Die Pflanze wird alle 2-3 Jahre ausgelichtet. Wenn sie von unten verkahlt, kann man sie nach der Blüte kräftig zurückschneiden. Vermeiden Sie alle Triebe gleichzeitig stark ein zu kürzen, um die Pflanze nicht zu sehr zu schwächen. Unerwünschte Triebe können direkt nach der Blüte entfernt werden.

Vermehrung

Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat und die Samen können Sie einfach auf feuchtem Anzuchtsubstrat verteilen, dünn bedecken und bei 20°-24°C keimen lassen. Die Akebie lässt sich durch Aussaat der etwa fünf Millimeter großen Samen oder durch Ableger vermehren. Aufgrund der sehr langsamen Entwicklung der Sämlinge empfehlen wir die Vermehrung über Ableger. Diese Ableger bilden sich häufig von alleine. Sobald ein Trieb auf dem Boden aufliegt, beginnt dieser an der Kontaktstelle Wurzeln zu ziehen. Dies kann auch gezielt erfolgen, indem Sie einen Trieb mit einem Stein auf den Boden biegen und beschweren. Sie können immer wieder nachschauen, ob der Trieb der Klettergurke bereits festgewachsen ist und somit Wurzeln gezogen hat. Ist dies der Fall, können Sie den Trieb zur Mutterpflanze kappen.

Winterhärte

Der Schokoladenwein ist unkompliziert und winterhart. Auch wenn diese Pflanze aus den Tropen kommt, übersteht sie unsere Winter ohne Schwierigkeiten. In unseren Breiten ist sie in der Regel gut winterhart. In rauen Lagen oder bei jungen Pflanzen empfiehlt sich jedoch ein Winterschutz.

Verwendung

Die dekorative Grünpflanze benötigt keinen speziellen Boden. Die Pflanze kann an Stellen, wo sie sich wohl fühlt, sich auch vermehren. Die Früchte des Schokoladenweins sind nicht giftig, sondern essbar und gelten in Asien als Delikatesse. Auch die Blätter des Schokoladenweins sind ungiftig und werden sogar in einigen Regionen Asiens als Tee verwendet. Aus den Blättern der Pflanze lässt sich auch ein Tee zubereiten. Dafür frische oder getrocknete Blätter verwenden. Die Blätter zerkleinern und ein bis zwei Teelöffel mit heißem Wasser aufbrühen.

Mögliche Probleme

Die Pflanze gilt als "potentiell invasiv", hat also das Potential, sich ungehindert auszubreiten und andere Arten zu verdrängen. Das soll schon im Vorfeld verhindert werden. In Nordamerika ist dokumentiert, dass sie dort in Wäldern bereits dichte Bestände aufweist und andere Arten verdrängt.

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Der Schokoladenwein ist eine verholzende Kletterpflanze, die zum Verkahlen im unteren Bereich neigt. Um dies zu verhindern, können einzelne Triebe kräftig zurückgeschnitten werden.

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