Schoko-Orangen: Informationen zu Herkunft, Eigenschaften und Verwendung

Schon einmal etwas von der Schoko-Orange gehört? Wahrscheinlich noch nicht, denn diese Sorte findet man beim Obsthändler um die Ecke oder im Supermarkt sehr selten (und wenn, dann eher unter der Bezeichnung Schoko-Navel). Nicht zu verwechseln ist die Schoko-Orange auch mit einer Orangen-Schokolade, damit hat sie nämlich überhaupt nichts zu tun. Die Schoko-Orange kommt aus Spanien und wie so viele Orangensorten wurde sie ganz zufällig im Jahr 2006 in Picassent, einer Gemeinde in der Comarca Horta Sud in Valencia, entdeckt.

Herkunft und Entdeckung

Es handelt sich hierbei um eine Navel-Orange, die vor rund 10 Jahren die Aufmerksamkeit erregte, da ihre Schale ganz braun war. Aus den wenigen Informationen, die wir finden konnten, wurden diese Orangen mit brauner Schale vor etwa 13 Jahren in den Obstgärten von Valencia eingeführt. Durch den Anstieg der Produktion und zur Steigerung der Attraktivität dieser Orange folgte aber dann die Umbenennung in „Navel Chocolate Orange“ bzw. Der Name dieser Orange kommt aus der besonderen Farbe der Schale. Früher sollte die Orange auch unter den Namen „Black Navel“ bzw. „Negra Navel“ bekannt gewesen sein. Sie wurde einst angebaut, geriet allerdings dann in Vergessenheit. Nach der Analyse der Früchte und nach der Veredelung der Sorte entstand die Schoko-Orange, die auch unter dem Begriff „Navel Schoko“ (im englischen auch „Navel Chocolate“ oder „Chocolate Naval Oranges“) heute bekannt ist.

Das in den Niederlande ansässige Unternehmen Wilkofruit soll das erste Unternehmen gewesen sein, dass die Navel-Schokoladen-Orange exportiert hat.

Aussehen und botanische Merkmale

Der braune Farbton der Orangen entsteht durch eine Mutation, bei der grüne Pigmente während der Reifung der Frucht in der Schale verbleiben und sich schließlich mit orangenen Pigmenten vermischen, um braun zu werden. Tatsächlich ist sie aber nicht durchgängig braun, sondern je nach Orange eine Mischung zwischen grün-braun bis orange. Sie ist eine mittelgroße bis große Sorte mit einer runden bis ovalen Form. Sie hat den charakteristischen „Nabel“ bzw. ein kreisförmiges Loch am Ende des Blütenstiels, der die Navel-Orangen auszeichnet. Diese kleine Öffnung entsteht durch eine genetische Mutation innerhalb der Sorte, die eine zweite Orange, die so genannte Zwillingsfrucht, in der Orange wachsen lässt.

Schoko-Orange mit brauner Schale aufgeschnitten

Geschmack, Saftgehalt und Nährwerte

Nun stellt sich natürlich noch die Frage, ob die Schoko-Orange mit ihrer braunen Haut nicht nur aussieht wie Schokolade, sondern auch so schmeckt. Hier muss man ganz klar sagen, dass dies nicht der Fall ist. Wie denn auch? Allerdings ist die Schoko-Orange deutlich süßer als normale Orangen und auch weniger sauer. So erreicht der Zuckergehalt einen Brixwert von bis zu 12. Sie gilt damit zu einer der süßesten Navel-Sorten überhaupt. Die Schoko-Orange kann ideal pur jederzeit gegessen werden. Die Schale selbst ist dünn und leicht zu schälen. Bei letzterem verströmt sie eine fruchtige bis blumige Note.

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Saison und Verfügbarkeit

Die Saison der Schoko-Orangen ist von Dezember bis Januar. Die Ernte beginnt im Dezember, wenn die braune Farbe der Orangen ausreichend entwickelt ist, und dauert bis Mitte Januar. Im Dezember 2021 sollen gerade einmal drei Orangenzüchter diese Navel Schoko-Orange angebaut haben. Inzwischen dürften es zwar ein paar mehr sein, der Preis dieser besonderen Orange liegt aber immer noch deutlich höher im Vergleich zu den Standard-Orangen (zeitweise der doppelte Kilopreis).

Verwendung in Küche und Konfitüren

Wir stellen Ihnen ein sehr einfaches Rezept vor, und zwar mit Schokoladen-Navel-Orangen-Marmelade und reinem Kakao. Sie können es mit jeder Art von Orangenmarmelade zubereiten und mit reinem Kakao oder Schokolade mischen. Kurzum, die Navel-Schokolade ist eine ausgezeichnete Tafelorange, sie enthält viel Saft und eignet sich hervorragend für die Zubereitung von Orangen- und Schokoladendesserts.

Die Schoko-Orange kann ideal pur jederzeit gegessen werden. Die Schale selbst ist dünn und leicht zu schälen. Bei letzterem verströmt sie eine fruchtige bis blumige Note.

Rezept: Chocolate-Orange Mousse (ohne Eier und Butter)

Auch als Mousse sehr lecker. Unser Rezept geht noch weiter und verarbeitet sie zu einer unwiderstehlichen und sehr leicht herzustellenden Mousse. Wir brauchen für vier kleine oder zwei große Portionen (wobei wir zu kleinen Portionen raten würden, denn das Ganze ist ziemlich sättigend): eine Terry´s Chocolate Orange und eventuell eine zweite für die Deko, 250 Milliliter flüssige Schlagsahne, eine Tafel gute Zartbitterschokolade (100 Gramm).

  1. Zuerst erhitzen wir die Sahne in einem Topf; sie darf aber nicht kochen.
  2. Die Schoko-Orange wird in ihre Segmente zerteilt, die Zartbitterschokolade in kleine Stücke gebrochen.
  3. Beides in der heißen Sahne ganz, ganz langsam schmelzen lassen. Ist alles flüssig, behutsam umrühren. Ein Zuviel kann dazu führen, dass die Masse später etwas körnig wird, was aber auch kein Drama ist.
  4. Die Mischung abkühlen lassen und dann für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen.
  5. Vorm Servieren die Masse in einen Rührbecher umfüllen und mit den Quirlen des Handrührers aufschlagen, bis sie die richtige Mousse-Konsistenz hat.
  6. In Gläser oder Schälchen füllen. Wer will, krönt die Mousse mit etwas Crème fraîche oder ungesüßter geschlagener Sahne, die mit Orangenlikör (Cointreau oder Grand Marnier) verfeinert wird. Ansonsten einfach mit Kakao bestäuben, nach Belieben mit Segmenten der zweiten Chocolate Orange oder etwas abgeriebener Schale einer Bio-Orange dekorieren.

Diese Mousse kommt ohne Eier und Butter aus und lässt sich wirklich im Handumdrehen zubereiten. Nur die Kühlzeit ist zu berücksichtigen. Natürliche Kombinationen: Schokolade und Orange sind schließlich „a match made in heaven“, einfach ein Traumpaar! Natürlich schmeckt diese Spezialität einfach so aus der Hand. Aber sie eignet sich dank ihrer besonderen Form auch sehr gut als Deko-Element für Torten und Cupcakes, um nur zwei Beispiele zu nennen.

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Gläser mit Chocolate-Orange Mousse dekoriert

Vergleich zu anderen Orangen und Sortengeschichte

Es gibt mehr als 400 verschiedene Orangensorten. Diese können sich in puncto Farbe, Form, Größe, Geschmack, Saft- und Kerngehalt wesentlich voneinander unterscheiden. Blondorangen bzw. Blondorangen haben eine helle Farbe und werden aufgrund ihrer Form auch als Rundorangen bezeichnet. Sie bilden die wichtigste Gruppe, denn sie machen rund zwei Drittel der gesamten Apfelsinenproduktion aus. Zu den bekanntesten gehört die Sorte Valencia, die hauptsächlich im Mittelmeerraum, Südafrika und in den USA angebaut wird. Navelorangen stammen ursprünglich aus Brasilien, sie werden auch als Nabelorangen bezeichnet. Man erkennt sie daran, dass am Blütenpol eine winzige Mini-Frucht, eine sogenannte Tochterfrucht, gebildet wird.

Zu den wichtigsten Sorten zählen z. B. Blutorangen haben ihren Namen erhalten, da ihr Fruchtfleisch und zuweilen ihre Schale aufgrund der enthaltenen Anthocyane (Farbstoffe) blutrot sind. Blutorangen gedeihen besonders in trockenen Gebieten gut und lieben Nachtfröste. Sie werden vor allem in Italien und Spanien angebaut. Zu den bekanntesten Vertretern gehören die Moro-Apfelsinen, die auf den Hängen des Ätnas gedeihen, und die Tarocco.

Lagerung und Haltbarkeit

Was die Lagerung anbelangt, haben Lebensmittel unterschiedlichste Bedürfnisse. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 0 und 9 °C. Dann bleiben die Früchte bis zu 5 Monate frisch. Im privaten Ambiente fühlen sich Orangen in kühlen Vorratskellern am wohlsten. Bei Zimmertemperatur leiden Orangen nach einigen Tagen, weshalb sie in Kürze aufgebraucht werden sollten. Wenn Sie die Früchte großflächig nebeneinander legen, werden Druckstellen vermieden und die Schimmelgefahr wird gesenkt. Lagern Sie die Apfelsinen getrennt von anderem Obst und Gemüse wie Äpfeln, Aprikosen und Tomaten. Wer zu viele Orangen eingekauft hat, kann diese einfrieren. Navelorangen eignen sich hierfür am schlechtesten. Denn sie enthalten mehr von dem sekundären Pflanzenstoff Limonin, der bitter schmeckt.

Weitere Verarbeitungsmöglichkeiten

Sie können Orangen in Scheiben, im Ganzen oder auch die Orangenfilets sowie die Schale und den Saft einfrieren. Auftauen sollten Sie die Früchte bzw. den Saft langsam im Kühlschrank. Abgesehen vom Einfrieren gibt es viele weitere Möglichkeiten, um Apfelsinen zu konservieren. So können Sie die Früchte wunderbar trocknen. Schneiden Sie die ungeschälten Apfelsinen quer in etwa 2 bis 5 mm dicke Scheiben. Legen Sie die Scheiben in ein Sieb oder auf ein Abtropfgitter, damit so viel Saft wie möglich abfließen kann. Nun legen Sie die Scheiben auf Küchenpapier und decken sie mit einer weiteren Schicht Küchenpapier zu. Je mehr Feuchtigkeit in den Früchten verbleibt, desto länger brauchen sie, um zu trocknen, was die Gefahr des Verderbens erhöht. Nun können Sie sich für eine von verschiedenen Methoden entscheiden, um die Apfelsinenscheiben zu trocknen. Zur Auswahl stehen u. a. Legen Sie ein Gitterrost mit Backpapier aus und geben Sie die Fruchtscheiben darauf. Bei Umluft und einer Temperatur zwischen 70 und 100 °C sind sie nach etwa 3 Stunden fertig getrocknet. Füllen Sie das Trockenobst in ein gut verschließbares Glasgefäß und kontrollieren Sie es in den kommenden Tagen täglich. Insbesondere in der Weihnachtszeit sind kandierte Früchte sehr begehrt. Es können sowohl Apfelsinenscheiben als auch die Schale kandiert werden.

Duft, ätherisches Öl und Aromatherapie

Wer kennt nicht den Duft, den Apfelsinen versprühen, wenn sie aufgeschnitten oder geschält werden? Das betörende Zitrusaroma entspringt dabei nicht dem Fruchtfleisch, sondern der Apfelsinenschale. Und zwar sowohl in der äußersten, bei uns meist orange gefärbten Schicht der Schale (Exokarp) sowie im Mesokarp (weißer Anteil der Schale). Vordergründig handelt es sich hierbei um Terpene - zwischen 74 bis 97 Prozent um Limonen - und weitere Stoffe wie Flavonoide. Bei der Dufttherapie ist lediglich ein Verdampfer bzw. eine Duftlampe vonnöten. Wichtig ist beim Kauf, dass es sich um "100 % reines ätherisches Öl" in Bio-Qualität handelt. Ätherisches Orangenöl wird u. a. verwendet.

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Im Jahr 2013 hat eine Studie mit 30 Kindern gezeigt, dass eine Aromatherapie mit Orangenöl nachweislich die Angst vor dem Zahnarzt lindert. Die Studie ergab, dass Orangenöl die Ängste signifikant linderte. Das ätherische Öl der Apfelsine kann auch die Geburt erleichtern. Im Jahr 2015 hat eine Studie an der North Khorasan University of Medical Sciences mit 100 schwangeren Frauen gezeigt, dass sich ätherisches Orangenöl hier stresslindernd und ängsteabbauend auswirkt. Überdies hat eine im Jahr 2019 durchgeführte Studie mit 90 Probanden ergeben, dass eine Aromatherapie mit dem Öl der Müdigkeit bei Dialysepatienten entgegenwirkt.

Video über Schoko-Orange: Anbau und Verarbeitung

Praktische Hinweise und Fazit zu Nutzungsmöglichkeiten

Die Schoko-Orange kann ideal pur jederzeit gegessen werden. Kurzum, die Navel-Schokolade ist eine ausgezeichnete Tafelorange, sie enthält viel Saft und eignet sich hervorragend für die Zubereitung von Orangen- und Schokoladendesserts. Sie eignet sich dank ihrer besonderen Form auch sehr gut als Deko-Element für Torten und Cupcakes. Bei der Lagerung ist die Kühlkette wichtig und die Saison ist kurz, daher ist die Verfügbarkeit begrenzt und der Preis in der Regel höher als bei Standard-Orangen.

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