Die Herstellung von Schokoladen-Nikoläusen: Eine süße Tradition
Schokoladen-Nikoläuse sind ein fester Bestandteil der Adventszeit und des Weihnachtsfestes in vielen Ländern der Welt. Sie erfreuen Groß und Klein und sind ein beliebtes Geschenk. Doch wie werden diese süßen Figuren eigentlich hergestellt? Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte, die Produktion und die Besonderheiten der Schokoladen-Nikolaus-Herstellung.
Geschichte des Schokoladen-Nikolaus
Die Tradition, Schokoladenfiguren zur Weihnachtszeit herzustellen, reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Um das Jahr 1820 sollen die ersten Konditoren begonnen haben, Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade zu formen und zu verkaufen. Diese ersten Exemplare waren im Gegensatz zu den heutigen Hohlfiguren noch aus massiver Schokolade gefertigt und stellten eine künstlerische Herausforderung dar.
Einige Jahrzehnte später entwickelten Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren. Der Durchbruch zum Massenphänomen gelang jedoch erst mit der industriellen Fertigung in größeren Mengen ab den 1950er Jahren. Neue Verfahren ermöglichten es, die Schokolade in verschließbare Formen zu gießen und so die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner herzustellen. Diese Figuren waren nicht hohl und zeigten ihre Struktur, wie den langen Bart, nur auf einer Seite, während die andere Seite flach war.
Aufbauend darauf und unter Nutzung einer Erfindung aus Dänemark begann die Herstellung von Hohlfiguren. Dabei wird flüssige Schokolade in eine Form gegossen, die dann geschleudert wird, sodass sich die Schokolade gleichmäßig an der Innenseite verteilt. So entstehen die detailreichen kleinen Kunstwerke. Dieses Verfahren wird auch bei der Herstellung von Osterhasen angewendet, wobei aber immer frische Kakaobohnen verwendet werden.
Die industrielle Produktion von Schokoladen-Nikoläusen
Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2023 rund 167 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner hergestellt, von denen 62 Millionen exportiert wurden. Die Produktion der Schokoladen-Weihnachtsmänner beginnt bereits im Mai, um den Bedarf der Händler rechtzeitig zur Adventszeit decken zu können. Die Produktionsmenge wird dabei an die Bestellungen der Händler angepasst, um einen Überschuss zu vermeiden.
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Der Herstellungsprozess eines Schokoladen-Weihnachtsmanns dauert etwa 24 Stunden. Dabei wird die Schokolade hergestellt, in Formen gegossen und schließlich verpackt. Moderne Produktionsanlagen ermöglichen eine effiziente und schnelle Fertigung in großen Stückzahlen.
Die Rolle von Kakao und Fair Trade
Ein wichtiger Aspekt bei der Herstellung von Schokoladen-Nikoläusen ist die Qualität der verwendeten Kakaobohnen. Viele Hersteller legen Wert auf die Verwendung von fair gehandeltem Kakao, um sicherzustellen, dass die Kakaobauern für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden und unter guten Bedingungen arbeiten können.
Das Bonifatiuswerk kooperiert beispielsweise mit dem Schokoladenhersteller Riegelein bei der Produktion von Schokoladen-Nikoläusen, wobei ausschließlich fair gehandelter Kakao verwendet wird. Peter Riegelein betont, dass das Festhalten an traditionellen Werten und Figuren sowie die Verwendung von besten Zutaten und fair gehandeltem Kakao ein großes Herzensanliegen des Familienunternehmens ist.
Die Herstellung von Schokoladen-Nikoläusen in Handarbeit
Neben der industriellen Produktion gibt es auch Konditoreien und Schokoladenmanufakturen, die Schokoladen-Nikoläuse in Handarbeit herstellen. Diese kleinen Betriebe legen besonderen Wert auf die Qualität der Zutaten und die Liebe zum Detail.
Dirk Hermes, ein ehemaliger Obermeister der Konditoreninnung, stellt beispielsweise jedes Jahr für Freunde und Bekannte Weihnachtsmänner aus eigener Produktion her. Dabei verwendet er bis zu 40 Jahre alte Plexiglas-Förmchen und schmilzt Vollmilch-Kuvertüre langsam im Topf. Zunächst werden die Bärte und Pelzkragen des Mantels mit weißer Schokolade in den Formen ausgemalt, bevor die Formen mit der Vollmilchschokolade gefüllt werden. Nach mehreren Stunden im Kühlschrank sind die Schokoladen-Nikoläuse fertig.
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Auch die Bean-to-Bar Schokoladenmanufaktur Pott au Chocolat in Dortmund stellt Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner in Handarbeit her. Dabei werden die besten Kakaobohnen ausgewählt und zu feiner Schokolade verarbeitet, die anschließend in Formen zu filigranen Hohlfiguren gegossen wird. Jede Figur wird danach einzeln in eine liebevoll gestaltete Geschenkverpackung verpackt.
Nikolaus oder Weihnachtsmann?
Oft werden die Figuren des Nikolaus und des Weihnachtsmanns synonym verwendet. Es gibt jedoch feine Unterschiede. Der Nikolaus, oft als Bischof mit Mitra und Stab dargestellt, geht auf den historischen Bischof Nikolaus von Myra zurück, der im 4. Jahrhundert lebte und für seine Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft bekannt war. Der Weihnachtsmann hingegen hat seinen Ursprung in der Folklore und wurde im 19. Jahrhundert stark von der Figur des „Santa Claus“ geprägt.
In Deutschland ist es traditionell der Nikolaus, der am 6. Dezember die Stiefel der Kinder mit kleinen Geschenken und Süßigkeiten füllt, während der Weihnachtsmann am Heiligabend die großen Geschenke bringt. Durch die zunehmende Verbreitung des Weihnachtsmanns werden die beiden Figuren jedoch oft miteinander vermischt.
Die Verpackung und Lagerung von Schokoladen-Nikoläusen
Die Verpackung spielt eine wichtige Rolle bei der Präsentation von Schokoladen-Nikoläusen. Sie schützt die Figuren vor äußeren Einflüssen und sorgt für eine ansprechende Optik. Seit Jahrzehnten werden Schokoladenfiguren in Aluminiumfolie verpackt. Mittlerweile gibt es sogar reißfeste Folien, die auch bei kantigen Figuren nicht reißen.
Um den vollen Geschmack der Schokoladen-Nikoläuse zu erhalten, ist die richtige Lagerung wichtig. Schokolade sollte immer kühl und trocken gelagert werden, am besten bei einer Temperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius.
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