Schoko-Hohlkugeln selber machen: Detaillierte Anleitung zum Gießen, Füllen und Dekorieren
Als Geschenk oder zum selber naschen, Pralinen gehen immer. Pralinen selber machen ist gar nicht so schwer, mal davon abgesehen dass das Naschen schon eine helle Freude ist. Selbst gemachte Pralinen verschenken sich noch viel lieber. Beim Fertigen eigener Pralinen haben Sie die Möglichkeit, sie ganz an Ihre geschmacklichen Vorlieben anzupassen.
Was Sie brauchen: Zutaten und Werkzeug
Wenn Sie Pralinen-Hohlkugeln gießen möchten, brauchen Sie:
- Pralinenform
- Schokoladenkuvertüre
- Schöpfkelle
- Winkelpalette
- Spachtel
- Backpapier
- Spritzbeutel
- Optional: gefärbte Kakaobutter, Metallic-Pulver, Goldpuder, Kokosflocken, Krokant
Vorbereitung: Form reinigen und Arbeitsfläche herrichten
Für das Herstellen der Hohlkörper benötigst du eine Pralinenform nach Wahl. Vor dem Gießen ist es unerlässlich, die Mulden äußerst sorgfältig zu reinigen, da später sonst jeder Kalkfleck und jedes Staubkörnchen auf der Kuvertüre zu sehen wäre. Reinige die Pralinenformen deshalb am besten in der Spülmaschine, trockne sie gründlich ab und poliere jede einzelne Mulde vor dem Gießen sorgfältig mit Küchenpaier aus.
Reinigen der Pralinenform: Reibe die Pralinenform zuerst mit Küchenrolle und anschließend mit Wattestäbchen gründlich aus, sodass sie glänzt. Die Pralinenform mit Watte gründlich polieren, um Staub oder Kalkreste zu entfernen. Dieser Schritt sorgt später für glänzende Pralinen und erleichtert das Herauslösen. Ist die Pralinenform sehr kalt, solltest du sie vor dem Gebrauch etwas erwärmen.
Lege die Arbeitsfläche nun mit Backpapier aus. Nachdem du die Pralinenform sorgfältig gesäubert hast, kannst du sie mit Kuvertüre ausgießen.
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Schokolade richtig schmelzen und temperieren
Zuerst schmelzt ihr Schokolade in einem Wasserbad. Dazu einen Topf mit ca. 3 cm Wasser füllen, einen Zweiten, Kleineren Topf darüber stellen, so dass er nicht den Boden berührt. Die Lieblingsschokolade in den leeren Topf geben und das Wasser auf ca. 60°C erhitzen. ACHTUNG! Am Besten schmelzt man 2/3 der Schokolade. Danach die Schokolade vom Herd nehmen und das letzte 1/3 unterheben. Weiße Schokolade bei ca. 45°C, dunkle Schokolade bei ca. 50°C schmelzen.
Wichtig bei allen Gießarten ist die korrekte Temperierung der Kuvertüre! Nur bei einer richtig vorkristallisierten Kuvertüre ist eine glänzende und knackige Hülle zu erwarten. Schokolade korrekt temperieren. Für einfache Hohlkörper reicht dunkle Schokolade.
Hohlkugeln gießen: Schritt-für-Schritt
Nimm die Form (als Rechtshänder) in die linke Hand und gieße mit einer Schöpfkelle zügig so viel geschmolzene und temperierte Kuvertüre (siehe Tipp) in die Form, dass jede Mulde damit gefüllt ist. Füllen Sie dann die Formen großzügig mit Kuvertüre aus, so dass auch alle Ränder gleichmäßig mit Kuvertüre bedeckt sind. Fasse die Form nun mit beiden Händen an und klopfe damit einige Male auf die Arbeitsfläche, so dass eventuell vorhandene Luftblasen entweichen können.
Fahre mit der Winkelplatte über die Pralinenform, sodass die Kuvertüre auch in jede Mulde gelangt. Um Luftlöcher zu vermeiden, klopfen Sie anschließend vorsichtig mit der Pralinenform auf den Tisch. Drehen Sie dann die Form auf den Kopf und lassen die überschüssige Kuvertüre in eine Schüssel ablaufen. Am besten gelingt dies, wenn zwei Holzstäbchen quer über die Schüssel gelegt werden und die Form darauf abgelegt wird.
Die Schokolade gleichmäßig verteilen, sodass dünne Hohlkörper entstehen. Drehen Sie die Form nun mit einem beherzten Schwung um, sodass die überschüssige Schokolade auf das Backpapier abtropfen kann und stellen Sie sie - immer noch umgedreht - erhöht auf zwei Aluminiumleisten ab. Die Kuvertüre soll nun mit dem Rand der Mulden sauber abschließen.
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Sobald die Kuvertüre erstarrt ist, können die Pralinenhohlkörper in der Formen mit Ganache befüllt und anschließend mit temperierter Kuvertüre verschlossen werden. Lasse die Kuvertüre in den Mulden nun ca. Eine Stunde lang ruhen. Die Pralinen benötigen jetzt ca. noch weitere 2 Stunden, um fest zu werden. Nach dem Abkühlen können Sie die Pralinenhohlkörper entweder direkt befüllen oder sie aus der Form herauslösen. Das Lösen der Hohlkörper funktioniert am besten, wenn Sie die Form für etwa 30 Minuten im Kühlschrank erkalten lassen.
Alternative Gießmethoden und einfache Hilfsmittel
Am einfachsten geht dies natürlich, wenn Sie sich Pralinenhohlkörper oder -hohlkugeln kaufen, falls Sie aber erst einmal experimentieren möchten und ein Gefühl entwickeln, wie sich die Schokolade verhält und ob Sie Spaß am Ausprobieren neuer Pralinenideen haben, dann können Sie auch Hohlkörper selbst herstellen und anschliessend befüllen. Die kostengünstigste Variante besteht in der Verwendung von leeren Toffifee-Formen, Dosenmilch-Döschen oder Eiswürfelbehältern, die gereinigt und anschliessend gut getrocknet wurden. Dabei ist das Trocknen sehr wichtig, denn Schokolade und Wasser sind keine engen Freunde und schon ein kleiner Wassertropfen in der Form ruiniert das Ergebnis.
Am besten eignen sich zum Selbstgießen entsprechende feste Polycarbonat-Gießformen, die zwar einen höheren Preis haben, dafür bei entsprechender Pflege aber jahrelang halten.
Ganache und Füllungen zubereiten
Bereite die Füllung für die Pralinen - die Ganache - nach dem gewünschten Rezept zu und lasse sie ggf. abkühlen. Zur geschmolzenen Schokolade die warme Sahne hinzugeben und gut verrühren. Nach Belieben etwa 4 Tropfen Aroma unterrühren (uns hat besonders das Creamy Hazelnut Aroma begeistert. Natürlich könnt ihr auch ein anderes Aroma verwenden.).
Hohlkugeln mit dem Spritzbeutel befüllen und etwas abkühlen lassen. Ganache in einen Spritzbeutel füllen und die Hohlkörper knapp unter Randhöhe füllen. Sobald die Kuvertüre erstarrt ist, können die Pralinenhohlkörper in der Formen mit Ganache befüllt und anschließend mit temperierter Kuvertüre verschlossen werden.
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Verschließen und Finish
Zum Verschließen der Hohlkörper anschließend die restliche Kuvertüre hacken, schmelzen und temperieren. Lasse die Kuvertüre anschließend kurz anziehen, ziehe die überschüssige Kuvertüre dann wieder mit dem Spachtel ab. Um die Pralinen zu verschließen, erhitzen Sie erneut Kuvertüre, gießen diese über die Pralinen-Hohlform und verstreichen die Masse mit der Winkelpalette.
Nach dem Verschließen die Hohlkörper am besten kurz (ca. 10 Minuten) in den Kühlschrank geben, dann lösen sie sich am besten aus der Form. Ob die Kuvertüre richtig abgekühlt und auskristallisiert ist, erkennst du gut an der Unterseite der Formen: Die Kuvertüre hängt nun nicht mehr direkt an der Pralinenform, sondern hat sich etwas gelöst. Nun kannst du mit dem Herauslösen der Pralinen aus der Form beginnen.
Die gefüllten Pralinen werden aus der Form geklopft. Falte dafür ein Küchentuch mehrmals und lege es auf die Arbeitsfläche. Klopfe nun mit der unteren Kante der Pralinenform mit Elan mehrmals auf das Küchentuch und lege alle herausgefallenen Pralinen beiseite. Wiederhole den Vorgang so lange, bis sich alle Pralinen aus der Form gelöst haben.
Dekorieren und Varianten
Für dekorierte Formen können zusätzlich weiße Schokolade und gefärbte Kakaobutter verwendet werden. Formen mit Metallic Pulver bestäuben oder mit geschmolzener, gefärbter Kakaobutter (max. 35°C) mit Finger, Pinsel oder Schwamm ausstreichen. Anschließend fest werden lassen. Eine dünne Schicht temperierte weiße Schokolade über die feste Kakaobutter streichen, damit die Farben nach dem Ausgießen intensiver wirken.
Einen Teelöffel lauwarme (vorsichtig testen!) Kuvertüre in die Hand tropfen, eine Praline dazu legen, kurz darin wälzen und danach die Praline in eine Schüssel mit Goldpuder geben. Die Schüssel ein paar Mal schwenken, bis die Praline vollständig mit Puder bedeckt ist. Anstelle des Goldpuders können auch Kokosflocken, Fruchtpulver u.v.m. verwendet werden. Um das Loch wieder zu schließen wird die Kugel nochmals in flüssige Schokolade gelegt, danach in Schokoraspeln, Krokant, Kokosflocken usw. gewälzt.
Tipps für Geschmack und Gestaltung
So verwende ich viel lieber auch für die hauchdünne Außenhülle eine Kuvertüre, die perfekt mit der Füllung harmoniert. Die Möglichkeit der Schokoladenwahl eröffnet euch - und mir - die Herstellung von rundum harmonischen Pralinen. Die Basis von gefüllten Pralinen bilden Pralinenhohlkörper. Füllen Sie die kleinen Köstlichkeiten beispielsweise mit einer fruchtigen Limetten-Knister-Mischung, einer edlen zartbitteren Creme oder einer ganz anderen Geschmackskomposition.
Die vielen Dekorvarianten, die man einfach selber herstellen muss, weil es dafür keinen Anbieter gibt. Ich für meinen Teil arbeite sehr viel mit gefärbter Kakaobutter und Metallic-Pulvern, die ich genau auf das Innere abstimme. So bekamen die Weihnachtspralinen einen goldenen Schimmer, um die Weihnachtszeit zu unterstreichen.
Einfacher Workflow für Einsteiger
- Form reinigen und polieren.
- Schokolade temperieren.
- Form füllen, klopfen, überschüssige Kuvertüre ablaufen lassen.
- Kuvertüre aushärten lassen (kühlen, falls nötig) und Hohlkörper auslösen.
- Ganache vorbereiten, abkühlen, in Spritzbeutel füllen und Hohlkörper befüllen.
- Hohlkörper verschließen, erneut kühlen und ausformen.
- Pralinen dekorieren und verpacken.
Praktische Hinweise und Fehler vermeiden
Beim Fertigen eigener Pralinen haben Sie die Möglichkeit, sie ganz an Ihre geschmacklichen Vorlieben anzupassen. Wichtig ist: Die Kuvertüre darf nicht mit Wasser in Kontakt kommen. Ein kleiner Wassertropfen in der Form ruiniert das Ergebnis. Raue Schwämme schädigen die Oberfläche der Formen. Hinweis: Pralinenformen nach der Verwendung mit heißem Wasser ausspülen und mit einem weichen Tuch abtrocknen.
Falls ich im bei meinen Erklärungen zum Herstellen der Hohlkörper Arbeitsschritte zu schnell erklärt oder gar übersprungen habe, dann lasst es mich bitte wissen. Ich kann schließlich auch noch viel dazulernen und möchte, dass meine Erklärungen stets nachvollziehbar sind.
Warum selbst machen?
Selbst gemachte Pralinen eignen sich ganz hervorragend als kleine Geschenke für die Liebsten und begeistern unter anderem als kleine Süßigkeiten zum Kaffee. Nicht nur ich habe Pralinen selbst gemacht, unsere beiden Söhne fanden die Idee auch Klasse. Zum Verschenken an die Liebste, damit können Jungs bei den Mädels ganz schön Punkten.
| Arbeitsschritt | Empfohlene Zeit/Temperatur |
|---|---|
| Schokolade schmelzen (2/3) im Wasserbad | Wasser ca. 60°C |
| Weiße Schokolade Temperatur | ca. 45°C |
| Dunkle Schokolade Temperatur | ca. 50°C |
| Hohlkörper in Form ruhen lassen | ca. 1 Stunde |
| Form kühlen vor Auslösen | ca. 30 Minuten |
Hier finden Sie viele Rezepte zum Ausprobieren, um jetzt die selbst hergestellen Hohlkugeln zu füllen. Abschliessend dann die Praline bspw. Selbst hergestellte Pralinenformen sind natürlich deutlich aufwändiger als die vorgefertigten Hohlkugeln, aber dafür bieten sich hier natürlich auch die verschiedensten Formen und Varianten an. Versuchen Sie z.B. auch einmal die Form vor dem Füllen mit Kuvertüre mit etwas flüssiger Kakaobutter, der Sie Farbpulver untergemischt haben, ausstreichen. Sie erreichen damit wunderbare Farbeffekte.
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