Schoko Elisenlebkuchen Rezept einfach zubereiten
Elisenlebkuchen gehören zu den edelsten Weihnachtsklassikern überhaupt. Anders als viele andere Lebkuchensorten kommt das Original-Rezept komplett ohne Mehl aus - das macht die Plätzchen besonders saftig und aromatisch. Heute zeige ich ein ausführliches, praxisnahes Rezept für schokoladige Elisenlebkuchen, das sich leicht zu Hause umsetzen lässt und beste Zutaten in den Vordergrund stellt.
Warum Elisenlebkuchen?
Honig- und Gewürzbrote haben eine lange Tradition; bereits die alten Ägypter und Römer kannten etwas in der Art und hierzulande wurden sie seit dem Mittelalter in Klosterbäckereien als Heilmittel, zur Stärkung und in der Fastenzeit gebacken. Honig, Nüsse und Mandeln und natürlich Gewürze spielen die Hauptrolle. Heute dürfen Lebkuchen 10-50% Mehl enthalten, nur Elisenlebkuchen sind noch nahe an den traditionellen Rezepturen und werden meist ohne Mehl hergestellt, dürfen aber auch bis zu 10% Getreidemahlerzeugnisse enthalten.
Zutaten (für ca. 20-30 Lebkuchen, je nach Größe)
- 6 Eier
- ca. 400-500 g Zucker oder Rohrohrzucker
- 400 g gemahlene Mandeln
- 300-400 g gemahlene Haselnüsse (eher etwas mehr)
- 100 g Zartbitterkuvertüre (plus 200 g für Glasur) oder je nach Wunsch Vollmilch/weiße Kuvertüre
- 100 g Orangeat, 100 g Zitronat (sehr fein gehackt) oder Alternativen wie getrocknete Aprikosen
- 2 EL Backkakao (optional für extra Schoko-Note)
- 1 EL Zimt, 1 TL gemahlene Nelken, 2 Msp. Muskatnuss oder fertiges Lebkuchengewürz nach Belieben
- ein Schuss Rum oder Rum-Aroma
- Honig (kurz unterrühren, Menge nach Geschmack)
- Oblaten (Ø 50-70 mm) oder Backpapier
- evtl. gehackte Nüsse zur Dekoration (Mandeln, Walnusshälften, Pistazien)
Vorbereitung der Zutaten
Am Vorabend oder ein paar Stunden vor der Zubereitung die Mandeln, die man zum Verzieren haben möchte, mit kochendem Wasser übergießen. Kurz stehen lassen, dann die Häute abpulen und die Mandeln zum Trocknen auslegen. Später kann man sie halbieren oder ganz lassen. Orangeat, Zitronat und Schokolade fein hacken, dann lässt sich der Teig einfacher durch die Tülle spritzen. Haselnüsse, Walnüsse und ganze Mandeln frisch mahlen.
Teig zubereiten
Eier und Zucker mit den Quirlen des Handrührers etwa 5-10 Minuten dickschaumig schlagen - die Zuckerkristalle sind dann restlos aufgelöst und die Masse fast weiß! Zitronenschale fein abreiben und unterrühren. Gewürze, Kakao (falls verwendet), Zitronenschale und einen Schuss Rum unter die Ei-Zucker-Masse rühren. Honig kurz unterrühren. Dann alle anderen Zutaten auf den Teig geben und vorsichtig mit einem Löffel oder einem Teigschaber untermischen: Zitronat, Orangeat, Schokolade, gemahlene Mandeln, Haselnüsse und evtl. Nüsse. Der Teig sollte sehr dickflüssig sein, eventuell noch mehr gemahlene Haselnüsse unterrühren. Den Teig abschmecken: schmeckt der rohe Teig fad, lieber noch etwas Gewürz oder Rum nachlegen.
Formen ohne Tülle
Die Teigmasse mit einem Esslöffel in großen Haufen auf den Oblaten verteilen, dabei rundherum einen kleinen Rand frei lassen. Mit angefeuchteten Fingern die Masse zu ca. 1-1,5 cm hohen, glatten und runden Lebkuchen formen. Zum Portionieren tauche ich den Löffel immer wieder in ein Schüsselchen mit Wasser, dann löst sich die Nussmasse gut vom Löffel. Wer mag, kann den Teig (in 2 Portionen) in einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle (Ø 1 cm) füllen und auf die Oblaten spritzen.
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Backen
Den Backofen vorheizen: 150 °C Ober-/Unterhitze (Umluft 130-140 °C). Zwei Backbleche mit Backpapier belegen und die Oblaten darauf verteilen. Die Masse mit je einem gut gehäuften Teelöffel oder Eisportionierer auf die Oblaten setzen. Die Oblate muss nicht komplett bedeckt sein, weil der Teig noch etwas verläuft. Im Ofen etwa 15-20 Minuten backen, eher kürzer, sonst werden sie zu trocken! Lebkuchen langsam backen, eventuell die Backofentür etwas geöffnet lassen. Ich öffne nach 15 Minuten den Backofen und backe die restlichen Minuten bei offener Tür. Die Oblatenseite sollte sich noch etwas eindrücken lassen, sonst werden die Lebkuchen zu trocken. Nach dem Backen gut auskühlen lassen; die Lebkuchen trocknen beim Abkühlen noch leicht nach.
Tipp zur Backzeit
Die Backzeit richtet sich auch danach, wie dick der Teig auf die Oblaten gespritzt wurde. Eine halbe Minute zu viel kann schon den Unterschied machen. Beide Bleche nacheinander im Ofen je ca. 15-20 Minuten backen. Die Masse sollte noch gut nachgeben, wenn man mit dem Finger darauf drückt.
Glasur und Schokoladenguss
Beide Kuchenglasuren getrennt schmelzen und verwenden: Für die Zuckerglasur Puderzucker ggf. sieben und mit Rum und Wasser oder Zitronensaft glatt rühren, so dass ein dickflüssiger Guss entsteht. Die Konsistenz des Zuckergusses entscheidet über das Ergebnis - er sollte dickflüssig vom Löffel gleiten, aber nicht zu dünn sein.
Für die Schokoglasur die Kuvertüre fein hacken. Zwei Drittel der Zartbitterkuvertüre in eine Metallschüssel geben und diese im Wasserbad schmelzen; sie sollte ca. 40-45 °C haben. Die Schüssel zur Seite stellen und die restliche Kuvertüre einrühren, so dass auch sie schmilzt. Die Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen und rühren, damit die Masse abkühlt und etwas fest wird (ca. 27-29 °C). Die Schüssel wieder in das warme Wasserbad geben und rühren, bis die Masse wieder flüssig und glänzend ist (ca. 30-32 °C). Dieses Temperieren sorgt für glatte, glänzende Glasur ohne Schokofinger.
Nun den Lebkuchen von unten auf eine dreizackige Kartoffelschälgabel aufspießen und kopfüber ins Schokoladenbad tauchen, die flüssige Schokolade abtropfen lassen und zurück aufs Blech setzen. Alternativ die Lebkuchen einzeln auf eine Gabel stecken und in die Kuvertüre tunken. Anschließend die Lebkuchen mit weißer Kuvertüre verzieren: Weiße Kuvertüre hacken, in einen Gefrierbeutel geben, eine kleine Ecke abschneiden und Muster (Eiskristalle, Sterne, Spiralen) auftragen. Trocknen lassen.
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Dekorieren
Einige der geschälten halbierten Mandeln oder nach Belieben anderes (Walnusshälften, kandierte Kirschen, gehackte Pistazien, karamellisierte Haselnüsse) auf die noch feuchte Glasur kleben. Hier kann man sich mit Mustern austoben wie man mag. Wer kein Orangeat/Zitronat mag, kann sie durch getrocknete Aprikosen, Cranberries oder Sauerkirschen ersetzen.
Lagerung und Haltbarkeit
Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Überstehende Oblatenränder abbrechen. Die Lebkuchen in einer Blechdose luftdicht aufbewahren; gut gelagert schmecken sie nach 1-2 Wochen sogar noch besser. Die Lebkuchen halten sich 2-3 Wochen. Manche Rezepte empfehlen, Lebkuchen etwas durchziehen zu lassen, andere Varianten dürfen sofort genascht werden - dieses Rezept ergibt saftige, sofort genießbare Elisenlebkuchen.
Varianten und praktische Tipps
- Schokoladiger Teig: 1-2 EL Kakao in den Teig geben, mehr Schokolade in der Masse hacken.
- Glutenfrei & laktosefrei: Elisenlebkuchen sind von Natur aus oft ohne Mehl und ohne Milchprodukte, ideal bei Unverträglichkeiten.
- Oblaten oder nicht: Oblaten geben Stabilität; wer keine Oblaten mag, kann die Masse direkt aufs Backpapier setzen.
- Lebkuchenglocke: Wer eine Lebkuchenglocke besitzt, bekommt sehr gleichmäßige, identische Lebkuchen.
- Zuckerersatz: Auf Zutatenlisten achten - viele Fertigprodukte enthalten Glucose-Fructose-Sirup (HFCS). Selbst backen erlaubt vollständige Kontrolle über Zutaten.
- Formen: Erhitze die Hände leicht oder befeuchte die Finger, um die Masse glattzustreichen. Eisportionierer oder Löffel erleichtern die Portionierung.
Kurze Rezeptübersicht (Kochablauf)
| Schritt | Zeit / Temperatur |
|---|---|
| Zutaten vorbereiten (Nüsse mahlen, Orangeat fein hacken) | 30-60 Min. (optional Einweichzeit Mandeln) |
| Eier & Zucker dickschaumig schlagen | 5-10 Min. |
| Zutaten untermischen, Teig abschmecken | 10 Min. |
| Lebkuchen formen auf Oblaten | 20-30 Min. (je nach Menge) |
| Backen | 150 °C, 15-20 Min. |
| Glasur temperieren & tauchen | 15-30 Min. |
Warum selbst backen?
Man kann sich überlegen, welche Zutaten man mag und welche man hat und weiß damit genau, was man zu sich nimmt. Die Zutaten in Supermarkt-Produkten enthalten oft Aroma- und Zusatzstoffe oder Glucose-Fructose-Sirup; selbst backen vermeidet diese Zusätze. Außerdem macht Backen Spaß, ist ein schönes Geschenk und sorgt für frischen Duft in der Adventszeit.
Mit ein bißchen Planung sind die selbstgebackenen Lebkuchen schnell gemacht und eine schöne Abwechslung in der Adventszeit. Viel Freude beim Backen und guten Appetit - aber Achtung: Suchtgefahr!
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