Schoko Chili Pflanze: Pflege und Anbau

Chilis gehören zu der Pflanzenart Capsicum und sind in zahllosen Sorten und Formen erhältlich. Die Welt der Chilis ist groß. Es gibt eine enorme Vielfalt an Arten und Sorten, die sich neben Form und Farbe auch im Schärfegrad unterscheiden. Nicht alle Chilis sind super scharf, aber die Habanero haut schärfemäßig so richtig rein. Wenn man von einer Chili spricht, meint man meistens eine Frucht, die kleiner ist als eine handelsübliche Paprika - und vor allem schärfer.

Aussaat und Vorzucht

Mit der Chilianzucht können Sie bereits zum Anfang des Jahres, also im Januar oder Februar, starten. Die Tatsache, dass Chili jede Menge Wärme und Sonne benötigt, führt auch dazu, dass Sie bereits im Februar Ihr Saatgut besorgen und die Chili-Schoten aussäen sollten. Die Anzucht von Chilis aus Saatgut gelingt leicht, wenn du ein paar Punkte beachtest. Bei Chilis dient ein Wert von 12 Wochen als Orientierung: So lange dauert es in etwa, bis aus dem Samenkorn eine Pflanze herangewachsen ist, die ausgepflanzt werden kann. Eine Aussaat ist daher Mitte Februar empfehlenswert.

Die Samen erhalten Sie wahlweise aus getrockneten Chili-Pflanzen oder auch aus dem Fachhandel bzw. dem Internet. Wenn Sie besonders gute Keimbedingungen schaffen möchten, weichen Sie die Chilisamen am besten vor dem Einpflanzen ein. Dazu werden die Samen einfach in ein Glas oder eine Schale mit lauwarmem Wasser gelegt. Lassen Sie die Samen für mehrere Stunden oder über Nacht in dem Wasser liegen. Tipp: Bei Tabasco-Samen empfiehlt sich ein Einweichen über Nacht im lauwarmen, verdünnten Kamillentee.

Säen Sie die Samen bei Temperaturen von 18 bis 25 °C. "Hausgarten.net" geht hier von einem Richtwert von 25 Grad Celsius aus und gibt für die Keimzeit rund ein bis zwei Wochen an. Die ideale Keimtemperatur liegt bei 25° C. Stellen Sie die Anzuchttöpfchen zum Vorziehen der Chilipflanzen an einen hellen, warmen Standort. Tipp: Da es im Januar noch recht dunkel sein kann, sind spezielle Pflanzenlampen empfehlenswert.

Als Substrat eignet sich eine Anzuchterde. Diese hat im Vergleich zu anderen Erden einen geringeren Nährstoffgehalt und eignet sich daher optimal für die Aussaat. Mit etwas Sand, den man vorab in die Anzuchttöpfchen gibt, lässt sich die Feuchtigkeit noch besser regulieren und Staunässe kann vermieden werden. Fülle das Gefäß deiner Wahl mit Erde, streue die Samen dünn auf das Substrat und bedecke sie mit etwa 0,5 cm Erde. Damit die Samen bei der Keimung unterstützt werden, kann eine Frischhaltefolie helfen. Diese spannen Sie einfach über das Anzuchttöpfchen. Sobald sich die ersten Keimlinge zeigen, können Sie die Folie entfernen.

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Pikieren und Umpflanzen

Sobald sich zwei Blätter bzw. das erste echte Blattpaar gebildet hat, sollten Sie die Chilipflanzen pikieren. Das bedeutet, dass Sie die kleinen Keimlinge vorsichtig aus der Erde hebeln und in einen eigenen Topf mit einem Durchmesser von circa zehn bis zwölf Zentimetern setzen. Achten Sie darauf, nicht die kleinen Wurzeln anzufassen oder anders zu beschädigen. Pflanzen Sie die Chilipflanzen so tief, dass sie bis kurz vorm ersten Keimblatt in der Erde sind.

Sobald die Wurzeln diese Töpfe ausgefüllt haben, können Sie die Pflanzen an ihren endgültigen Standort pflanzen. Für Gewächshäuser (unbeheizt) geht das ab Mitte Mai und ins Freiland ab Ende Mai/Anfang Juni. Mit dem Pflanzen deiner Chili beginnst du am besten zwischen Mitte Mai (nach den Eisheiligen) und Ende Juni. Im Beet sollte zwischen den Pflanzen ein Abstand von 30 - 50 cm eingehalten werden; Pflanzabstand: 50 cm; 4 Pflanzen/m² ist eine gängige Empfehlung.

Standort und Substrat

Chilipflanzen benötigen viel Sonnenlicht, Wärme und viel frische Luft. Bedenken Sie dabei stets, dass die Pflanze eine heiße Umgebung gewohnt ist, und wählen Sie aus diesem Grund einen sonnigen Balkon oder ein Stück Garten mit südlicher Ausrichtung und wenig Schatten. Wer ein warmes, sonniges und möglichst windgeschütztes Plätzchen zur Verfügung hat, bietet den Chilipflanzen die bestmögliche Umgebung.

Die beste Erde für Chilis ist humusreich, durchlässig und nährstoffreich. Idealerweise verwenden Sie Kübelpflanzenerde für Tomaten und Gemüse oder Komposterde; empfohlen wird z.B. SUBSTRAL® Naturen® Tomaten & Gemüseerde Bio & Torffrei. Für die Anzucht ist nährstoffarme Erde nötig, später braucht die Chili aber nährstoffreiche Erde. In einem 10-20 Liter Eimer hat die Wurzel ausreichend Raum. Für Topfkultur: Setzen Sie die Pflanzen einzeln in Töpfe von mindestens 20 bis 23 cm Durchmesser.

Topf mit Habanero Schoko Chili in sonniger Lage

Gießen und Bewässerung

Für die richtige Chili Pflanzen Pflege bedenke, dass Chilis ursprünglich aus den südamerikanischen Tropen stammen, wo es den Sommer über täglich regnet. Entsprechend ist der Wasserbedarf der Chili Pflanzen. Andererseits mögen sie keine „nassen Füße“, die Wurzeln können sonst faulen und die Pflanzen zerstören. Daher bitte bei der Chili Pflanzen-Pflege immer die Wasserzufuhr beachten.

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Normalerweise reicht es, ein- bis zweimal pro Woche zu gießen. Bei hochsommerlichen Temperaturen sollte allerdings häufiger die Erdfeuchtigkeit geprüft werden. Insbesondere während der Blüte und der Fruchtbildung kommt es bei zu trockener Erde zu abnormem Blüten- oder Fruchtabwurf. Bei scharfen Chilis lässt sich der Capsaicin-Gehalt der Schoten durch Stress in Form extremer Wässerungspausen erhöhen. Mit anderen Worten: Die Chili Pflanzen dürfen ihre Blätter ruhig ein wenig hängenlassen, bevor ihr zur Gießkanne greift.

Verwendet zum Gießen vorzugsweise Regenwasser. Genau wie bei Tomaten sollte nur das Erdreich gegossen werden, nicht die Pflanzen, da die Früchte sonst faulen könnten. Besonders im Gewächshaus sollte man eine automatische Bewässerungsanlage in Betracht ziehen.

Düngen

Capsicum-Pflanzen brauchen eine Menge Nährstoffe. Sie brauchen Stickstoff für das Blattwachstum sowie Phosphor für die Fruchtentwicklung. Für die Fruchtentwicklung spielt neben Phosphor besonders Kalium eine wichtige Rolle. Das Sprichwort „viel hilft viel“ trifft beim Düngen allerdings nicht unbedingt zu: Wird insbesondere vor der Fruchtbildung zuviel Dünger gegeben, erhaltet ihr buschige Chili Pflanzen mit üppigem Blattwuchs, aber wenigen Früchten (dies gilt insbesondere für Stickstoff).

„Heißen“ Chilis reicht in der Regel die Dosis, die beim Umpflanzen mit der Gabe des Langzeitdünger-Granulats zugegeben wurde. Wird bei Container-Bepflanzung kein Langzeitdünger verwendet, so brauchen die Chili Pflanzen alle 14 Tage Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser (2-3 g/l). Sobald dann die Blüte beginnt und sich erste Früchte bilden, wird wöchentlich gedüngt. Für Chili Pflanzen im Topf eignet sich übrigens recht gut Tomatendünger.

Blüte, Bestäubung und Sortenreinheit

Die Blüten der meisten Chili Sorten sind zierlich (ca. 1 cm Durchmesser) und weiß. Chili, Paprika & Co. blühen fleißig den ganzen Sommer über, bis weit in den Herbst hinein. Für den Menschen sind die kleinen meist weißen Blüten nicht duftend, aber besonders die nützlichen Schwebfliegen fühlen sich zu ihnen hingezogen.

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Stehen die Chili Pflanzen im Freien, braucht man sich um die Bestäubung keine Sorgen zu machen. Dies erledigen die diversen Insekten. Lediglich in der Wohnung, im Wintergarten oder im Gewächshaus muss womöglich mit einem weichen Haarpinsel nachgeholfen werden. Verwendet für jede Chili Sorte einen eigenen Pinsel. Wichtig ist, dass es jetzt nicht zu kalt ist. Damit sich Früchte bilden, muss die Temperatur während der Blütezeit mindestens 19°C betragen.

Wollt ihr Chili Pflanzen zur Gewinnung von sortenreinem Saatgut ziehen, muss eine Kreuzbestäubung vermieden werden. Chilis kreuzen sich gerne. Neben dem Wind tragen die fliegenden Insekten munter dazu bei. Im großen Stil werden für unterschiedliche Chili-Sorten separate Gewächshäuser benutzt. Wachsen mehrere Sorten im Freien, helfen Gaze-Netze bei der Isolierung. Alternativ könnte auch mit verschiedenen Standorten gearbeitet werden, die mindestens 400 m voneinander entfernt sein sollten.

Schutz vor Kälte, Wind und Frost

Am liebsten hätten es die meisten Chili-Sorten, wenn die Sonne jeden Tag 6 bis 8 Stunden scheint und die Temperatur nie unter 15°C fällt oder über 25 bis 30°C steigt. Diese Idealbedingungen können wir den Chili Pflanzen besonders in unserem Klima kaum bieten. Mit einer windgeschützten Südlage im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon ist aber schon viel getan.

Nur einige speziell dafür gezüchtete Paprikasorten sowie Peppers der Gruppe Capsicum pubescens vertragen leichten Frost. Ansonsten sind die Pflanzen zu Beginn und Ende der Saison unbedingt vor kalten Temperaturen (unter 5°C oder gar Minusgraden) zu schützen. Die Saison im Freien lässt sich verlängern, wenn man die Chili Pflanzen nachtsüber in Vlies hüllt. Schutz vor milder Kälte (über null Grad) bietet im Freiland ein improvisiertes Vlies-Zelt, an Bambusspießen mit Wäscheklammern befestigt, unten mit ein paar Steinen gesichert.

Vlies-Zelt und Mulchfolie als Frostschutz für Chili

Schnitt und mechanische Maßnahmen

Im Sommer bei zu spindeligem Hochwuchs oder um buschigere Pflanzen (und damit verbunden oft auch höheren Ertrag) zu erzielen, die Spitze oberhalb eines Knotens kappen, sobald die Chili Pflanzen etwa 40 cm hoch sind. Bei zunehmender Größe der Chili Pflanzen kann es erforderlich sein, mit Bambusstäben zusätzlichen Halt zu geben. Bei besonders hohem Ertrag kann es sogar nötig werden, die Chili Pflanzen mit zahlreichen schweren Früchten mit etwas Schnur zusammenzuhalten.

Ein Tipp: Holzstäbe von Silvester-Raketen sind ideale Stäbe für Chili Pflanzen. Ebenso kann die Königsblüte ausgeknipst werden, um das vegetative Wachstum anzuregen und somit mehr Blüten hervorzubringen.

Schädlinge und Krankheiten

Spinnmilben sind winzige Spinnentiere und sitzen oft auf der Unterseite der Blätter und saugen die Blattzellen aus. Spinnmilben lieben trockene Luft und treten daher oft im Winterquartier auf. Befallene Blätter zeigen winzige silbrige, später graue und gelblich-braune Flecken, rollen sich anschließend ein und sterben ab. Wische die Gespinste frühzeitig ab. Sorgen Sie vorbeugend für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie die Chilis regelmäßig mit lauwarmem Wasser und lüften Sie geschlossene Räume.

Auch Blattläuse können Chili zu schaffen machen. Wischen Sie Blattläuse ab oder spritzen Sie die Pflanze regelmäßig mit Wasser oder Kernseifenlauge ab. Der beste Schutz gegen Schädlinge sind übrigens Nützlinge. Du solltest in deinem Garten vielfältige Angebote an natürlichen Feinden der Blattläuse und anderer Schädlinge machen, zum Beispiel in Form von Insektenhotels oder Blühpflanzen.

Ernte, Lagerung und Verarbeitung

Ihren Chili ernten Sie am besten nach Bedarf. Wenn ausgereift, werden die meisten Chili-Sorten rot. Sie können die Chilis aber schon grün ernten. Schneiden Sie dafür das obere Ende des Stiels mit einer scharfen Schere ab. Ähnlich wie die Paprika reifen Chilis nach der Ernte noch etwas nach, aber nicht vollständig aus. Die Chili muss spätestens dann in ihr Winterquartier umziehen, sobald es nachts dauerhaft unter 5 Grad kalt wird.

Sie können Chilis einfrieren. Besser eignen sie sich aber zum Trocknen. Die Schoten können getrocknet und gemahlen oder zu Saucen verarbeitet werden. Ein Klassiker für die Verarbeitung der Habanero ist Hot Sauce. Rezeptvorschlag: Chilischoten entkernen und zerkleinern, 2 % Salz hinzugeben, Wasser und Essig hinzugeben, pürieren, in sterile Gefäße füllen und gären lassen oder im Kühlschrank ziehen lassen.

Trocknende Chilischnüre und eingelegte Chilis im Glas

Sortenbeispiel: Habanero Schoko und Tabasco

Die Habanero Schoko (Habanero chocolate) ist mit einem Wert von etwa 400.000 auf der Scoville-Skala sehr scharf und gehört zu den schärferen Chilis der Welt. Sie ist fruchtig im Geschmack, reift spät und verfärbt sich von grün über braun. Die Pflanze wächst buschig und wird bis zu 1 m hoch, im Topf bleibt sie etwas kleiner. Zur Anzucht ist nährstoffarme Erde nötig, später braucht die Chili aber nährstoffreiche Erde. Zur Verarbeitung bietet die Habanero ein tropisches Aroma; die Früchte eignen sich zum Einlegen in Öl oder Honig, zum Einfrieren oder für scharfe Saucen.

Tabasco ist eine Capsicum frutescens-Sorte, die für die berühmte Tabascosauce genutzt wird. Tabasco-Chilischoten haben einen Schärfegrad von 30.000 bis 50.000 Scoville-Einheiten. Tabasco-Chilis sind erst hellgrün und verfärben sich dann nach Gelb, Orange und Rot. Je roter die Früchte werden, umso schärfer werden sie. Tabasco ist nicht schwer anzubauen und kann in Töpfen kultiviert werden; in unseren Gärten werden die Pflanzen etwa 1,5 Meter groß, auf den Feldern hingegen deutlich größer.

Wissenswertes zur Schärfe

Der Schärfegrad wird per Scoville-Skala gemessen. Schärfe wird normalerweise ab 16 Scoville wahrgenommen. Eine normale Chilisorte hat einen Scoville-Wert zwischen 100 und 500. Die schärfste Chilisauce der Welt hingegen, die den bescheidenen Namen „The Source“ trägt, erreicht extreme Werte. Licht-, Wasser- und Bodenverhältnisse sowie der Erntezeitpunkt entscheiden maßgeblich über die Menge des enthaltenen Capsaicin.

Tabelle: Wichtige Pflegeparameter im Überblick

Parameter Empfehlung
Keimtemperatur 22-25 °C
Aussaatzeit Januar-März (Vorzucht)
Auspflanzung Nach den Eisheiligen (Mitte/Ende Mai)
Standort Sonnig, windgeschützt, warm
Topfgröße mind. 10-20 l (20-23 cm Ø für größere Pflanzen)
Gießen gleichmäßig feucht, Staunässe vermeiden
Düngung Langzeitdünger beim Pflanzen; ggf. flüssig alle 14 Tage
Optimale Blütentemperatur mind. 19 °C
Pflege und Ernte einer Habanero Schoko Chili

Chili Pflanzen gedeihen überall dort, wo es schön warm ist - also auch in heimischen Gärten beziehungsweise auf Balkonen. Wenn Sie keinen Garten haben, können Sie problemlos Chili auf dem Balkon anbauen - vorausgesetzt, Ihr Balkon ist gen Süden ausgerichtet und bekommt viel Sonnenlicht ab. Chilis können längliche oder gedrungene Formen annehmen, aufrecht oder hängend wachsen. Mit der richtigen Pflege ist es kein Problem, die scharfen Schoten auch hierzulande zu ernten.

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