Ferrero Schoko Bons: Produktionsstandorte, Geschichte und Kontroversen

kinder Schoko-Bons ist ein Süßwarenprodukt der italienischen Firma Ferrero, das seit 1992 auf dem deutschen Markt erhältlich ist. Es handelt sich um bonbonartig verpackte Eier aus Vollmilchschokolade, die mit einer Mischung aus Milchcreme und Haselnuss-Splittern gefüllt sind. Ein Schoko-Bon wiegt 6 Gramm.

Kurzer historischer Überblick von Ferrero

Die Geschichte von Ferrero nahm im Jahr 1946 in einer kleinen Stadt namens Alba im italienischen Piemont ihren Anfang. Das Unternehmen wurde 1946 von dem 1898 geborenen Konditor Pietro Ferrero senior in Alba (Italien) gegründet. Pietro Ferrero ist, gemeinsam mit Francesco Rivella, der Erfinder von Nutella, einer Nuss-Nougat-Creme, die das Unternehmen bereits seit den 1940er Jahren in Italien - zunächst unter dem Namen Pasta gianduja, später als Pasta giandujot - verkaufte. Unter seiner Leitung erlangte das Unternehmen Weltruhm.

Heute ist das Unternehmen mit über 35 ikonischen Marken, die in mehr als 170 Ländern vertrieben werden, einer der größten Süßwarenhersteller der Welt. Mehr als 47.000 Mitarbeitende stellen mit Leidenschaft Produkte her, die zu besonderen Momenten des Lebens dazugehören. Gegründet in Alba, Italien, und mit Hauptsitz in Luxemburg, ist Ferrero die Heimat einiger der weltweit bekanntesten Süßwaren - darunter Nutella, Ferrero Rocher, Kinder und Tic Tac.

Wichtige Produktionsstandorte für Kinder-Produkte und Schoko-Bons

Arlon in den belgischen Ardennen ist ein wichtiger Standort des Süßwarenherstellers, der weltweit unter anderem für seine Marken Kinder und Nutella bekannt ist. Das Ferrero-Werk im belgischen Arlon, wo die mit Salmonellen verseuchten Kinder-Produkte hergestellt wurden, gehörte zu den untersuchten Standorten. Im April 2022 geriet das Unternehmen wegen eines Salmonellen-Ausbruchs in die Schlagzeilen. Dabei wurden Rückrufaktionen in mehreren Staaten veranlasst, nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass bestimmte Produkte, die im Ferrero-Werk im belgischen Arlon produziert wurden, mit Salmonellen befallen sein könnten.

Die italienische Schokoladenherstellerin hat neben Arlon weitere bedeutende Werke: Ferrero Deutschland wurde im September 1956 in Stadtallendorf gegründet. Zuerst firmierte die Ferrero oHG unter dem Namen Assia GmbH (Assia ist italienisch für Hessen). Zunächst wurde nur das Produkt Cremalba in 200-g-Bechern produziert und verkauft. Noch im gleichen Jahr erreichte das Werk in Stadtallendorf die gesetzten Produktionsziele. Die Kirschpraline Mon Chéri verhalf Ferrero zum endgültigen Durchbruch auf dem westdeutschen Süßwarenmarkt. Schon 1957 stellte Ferrero täglich rund 9000 kg Mon Chéri her. Ein Jahr später wurde die Produktion auf 20.000 kg pro Tag erhöht.

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Die Fabrik in Bloomington, Illinois ist das erste schokoladenverarbeitende Werk des Unternehmens in Nordamerika und das dritte weltweit. Das Unternehmen begann 2020 eine schokoladenverarbeitende Fabrik in Bloomington, Illinois zu bauen. Die Fabrik ist das erste schokoladenverarbeitende Werk des Unternehmens in Nordamerika und das dritte weltweit.

Weitere Expansionsschritte und Übernahmen erweiterten Ferreros Produktions- und Vertriebsnetz: Im Januar 2018 übernahm Ferrero das Süßwarengeschäft von Nestlé in den USA, das in die Tochtergesellschaft Ferrara Candy Company in Chicago eingegliedert wurde. Im Sommer 2014 übernahm Ferrero den größten türkischen Haselnussverarbeiter Oltan, um die Versorgung mit der in vielen seiner Produkte enthaltenen Zutat langfristig abzusichern. Im Oktober 2023 übernahm die amerikanische Tochterfirma Ferrara den Süßwarenproduzenten Jelly Belly.

Arlon: Produktionsstopp, Kontrollen und Folgen

Der italienische Schokoladenhersteller Ferrero hat die Produktion in seinem Werk im belgischen Arlon wegen Salmonellen gestoppt. „Die gesamte Produktion wurde angehalten“, sagte eine Sprecherin des Süßwarenherstellers am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Ferrero-Sprecherin betonte, die Fabrik sei „nicht geschlossen“ und die Gehälter der Mitarbeiter seien „zu hundert Prozent gedeckt“. Salmonellen in Kinder-Produkten? Bislang kein Endprodukt positiv getestet. Die Reinigung werde noch ungefähr zwei Wochen dauern. Das Unternehmen bezeichnete den Herstellungsstopp als reine Vorsichtsmaßnahme und betonte, kein Endprodukt sei positiv auf Salmonellen getestet worden.

Am 8. April 2022 kündigte die belgische Aufsichtsbehörde AFSCA an, dem Ferrero-Werk in Arlon, der Ferrero Ardennes, die Produktionslizenz zu entziehen. Ferrero bestätigte im April 2022, dass in dem betroffenen Werk bereits am 15. Dezember 2021 ein Salmonellenbefall festgestellt worden war. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde der Ausbruch durch Salmonella Typhimurium verursacht. Der erste Fall sei am 7. Januar 2022 vom Vereinigten Königreich gemeldet worden. Die EFSA und das ECDC untersuchen einen länderübergreifenden Salmonellen-Ausbruch im Zusammenhang mit Schokoladeprodukten.

Im vergangenen Frühjahr waren bereits in mehreren Ländern - darunter auch Deutschland - Überraschungseier und andere Ferrero-Produkte zurückgerufen worden, nachdem man eine Häufung von Salmonellen-Fällen festgestellt hatte. Großbritannien war mit 128 Fällen ein Hotspot. Damals stellten sich als Ursache Verunreinigungen in der belgischen Schokoladenfabrik heraus. Im September 2022 hatte Ferrero die endgültige Genehmigung erhalten, das Werk in Arlon geöffnet zu lassen. Es war bereits der zweite Ausbruch von Salmonellen in der belgischen Fabrik.

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Produktionsqualität, Rückrufe und Forderungen nach Transparenz

Ferrero geriet in die Kritik, weil sie die Probleme mit Salmonellen erst mit Verzögerung öffentlich machten. Im Rahmen von Ermittlungen wegen des Salmonellen-Ausbruchs bei Kinder-Schokoladenprodukten gab es Razzien; belgische und luxemburgische Ermittlungsbehörden hatten im Juni 2022 mehrere Standorte des Süßwarenkonzerns durchsucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz Luxemburg wurden dabei unter anderem Dokumente und Computer-Hardware beschlagnahmt.

„Der erneute Salmonellen-Fund wirft die Frage auf, ob Ferrero ein grundsätzliches Hygiene-Problem in seiner Produktion hat“, sagte Laura Knauf von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Foodwatch fordert mehr Transparenz in der Lebensmittelüberwachung. Verbraucher hätten das Recht zu erfahren, wo was mit welchem Ergebnis kontrolliert wurde. Sowohl der Süßwaren-Konzern als auch die Behörden müssten offenlegen, welche Kontrollen wann statt und wie stattgefunden hätten.

Rohstoffbeschaffung, Herkunft und Kritik

Fast alle Ferrero-Produkte enthalten Palmöl aus tropischen Billiglohnländern. Der Süßigkeiten-Konzern bezieht sein Palmfett größtenteils aus Indonesien, Malaysia und Papua-Neuguinea. Der Anbau in diesen Ländern ist eine kostengünstige Möglichkeit für Ferrero. Doch für diesen Vorteil werden Regenwälder abgeholzt und der Lebensraum für viele Arten zerstört. Etwa 200.000 Tonnen Palmöl kauft Ferrero jährlich bei mehreren Großhändlern.

Auch die Haselnüsse für viele der Produkte haben ein richtiges Imageproblem. Ferrero bezieht seine Haselnüsse nicht aus seinem Gründerland Italien, sondern aus der Türkei. Das Unternehmen ist der größte Abnehmer mit rund zwei Drittel der türkischen Haselnussernte. Mit dieser Marktmacht gelingt es Ferrero, den Preis auf etwa 230 Euro je 100 Kilogramm zu drücken. Die Nüsse, die neben weiteren Ferrero-Produkten unter anderem in Schoko-Bons enthalten sind, stammen laut dem italienischen Hersteller vor allem von türkischen Plantagen. Auf diesen stelle Kinderarbeit ein großes Problem dar. Dieselbe Situation gelte laut Greenpeace zudem für die Kakao-Ernte für Ferrero-Produkte in der Elfenbeinküste.

Wie auch andere Kakaounternehmen steht Ferrero außerdem im Verdacht, Ausbeutung und Kinderarbeit in seiner Produktionskette für Kakao und Haselnüsse zu tolerieren. Ferrero gibt an, dass 2009/2010 ein Anteil von 10 % des verwendeten Kakaos aus zurückverfolgbarem, nachhaltigen Anbau komme. Schon 2001 unterzeichneten Vertreter der Schokoladenindustrie, darunter Nestlé, Mars und Ferrero, das Harkin-Engel-Protokoll, um Kinderarbeit zu bekämpfen, doch das Ziel wurde nicht erreicht.

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Produktdetails, Rezepturänderungen und Marketing

Nährwertinformationen für „Kinder Schoko-Bons“: Schoko-Bons bestehen beispielsweise aus einem hohen Anteil an Zucker und Fett. Schoko-­Bons beispielsweise aus 90 Prozent Zucker und Fett. Bis in die 2010er Jahre wurde in den Werbespots häufig in Reimen gesprochen. Im Rahmen einer 2015 durchgeführten Studie kritisierte Foodwatch mehrere Hersteller, die mit verniedlichten Werbemaskottchen und Mitmach-Aktionen Kinder zum Kauf ihrer Lebensmittel mit hohem Zucker- und/oder Fettanteil animieren würden. Unter diesen Produkten waren auch die Schoko-Bons mit einer Sammelaktion und ihrer Werbefigur „Mr.“

Schellack wurde früher als Überzug in Süßigkeiten verwendet; auf Nachfrage bestätigte Ferrero, dass künftig kein Schellack mehr in den „Kinder Schoko-Bons“ enthalten sein wird. „Wir werden künftig das gleiche einzigartige Geschmackserlebnis von kinder Schoko-Bons mit einer Zutatenliste bieten, in der Schellack kein Bestandteil mehr ist“. Die „Schoko-Bons“ mit der neuen Rezeptur sind den Angaben zufolge bereits im Handel.

Weitere Standorte, Übernahmen und globale Präsenz

Heute ist Ferrero auch in Osteuropa, den Vereinigten Staaten, Südamerika sowie im Fernen Osten aktiv. 1984 stieg Ferrero mit der Ferrero Asia Limited in den chinesischen Markt ein. Im Januar 2018 übernahm Ferrero das Süßwarengeschäft von Nestlé in den USA für 2,8 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme umfasste Marken wie 100Grand, Baby Ruth, Butterfinger, Chunky, Crunch, Raisinets, OhHenry!. Ferrero übernahm 2019 die Keks-Sparte von Kellogg’s und 2025 kaufte Ferrero WK Kellogg. Im Oktober 2023 übernahm die amerikanische Tochterfirma Ferrara den Süßwarenproduzenten Jelly Belly.

FBC UK vereint zwei der beliebtesten Kekshersteller Großbritanniens: Fox’s und Burton’s. Gegründet im Jahr 2020 vereint die Fine Biscuits Company Group die Kelsen Group, Biscuits Delacre und The Fine Lab - mit einem vielfältigen Portfolio ikonischer europäischer Marken wie Delacre, Délichoc, Kjeldsens und Royal Dansk.

Ferrero Produktionsstandort Werk Arlon Außenansicht

Sicherheit, Regulierungen und aktuelle Untersuchungen

Im April 2022 geriet Ferrero wegen eines Salmonellen-Ausbruchs in die Schlagzeilen; Rückrufaktionen wurden veranlasst. Am 8. April 2022 kündigte die belgische Aufsichtsbehörde AFSCA an, dem Ferrero-Werk in Arlon die Produktionslizenz zu entziehen. Ferrero bestätigte, dass der Befund bereits im Dezember 2021 festgestellt worden war. Laut der EFSA wurde der Ausbruch durch Salmonella Typhimurium verursacht.

Mitte April 2026 wurde bekannt, dass wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Praktiken und Kartellrechts-Verstöße Beamte der EU-Kommission die Geschäftsräume des Süßwarenkonzerns in Luxemburg durchsucht haben. Die EU-Kommission untersucht nach eigenen Angaben eine mögliche Marktaufteilung durch Ferrero. Dies beträfe Beschränkungen des Warenverkehrs zwischen den EU-Mitgliedstaaten im Binnenmarkt sowie Hindernisse bei länderübergreifenden Einkäufen durch EU-Bürger.

Dokumentation: Salmonellen-Ausbruch und Werk Arlon

Soziale Verantwortung und Kritik

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat auf ihrer Webseite „Kaefigfrei“ aufgedeckt, dass Ferrero Eier aus nicht artgerechter Käfighaltung verwendet. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert, der Hersteller der Milch-Schnitte erwecke in Werbekampagnen den Eindruck, das Produkt sei aufgrund des Milchanteils gesundheitsfördernd und eine Alternative zum Pausenbrot.

In den 1990er Jahren wurde Ferrero kritisiert, als Verbraucher-Zentralen in Milch-Schnitte, Kinder Pinguí, Kinder Bueno und Kinder Maxi King Alkohol nachwiesen. Greenpeace warf Ferrero 2016 Kinderarbeit bei der Haselnuss- und Kakao-Ernte vor. Wie auch andere Kakaounternehmen steht Ferrero außerdem im Verdacht, Ausbeutung und Kinderarbeit in seiner Produktionskette für Kakao und Haselnüsse zu tolerieren.

Tabelle: Auswahl relevanter Produktionsstandorte und Ereignisse

Standort / Werk Bedeutung Bemerkungen / Ereignisse
Alba (Italien) Gründungsort, Ursprung von Nutella Firmengründung 1946 durch Pietro Ferrero
Stadtallendorf (Deutschland) Frühes deutsches Werk Gegründet 1956, Produktion von Cremalba, später Mon Chéri
Arlon (Belgien) Wichtiges Werk für Kinder-Produkte Salmonellen-Ausbrüche 2021-2022, Produktionsstopp, Ermittlungen
Bloomington, Illinois (USA) Erstes Schokoladenwerk in Nordamerika Gebaut ab 2020, erstes US-Schokoladenverarbeitungswerk
Türkei (Oltan) Haselnussverarbeitung Übernahme Oltan 2014 zur Sicherung der Haselnussversorgung

Was Verbraucher wissen sollten

kinder Schoko-Bons sind beliebt, enthalten aber einen hohen Anteil an Zucker und Fett. Salmonellen können Symptome wie Durchfall, Fieber und Magenkrämpfe auslösen und sind besonders für Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem riskant. Verbraucherorganisationen fordern mehr Transparenz und strengere Kontrollen in Produktionsstätten.

Ferrero betont einerseits seine globale Präsenz und Innovationskraft; andererseits steht das Unternehmen seit Jahren unter Beobachtung wegen Rohstoffbeschaffung, Arbeitsbedingungen in Lieferketten, Umweltfragen und Produktionssicherheit. Die Kombination aus hohem Markenwert, zahlreichen Übernahmen und globaler Produktionsstruktur macht Ferrero zu einem der einflussreichsten Akteure im Süßwarenmarkt - mit allen Chancen und Risiken, die eine solche Position mit sich bringt.

Grafik: Weltkarte mit Ferrero-Produktionsstandorten

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