Schneider Honig Kleinwalsertal Imkerei Produkte

Knapp 450 Bienenvölker bewirtschaftet die Gebirgsimkerei von Achim Schneider im vorarlbergischen Kleinwalsertal. Die Gebirgsimkerei Achim Schneider liegt im Kleinwalsertal auf rund 1100 m Höhe. Es ist der erste wirklich kalte Tag in diesem Jahr. Ungemütlich pfeift der Wind durchs Tal, während wir am Horizont in den Bergen den ersten Schnee der Saison vor Augen haben.

Geschichte und Leidenschaft

Dass Schneider überhaupt in die Bienenhaltung einsteigt, danach sah es trotz früher Anfänge lange nicht aus. „Ich habe schon als Fünfjähriger Bienen mit Zuckerwasser angelockt und wollte sie mit Plastiktüten einfangen um ein Volk zu gründen“, erinnert sich der 43-Jährige heute. Fast 20 Jahre später war er gelernter Elektroinstallateur und landesweit für Volksbanken als IT-Spezialist tätig. Trotz aller Technikbegeisterung - die Biene ließ ihn nicht los. „Ich war dann 24, als ich mir am Haus einen Freiständer gebaut und am 28. April 1999 mit den ersten sieben Völkern begonnen habe.“ 25 Völker hat er am Ende desselben Jahres eingewintert. Dann hat sich seine Zucht in rasantem Tempo weiterentwickelt.

Arbeitsaufwand und Familie

Während der Hauptsaison von April bis Ende Juli sind Arbeitstage mit 14 bis 16 Stunden die Regel - freie Tage gibt es in dieser Zeit keine. Er schafft es, täglich rund 80 Völker zu betreuen. Dabei hat er durch das Heben der schweren Kästen jeden Tag ein Gewicht von bis zu 5 t in den Händen. Entlastet wird er aber tatkräftig von seiner Frau Judith sowie seiner zwölfjährigen Tochter Johanna, die sich bereits viel um den Verkauf kümmert und seinem achtjährigen Sohn Max, der bei den Bienen mit anpackt.

Standorte, Vegetationszeit und Ernte

„Generell haben wir in unserer Höhenlage eine sehr kurze Vegetationszeit - nach acht Monaten Winter muss im Frühjahr alles sehr schnell passieren“, weiß der erfahrene Bienenexperte. „Wir haben höchstens zwei Ernten, meistens nur eine.“ Im 10-Jahresvergleich erntet er jährlich rund 18 bis 20 kg Honig je Wirtschaftsvolk. Neben der klassischen Gebirgsblüte und dem exklusiven Alpenrosenhonig, hofft er im weiteren Jahresverlauf auf den Waldhonig, der in dieser Höhenlage aber auch nicht immer einsetzt. „Normalerweise sind wir auf höchstens 1500 m - darüber hinaus muss man auch im Hochsommer auf Kälteeinbrüche aufpassen, bei denen die Bienen binnen zwei Tagen sterben können.“ Dennoch lohnt sich das Risiko in einzelnen Jahren - denn mit dem Alpenrosenhonig versucht Schneider, ein exklusives Produkt zu gewinnen.

Alpenrosenhonig und Berglandschaft Kleinwalsertal

Fütterung, Einwinterung und Wachs

Achim Schneider ist gerade dabei, den Futtervorrat seiner Bienenvölker zu kontrollieren. Die Tröge sind gut gefüllt. Das Auffüttern kann er sich bei den meisten Völkern demnach sparen - die Bienen stellen sich bereits auf die Winterruhe ein und haben nur noch wenig Bedarf. „Normal füttern wir ab Ende Juli zu. Auch die Dauer der Zufütterung ist durch den milden Herbst ungewöhnlich: „Normal ist das Füttern Mitte September abgeschlossen, in diesem Jahr geht es einen ganzen Monat länger.“ Als Nahrungsquelle dürfen sie sowohl den eigenen Honig im Brutraum behalten und bekommen zusätzlich Zuckerwasser aus Rübenzucker. Von der 1:1 mit Wasser angerührten Zuckerlösung verfütterte Schneider in diesem Jahr 22 t.

Lesen Sie auch: Perfekte Tortenböden schneiden

Um den Bienen eine Starthilfe zum Wabenbau zu geben, fertigt Schneider auch die sogenannten Mittelwände selbst. Die stolze Menge von 4000 solcher Wachsplatten benötigt er für den Eigenbedarf. Dafür investierte er zuletzt in eine Maschine zur vollautomatischen Herstellung von Mittelwänden. Bis zu 150 kg Wachs aus dem betriebseigenen Wachskreislauf kann er damit pro Tag umarbeiten. Damit kann er sich selbst sicher sein, dass sich in seinem Wachs keine Fremdstoffe wie Pflanzenschutzmittel oder Stearin und Paraffin finden, wie sie von der Industrie mit untergemischt werden. Das Herstellen von Mittelwänden bietet er inzwischen zusätzlich als Dienstleistung an - auch schon für Kleinmengen. Auch das Einziehen der Mittelwände in die Rähmchen macht Schneider selbst.

Zucht, Völkerführung und Varroa-Management

Bei der Zucht achtet er gezielt auf den klassischen Carnica-Typ: „Die müssen sanftmütig sein und dürfen nicht gleich auffliegen, sobald man den Stock öffnet. Der ruhige Charakter ist für uns auch wichtig, weil wir viele Völker in der Nähe von Wanderwegen stehen haben und da viele Touristen vorbeikommen. Ohnehin sind ruhige Völker auch einfach schneller zu bewirtschaften.“ Daneben zählt auch die Honigleistung: „Das ist mir aber nicht das Wichtigste.

Die Varoa-Milbe ist in der Honigbienenhaltung ein weitverbreitetes Problem. „Wir selber haben das Problem ganz gut im Griff, müssen aber trotzdem aufpassen, dass die Milben und Folgeerkrankungen nicht von fremden Völkern eingeschleppt werden. Wir Bienenhalter hier im Tal arbeiten da aber ganz gut zusammen“, zeigt sich Achim Schneider mit der Kooperation zufrieden. Der Berufsimker hat sich ein gutes Auge erarbeitet: „Ich schau täglich nach den Völkern und es gibt Indikatoren, die auf einen Befall hindeuten.“ So beispielsweise tote Bienen, die am frühen Morgen raus geschleppt werden, Diagnoseschalen in den Beuten oder auch verkrüppelte Drohnen.

Vom Herausnehmen der Drohnenbrut, die besonders anfällig ist gegen die Milbe, hält er aber nicht viel: „In einem gewissen Rahmen kann man das machen, aber das System ist arbeitsaufwendig und das Volk braucht die Drohnen - die sind gut für᾽s Wohlbefinden der Bienen und sogar die Leistung kann sinken, wenn man zu viele entnimmt.“ Schneider setzt lieber auf das Schröpfen der Völker. Bei Befall teilt er das Volk und entnimmt dafür Brutwaben samt einigen Bienen, um somit den Befallsdruck zu dezimieren. „Das Jungvolk kann ich dann mit organischen Säuren behandeln. Zum Jungvolk kommt dann auch immer eine neue Königin, die er gezielt nach Qualität auswählt, um wieder ein stabiles Volk zu bekommen.

Beuten, Technik und Handwerk

Gehalten werden die Völker im Herold-Magazin mit Platz für je zehn Rähmchen pro Kasten im Kaltbau. Für den Berufsimker bietet das System viele Vorteile: „Durch das Nut- und Feder-System kann man die Kästen bei der Kippkontrolle prima bewegen, ohne dass etwas rutscht, - das gilt auch für den Transport.“ Die robusten Kästen seien zudem aus naturbelassener Fichte gefertigt und damit so naturnah wie möglich.

Lesen Sie auch: Gesundheitliche Lage von Heinz Hoenig im Detail

Herold-Magazin Bienenkästen aus Fichte und Mittelwände

Vermarktung, Sortiment und Direktverkauf

Auch die Vermarktung hat Schneider inzwischen komplett in die eigene Hand genommen: „Anfangs haben wir den Honig an Wiederverkäufer im Tal gegeben. Inzwischen verkaufen wir alles selbst direkt im eigenen Laden, über regionale Märkte und auch über den Onlineshop (www.walser-honig.at). Vermarktet wird nur das Urprodukt Honig, geringe Mengen an Propolis sowie Bienenwachskerzen. „Es ist schön zu sehen, dass der Endverbraucher umdenkt und auch Handgemachtes wieder zu schätzen weiß“, freut er sich über die gute Entwicklung seiner Direktvermarktung.

Trotz des guten Absatzes will er nicht noch mehr Bienenvölker: „Ich möchte auch künftig kein Massenprodukt liefern und lieber ein Geheimtipp bleiben. Außerdem ist es arbeitswirtschaftlich schon gar nicht möglich. Es sind ja nicht nur die Bienen, sondern auch das Abfüllen, Etikettieren, Vermarkten und die Buchhaltung, die da noch hinterherkommen“, erklärt er, dass er und seine Familie damit ausreichend gefordert sind.

Produktpalette - Honige, Spezialitäten und Imkereierzeugnisse

Durch unsere einzigartige Lage im kleinen Walsertal haben wir das Glück, erstklassigen Honig ernten zu können. Wir bewirtschaften unsere Bienenvölker mit sehr viel Freude und Begeisterung. Es ist uns ein besonderes Anliegen, unsere Kunden immer wieder von unseren Produkten zu begeistern. Nur wenn unsere Kunden zufrieden sind, sind es auch wir.

Produkt Glas / Größe Preis (Beispiel) Charakteristik
Edelkastanienhonig 220 g 7,80 € Kräftig, malzig-nussiges Aroma
Lindenhonig 220 g 7,80 € Fein, mild mit leicht mentholartiger Note
Akazienhonig 220 g 7,80 € Hell, mild, bleibt länger flüssig
Blütenhonig 220 g 5,80 € Harmonisch, mild-blumig
Waldhonig 220 g 6,80 € Dunkler, mineralstoffreich, dickflüssig
Tannenhonig 220 g 7,80 € Kräftig-würzig, honigtau-betont
Spezialitäten (z. B. Himbeere, Minze, Kaffee) 200-220 g 7,80-9,80 € Fruchtig, aromatisiert, vielfältig einsetzbar
Walnüsse in Honig 220 g 9,80 € Nussig, als Brotaufstrich oder zu Käse
Perga / Bienenbrot 100 g 19,00 € Fermentierter Blütenpollen, nährstoffreich
Bienenwachskerzen / Teelichter Stk./Sets Var. 100% naturbelassenes Bio-Bienenwachs, rußarm

Beschreibung ausgewählter Produkte

Unser Blütenhonig vereint die Aromen zahlreicher Blüten zu einem harmonischen, angenehm süßen Geschmack. Schonend geerntet und naturbelassen überzeugt er durch seine feine Konsistenz und sein ausgewogenes, mild-blumiges Aroma - ein echter Klassiker für jeden Tag und beliebt bei Groß und Klein. Waldhonig hat eine dunklere Farbe, eine dickflüssige Konsistenz und kann je nach Region geschmacklich variieren. Waldhonig enthält viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Besonders Eisen, Kalzium und Magnesium sind häufig in höherer Konzentration enthalten. Tannenhonig überzeugt durch sein kräftig-würziges Aroma und seine charaktervolle Süße. Unser Weißtannenhonig ist ein reines Naturprodukt, ohne Zusatzstoffe.

Perga ist fermentierter Blütenpollen, welchen die Bienen mit Honig, Enzymen und Milchsäurebakterien haltbar machen. Durch die natürliche Fermentation sind die Nährstoffe besonders gut bioverfügbar. Im Sommer, wenn die Vielfalt der Natur uns alles bietet und die Bienen genügend Nahrung (Nektar und Pollen) finden entnehmen wir die überschüssigen Pollenwaben aus dem Volk. Diese werden dann eingefroren und im Winter verarbeitet. Durch dieses Verfahren verhindert sich der Verderb und die Schimmelbildung, ohne die wertvollen Inhaltsstoffe zu zerstören. Das Bienenbrot kann gut als Topping für Joghurt oder Müsli gegessen werden oder einfach pur geniessen.

Lesen Sie auch: Herstellungsprozess von Blaue Biene Honig detailliert erklärt

Perga Bienenbrot im Glas und Löffel

Qualität, Herkunft und Transparenz

Damit kann er sich selbst sicher sein, dass sich in seinem Wachs keine Fremdstoffe wie Pflanzenschutzmittel oder Stearin und Paraffin finden, wie sie von der Industrie mit untergemischt werden. Es wird viel als einheimischer Honig oder Honig mit speziellen Nektargrundlagen wie Alpenrosenhonig verkauft, der gar keiner ist. Da wird zu wenig überwacht“, kritisiert er. Es ist schön zu sehen, dass der Endverbraucher umdenkt und auch Handgemachtes wieder zu schätzen weiß.

Service, Verkauf und Hofladen

Inzwischen verkaufen wir alles selbst direkt im eigenen Laden, über regionale Märkte und auch über den Onlineshop (www.walser-honig.at). Vermarktet wird nur das Urprodukt Honig, geringe Mengen an Propolis sowie Bienenwachskerzen. Laden & Take away. Feine Gerichte, Snacks, Kaffee, Kuchen, auch zum Mitnehmen. Souvenirs, Geschenkartikel, Deko, Naturkosmetik, Spirituosen, Zigaretten, Getränke, Käse-, Wurst- und Speck-Spezialitäten, Marmelade, Sirup.

Ladenlokal mit Honiggläsern und Bienenwachskerzen

Herausforderungen der Imkerei

Die Imkerei wird von einigen Problemen umgetrieben. So freut sich Berufsimker Achim Schneider zwar am vermehrten Interesse an den Bienen, sieht aber das Verhalten vieler Hobby-Imker kritisch: „Viele belesen sich nur im Internet und kaufen dort dann auch Rassen, die einfach nicht zu uns hergehören.“ So komme es zu immer mehr Vermischungen zwischen der heimischen Carnica mit beispielsweise der Kunstrasse Buckfast. „Das ist eine Einkreuzung verschiedener Rassen, die gegen die Trachee-Milbe gezüchtet wurde.“

Auch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft sieht er kritisch: „Spritzmittel sind zwar bei uns im Tal durch die Grünland- und Berglandwirtschaft weniger ein Problem, dafür spüren wir aber die Umnutzung von Mager- zu Fettwiesen und die maschinelle Schlagkraft. Früher wurde in Etappen gemäht - da blieb den Bienen immer was, inzwischen sind aber binnen weniger Tage alle Bienenweiden weg. Kommen dann noch ungünstige Witterungs - und damit Flugverhältnisse für die Bienen dazu, fallen ganze Erntefenster aus.

Um künftig eine optimale Tiergesundheit für Honigbienen sicherzustellen, plädiert er dafür, für Bienenhalter einen Kurs vorauszusetzen.

Öffnungszeiten, Kontakte und Hinweise

Sonntag Ruhetag und am 26.10. & 7.11. geschlossen. Betriebsruhe: vom 12.11.2026 bis einschließlich 08.12.2026. Öffnungszeiten über Feiertage siehe Homepage www.hirscheck.net. Unser Hof kann (im Winter) jederzeit besichtigt werden.

Einblick in die Imkerei: Sehen Sie Honigernte, Mittelwandherstellung und Perga-Verarbeitung

tags: #Schneider #Honig #Kleinwalsertal #Imkerei #Produkte

Populäre Artikel: