Sammeln Wespen Honig oder produzieren sie ihn?

Die Wespenhonig ist ein ungewöhnliches Thema und weckt dennoch die Neugier. Diese von bestimmten Wespenarten produzierte Substanz birgt erstaunliche Eigenschaften, die es zu entdecken gilt.

Kurzantwort

Die Antwort ist eindeutig: Wespen produzieren keinen Honig.

Warum produzieren Wespen keinen Honig?

Der entscheidende Grund liegt in der Überwinterungsstrategie: Honig zu bilden ist eine Überwinterungsstrategie der Biene, auf die Wespen nicht angewiesen sind. Wespenvölker sterben im Herbst ab. Nur die Wespenkönigin überlebt, indem sie einen geschützten Platz aufsucht und in Winterstarre verfällt. Da das Volk nicht überwintert, braucht es keine Honigvorräte. Die Produktion von Honig wäre für Wespen also nutzlos - sie haben schlicht keine biologische Anpassung dafür entwickelt. Zudem bringen Wespen auch nicht die physiologischen Voraussetzungen für die Honigproduktion mit. Sie besitzen zum Beispiel keinen Honigmagen mit den entsprechenden Enzymen, wie es bei den Honigbienen der Fall ist.

Unterschiede im Lebenszyklus und Nestbau

Die alte Wespen-Königin mitsamt der Arbeiterinnen und der Drohnen stirbt in der Zeit vom Spätsommer bis in den Herbst. Nur die Jungköniginnen überwintern alleine an geschützten Stellen in der Kältestarre. Bei den Wespen überwintern nur die begatteten Jungköniginnen als Einzeltiere. Am Ende des Herbstes finden sie dazu beispielsweise in Holzstößen einen passenden Ort. Entscheidend ist es, dass es sich um ein trockenes, frostsicheres und dunkles Quartier handelt. Die Königinnen leben also maximal ein Jahr lang. Anders sieht es bei den Arbeiterinnen aus. Diese sterilen Weibchen überdauern etwa 12 bis 22 Tage. Hornissen leben mit 20 bis 40 Tagen deutlich länger. Die Männchen bzw. Drohnen leben nur wenige Wochen.

Ernährung und Verhalten: Warum Honig nicht nötig ist

Während Bienen Blüten besuchen und Nektar sammeln um Honig zu produzieren, welcher ihnen und ihren Larven als Nahrung dient, können Wespen das nicht. Wespen sind Räuber und ernähren sich davon, was sie gerade finden. Zur Aufzucht der Brut sammeln Wespen Insektenfleisch. Fertig entwickelte Tiere decken ihren Kohlehydratebedarf mit Blütennektar, werden aber auch von allerlei Süßigkeiten angelockt. Die Arbeiterinnen erlegen Insekten, wie Fliegen, Mücken, oder sogar andere Wespenarten und verarbeiten diese zu einem Futterbrei, den sie in ihrem Kropf transportieren können. Als Futter für die Larven wiederum dient ein Brei aus Insekten und tierischem Protein. Daher ist auch unser Grillfleisch eine interessante Nahrungsquelle, die gerne von Wespen angeflogen wird.

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Manche Wespenarten und „süße Vorräte”

Obwohl Wespen mit den Bienen verwandt sind und sich von Nektar ernähren, fehlt ihnen die Fähigkeit, ihn zu Honig zu verarbeiten. Sie mögen ihn aber offenkundig, denn in einigen Fällen ist bekannt, dass Wespen Honig in großen Mengen von Bienenstöcken stehlen. Zwar nehmen auch Wespen Nektar auf, doch Honig produzieren sie nicht. Zwar nehmen auch Wespen Nektar auf, doch Honig produzieren sie nicht. Daher gibt es in einem Wespennest oder Hornissenstaat weder Honigwaben noch Vorratskammern voller süßer Reserven. Manche tropische Wespenarten lagern süße Substanzen, aber keine echten Honigvorräte wie Bienen.

Bestäubung durch Wespen

Bestäuben Wespen? Ja, Wespen bestäuben tatsächlich - wenn auch nicht so effektiv wie Bienen. Wespen können bestäuben, da sie vor allem im Spätsommer auf der Suche nach Nektar Blüten besuchen und so Pollen aufnehmen und anschließend diese von Blüte zu Blüte übertragen. Im Gegensatz zu Bienen und Hummeln sammeln sie die Pollen nicht gezielt auf und sind dadurch nicht so effizient. Ihr Körper ist auch wesentlich glatter und die Pollen bleiben nicht so schön an ihnen hängen, wie es bei Bienen der Fall ist. Faltenwespen (Polistes spp.) besuchen viele offene Blüten (z. B. ...). Zudem spielt die Feigenwespe eine herausragende Rolle: Feigenwespen sind die einzigen Bestäuber der Feigenpflanze!

Wespe auf Blüte (Bestäubung)

Ökologische Bedeutung von Wespen

Wespen sind faszinierende Insekten mit großer Bedeutung für unser Ökosystem. Sie beteiligen sich zum Beispiel an einer natürlichen Schädlingskontrolle, säubern die Natur von Aas, bestäuben verschiedene Pflanzenarten und sind Teil der Nahrungskette. Als Insektenjäger haben auch Wespen eine wichtige Funktion im Naturhaushalt. Wespen gehören zu den Nützlingen und leisten einen unverzichtbaren Dienst an unserem Ökosystem. Dazu gehört die Reduktion von Schad-Insekten, was wichtig für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts ist. Die Deutsche und die Gemeine Wespe benötigen für ihr Volk jeweils tausende Fliegen, Mücken und andere Insekten als Nahrung. Einen noch höheren Bedarf haben die Europäischen Hornissen. Schädlingspopulationen lassen sich damit klein halten, was zum Beispiel in der Landwirtschaft wichtig ist. Zudem treten die Wespen als eine Art Umweltpolizei auf und säubern die Natur von Aas und überreifem Fallobst, womit sie etwa die Entstehung von Fäulnis verhindern. Sie sind auch Bestäuber und fördern so die Artenvielfalt. Zudem sind die Wespen selbst natürlich auch Beute für andere Tiere.

Wespenhonig und Forschung

Wespenhonig ist zwar weniger bekannt als der von Bienen produzierte Honig, verdient aber dennoch unsere Aufmerksamkeit. Vor kurzem haben Forscher herausgefunden, dass der Wespenhonig enthielt Substanzen mit interessanten pharmakologischen Eigenschaften. Die Erforschung der potenziellen Vorteile von Wespenhonig steckt noch in den Kinderschuhen, aber es gibt Anzeichen dafür, dass diese Substanz das Interesse der Wissenschaftler weckt.

Laboruntersuchung: Substanzen in Wespenhonig

Praktische Hinweise im Umgang mit Wespen

Wespen und Bienen leben beide meist in Staaten zusammen. Es ist daher unerlässlich, die Wespenarten genau zu unterscheiden und beim Vorgehen gegen Wespen immer das Bundesnaturschutzgesetz bzw. die Bundesartenschutzverordnung im Blick zu behalten und im Zweifel Rücksprache mit der Naturschutzbehörde zu halten. Ja, Wespen stehen allgemein, so wie alle wild lebenden Tiere, unter Naturschutz. Allerdings wird die Bekämpfung von nicht besonders geschützten Arten (dazu gehören insbesondere die Deutsche und die Gemeine Wespe) und deren Nestern toleriert, wenn dafür ein vernünftiger Grund vorliegt. Im Vorfeld sollte jedoch auch hier immer erst der Rat einer sachkundigen Person eingeholt werden. Wenn für Sie oder Ihre Familie Gefahr droht, weil Sie nicht mehr in Ruhe essen können, lohnt es sich uns zur Entfernung des Wespennestes zu kontaktieren. Sind Wespennester noch bewohnt, dürfen sie nicht grundlos entfernt werden. In dem Fall benötigen Sie immer einen Profi mit der entsprechenden Genehmigung und Werkzeug.

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Wespen versus Bienen: Aussehen, Stichverhalten, Nutzen

Wespen und Bienen ähneln sich im Körperbau, welcher sich in Kopf, Vorderleib und Hinterleib unterteilt. Beide besitzen zwei Flügel-Paare und sechs Beine, so wie einen Stachel. Der Hauptunterschied zwischen Bienen und Wespen ist das Aussehen. Während Bienen behaart sind und braun-gelb bis grau gestreift sind, sind Wespen unbehaart und markant gelb-schwarz gestreift. Bienen sind außerdem kleiner und etwas pummeliger als Wespen. Bienen gelten als gutmütig und sind normalerweise nicht angriffslustig. Wespen sind viel agiler und leider auch offensiver. Sie steuern zielsicher die Kuchentafel an und wollen selbstbewusst ein Stück abhaben. Bienen können Menschen nur einmal Stechen, denn ihr Stachel hat Widerharken. Im Gegenteil dazu kann eine Wespe mehrmals stechen und benutzt ihren Stachel zur Insektenjagd. Wenn eine Wespe einen Menschen sticht kann sie den Stachel problemlos wieder heraus ziehen. Achtung: Bei Allergien kann sowohl ein Bienenstich als auch ein Wespenstich extreme Schwellungen auslösen und es empfiehlt sich hier einen Arzt aufzusuchen.

Vergleich: Biene und Wespe von der Seite

Interessante Fakten über Wespen

  • Wespen füttern ihre Brut mit Fliegen, Mücken, Raupen und anderen Insekten - bis zu 3.000 Beutetiere pro Tag in einem großen Nest!
  • Auf den ersten Blick sehen Wespennester aus wie filigrane Papierarbeiten. Denn die kleinen Handwerkerinnen nagen Holz an, zerkauen es und bauen daraus ihr Nestmaterial.
  • Einige Arten, etwa die Deutsche Wespe, bauen ihre Nester unterirdisch, z. B. in Mäuselöchern.
  • Wespen können lernen, Farben, Formen und sogar Duftstoffe mit Belohnungen zu verbinden.
  • Einige Wespenarten können individuelle Gesichter ihrer Artgenossen erkennen - eine seltene Fähigkeit im Insektenreich.
  • Die jungen Wespen benötigen im Larvenstadium eiweißreiche Nahrung; die Larven „bedanken“ sich mit einem zuckerhaltigen Sekret-Tropfen, den die Arbeiterinnen aufnehmen - Beutetiere gegen Zucker.

Tabellarische Gegenüberstellung: Wespe vs. Biene (Kurzüberblick)

Merkmal Wespe Biene
Honigproduktion Nein (stehlen gelegentlich Honig) Ja
Überwinterung Nur Jungköniginnen überwintern Volk überwintert
Ernährung erwachsener Tiere Zucker, Fleisch, Aas, Früchte Nektar, Pollen
Larvenfutter Tierisches Protein (Insektenbrei) Pollen und Gelée Royale
Stichverhalten Mehrfachstich möglich Sticht meist einmal (Stachel bleibt stecken)
Dokumentation: Wespen im Sommer - Verhalten und Ökologie

Warum Wespen trotzdem Beachtung verdienen

Wespenhonig ist zwar weniger bekannt als der von Bienen produzierte Honig, verdient aber dennoch unsere Aufmerksamkeit. Ihre ökologische Rolle als Bestäuber fördert die Artenvielfalt, und ihr Verschwinden könnte negative Auswirkungen auf unsere Umwelt haben. Daher ist es wichtig, diese Insekten zu respektieren und sie nicht nur als lästig zu betrachten. Wespen als lästige Sommergäste aufzufassen, greift zu kurz. Die Insekten sind sehr nützlich und übernehmen im Ökosystem viele wichtige Aufgaben. Sie sollten daher in der Lage sein, häufig vorkommende, aggressive Wespenarten, wie die Deutsche oder die Gemeine Wespe, erkennen zu können.

Wespennest an Hauswand

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